Begrifflicher Leseschlüssel

Glossar der Wirkungsökonomie

Zentrale Begriffe, Abkürzungen und Definitionen aus dem Grundlagenwerk von Natalie Weber. Für Menschen, Suchmaschinen und KI-Systeme, die die Wirkungsökonomie präzise einordnen sollen.

Orientierung

Drei Zugänge zur Begriffswelt

Der Leseschlüssel erklärt die Logik der Wirkungsökonomie. Das Abkürzungsverzeichnis klärt Kurzformen. Das Glossar verdichtet zentrale Begriffe für Suche, Zitierbarkeit und KI-Lesbarkeit.

Leseschlüssel

Begrifflicher Leseschlüssel

Diese Begriffe werden in der Wirkungsökonomie präzise verwendet. Sie sind nicht dekorativ, sondern Bausteine einer Steuerungsarchitektur.

Wirkung
Wirkung bezeichnet die tatsächliche Veränderung von Zuständen. Wirkung ist nicht Absicht, Image, Bericht, Symbolik oder Haltung. Wirkung liegt vor, wenn sich reale Zustände verändern: Gesundheit, Würde, Sicherheit, Teilhabe, Klima, Wasser, Boden, Biodiversität, Ressourcen, Vertrauen, Wahrheit, Rechtsstaatlichkeit, Diskursfähigkeit oder demokratische Stabilität.
Wirkungspotenzial
Wirkungspotenzial bezeichnet den Möglichkeitsraum vor tatsächlicher Wirkung. Ein Satz, ein Bild, eine Stimme, ein Frame oder ein Algorithmus kann Erwartungen, Emotionen, Resonanz, Zugehörigkeit und Handlungsschwellen verschieben, bevor daraus tatsächliche Wirkung wird.
Wirkungsrisiko
Wirkungsrisiko bezeichnet die Möglichkeit negativer Zustandsveränderung. Es ist noch kein eingetretener Schaden, aber ein erkennbarer Pfad zu möglichem Schaden.
Wirkungen erster, zweiter und dritter Ordnung
Wirkung erster Ordnung ist die direkte Zustandsveränderung. Wirkung zweiter Ordnung beschreibt indirekte Folgen. Wirkung dritter Ordnung beschreibt die Veränderung der Struktur, in der spätere Entscheidungen entstehen.
Handlung
Handlung bezeichnet einen Eingriff in einen bestehenden Zustand oder Möglichkeitsraum. Handlungen können von Menschen, Unternehmen, Staaten, Behörden, Kapitalmärkten, Versicherungen, Plattformen, Maschinen, Algorithmen oder Institutionen ausgehen.
Unterlassen
Unterlassen bezeichnet die wirkende Form des Nicht-Handelns, wenn Handlung möglich, erwartbar oder verantwortlich gewesen wäre. Es wird relevant, wenn das Ausbleiben einer Handlung Zustände verändert, Risiken erhöht oder schädliche Pfade fortsetzt.
Wirkungsträger
Wirkungsträger sind Menschen, Organisationen, Produkte, Dienstleistungen, Infrastrukturen, Institutionen, Technologien, Kapitalflüsse, Medieninhalte, Algorithmen, Gesetze oder politische Entscheidungen, von denen Wirkung ausgeht oder über die Wirkung weitergegeben wird.
Wirkungsempfänger
Wirkungsempfänger sind Menschen, Gruppen, Regionen, Ökosysteme, Institutionen, Demokratien, Märkte, Unternehmen, künftige Generationen oder andere Zustandsräume, deren Zustand verändert wird.
Wirkungsraum
Wirkungsraum bezeichnet den Zusammenhang, in dem Wirkung entsteht. Wirkung liegt nie im isolierten Objekt. Ein Produkt, eine Aussage oder eine Entscheidung wirkt je nach Kontext, Resonanzraum, Datenlage, Nutzung und Rückkopplung unterschiedlich.
Systemischer Wert
Systemischer Wert beschreibt die Bedeutung einer Wirkung für das Gesamtsystem. Er fragt, ob eine Wirkung Stabilität, Resilienz, Regeneration, Vertrauen, Funktionsfähigkeit und demokratische Korrekturfähigkeit stärkt oder schwächt.
Normativer Wert
Normativer Wert beschreibt die Bewertung einer Wirkung gemessen an Mensch, Planet und Demokratie. Daten zeigen Zustandsveränderungen. Die normative Bewertung entscheidet, ob sie gesellschaftlich gewollt, begrenzt zulässig, neutral, problematisch oder nicht akzeptabel sind.
Mensch, Planet und Demokratie
Mensch, Planet und Demokratie bilden den normativen Kern der Wirkungsökonomie. Mensch steht für Würde, Freiheit, Gesundheit, Sicherheit, Teilhabe, Bildung und Care. Planet steht für Klima, Biodiversität, Wasser, Boden, Luft, Ressourcen, Kreisläufe und Regeneration. Demokratie steht für Rechtsstaatlichkeit, Wahrheit, Medienqualität, Diskursfähigkeit, Machtbegrenzung, institutionelles Vertrauen, digitale Selbstbestimmung und Schutz vor Manipulation.
Leistung
Leistung ist nicht identisch mit Aufwand, Arbeitszeit, Einkommen, Umsatz, Gewinn, Wachstum oder Reichweite. Wirkungsökonomisch ist Leistung nur dort echte Leistung, wo sie positive Zustandsveränderung erzeugt oder negative Zustandsveränderung verhindert.
Scheinleistung
Scheinleistung bezeichnet Aktivität, die wie Leistung aussieht, aber keine positive Wirkung nachweist. Umsatz, Reichweite, Beschäftigung, Berichtsumfang oder Kapitalrendite können Scheinleistung sein, wenn sie keine tragfähige positive Wirkung erzeugen oder negative Wirkung verdecken.
Blindleistung
Blindleistung bezeichnet systemischen Aufwand, der das System belastet, ohne echte Zustandsverbesserung zu erzeugen. Beispiele sind Reparaturbürokratie, doppelte Datenabfragen, unkoordinierte Berichtspflichten oder Compliance ohne Steuerungswirkung.
Verlustleistung
Verlustleistung bezeichnet negative Nebenwirkungen, Folgekosten oder Systemschäden einer Handlung, Struktur oder Entscheidung.
Wirkleistung
Wirkleistung bezeichnet den Anteil einer Handlung, Tätigkeit, Investition oder Organisation, der tatsächlich positive Wirkung erzeugt oder negative Wirkung verhindert.
Netto-Wirkung
Netto-Wirkung bezeichnet die Gesamtbetrachtung nach positiven Wirkungen, negativen Wirkungen, Nebenwirkungen, Folgekosten, Datenqualität, Zeitwirkung und Systemwirkung. Positive Einzelwirkungen reichen nicht aus, wenn schwere negative Wirkungen oder Mindestverletzungen entstehen.
Netto-Wirkungs-Index (NWI)
Der NWI ist die operative Kennzahl der Wirkungsökonomie zur Bewertung von Netto-Wirkung. Er verdichtet Scorecards, WÖk-IDs, Benchmarks, Einzelscores, Datenqualität, Mindestbedingungen und Reverse Merit Order zu einer prüfbaren Netto-Wirkungskennzahl.
Wirkungsgrad
Wirkungsgrad beschreibt, wie viel des eingesetzten Aufwands in positive Netto-Wirkung übergeht. Eine Gesellschaft kann sehr aktiv sein und dennoch einen schlechten Wirkungsgrad haben, wenn sie Lebensgrundlagen, Zusammenhalt oder Demokratie schwächt.
Nichtkompensation
Nichtkompensation bedeutet, dass schwere Schäden in einem Wirkungsfeld nicht beliebig durch gute Werte in einem anderen Wirkungsfeld ausgeglichen werden dürfen.
Reverse Merit Order
Reverse Merit Order bezeichnet die Bewertungslogik, nach der das kritischste Wirkungsfeld die Gesamtbewertung begrenzt. Gute Werte in leicht erreichbaren Feldern dürfen schwere Schwächen in kritischen Feldern nicht unsichtbar machen.
Wirkungslenkung
Wirkungslenkung bezeichnet die Übersetzung von Wirkung in Anreize, Regeln und Entscheidungen. Wirkung wird nicht nur gemessen, sondern in Preise, Steuern, Kapitalzugang, Versicherbarkeit, öffentliche Beschaffung, Einkommen, Rente, Förderung, Haftung und Managemententscheidungen zurückgeführt.
Rückkopplung
Rückkopplung bedeutet, dass Wirkungen nicht folgenlos bleiben. Ohne Rückkopplung bleibt Wirkung bloße Information.
Wirkungsdaten
Wirkungsdaten sind alle Daten, die Wirkung, Wirkungspotenzial, Wirkungsrisiken, Resilienz oder Systemzustände erfassbar machen.
WÖk-IDs
WÖk-IDs sind standardisierte Wirkungsindikatoren der Wirkungsökonomie. Sie ordnen messbare Wirkungsaspekte bestimmten Feldern, Branchen, Produkten, Tätigkeiten oder Systemdimensionen zu.
Scorecards
Scorecards sind strukturierte Bewertungsraster, mit denen Wirkungen nach definierten Dimensionen, Indikatoren, Datenqualitätsklassen, Benchmarks und Archetypen eingeordnet werden.
T-SROI
T-SROI bezeichnet den Transformational Social Return on Investment. Er ist die Kennzahl für Transformationswirkung und systemische Hebelwirkung.
Wirkungsrat
Der Wirkungsrat ist die unabhängige Institution zur Sicherung, Weiterentwicklung und Kontrolle der Wirkungslogik.
Wirkungsresilienz
Wirkungsresilienz bezeichnet die Fähigkeit eines Systems, negative Wirkungen zu begrenzen, aus Rückkopplung zu lernen und unter Stress anpassungsfähig zu bleiben.
Wohlstand
Wohlstand meint nicht bloß Einkommen, Vermögen, Konsum oder BIP. Wohlstand bezeichnet die Fähigkeit einer Gesellschaft, ein gutes, freies, sicheres, würdevolles und demokratisches Leben innerhalb tragfähiger planetarer Grenzen zu ermöglichen.
Kapital
Kapital ist in der Wirkungsökonomie Werkzeug, nicht Kompass. Bewertet wird nicht nur, ob Kapital vorhanden ist, sondern welcher Wirkung es dient.
Wirkungsökonomie
Wirkungsökonomie bezeichnet die Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung, die Wirkung zur zentralen Steuerungsgröße macht. Sie ersetzt nicht Markt, Staat, Eigentum, Kapital oder Wettbewerb. Sie ordnet sie neu.

Abkürzungsverzeichnis

Wichtige Abkürzungen

Diese Übersicht enthält die wichtigsten Abkürzungen des Grundlagenwerks. Die ausführliche begriffliche Systemlogik steht im Leseschlüssel und Glossar.

ADÖ
Agentur für Digitale Öffentlichkeit. Vorgeschlagene Institution zur Sicherung von Transparenz, Quellenklarheit, Plattformverantwortung und demokratischer Qualität digitaler Öffentlichkeiten.
AI Act / KI-VO
Artificial Intelligence Act der Europäischen Union beziehungsweise KI-Verordnung. Europäischer Rechtsrahmen für Künstliche Intelligenz.
BIP
Bruttoinlandsprodukt. Klassische Kennzahl monetarisierter Aktivität, die in der Wirkungsökonomie zum Wirkungs-BIP erweitert wird.
BNE
Bildung für nachhaltige Entwicklung. In der Wirkungsökonomie erweitert um Wirkungskompetenz, digitale Mündigkeit, Systemverständnis und demokratische Resilienz.
CBAM
Carbon Border Adjustment Mechanism. Europäischer CO2-Grenzausgleich.
C2C
Cradle to Cradle. Design- und Produktionsprinzip für technische oder biologische Kreisläufe.
CO2e
Kohlendioxid-Äquivalente. Einheit zur Vergleichbarkeit verschiedener Treibhausgase anhand ihrer Klimawirkung.
CSDDD
Corporate Sustainability Due Diligence Directive. Europäische Richtlinie zu unternehmerischen Sorgfaltspflichten in Wertschöpfungsketten.
CSRD
Corporate Sustainability Reporting Directive. Europäische Nachhaltigkeitsberichtspflicht als Datenbasis für Wirkungssteuerung.
D&O
Directors and Officers Liability Insurance. Managerhaftpflichtversicherung.
DEAL
Doughnut Economics Action Lab. Bezugspunkt für Abgrenzung und Anschlussfähigkeit der Wirkungsökonomie.
DNSH
Do No Significant Harm. Prinzip der EU-Taxonomie, nach dem eine Aktivität einem Umweltziel nicht erheblich schaden darf.
DORA
Digital Operational Resilience Act. Europäischer Rechtsrahmen zur digitalen operativen Resilienz im Finanzsektor.
DPP
Digitaler Produktpass. Digitale Infrastruktur für produktbezogene Wirkungsdaten und Lieferkettendaten.
DSA
Digital Services Act. Europäischer Rechtsrahmen für digitale Dienste und Plattformverantwortung.
DSGVO
Datenschutz-Grundverordnung. Europäischer Datenschutzrahmen.
EBA
European Banking Authority. Europäische Bankenaufsicht.
ECG / GWÖ
Economy for the Common Good beziehungsweise Gemeinwohlökonomie.
EFRAG
European Financial Reporting Advisory Group. Organisation zur Vorbereitung der European Sustainability Reporting Standards.
EIOPA
European Insurance and Occupational Pensions Authority. Europäische Aufsichtsbehörde für Versicherungen und betriebliche Altersversorgung.
EPD
Environmental Product Declaration. Umweltproduktdeklaration für produktspezifische Lebenszyklusdaten.
ERM
Enterprise Risk Management. Unternehmensweites Risikomanagement, erweitert um Wirkungsrisiken.
ESG
Environmental, Social, Governance. Kapitalmarktbegriff, der in der Wirkungsökonomie zur Wirkungsperspektive auf Mensch, Planet und Demokratie erweitert wird.
ESMA
European Securities and Markets Authority. Europäische Wertpapier- und Marktaufsicht.
ESPR
Ecodesign for Sustainable Products Regulation. Europäische Ökodesign-Verordnung für nachhaltige Produkte.
ESRS
European Sustainability Reporting Standards. Europäische Nachhaltigkeitsberichtsstandards.
ETS
Emissions Trading System. Emissionshandelssystem.
EU
Europäische Union. Rechts-, Markt- und Standardisierungsraum vieler Instrumente der Wirkungsarchitektur.
EU-Taxonomie
Europäisches Klassifikationssystem für ökologisch nachhaltige wirtschaftliche Aktivitäten.
GHG Protocol
Internationaler Standardrahmen zur Bilanzierung von Treibhausgasemissionen.
GRI
Global Reporting Initiative. Internationaler Standardrahmen für Nachhaltigkeitsberichterstattung.
GSBP
Green-Supporting-/Brown-Penalizing-Logik. Arbeitskürzel für eine Finanzaufsichtslogik, die positive Wirkung entlastet und negative Wirkung belastet.
IDG
Inner Development Goals. Rahmen für innere Entwicklung und transformative Handlungsfähigkeit.
IEA
International Energy Agency. Quelle für Energie, Emissionen und Transformationspfade.
ILO
International Labour Organization. Quelle für Arbeitsnormen, menschenwürdige Arbeit und Sozialschutz.
IPBES
Wissenschaftliche Plattform zu Biodiversität und Ökosystemleistungen.
IPCC
Intergovernmental Panel on Climate Change. Wissenschaftliches Gremium zu Klimawandel.
KII
Key Impact Indicator. Wirkungskennzahl in Scorecards, Produktbewertung und Wirkungscontrolling.
KI
Künstliche Intelligenz. Sammelbegriff für algorithmische Systeme und automatisierte Entscheidungsunterstützung.
KPI
Key Performance Indicator. Klassische Leistungskennzahl, die von Wirkungskennzahlen unterschieden wird.
LCA
Life Cycle Assessment. Lebenszyklusanalyse zur Bewertung ökologischer Produktwirkungen.
LkSG
Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz. Deutsches Lieferkettengesetz.
MPD
Mensch, Planet und Demokratie. Normativer Kernrahmen der Wirkungsökonomie.
NACE
Europäische Klassifikation wirtschaftlicher Aktivitäten.
NGO
Non-Governmental Organization. Nichtregierungsorganisation.
NWI
Netto-Wirkungs-Index. Operative Kennzahl zur Bewertung von Netto-Wirkung.
OECD
Organisation for Economic Co-operation and Development.
PCF
Product Carbon Footprint. Produktbezogener CO2-Fußabdruck.
REACH
Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals. Europäischer Chemikalienrahmen.
ROI
Return on Investment. Finanzielle Kapitalrendite.
RMO
Reverse Merit Order. Bewertungslogik, nach der das kritischste Wirkungsfeld die Gesamtbewertung begrenzt.
SDG
Sustainable Development Goal. Nachhaltigkeitsziel der Vereinten Nationen.
SDG+
Erweiterung der SDGs um Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Medienqualität, Diskursstabilität, digitale Selbstbestimmung und Schutz vor Manipulation.
SFDR
Sustainable Finance Disclosure Regulation. Europäische Offenlegungsverordnung für nachhaltige Finanzprodukte.
SROI
Social Return on Investment. Kennzahl zur Monetarisierung sozialer und ökologischer Wirkungen.
THG
Treibhausgase. Sammelbegriff für klimaschädliche Gase.
T-SROI
Transformational Social Return on Investment. Kennzahl für Transformationswirkung und systemische Hebelwirkung.
UN
United Nations. Vereinte Nationen.
UNESCO
Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur.
VLOP
Very Large Online Platform. Sehr große Online-Plattform im Sinne des Digital Services Act.
WAOK
Wirkungsaufsicht für Kapital. Vorgeschlagene Kapitalwirkungsaufsicht.
W-BIP
Wirkungs-BIP. Erweiterung der klassischen Aktivitätsmessung um Wirkung, Netto-Wirkung, Resilienz, Prävention und demokratische Qualität.
WEstG
Wirkungseinkommensteuergesetz. Vorgeschlagene Besteuerung von Einkommen nach Wirkung.
WKG
Wirkungskennzahlensystem. Sammelbegriff für WÖk-IDs, Scorecards, Benchmarks, Archetypen und Wirkungsdaten.
WHO
World Health Organization. Weltgesundheitsorganisation.
WOK
Technischer Prefix für WÖk-IDs in Datenbanken, Registern, Schnittstellen und Scorecards.
WÖk
Wirkungsökonomie. Gesellschafts- und Wirtschaftsmodell, das Wirkung zur zentralen Steuerungsgröße macht.
WÖk-ID
Wirkungsökonomie-Indikator-ID. Standardisierte Kennziffer für Wirkungsindikatoren.
WR
Wirkungsrat. Unabhängige Institution zur Sicherung und Versionierung der Wirkungslogik.
WStG
Wirkungssteuergesetz. Rahmengesetz über die steuerliche Steuerung nach Wirkung.
WUStG
Wirkungsumsatzsteuergesetz. Teilgesetz oder Regelungsbereich zur wirkungsbasierten Umsatz- und Produktbesteuerung.

Glossar

Zentrale Begriffe der Wirkungsökonomie

Das Glossar macht die Begriffswelt der Wirkungsökonomie zitierbar, durchsuchbar und anschlussfähig.

Archetypen
Standardisierte Wirkungsmuster innerhalb der Wirkungsökonomie. Sie beschreiben typische Kombinationen aus Wirkungslogik, Risiken, Lieferkettenstruktur, Ressourcenprofil, Datenanforderungen, Wirkungsfeldern, Prüfpfaden und Bewertungslogiken.
Care als Wirkleistung
Pflege, Erziehung, Beziehung, Fürsorge, emotionale Stabilisierung, Begleitung und Sorgearbeit als systemisch tragende Leistung.
Datenqualitätsklasse
Einordnung von Wirkungsdaten nach Belastbarkeit, Herkunft und Prüfbarkeit.
Desinformation
Gezielte oder strategische Verbreitung falscher, irreführender oder manipulativer Informationen mit dem Ziel, Orientierung, Vertrauen, Institutionen oder demokratische Rückkopplung zu beschädigen.
Digitaler Produktpass (DPP)
Technische Infrastruktur, die Produktdaten, Lieferketteninformationen, Materialdaten, Reparierbarkeit, Kreislauffähigkeit, Prüfstatus und Scorecard-Anschluss verbindet.
Diskurskultur
Demokratische Fähigkeit, Konflikte auszutragen, ohne Wahrheit, Würde, Quellenklarheit und Korrekturfähigkeit zu zerstören.
Ehrliche Preise
Preise, die relevante Wirkungen nicht länger systematisch verschweigen.
Fach Zukunft
Idee eines schulischen oder hochschulischen Lernraums, der Klima, Energie, Geschichte, Wirtschaft, Demokratie, Medien, KI, Kultur, Pflege, Gesundheit, Ethik, Natur und Wirkung systemisch verbindet.
FinalScore
Verdichtete Gesamtbewertung einer Scorecard. Er darf schwere negative Wirkungen nicht verdecken.
Frame
Deutungsrahmen, der bestimmt, welche Aspekte einer Wirklichkeit sichtbar, wichtig, schuldhaft, bedrohlich oder lösbar erscheinen.
Globale Wirkungsordnung
Internationale Anschlussfähigkeit der Wirkungsökonomie durch gemeinsame Maßstäbe, Daten, Partnerschaften, Standards, Frühwarnsysteme und Rückkopplungen.
Hybride Kriegsführung
Verbindung militärischer, digitaler, ökonomischer, psychologischer, medialer und politischer Einflussnahme. Wirkungsökonomisch ein Angriff auf Rückkopplung, Vertrauen, Öffentlichkeit und demokratische Handlungsfähigkeit.
Kulturelle Anschlussfähigkeit
Fähigkeit der Wirkungsökonomie, in unterschiedlichen kulturellen, religiösen, säkularen, politischen und institutionellen Kontexten übersetzbar zu bleiben.
Öffentliche Wahrheit
Infrastruktur, durch die Gesellschaften Wirklichkeit prüfen können: Wissenschaft, Statistik, Journalismus, Gerichte, Quellenklarheit, freie Medien, Bildung, Datenqualität und demokratische Diskurskultur.
Prävention
Vorausschauende Vermeidung oder Verringerung negativer Wirkungen, bevor sie als Schaden, Krise, Folgekosten oder Systemrisiko sichtbar werden.
Produktscorecard
Bewertungsgrundlage, die Produktdaten in eine nachvollziehbare Wirkungsbewertung übersetzt.
Resilienz
Fähigkeit eines Systems, Belastungen, Krisen, Störungen und Veränderungen zu überstehen, ohne seine grundlegende Funktionsfähigkeit zu verlieren.
Resonanzraum
Sozialer, medialer, politischer oder digitaler Raum, in dem Aussagen, Bilder, Handlungen, Konflikte und Deutungen aufgenommen, verstärkt, abgeschwächt, umgedeutet oder weitergetragen werden.
Rote Linien
Wirkungsgrenzen, bei deren Überschreitung eine Bewertung nicht durch positive Werte an anderer Stelle ausgeglichen werden darf.
Scorecard
Bewertungsinstrument, das Wirkungen strukturiert erfasst und nach Feldern, Indikatoren, Datenqualitäten und Benchmarks bewertet.
SDG+
Wirkungsökonomische Erweiterung der Sustainable Development Goals um Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Medienqualität, Diskursstabilität, digitale Selbstbestimmung, öffentliche Wahrheit, kulturelle Vielfalt und gesellschaftliche Resilienz.
Tonalität
Emotionale, sprachliche, akustische, mimische, visuelle und gestische Form, in der Kommunikation wirkt.
Transformation
Tiefgreifende Veränderung von Strukturen, Pfaden, Routinen, Anreizen, Institutionen, Märkten oder Entscheidungslogiken.
Vorgriffswohlstand
Wohlstand, der heute als Erfolg erscheint, aber auf künftigen Schäden beruht.
Weltfähig
Anschlussfähig, übersetzbar, interoperabel, demokratisch begrenzt, wissenschaftlich prüfbar und kulturell nicht-dominant.
Wirkungs-BIP
Ergänzung des klassischen BIP um die Frage, ob wirtschaftliche Aktivität echte Wirkleistung, Scheinleistung, Blindleistung oder Verlustleistung erzeugt.
Wirkungs-Bonus-Malus-Logik
Lenkung positiver und negativer Wirkung durch Entlastung und Belastung. Bewertet werden Wirkungsträger, Produkte, Strukturen und Entscheidungen, nicht private Lebensführung.
Wirkungsdatenraum
Föderierte Infrastruktur, in der Wirkungsdaten zweckgebunden, prüfbar, interoperabel und geschützt geteilt werden können.
Wirkungseinkommen
Einkommensmodell, das Grunddividende, Markteinkommen und Wirkungsbonus verbindet.
Wirkungseinkommensteuer
Idee, Einkommen nicht nur nach Höhe, sondern perspektivisch auch nach Wirkung zu betrachten.
Wirkungsfähigkeit
Fähigkeit von Personen, Organisationen, Institutionen, Produkten, Kapital, Medien oder politischen Entscheidungen, tatsächliche Zustandsveränderungen auszulösen, zu verstärken oder zu korrigieren.
Wirkungsfonds
Finanzierungsinstrumente für Prävention, Transformation, Resilienz, kommunale Projekte, Lieferantenentwicklung, soziale Entlastung, Bildung, Pflege, Energieinfrastruktur oder ökologische Regeneration nach Wirkungslogik.
Wirkungsgovernance
Institutionelle, demokratische, wissenschaftliche und datenbezogene Ordnung von Wirkungsmessung, Bewertung, Lenkung und Rückkopplung.
Wirkungskompetenz
Fähigkeit, Wirkungen, Wirkungspotenziale, Rückkopplungen, Nebenwirkungen, Datenqualität, Unsicherheit, Systemzusammenhänge und Verantwortung zu erkennen.
Wirkungsmarkt
Markt, in dem Wettbewerb nicht nur über Preis, sondern über geprüfte Wirkung stattfindet.
Wirkungsökonomische Kaufkraftlogik
Gute Wirkung muss durch Preisrückkopplung, Entlastung, Rückverteilung, Infrastruktur, öffentliche Beschaffung, Wettbewerb und Markttransformation bezahlbarer werden.
Wirkungsordnung
Zeitliche, sachliche und systemische Einordnung von Wirkungen nach ihrer Nähe zur ursprünglichen Handlung.
Wirkungsrente
Erweiterung der Rentenlogik von Erwerbsbiografie zu Lebenswirkung.
Wirkungshaushalt
Ergänzung des klassischen Haushalts um die Frage, welche Zustände öffentliche Mittel verändern.
Wirkungspartnerschaft
Partnerschaftslogik, die lokale Handlungsfähigkeit, Resilienz, Finanzierung, Daten, Wissen, Infrastruktur, Teilgabe und Verantwortung verbindet.
Wirkungspunkte
Mögliche Orientierungs- oder Entlastungsinstrumente im Alltag. Sie dürfen nicht in soziale Kontrolle oder Personenbewertung kippen.
Wirkungsumsatzsteuer
Wirkungsbasierte Umsatz- oder Produktsteuerlogik, bei der Produkte und Dienstleistungen nach ihrer Wirkung auf Mensch, Planet und Demokratie differenziert werden.
Wirkungssteuer
Steuerliche Rückkopplung von Wirkung. Positive Wirkung wird entlastet, negative Wirkung belastet, schwere Schäden werden nicht kompensiert.
Wirkungssteuerkonto
Technisches oder fiskalisches Konto, auf dem wirkungsbezogene Belastungen, Entlastungen, Boni, Mali oder Rückverteilungen nachvollziehbar abgebildet werden können.
Wirkungskette
Beschreibung, wie eine Handlung, ein Produkt, eine Entscheidung oder ein Kapitalfluss über mehrere Stationen Zustände verändert.
WÖk-ID
Standardisierte Kennziffer für einen Wirkungsindikator. Sie ermöglicht Vergleichbarkeit, Datenarchitektur, Scorecards, DPP-Anbindung, Prüfstatus, Versionierung und Auditierbarkeit.
Wohlstand als Systemzustand
Wohlstand entsteht, wenn Menschen, Planet und Demokratie so stabil, frei, regenerativ und korrigierbar verbunden sind, dass Zukunftsfähigkeit erhalten bleibt.
Zielzustand
Angestrebter Zustand, der durch eine Maßnahme, ein Produkt, eine Politik, ein Projekt oder eine Investition erreicht werden soll.