Das Modell

Wie die Wirkungsökonomie funktioniert

Die Wirkungsökonomie zeigt, wie aus Wirkung ein Maßstab für Entscheidungen wird. Sie beginnt nicht mit einer Kennnummer, sondern mit der Frage: Woran messen wir Erfolg?

Gewinn und Wachstum zeigen nicht, ob etwas Menschen stärkt, den Planeten schützt oder Demokratie stabilisiert. Kapital zeigt, wo Geld fließt. Es zeigt aber nicht automatisch, ob Lebensgrundlagen, Vertrauen oder Teilhabe gestärkt werden.

Pfad und Architektur

Drei Dinge auseinanderhalten: Pfad, Prüfung, Rückkopplung

Eine Stadt richtet eine Buslinie ein: Sie stellt Ressourcen bereit, bietet Fahrten an und untersucht, ob sich Erreichbarkeit, Verkehr oder Teilhabe verändern. Dieser mögliche oder beobachtete Veränderungsweg ist der Wirkpfad. IOOI kann Ressourcen, Leistungen und Veränderungen in einem Abschnitt als Ergebniskette ordnen.

Der Wirkpfad beschreibt, was in der Welt passieren kann oder passiert. Die Wirkungsarchitektur beschreibt, wie wir diesen Pfad prüfen, bewerten, absichern und in bessere Entscheidungen zurückführen. Wirkungspotenzial und Wirkungsrisiko sind ex-ante Aussagen über mögliche Pfade, keine Pfadstationen. Mechanismen erklären Verbindungen. Evidenz und Zurechnung prüfen sie; Bewertung ordnet Veränderungen am offengelegten Referenzrahmen ein.

Rückkopplung bedeutet: Erkenntnisse verändern etwa Takt, Preis oder Budget und damit Bedingungen künftiger Pfade. IOOI beginnt ebenfalls vor Outcome und Impact. WÖk ist keine längere IOOI-Kette. Transformationswirkung wird als eigene evidenzpflichtige Systemfrage geprüft, nicht als automatische Stufe nach Impact; Impact kann je nach externem Rahmen selbst systemische Veränderungen umfassen.

Wirkung allein sagt noch nicht, ob eine Veränderung gut oder schädlich ist. Dafür braucht es einen Referenzrahmen. Die Wirkungsökonomie nutzt dafür die SDGs und die Agenda 2030 als global verhandelten Zielrahmen. SDG+ ist eine WÖk-eigene Erweiterung, keine offizielle UN-Kategorie. Sie macht Demokratie, Medienqualität, Rechtsstaatlichkeit, Diskursfähigkeit und digitale Selbstbestimmung für die WÖk ausdrücklicher prüfbar.

Schichtenmodell: ein möglicher oder beobachteter Wirkpfad in der Mitte, IOOI als Results-Chain-Linse darin. Ex-ante-Prüfung, Evidenz und Zurechnung, Bewertung und Schutz sowie Systemprüfung liegen quer zum Pfad. Governance und Rückkopplung umschließen die Ebenen; sie sind keine zeitlichen Wirkungsstationen.
IOOI ist eine Results-Chain-Linse auf einen Wirkpfad. Die WÖk ist die Architektur drumherum. Textalternative: die Ebenen im Einzelnen. Desktop-Ansicht · Mobile Ansicht.

Sechs Aufgaben, keine Uhr

Die sechs Module sind Prüffragen, keine zwingende reale Chronologie. Sie können wiederholt und gemeinsam bearbeitet werden.

  • Was könnte passieren und warum?
  • Was wurde umgesetzt und was hat sich verändert?
  • Wie belastbar ist das und was ist zurechenbar?
  • Wie ordnen wir die Veränderung ein?
  • Welche Neben-, Grenz-, Resilienz- und Systemfragen entstehen?
  • Was folgt für die nächste Entscheidung und das Lernen?

Begriffsstrategie

Die drei Grundprobleme der alten Ordnung

Die Wirkungsökonomie braucht nicht viele neue Begriffe. Drei Leitbegriffe reichen, um das Kernproblem, den Anspruch und den Mechanismus sichtbar zu machen.

Problem

Wirkungsblindheit

Wirkungsblindheit heißt nicht, dass keinerlei Folgen geprüft oder Daten erhoben werden. Gemeint ist eine strukturelle Lücke, wenn relevante Zustandsveränderungen, Nebenwirkungen, Zurechnung oder Lernschleifen nicht zuverlässig erkannt und in Entscheidungen zurückgeführt werden.

Begriff im Glossar

Anspruch

Wirkungswahrheit

Preise, Berichte oder politische Aussagen sollen ihre tatsächlichen Wirkungen sichtbar machen, statt zentrale Folgen zu verdecken.

Begriff im Glossar

Mechanismus

Wirkungsrückkopplung

Selbst vorhandene Wirkungsdaten verändern Preise, Steuern, Kapital und Entscheidungen zu wenig. Die WÖk führt Bewertung in Anreize zurück.

Begriff im Glossar

Die Wirkungsökonomie setzt genau hier an: Wirkung sichtbar machen, bewerten und rückkoppeln.

Der Maßstab: SDGs, Agenda 2030 und SDG+

Wirkung braucht Perspektive

Eine Wirkung ist immer auf einen Wirkungsempfänger und einen Wirkungsraum bezogen. Sie kann kurzfristig für einzelne Akteure vorteilhaft sein und langfristig systemisch schädlich wirken. Die Wirkungsökonomie trennt deshalb Einzelwirkung, Systemwirkung und Netto-Wirkung.

Grafik zur Unterscheidung von Wirkungspotenzial, Wirkung, Wirkungsbewertung und Netto-Wirkung.
Die Grafik trennt Möglichkeit, eingetretene Veränderung und Bewertung im Referenzrahmen der WÖk.

Einzelwirkung

Was verändert sich für einzelne Akteure?

Einzelwirkung zeigt, wer unmittelbar profitiert oder belastet wird.

Systemwirkung

Was verändert sich für Ökosysteme, Gesellschaft, Demokratie oder Zukunft?

Systemwirkung macht Rückkopplungen, Nebenwirkungen, Zielkonflikte und langfristige Stabilität sichtbar.

Netto-Wirkung

Welche Wirkung bleibt unter Berücksichtigung positiver und negativer Folgen?

Netto-Wirkung verbindet die Bewertung mit Verteilung, Zeit, Datenqualität, Nebenfolgen und Schutzgrenzen. Ein Zielbezug zu SDGs, Agenda 2030 oder der WÖk-Erweiterung SDG+ allein ist kein Wirkungsnachweis.

Normativer Maßstab

Mensch, Planet und Demokratie.

Positive Wirkung für eine Gruppe darf schwere negative Wirkung auf andere Gruppen, Ökosysteme, Tiere oder demokratische Grundbedingungen nicht einfach ausgleichen.

Prozesslogik

Vom Maßstab zur Entscheidung

Dies ist ein operativer Bewertungs- und Implementierungsworkflow, nicht der kausale Wirkpfad. Er organisiert Prüfaufgaben und Entscheidungen. Schutzgrenzen, Nichtkompensation und Reverse Merit Order gelten dabei durchgehend.

Zehn Schritte von Maßstab und Daten über Scorecard und Schutzregel bis Steuerklasse, Preis und Lernen.
Aus Berichtsdaten werden Bewertungsdaten; aus Bewertungsdaten werden Signale für Steuern, Preise, Kapital und Entscheidungen.
1MaßstabMensch, Planet, Demokratie
2DatenReporting und Produktdaten
3IndikatorenSchwellen und Benchmarks
4ScorecardWirkungsfelder bewerten
5WÖk-Netto-WirkungsindexNetto-Wirkung lesen
6SchutzregelSchaden bleibt sichtbar
7WirkungsklasseAus Bewertung wird Klasse
8SteuerklasseEntlastung oder Belastung
9Steuersatz / PreisBewertung wird ökonomisch
10LernenDaten und Schwellen aktualisieren
1

Maßstab

Mensch, Planet und Demokratie bilden den normativen Rahmen. Die SDGs und die Agenda 2030 geben den global verhandelten Zielrahmen für Mensch und Planet. SDG+ ergänzt Demokratie, Medienqualität, Rechtsstaatlichkeit, Diskursfähigkeit, institutionelles Vertrauen und digitale Selbstbestimmung. Erst daraus leiten sich Wirkungsfelder, Indikatoren und Bewertungen ab.

2

Datenbasis

Vorhandene Daten aus SDGs, CSRD, ESRS, GRI, Lieferketten, Produktdaten und digitalen Produktpässen werden genutzt.

3

Wirkungsfelder

Daten werden Wirkungsfeldern wie Klima, Ressourcen, Arbeit, Gesundheit, Demokratie und Vertrauen zugeordnet.

4

Indikatoren

Aus Daten werden bewertbare Indikatoren mit Bezugsgröße, Datenquelle, Bewertungsrichtung, Schwellenwerten und Benchmarks.

5

Scorecard

Die Bewertung zeigt, wo etwas stärkt und wo es schädigt. Fachlich wird diese strukturierte Bewertung Scorecard genannt.

6

Netto-Wirkung

Der WÖk-Netto-Wirkungsindex verdichtet ein dokumentiertes Netto-Wirkungsprofil. Dabei zählen Datenqualität, Verteilung, Zeit, Nebenfolgen und Wirkungsgrenzen mit. Schwere Schäden dürfen nicht durch gute Werte an anderer Stelle verschwinden.

7

Schutzregel

Nichtkompensation ist das Schutzprinzip: Schwere oder grenzverletzende Schäden dürfen nicht beliebig ausgeglichen werden. Die Reverse Merit Order kann dieses Prinzip operationalisieren, indem das kritischste zentrale Wirkungsfeld oder eine verletzte Wirkungsgrenze die Gesamtbewertung begrenzt. Nicht jedes schwache Detailfeld blockiert automatisch.

8

Wirkungsklasse

Aus Scorecard, Netto-Wirkung und Schutzregel entsteht eine Wirkungsklasse. Sie verdichtet die Bewertung, ohne kritische Felder zu verdecken.

9

Rückkopplung

In der WÖk-Zielarchitektur soll die geprüfte Wirkungsklasse Entscheidungen zu Steuern, Preisen, Förderung, Kapitalzugang und Beschaffung unterstützen. Eine Kennzahl löst keine automatische Steuerentscheidung aus.

10

Governance

WÖk-IDs, Datenqualität und Versionierung unterstützen Vergleichbarkeit und Transparenz. Ein vorgeschlagener Wirkungsrat soll die Methodenprüfung und Weiterentwicklung institutionell absichern.

Gesamtmodell

Die Wirkungsökonomie auf einen Blick

Die vollständige Modellgrafik zeigt, wie aus der Frage nach Wirkung Daten, Bewertung, bessere Anreize und Lernen entstehen.

Gesamtmodell als Übersicht von Begriffen und Aufgaben: tatsächliche Zustandsveränderung, Evidenz, Bewertung, Schutz und Rückkopplung. Die Aufgaben sind keine zeitlichen Stationen eines Wirkpfads; die aktuelle Schichtengrafik oben trennt sie ausdrücklich.
Die Gesamtübersicht bündelt Modellaufgaben, keine reale Chronologie. Für die Unterscheidung von Wirkpfad und Prüfebenen gilt die aktuelle Schichtengrafik oben. Das Modell zeigt die Grundlogik der Wirkungsökonomie: Wirkung wird als tatsächliche Zustandsveränderung verstanden, am Referenzrahmen SDGs, Agenda 2030 und SDG+ bewertet und in Preise, Steuern, Kapital, Haushalte, Management und Entscheidungen zurückgekoppelt.

Bausteine

Die Bausteine des Modells

Die Bausteine folgen dem Lernweg: erst der Maßstab, dann Daten und Bewertung, dann Schutzregel, Rückkopplung und Governance.

Maßstab

Mensch, Planet und Demokratie

Der Maßstab beantwortet die erste Frage: Woran messen wir Erfolg? Wirkung wird danach bewertet, ob sie Menschen stärkt, den Planeten schützt und Demokratie stabilisiert.

Datenbasis

Vorhandene Reporting- und Produktdaten

Die Wirkungsökonomie erfindet nicht alle Daten neu. Sie ordnet vorhandene Daten aus amtlichen Statistiken, CSRD, ESRS, GRI, Produktpässen, Lieferketten, Finanzmarkt- und Risikoanalysen konkreten Wirkungsfragen, Indikatoren und Bewertungsregeln zu. Daten können eine Wirkungsfeststellung oder Bewertung tragen; sie sind für sich allein kein Wirkungsnachweis. Die Quellenlogik steht im Methodikbereich.

Wirkungsbewertung

Scorecards und Indikatoren

Aus Daten werden Indikatoren mit Bezugsgröße, Bewertungsrichtung und Schwellenwerten. Die Scorecard zeigt, wo etwas stärkt und wo es schädigt.

Schutzregel

Schwere Schäden bleiben eine Grenze

Schaden kann nicht durch gute Werte an anderer Stelle versteckt werden. Kinderarbeit bleibt Kinderarbeit - auch bei guter CO₂-Bilanz. Dieses Schutzprinzip heißt Nichtkompensation. Die Reverse Merit Order ist eine mögliche Bewertungslogik dafür: Zentrale kritische Felder oder verletzte Schutzgrenzen begrenzen das Gesamturteil.

Rückkopplung

Steuer, Preis, Kapital und Entscheidung

Die WÖk-Zielarchitektur soll geprüfte Bewertungen in Preise, Steuern, Förderung, Kapitalzugang, Beschaffung und politische Entscheidungen zurückführen. Dafür braucht es transparente Regeln und demokratisch legitimierte Verfahren.

Governance

WÖk-ID, vorgeschlagener Wirkungsrat und Methodenpflege

Die WÖk-ID sorgt dafür, dass Wirkungsindikatoren eindeutig benannt, versioniert und überprüfbar bleiben. Sie ist nicht der Einstieg in die Wirkungsökonomie, sondern ein Instrument für Vergleichbarkeit und Qualität.

Bewertungslogik

Schwere Schäden bleiben eine Grenze

Die Wirkungsökonomie verhindert Schönrechnung. Wenn ein Produkt beim Klima gut abschneidet, aber auf Kinderarbeit beruht, bleibt es schädlich. Wenn ein Unternehmen hohe Gewinne erzielt, aber Demokratie, Gesundheit oder ökologische Grundlagen schwächt, kann diese Wirkung nicht durch einzelne positive Maßnahmen ausgeglichen werden.

Reverse-Merit-Order-Grafik mit Mensch, Planet, Demokratie und Schutzregel gegen Kompensation kritischer Schäden.
Die Schutzregel verhindert Schönrechnung: Kritische Schäden bleiben sichtbar.
Feld
Beispiel und Bewertung
Klima
CO₂, Energie, Emissionen - positiv bis negativ
Ressourcen
Wasser, Material, Kreislauf - positiv bis negativ
Arbeit und Fairness
Löhne, Sicherheit, Rechte - positiv bis negativ
Gesundheit und Sicherheit
Schadstoffe, Risiken, Schutz - positiv bis negativ

Datenbasis

Die Wirkungsökonomie erfindet nicht alle Daten neu.

Sie baut auf vorhandenen und entstehenden Daten auf: SDGs als globaler Zielrahmen, CSRD und ESRS als europäische Berichtsdaten, GRI als etablierter Reportingstandard, digitale Produktpässe als produktbezogene Datenbasis, Lieferkettendaten, Produktdaten sowie Finanzmarkt- und Risikodaten. Die konkrete Quellen- und Mappinglogik ist auf der Seite Datenbasis und Methodik dokumentiert.

Die Kernaussage: Die Wirkungsökonomie ordnet vorhandene Daten Wirkungsfragen, Indikatoren und Bewertungsregeln zu. Daten können eine Wirkungsfeststellung oder Bewertung tragen; sie sind für sich allein kein Wirkungsnachweis. Ob daraus Entscheidungen folgen, verlangt eine gesonderte Prüfung und legitimierte Verfahren.

Zurückwirken

Aus Bewertung soll Entscheidung werden

Vorgeschlagene Zielarchitektur: Ab hier beschreibt die Seite die Zielarchitektur der Wirkungsökonomie. Wirkungssteuern, ein Wirkungsrat und weitere institutionelle Elemente sind WÖk-Konzepte und kein derzeit geltendes Steuer- oder Institutionensystem.

Preise

Wirkung wird marktwirksam

In der WÖk-Zielarchitektur sollen belegte Schäden und Nutzen stärker in Preise eingehen. Ob und wie sich ein Preis verändert, hängt von geprüften Regeln und deren Umsetzung ab.

Steuern

Steuern wirkungsbezogen gestalten

Vorgeschlagene Wirkungssteuern sollen geprüfte Wirkungsbewertungen berücksichtigen. Sie sind kein geltendes Recht; dafür wären demokratisch beschlossene gesetzliche Grundlagen nötig.

Kapital

Investition folgt Netto-Wirkung

Investitionsentscheidungen sollen sich stärker an belastbarem Potenzial für positive Netto-Wirkung orientieren. Risiken und Unsicherheit bleiben sichtbar.

Politik

Maßnahmen werden überprüfbar

Maßnahmen werden nicht nur angekündigt, sondern an Wirkung überprüft.

SDG+ Medien & Demokratie

Wirkung politischer Sprache

Politische Sprache erzeugt Wirkungspotenziale. Die Narrativanalyse untersucht, wie Frames Resonanzräume öffnen und Vertrauen, Angst, Spaltung oder demokratische Stabilität beeinflussen können. Das ist noch kein Nachweis eingetretener Wirkung.

Zur Narrativanalyse

Reporting

Berichte zeigen Daten. Die WÖk fragt nach Entscheidungsfolgen.

Berichte machen sichtbar, was erhoben wurde. Die WÖk-Zielarchitektur soll geprüfte Erkenntnisse in Entscheidungen zurückführen - gegebenenfalls in Preise, Steuern und Investitionen. Daten allein ändern keine Regeln.

Klassisches Reporting

Dokumentieren und erklären

Dokumentiert, erklärt, kommuniziert und bleibt häufig folgenlos.

Wirkungsökonomie

Bewerten und Entscheidungen verändern

Verbindet Bewertung mit vorgeschlagenen Rückkopplungsregeln für Entscheidungen, Preise, Steuern und Kapital. Diese Regeln müssen legitimiert, überprüft und lernfähig sein.

Instrumente

Instrumente im Detail

Nächster Schritt

Das Modell wird sichtbar, wenn es angewendet wird.

Die Wirkungsökonomie bleibt nicht bei Begriffen stehen. Zwei Wege führen weiter: die Abgrenzung zu anderen Modellen und die Anwendung im Alltag.

Lernpfad · Einordnung

Worin sich die WÖk unterscheidet

Abgrenzung zu Gemeinwohlökonomie, Donut-Ökonomie und Mission Economy: gleiche Fragen, anderer Mechanismus.

Zum Vergleich

Praxis

Im Alltag anwenden

Scorecards, WÖk-Netto-Wirkungsindex, Workflow und weitere Werkzeuge machen das Modell praktisch nutzbar.

Zu den Werkzeugen

Außerdem: Wirkungsfelder ansehen

Bestehende Staatsarchitektur und WÖk-Ergänzung

Deutschland prüft Folgen bereits - aber mit unterschiedlichen Verfahren je nach Entscheidungstyp.

Für Bundesregelungsvorhaben bilden GGO, Gesetzesfolgenabschätzung, Nachhaltigkeitsprüfung und eNAP/eGFA eine institutionalisierte Prüfarchitektur. § 43 GGO umfasst unter anderem Ziel und Notwendigkeit, Sachverhalt und Erkenntnisquellen sowie andere Lösungsmöglichkeiten; § 44 GGO beabsichtigte Wirkungen, unbeabsichtigte Nebenwirkungen und Angaben zur späteren Überprüfung. Für finanzwirksame Maßnahmen verlangt § 7 BHO angemessene Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen. Die VV-BHO zu § 7 konkretisiert für Planung und Erfolgskontrolle unter anderem Ausgangslage und Bedarf, hinreichend konkrete Ziele und Zielkonflikte, Lösungsvergleich sowie Zielerreichungs-, Wirkungs- und Wirtschaftlichkeitskontrolle. Die Wirkungskontrolle fragt nach dem ursächlichen Beitrag und bezieht beabsichtigte und unbeabsichtigte Wirkungen sowie Risiken ein. Die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie (DNS), KSG § 13, KAnG § 8 und sektorale Evaluationsregime bilden weitere, nur bei sachlicher Anwendbarkeit heranzuziehende Schichten.

Die Wirkungsökonomie ersetzt diese Architektur nicht. Sie ergänzt sie um eine durchgängig objektspezifische Verbindung von Problemprüfung, Zielprüfung, expliziten Wirkpfaden (A→M→ΔZ→R), Wirkungen erster bis dritter Ordnung und Kaskaden, Verteilung und Resilienz, Gegenfaktum und Zurechnung, Omissions-/Delivery-/Kohärenzprüfung, strukturiertem Optionsvergleich unter denselben Ziel- und Schutzräumen, Nichtkompensation harter Schutzgrenzen sowie wiederholbarem Reality Check und versionierter Lernschleife.

Ein Bezug zu DNS, SDGs oder Indikatoren ist dabei eine Ziel- und Referenzinformation - kein automatischer Kausalitätsnachweis. Indikator ist nicht Wirkung, Output ist nicht Outcome und Beobachtung ist nicht Zurechnung.

Zur WÖk-Methodik · Zu Daten- und Quellenfunktionen · BHO § 7 · VV-BHO zu § 7 · BMF-Rahmen zwoH

Materialität statt Rechtsform

Warum prüft die WÖk nicht nur Gesetze?

Weil Wirkung nicht an der Rechtsform hängt. Ein Förderprogramm, eine Garantie, eine Infrastrukturinvestition, eine Beschaffungsentscheidung, eine Strategie, eine Verwaltungsentscheidung oder ein langfristiger Vertrag kann größere und längerfristigere Zustandsveränderungen auslösen als manches Gesetz. Deshalb fragt die WÖk zuerst, ob eine staatliche Entscheidung materiell genug für eine systematische Wirkungsprüfung ist. Erst danach wird geklärt, welcher staatliche Prüfrahmen für genau diesen Objekttyp und diese Zuständigkeit gilt.

Deutschland prüft Folgen bereits - aber mit unterschiedlichen Verfahren je nach Entscheidungstyp. Für Bundesgesetze und -verordnungen sind GGO §§ 43/44, Gesetzesfolgenabschätzung, Nachhaltigkeitsprüfung und eNAP/eGFA besonders formalisiert. Für alle finanzwirksamen Maßnahmen verlangt § 7 BHO angemessene Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen; § 7 Absatz 2 BHO verankert dabei ausdrücklich diese Pflicht und die Berücksichtigung der Risikoverteilung. Die VV-BHO konkretisiert Planung, Lösungsvergleich und Erfolgskontrolle einschließlich Zielerreichungs-, Wirkungs- und Wirtschaftlichkeitskontrolle. Die Ziel- und Wirkungsorientierung des Bundeshaushalts (zwoH) entwickelt diese Haushaltsarchitektur weiter.

Die DNS 2025 bezieht auch Strategien, Programme, Ressortaktivitäten und Verwaltungspraxis ein. KSG § 13, KAnG § 8 sowie Vergabe-, Beteiligungs- und Fachrechtsregeln gelten nur, wenn der jeweilige Gegenstand ihren Anwendungsbereich erfüllt. Außerhalb der Bundesrechtsetzung wird keine allgemeine eNAP-Pflicht behauptet. Eine fehlende öffentliche Dokumentation beweist weder fehlende Prüfung noch fehlende Alternativen oder Ex-post-Kontrolle.

Die WÖk legt darüber einen einheitlichen materialitätsbasierten Wirkungsmaßstab. Sie weist für jedes Objekt zuerst den anwendbaren staatlichen Prüfrahmen und dessen öffentlichen Dokumentationsstand aus. Danach zeigt sie unabhängig Konvergenz, zusätzliche Befunde oder begründete Abweichungen entlang derselben Problem-, Ziel-, Wirkpfad-, Options- und Reality-Check-Kette.

Entscheidungen staatseigener oder staatlich dominierter Unternehmen bleiben als Unternehmensentscheidung von Eigentümerrolle, politischer Begleitung und belegbarer staatlicher Zurechnung getrennt. Staatliches Eigentum allein macht eine Unternehmensentscheidung weder zur Ministeriumsentscheidung noch zu einem GGO-/eNAP-pflichtigen Regelungsvorhaben.

GGO §§ 43/44/62 · BHO § 7 · VV-BHO zu § 7 · BMF-Rahmen zwoH · KSG § 13 · KAnG § 8 · Amtliche Quellen und ihre Funktion