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WÖk-Begriffsleitfaden führend v1.7

Maßgebliche Sprachreferenz der Wirkungsökonomie

redaktionsgrundlageführendNiveau: fortgeschritten

Kurz gesagt

Führende Sprach- und Methodenreferenz v1.7: staatliche Prüfrahmen objektspezifisch einordnen, Wirkungsrelevanz statt Rechtsform anwenden und den WÖk-Zusatznutzen additiv bestimmen.

Was dich erwartet

Ein verbindlicher Referenzrahmen für konsistente WÖk-Sprache mit DNS/GGO/GFA/eNAP, § 7 BHO/VV-BHO, anwendbaren Fachrahmen, Problem Review, Goal Review, Wirkpfad, Gegenfaktum, Attribution, Zwei-Ebenen-Registerarchitektur, Nichtkompensation und Reality Check.

Welche Fragen beantwortet das Dokument?

  • Welcher staatliche Prüfrahmen gilt für welchen Gegenstand?
  • Was leisten DNS, GGO/GFA/eNAP und BHO/VV-BHO bereits?
  • Was ergänzt die WÖk spezifisch?
  • Wie werden MasterItem, Indikator, Beobachtung, Wirkung und Attribution getrennt?

Für wen geeignet?

Redaktion, Fachöffentlichkeit, Akademie

Was dieses Dokument nicht ist

Dieses Dokument ist keine Personenbewertung, keine automatische Entscheidung und keine Rechts-, Steuer-, Kredit-, Förder-, Versicherungs- oder Anlageberatung. Modellhafte Aussagen sind nicht amtlich.

Inhaltsüberblick

Begriffe, Glossar, Sprachregelwerk, DNS, GFA, eNAP, BHO, VV-BHO, Wirkungsrelevanz, Objektspezifische Prüfarchitektur, Problem Review, Goal Review, Masterregister, Wirkindikatorenregister, Reality Check

Onlinefassung

Führender Begriffsleitfaden der Wirkungsökonomie

Version 1.7 · Stand 21. August 2026 · Führendes Referenzdokument

Autorin: Natalie Weber

Geltung: für künftige Website-, Portal-, Akademie-, Instituts-, Buch-, Blog-, Social-Media-, Tool-, Daten- und Projektinhalte der Wirkungsökonomie.

Leitformel

Wirkung ist die tatsächliche Veränderung von Zuständen. Sie ist neutral und relational. Die Wirkungsökonomie ermittelt, bewertet und koppelt Wirkung so zurück, dass positive Netto-Wirkung für Mensch, Planet und Demokratie entscheidungsrelevant wird.

Diese Version ersetzt Version 1.6 als führende begriffliche Arbeitsgrundlage. Ältere Fassungen bleiben als historische, zitierfähige Entwicklungsstände erhalten. Im Widerspruchsfall gilt für neue Inhalte Version 1.7.

Direkte Basis dieser Fassung ist Version 1.6 vom 21. August 2026. Version 1.7 ist kein Neuaufbau, sondern ein geprüftes Delta auf Version 1.6. Alle Festlegungen aus Version 1.4 bleiben erhalten, soweit sie in der nachfolgenden Supersessionsliste nicht ausdrücklich präzisiert oder ersetzt werden.

Dokumentenstatus und Änderungskern

Status

FeldFestlegung
DokumenttypFührender Begriffs-, Methoden- und Redaktionsleitfaden
Version1.7
Stand21. August 2026
AutorinNatalie Weber
GeltungsbereichWirkungsoekonomie.de einschließlich öffentlicher Portale, Akademie, Institut, Apps, Glossar, Bibliothek, Methoden- und Toolseiten sowie neue Veröffentlichungen
VorrangBei neuen Inhalten vor älteren Begriffsverwendungen. Historische Quellen werden nicht rückwirkend umgeschrieben, aber als älterer Stand gekennzeichnet.

Entwicklungslinie bis Version 1.4

  • Version 1.1: Nachhaltigkeit als langfristige Wirkungsresilienz des gekoppelten Systems Mensch-Planet-Demokratie präzisiert; Resilienz, Systemresilienz, Wirkungsresilienz, Regimeresilienz sowie Rückstell- und Regenerationsmechanismen geordnet.
  • Version 1.2: Resilienzsystematik geschärft; Stabilitätslandschaft, Rückstellfähigkeit und Dämpfungsfähigkeit getrennt; Latitude, Resistance, Precariousness, Panarchy, Adaptability und Transformability fachlich eingeordnet.
  • Version 1.3: Nachhaltigkeit als langfristig gesicherte Wirkungsresilienz präzisiert; IPCC-kompatible Resilienzdefinition, Begriffshierarchie und acht Analysebausteine verbindlich ergänzt.
  • Version 1.4: Vorwirkung, Wirkungspotenzial, Wirkungsrisiko, Wirkmechanismus, Evidenz, Bewertung, Nichtkompensation, Transformation und Rückkopplung verbindlich getrennt. Die damalige Einordnung von IOOI wird mit Version 1.5 gezielt korrigiert.

Changelog Version 1.7

  • Wirkungsrelevanz statt Rechtsform wird als WÖk-Scope-Prinzip eingeführt, ohne staatliche Anwendungsbereiche zu verwischen.
  • § 7 BHO und die VV-BHO werden als bestehender Ex-ante-/Ex-post-Rahmen für finanzwirksame Maßnahmen anerkannt; zwoH wird als aktuelle Weiterentwicklung eingeordnet.
  • GGO/GFA/eNAP, BHO/VV-BHO sowie KSG/KAnG werden objektspezifisch getrennt.
  • Der STATE_ASSESSMENT_BENCHMARK wird als generische Transparenzschicht eingeführt; STATE_GFA_ENAP_BENCHMARK bleibt der Regelungsvorhaben-Untertyp.
  • Staatliches Eigentum, Steuerung, Mandat und Attribution werden bei öffentlichen Unternehmen getrennt belegt.

Changelog Version 1.5

  • IOOI wird korrekt als externe, optionale Results-Chain-Methode eingeordnet. Es ist weder Grundmodell noch notwendiger Bestandteil der Wirkungsökonomie.
  • Das Akronym wird korrigiert: IOOI steht für Input, Output, Outcome und Impact. Aktivität kann als zusätzliche Prozessstufe dargestellt werden, gehört aber nicht zum Akronym.
  • Die WÖk-Wirkungsarchitektur wird als eigenständiges Gesamtsystem in sechs Modulen beschrieben: Vorwirkung, Wirkungsermittlung, Evidenz und Zurechnung, Bewertung, Schutz und Systemprüfung sowie Rückkopplung und Lernen.
  • Wirkungsermittlung, Wirkungsfeststellung, Wirkungsnachweis, Wirkungsbewertung und Wirkungszurechnung werden schärfer getrennt.
  • Neutral, ambivalent und offen beziehungsweise nicht ausreichend bewertbar werden verbindlich unterschieden.
  • Nichtkompensation wird präzisiert: Zielkonflikte können abgewogen werden; vorab begründete Wirkungsgrenzen nicht.
  • Wirkungsrad, Wirkungskreislauf und Wirkungsradar werden neu und websitekonsistent abgegrenzt. Ein Spinnennetzdiagramm heißt künftig Wirkungsprofil im Radardiagramm.
  • Wirkungswissenschaften, Wirkungsforschung, Wirkungsökonomie, WÖMM, WÖMS, Werkzeuge und externe Anschlussmethoden werden in einer gemeinsamen Systemhierarchie geordnet.
  • Der Leitfaden enthält erstmals eine websiteweite Migrationsmatrix für Glossar, Verstehen-Seiten, Methoden, Wirkungsradar, Akademie, Parlament-Portal, Metadaten und interne Redaktionsquellen.

Explizite Präzisierungen gegenüber Version 1.4

Festlegung aus v1.4Festlegung ab v1.5
IOOI wurde als Wirkpfad innerhalb der WÖk-Gesamtarchitektur dargestellt.IOOI ist eine externe, optionale Results-Chain-Methode. Ein WÖk-Wirkungspfad kann einen IOOI-kompatiblen Abschnitt enthalten, ist aber nicht durch IOOI definiert.
„IOOI steht für Input, Aktivität, Output, Outcome und Impact.“IOOI steht für Input, Output, Outcome und Impact. Aktivität kann als zusätzliche Prozessstufe zwischen Input und Output ergänzt werden.
Wirkungsradar wurde eng als Spinnennetzdiagramm definiert.Wirkungsradar bezeichnet das etablierte WÖk-Orientierungs- und Analyseinstrument beziehungsweise Website-Portal. Die Spinnennetzgrafik heißt „Wirkungsprofil im Radardiagramm“.
Reverse Merit Order und Nichtkompensationsprinzip wurden häufig als Doppelbegriff geführt.Nichtkompensation ist das Schutzprinzip; Reverse Merit Order ist eine Bewertungslogik, die dieses Prinzip operationalisieren kann. Beide bleiben eng verbunden, werden aber begrifflich getrennt.
Neutralität konnte bei knapper Darstellung mit fehlender Evidenz verwechselt werden.Neutral, ambivalent und offen/nicht ausreichend bewertbar werden strikt getrennt.

Alle übrigen Kernfestlegungen der Version 1.4 - insbesondere die Resilienzsystematik, Wirkungszurechnung, Zurechnung ohne Scheingenauigkeit, Wirkungsgrenzen und die Trennung von Wirkung und Bewertung - werden fortgeführt.

Korrektur gegenüber Version 1.4

Die Wirkungsökonomie wird nicht mehr als Erweiterung von IOOI dargestellt. IOOI kann eine begrenzte Teilfrage innerhalb der Wirkungsermittlung strukturieren. Die WÖk selbst beginnt früher, reicht weiter und schließt Bewertung, Schutzregeln, Systemwirkung, Transformation, Governance und Rückkopplung ein.

Inhalt

  • 0a. Ergänzung v1.7: Wirkungsrelevanz und objektspezifische staatliche Prüfarchitektur
  • 0b. Ergänzung v1.6: Staatliche Nachhaltigkeits- und Folgenprüfungsarchitektur
  • 1. Zweck, Geltung und Quellenhierarchie
  • 2. Kurzformeln und Grundregeln
  • 3. System- und Begriffshierarchie
  • 4. Referenzrahmen: SDGs, Agenda 2030, SDG+ und Mensch - Planet - Demokratie
  • 5. Die vollständige WÖk-Wirkungsarchitektur
  • 6. Evidenz, Unsicherheit und Zurechnung
  • 7. IOOI und andere Anschlussmethoden
  • 8. Nachhaltigkeit, Resilienz und Wirkungsresilienz
  • 9. Begriffsgovernance für Website, Glossar und Daten
  • 10. Verbindliche Definitionen
  • 11. Begriffe, die nicht verwechselt werden dürfen
  • 12. Sprachregeln nach Anwendungsfeld
  • 13. Führende Mini-Definitionen
  • 14. Prüfcheckliste
  • 15. Website-Audit und Migrationsmatrix
  • 16. Quellen- und Prüfgrundlage

Ergänzung v1.7: Wirkungsrelevanz und objektspezifische staatliche Prüfarchitektur

Änderungskern

Version 1.7 schließt die nach v1.6 sichtbar gewordene Lücke zwischen Rechtsetzung und anderen Formen materiell relevanten staatlichen Handelns. Die Präzisierung behauptet keine Prüfleere. Sie ordnet vielmehr die unterschiedlichen staatlichen Verfahren nach ihrem tatsächlichen Anwendungsbereich und bestimmt darauf aufbauend den WÖk-Prüfumfang.

  • Wirkungsrelevanz bestimmt den möglichen WÖk-Prüfgegenstand; die Rechtsform bestimmt weiterhin Zuständigkeit, Verfahren und anwendbaren staatlichen Prüfrahmen.
  • Deutschland prüft Wirkungen durch unterschiedliche, objektspezifische Rechts-, Verfahrens-, Haushalts- und Fachrahmen.
  • GGO/GFA/Nachhaltigkeitsprüfung/eNAP sind besonders für Bundesregelungsvorhaben relevant und werden nicht pauschal auf jede staatliche Handlung übertragen.
  • § 7 Absatz 2 BHO verlangt für alle finanzwirksamen Maßnahmen angemessene Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen.
  • Die VV-BHO konkretisiert Wirtschaftlichkeitsuntersuchung und Erfolgskontrolle. Sie unterscheidet Zielerreichungs-, Wirkungs- und Wirtschaftlichkeitskontrolle; die Wirkungskontrolle fragt nach Ursächlichkeit und beabsichtigten wie unbeabsichtigten Wirkungen.
  • Die ziel- und wirkungsorientierte Haushaltsführung des Bundes (zwoH) entwickelt die Haushaltsarchitektur mit einheitlichen Zielen, Indikatoren, Controlling und Erfolgskontrollen weiter.
  • § 13 KSG und § 8 KAnG bilden weitere Prüf- und Berücksichtigungsrahmen, soweit ihr jeweiliger Anwendungsbereich eröffnet ist.
  • Der STATE_ASSESSMENT_BENCHMARK dokumentiert je Entscheidungsobjekt den anwendbaren staatlichen Rahmen und den öffentlich belegten Prüfstand. Der bestehende GFA-/eNAP-Benchmark bleibt sein Regelungsvorhaben-Untertyp.
  • Die Existenz einer Regel ist nicht automatisch der öffentliche Nachweis ihrer Anwendung im Einzelfall.
  • Öffentliches Eigentum allein macht eine Unternehmensentscheidung nicht zur Regierungsentscheidung.

20-Sekunden-Erklärung

Der Staat prüft nicht jedes Vorhaben mit demselben Instrument. Für Gesetze gelten vor allem GGO, GFA und Nachhaltigkeitsprüfung; bei finanzwirksamen Maßnahmen greifen § 7 BHO und die VV-BHO; Fachgesetze können weitere Pflichten hinzufügen. Die WÖk prüft zusätzlich alle materiell relevanten Gegenstände mit einer gemeinsamen Wirkungskette. Zuerst wird aber immer geklärt, welcher staatliche Rahmen für genau diesen Gegenstand wirklich gilt.

Verbindliche Begriffe

Wirkungsrelevanz statt Rechtsform

Wirkungsrelevanz statt Rechtsform ist das WÖk-Prinzip, Prüfgegenstände nach ihrer möglichen materiellen Zustandsveränderung auszuwählen. Gesetze, Rechtsverordnungen, Strategien, Programme, Förderungen, Garantien, Investitionen, Beschaffung, Infrastruktur- und Verwaltungsentscheidungen können deshalb WÖk-Prüfgegenstände sein. Das Prinzip ersetzt weder Zuständigkeit noch Rechtsprüfung und erzeugt keine neue staatliche Pflicht.

Objektspezifische staatliche Prüfarchitektur

Dieser Begriff bezeichnet die unterschiedlichen staatlichen Prüf-, Kontroll- und Berücksichtigungsrahmen, die je nach Handlungsobjekt gelten. Vor jeder WÖk-Analyse sind mindestens Handlungsform, Zuständigkeit, Rechtsraum, materieller Gegenstand, anwendbares Verfahren, Dokumentationsstand und spätere Kontrolle festzustellen. Bundes-GGO/eNAP dürfen nicht auf Länder, EU oder andere Handlungsformen übertragen werden.

§ 7 Bundeshaushaltsordnung

§ 7 BHO verankert Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit. Absatz 2 verlangt für alle finanzwirksamen Maßnahmen angemessene Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen und die Berücksichtigung der Risikoverteilung. Die BHO ist damit ein eigener objektspezifischer staatlicher Prüfrahmen. Sie ist weder GGO noch DNS oder eNAP.

Wirtschaftlichkeitsuntersuchung nach VV-BHO

Die VV zu § 7 BHO konkretisieren die Untersuchung in der Planungsphase. Ziele, Lösungsmöglichkeiten, relevante Wirkungen, Kosten, Nutzen, Risiken, Zeitbezug und Annahmen sind angemessen zum Gegenstand zu untersuchen. Ob und in welcher Tiefe dies öffentlich dokumentiert ist, bleibt eine fallbezogene Evidenzfrage.

Erfolgskontrolle nach VV-BHO

Die Erfolgskontrolle ist ein systematisches Prüfverfahren während oder nach einer finanzwirksamen Maßnahme. Sie ist vom laufenden Monitoring zu unterscheiden und umfasst grundsätzlich Zielerreichungskontrolle, Wirkungskontrolle und Wirtschaftlichkeitskontrolle.

Wirkungskontrolle nach VV-BHO

Die Wirkungskontrolle prüft, ob die finanzwirksame Maßnahme für die Zielerreichung ursächlich war. Sie erfasst beabsichtigte und unbeabsichtigte Wirkungen einschließlich eingetretener Risiken. Zielerreichung allein bleibt deshalb auch innerhalb dieses staatlichen Rahmens von der Zurechnung getrennt.

Objektspezifischer staatlicher Prüfbenchmark (STATE_ASSESSMENT_BENCHMARK)

Der objektspezifische staatliche Prüfbenchmark ist eine WÖk-Transparenzschicht, kein amtliches Einheitsverfahren und keine Bewertungsmaschine. Für eine konkrete staatliche Entscheidung dokumentiert er getrennt:

  1. anwendbare staatliche Prüfrahmen (applicable_state_frameworks),
  1. staatliche Problem- oder Bedarfsprüfung (state_problem_or_need_assessment),
  1. staatlichen Optionsvergleich (state_option_comparison),
  1. staatliche Ex-ante-Folgenprüfung (state_ex_ante_effect_assessment),
  1. staatliche Erfolgs- oder Wirkungskontrolle (state_success_or_effect_control),
  1. staatliche Zurechnungsmethode (state_attribution_method) und
  1. öffentlichen Dokumentationsstand (public_documentation_status).

Erst danach werden die amtlich dokumentierte Prüfung und die unabhängige WÖk-Vollkette verglichen. Konvergenz, zusätzliche WÖk-Befunde und begründete Abweichungen bleiben getrennt. Fehlende öffentliche Unterlagen werden als öffentlich nicht belegt ausgewiesen und niemals automatisch als nicht geprüft behandelt.

GFA-/eNAP-Benchmark als Regelungsvorhaben-Untertyp

Der bestehende STATE_GFA_ENAP_BENCHMARK bleibt für geeignete Bundesregelungsvorhaben erhalten. Er ist der spezialisierte Untertyp des objektspezifischen staatlichen Prüfbenchmarks und dokumentiert insbesondere GFA, Nachhaltigkeitsprüfung, DNS-/SDG-Bezüge sowie den öffentlich belegbaren eNAP-/eGFA-Stand. Aus ihm werden weder WÖk-Wirkungsrichtung noch DNS-Mapping oder Empfehlung automatisch erzeugt.

Zuordnung nach Gegenstand

GegenstandStaatlicher Rahmen, soweit anwendbarWas nicht daraus folgt
Entwurf eines BundesgesetzesGGO §§ 43/44, GFA, Nachhaltigkeitsprüfung, eNAP/eGFAkein automatischer Kausalitätsnachweis und kein Beleg eines öffentlichen eNAP-Rohexports
Entwurf einer BundesrechtsverordnungGGO § 62 in Verbindung mit einschlägigen Rechtsetzungsregelnkeine pauschale Übertragung auf sonstiges Verwaltungshandeln
Finanzwirksame Maßnahme des Bundes§ 7 BHO und VV-BHO; Wirtschaftlichkeitsuntersuchung und Erfolgskontrollekeine universelle eNAP-Pflicht und kein vollständiger WÖk-Befund
Planung, Investition oder Beschaffung mit Klimabezug§ 13 KSG, soweit anwendbarkeine allgemeine Prüfung aller Wirkungsdimensionen allein aus dem KSG
Planung oder Entscheidung mit Klimaanpassungsbezug§ 8 KAnG, soweit anwendbarkeine pauschale Übertragung außerhalb des gesetzlichen Anwendungsbereichs
Strategie oder ProgrammDNS- und ressortspezifische Governance, Kabinett- und Fachrahmen, gegebenenfalls Haushalts- und Förderrechtkein einheitliches Verfahren allein aus der Bezeichnung Strategie oder Programm
Entscheidung eines Unternehmens mit staatlicher BeteiligungGesellschafts-, Beteiligungs- und gegebenenfalls Fachrahmen; konkrete staatliche Rolle gesondert belegenkeine automatische Attribution zur Regierung allein wegen öffentlichen Eigentums

Einheitliche WÖk-Kette nach der Anwendungsprüfung

Erst nach Feststellung des objektspezifischen staatlichen Rahmens wird die gemeinsame WÖk-Kette angewandt:

  1. Fact / Source und Entscheidungsobjekt,
  1. anwendbare staatliche Referenz- und Prüfarchitektur,
  1. Problem Review,
  1. Goal Review,
  1. A → M → ΔZ → R einschließlich System- und Kaskadenwirkungen,
  1. Gegenfaktum, Attribution, Evidenz und Unsicherheit,
  1. gemeinsame Ziele, Rechte, Schutzgrenzen und Nichtkompensation,
  1. symmetrischer Optionsvergleich,
  1. Verteilung, Resilienz, Material Omissions, Delivery, Ressourcen und Policy Coherence,
  1. EvidenceEvents, Reality Check, Falsifikation und versioniertes Lernen.

Der WÖk-Zusatznutzen beruht auf dieser durchgängigen Verbindung über unterschiedliche Objekttypen hinweg - nicht auf der Behauptung, staatliche Stellen hätten Folgen-, Alternativen- oder Wirkungskontrolle erstmals durch WÖk kennengelernt.

Amtliche Primärquellen für diese Ergänzung

  • WÖK-Q-9029: Gemeinsame Geschäftsordnung der Bundesministerien, insbesondere §§ 43, 44 und 62.
  • WÖK-Q-9034: E-Gesetzgebung, eGFA und eNAP.
  • WÖK-Q-9046: Bundes-Klimaschutzgesetz, § 13.
  • WÖK-Q-9047: Bundes-Klimaanpassungsgesetz, § 8.
  • WÖK-Q-9048: Bundeshaushaltsordnung, § 7.
  • WÖK-Q-9049: Allgemeine Verwaltungsvorschriften zur BHO, VV zu § 7.
  • WÖK-Q-9050: Bundesministerium der Finanzen, ziel- und wirkungsorientierte Haushaltsführung (zwoH).

Redaktions- und Qualitätsregeln ab v1.7

  • Keine pauschale Behauptung, nichtlegislatives staatliches Handeln werde keiner formalen Wirkungs-, Wirtschaftlichkeits- oder Erfolgskontrolle unterzogen.
  • Den anwendbaren staatlichen Prüfrahmen je Objekttyp und Rechtsraum bestimmen und belegen.
  • GGO/GFA/eNAP, BHO/VV-BHO und Fachgesetze nicht zu einem universellen Einheitsverfahren verschmelzen.
  • Staatliche Ex-ante-Prüfung, Monitoring, Erfolgskontrolle, Wirkungskontrolle und unabhängigen WÖk-Reality-Check getrennt ausweisen.
  • Für geeignete Gegenstände zuerst den STATE_ASSESSMENT_BENCHMARK füllen; den STATE_GFA_ENAP_BENCHMARK nur als Regelungsvorhaben-Untertyp verwenden.
  • Die Existenz einer Prüfpflicht nicht automatisch als Nachweis ihrer Anwendung oder öffentlichen Dokumentation behandeln.
  • Eigentum, politische Flankierung, Steuerung, Mandat, Entscheidung und Attribution bei öffentlichen Unternehmen getrennt belegen.
  • Glossar, Quellenarchiv, Hauptwebsite, Parlament-Portal, Akademie und künftige Publikationen müssen diese Begriffe und Trennungen konsistent verwenden.

Versionsdelta v1.6 → v1.7

Version 1.6 bleibt als historische, zitierfähige Fassung erhalten. Version 1.7 ergänzt ausschließlich die nachträglich erkannte Querschnittslücke zu materiell relevantem staatlichem Handeln außerhalb einer ausschließlich rechtsetzungsbezogenen Darstellung. Die 621 IDs des WÖk-Masterregisters v1.5 bleiben unverändert; diese Leitfadenpräzisierung erzeugt keine neuen MasterItems und keine ungeprüften Wirkungszuordnungen.

Ergänzung v1.6: Staatliche Nachhaltigkeits- und Folgenprüfungsarchitektur

Änderungskern

Version 1.6 korrigiert die Einordnung staatlicher Nachhaltigkeits- und Folgenprüfung und trennt die Wirkungsontologie von der Mess- und Beobachtungsontologie. Sie führt keine neue Behauptung ein, der Staat prüfe bislang keine Wirkungen. Sie macht den zusätzlichen Beitrag der Wirkungsökonomie präzise und überprüfbar.

  • Deutschland verfügt bereits über eine institutionalisierte Architektur aus Deutscher Nachhaltigkeitsstrategie, Zielen und Indikatoren, ressortübergreifender Governance, Gesetzesfolgenabschätzung, Nachhaltigkeitsprüfung, eNAP/eGFA, Monitoring, Evaluation und parlamentarischer Begleitung.
  • Die Wirkungsökonomie ersetzt diese Architektur nicht. Sie ergänzt sie um eine durchgängige objektspezifische Problem-, Ziel-, Wirkpfad-, Gegenfaktum-, Options-, Reality-Check- und Lernarchitektur.
  • Problem Review steht vor Goal Review. Goal Review steht vor Empfehlung.
  • Zielbezug ist kein Kausalitätsnachweis. Indikator ist nicht Wirkung. Output ist nicht Outcome. Beobachtung ist nicht Attribution.
  • Fehlende öffentlich zugängliche eNAP-Dokumentation bedeutet „öffentlich nicht belegt“ und niemals automatisch „nicht geprüft“.
  • Masterregister und Wirkindikatorenregister werden als zwei verbundene, aber getrennte Registerebenen geführt.

20-Sekunden-Erklärung

Der Bund prüft bereits, warum eine Regelung nötig sein soll, welche Folgen und Nebenwirkungen sie haben kann und wie sie zur Nachhaltigkeitsstrategie passt. eNAP hilft bei der Nachhaltigkeitsprüfung. Die WÖk setzt nicht an die Stelle dieser Verfahren. Sie verbindet deren Befunde mit einer strengeren Kette: Problem prüfen, Ziel prüfen, Wirkmechanismus erklären, echte Optionen vergleichen, tatsächliche Veränderung beobachten, Zurechnung prüfen und bei falschen Annahmen nachsteuern.

Verbindliche Begriffe

Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie (DNS)

Die DNS ist der nationale Ziel-, Management-, Governance- und Monitoringrahmen zur Umsetzung der Agenda 2030 in Deutschland. Sie ist kein Gesetz. DNS-Ziel, DNS-Indikator, politische Maßnahme, Wirkungsanalyse und Kausalitätsnachweis sind unterschiedliche Dinge.

Gemeinsame Geschäftsordnung der Bundesministerien (GGO)

Die GGO ist die gemeinsame Verwaltungsvorschrift für die Arbeit der Bundesministerien. Für die Folgen- und Nachhaltigkeitsprüfung sind besonders §§ 43 und 44 wichtig: § 43 strukturiert die Gesetzesbegründung einschließlich Ziel, Notwendigkeit, Sachverhalt, Erkenntnisquellen und Alternativen; § 44 regelt Gesetzesfolgen, beabsichtigte Wirkungen, unbeabsichtigte Nebenwirkungen, Nachhaltigkeitsbezug und spätere Überprüfung. Die GGO ist weder die DNS noch eNAP und auch keine WÖk-Methode.

Gesetzesfolgenabschätzung (GFA)

Die Gesetzesfolgenabschätzung des Bundes ist in der Gemeinsamen Geschäftsordnung der Bundesministerien verankert. §§ 43 und 44 GGO verlangen unter anderem Zielsetzung und Notwendigkeit, Sachverhalt und Erkenntnisquellen, andere Lösungsmöglichkeiten, wesentliche Auswirkungen, beabsichtigte Wirkungen, unbeabsichtigte Nebenwirkungen, Nachhaltigkeitsbezug und Angaben zur späteren Überprüfung. Eine faire WÖk-Einordnung erkennt diese Leistungen ausdrücklich an.

Nachhaltigkeitsprüfung des Bundes

Die Nachhaltigkeitsprüfung ist Bestandteil der Gesetzesfolgenabschätzung. Sie prüft Bezüge eines Regelungsvorhabens zu Zielen und Indikatoren der DNS sowie zu den SDGs, einschließlich positiver und negativer Auswirkungen, Zielkonflikten und längerfristiger Bezüge. Sie ist eine Ex-ante-Prüfung und nicht automatisch eine spätere Evaluation oder ein Kausalitätsnachweis.

eNAP

eNAP ist die elektronische Nachhaltigkeitsprüfung. Sie ist ein digitales Prüfwerkzeug und nicht die Rechtsgrundlage der Nachhaltigkeitsprüfung. eNAP ist in die E-Gesetzgebung und die elektronische Gesetzesfolgenabschätzung eingebettet.

eGFA und E-Gesetzgebung

eGFA bezeichnet die elektronische Unterstützung der Gesetzesfolgenabschätzung innerhalb der E-Gesetzgebung. Die öffentliche Oberfläche kann von internen Prozess- und Dokumentationsfunktionen abweichen. Aus einer öffentlich sichtbaren Nachhaltigkeitsdarstellung darf nicht ohne Quelle auf einen wort- oder byteidentischen öffentlichen eNAP-Export geschlossen werden.

DNS-Indikator

Ein DNS-Indikator beschreibt einen beobachtbaren Zustand, Trend oder Zielabstand im amtlichen Monitoring. Er kann je nach Fall als Baseline, Target, Outcome, Distribution, Boundary, Context oder Reality Check dienen. Er ist weder selbst die Wirkung noch der Nachweis, dass eine einzelne Maßnahme die Veränderung verursacht hat.

Staatliche Nachhaltigkeitsarchitektur

Dieser Sammelbegriff bezeichnet die miteinander verbundenen Ziel-, Governance-, Prüf-, Monitoring-, Evaluations- und parlamentarischen Strukturen des Bundes. Die Ebenen bleiben rechtlich und methodisch getrennt: Agenda 2030/SDGs, DNS, Grundrechte, Verfassungsprinzipien, Staatsziele, Fachrecht, EU-Recht, Völkerrecht und wissenschaftliche Schutzgrenzen dürfen nicht in eine einzige Zielkategorie aufgelöst werden.

Wirkungsblindheit

Wirkungsblindheit bedeutet nicht die vollständige Abwesenheit von Daten, Statistik, Folgenprüfung oder Evaluation. Gemeint ist eine graduelle Lücke, wenn relevante Zustandsveränderungen, Nebenfolgen, Unsicherheiten oder Zurechnung nicht vollständig erkannt oder nicht wirksam in Entscheidungen und spätere Korrektur zurückgeführt werden.

Verbindliche WÖk-Prüfreihenfolge

  1. Fact / Source: Was wurde tatsächlich entschieden, vorgeschlagen oder beobachtet?
  1. Problem Review: Existiert das behauptete Problem, wie groß ist es, wen betrifft es, was ist Ursache oder bindender Engpass, und was wäre ohne Eingriff zu erwarten?
  1. Goal Review: Welches End-, Zwischen- oder Instrumentenziel wird verfolgt, passt es zum belegten Problem, welche Rechte, Zielkonflikte, Generationen- und Resilienzfragen sind berührt?
  1. Actual Impact Analysis: Auslöser → Mechanismus → Zustandsänderung → Referenz; einschließlich erster bis dritter Ordnung, Kaskaden, Verteilung, Raum, Zeit, Resilienz, Lock-in und Schutzgrenzen.
  1. Evidenz: Wirkungsrichtung und Evidenzstärke getrennt ausweisen.
  1. Gegenfaktum und Attribution: Was wäre ohne die Maßnahme wahrscheinlich geschehen und welcher Anteil der beobachteten Veränderung ist plausibel zurechenbar?
  1. Referenzarchitektur: Mensch, Planet und Demokratie; SDGs; WÖk-SDG+; Recht; DNS; wissenschaftliche Schwellen; Resilienz; Generationengerechtigkeit und Nichtkompensation getrennt behandeln.
  1. Handlungsoption: Mehrere echte Optionen, Umsetzung, Ressourcen, Schutzbedingungen, Monitoring und Fallback vergleichen. Ohne robuste Präferenz gilt NO_ROBUST_RECOMMENDATION.
  1. Actual versus WÖk Option: Tatsächliche und vorgeschlagene Option gegen dieselben Referenzen vergleichen.
  1. Reality Check: Nach Umsetzung Output, Outcome, Beobachtung und Zurechnung trennen.
  1. Lernschleife: Annahmen revidieren, wenn Falsifikations- oder Recheck-Kriterien eintreten.

Zwei-Ebenen-Registerarchitektur

EbeneLeitfrageInhaltMethodische Grenze
WÖk-Masterregister / MasterItemsWas betrachten wir?Wirkungsobjekte, Empfänger, Zustandsbezüge, Schutz- und SystemdimensionenMasterItem ist kein Messwert und kein Score.
WÖk-WirkindikatorenregisterWomit beobachten wir reale Zustände?Indikatoren, Einheiten, Datenfunktionen, Quellen, Beobachtungen und QualitätsstatusIndikator ist nicht Wirkung und Directionality ist kein Score.

Die verbindliche Kette lautet:

MasterItem → StateVariable → Indicator → Observation → Analysis / Reality Check

Die 621 kanonischen WÖk-IDs bleiben bei der Weiterentwicklung von Masterregister v1.4 auf v1.5 erhalten. Neue Architekturfelder und Zuordnungsstatus dürfen offene Fachprüfungen sichtbar machen, aber keine ungeprüften DNS-Mappings, Kausalitätsurteile oder Scores erfinden. Das DNS-Indikatorenset ist ein wichtiger amtlicher Beobachtungsraum und ersetzt nicht die größere WÖk-Wirkungsontologie.

Staatlicher Befund und unabhängiger WÖk-Befund

Bei geeigneten Bundesregelungsvorhaben werden zwei Befundschichten geführt:

  1. öffentlich belegbarer staatlicher Befund aus GFA, Nachhaltigkeitsdarstellung, DNS-/SDG-Bezug und Dokumentationsstatus;
  1. unabhängiger WÖk-Befund aus Problem Review, Goal Review, Wirkpfaden, Gegenfaktum, Attribution, Omissions, Policy Coherence, Delivery, Optionsvergleich und Reality Check.

Übereinstimmung ist ein valides Ergebnis. Die WÖk muss nicht zwanghaft zu einem anderen Urteil gelangen. Der Zusatznutzen liegt in zusätzlichen Fragen, expliziten Mechanismen und einer durchgängigen Lernkette, nicht in rhetorischer Abwertung bestehender Institutionen.

Amtliche Primärquellen für diese Ergänzung

  • WÖK-Q-9029: Gemeinsame Geschäftsordnung der Bundesministerien, §§ 43 und 44.
  • WÖK-Q-9030: Bundesministerium der Justiz, Nachhaltige Gesetzgebung.
  • WÖK-Q-9031: Bundesregierung, Steuerung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie.
  • WÖK-Q-9032: Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie, Weiterentwicklung 2025.
  • WÖK-Q-9033: Statistisches Bundesamt, Indikatoren der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie.
  • WÖK-Q-9034: E-Gesetzgebung, eGFA und eNAP.
  • WÖK-Q-9035: Aktionsplan Nachhaltigkeit 2026, Beteiligungsfassung; nicht als Finalfassung ausgeben.
  • WÖK-Q-9036: Deutscher Bundestag, Parlamentarischer Beirat für nachhaltige Entwicklung und Zukunftsfragen.
  • WÖK-Q-9037: E-Gesetzgebung, Arbeitshilfe zur frühen Einbeziehung von Nachhaltigkeitszielen und eNAP.

Redaktions- und Qualitätsregeln ab v1.6

  • Keine Behauptung, Deutschland verfüge über keine institutionalisierte Wirkungs-, Folgen- oder Nachhaltigkeitsprüfung.
  • Keine Behauptung, die WÖk habe Wirkungsanalyse, Folgenabschätzung, Evaluation oder Indikatoren erfunden.
  • Staatliche Institutionen und WÖk-eigene Vorschläge sichtbar trennen.
  • DNS-Ziel, DNS-Indikator, Maßnahme, Output, Outcome, Beobachtung und Attribution nicht gleichsetzen.
  • Historische Veröffentlichungen nicht still umschreiben; bei materiellem Bedarf Standhinweis, Addendum oder Erratum verwenden.
  • Neue Glossarbegriffe über interne Quellenarchiv-Seiten zu amtlichen Primärquellen führen.
  • Begriffsleitfaden, Glossar, Quellenarchiv, Masterregister, Wirkindikatorenregister, Akademie und Parlament-Portal müssen denselben Versions- und Methodenstand ausweisen.

1. Zweck, Geltung und Quellenhierarchie

Der Leitfaden hält die Wirkungsökonomie begrifflich zusammen. Er ist kein Marketingtext und kein vollständiges Fachlexikon.

Die Website verfügt inzwischen über eine sehr große semantische Infrastruktur mit Glossar-Hub, Detailseiten, Hover-Erklärungen, Suche, Querverweisen, Methodenkarten, WÖMM- und WÖMS-Begriffen sowie sektoralen Fachbegriffen. Dieser Leitfaden definiert deshalb nicht jeden einzelnen Websitebegriff neu. Er legt die führenden Kernbegriffe, Abgrenzungen, Hierarchien und Redaktionsregeln fest, an denen alle Detailbegriffe ausgerichtet werden.

1.1 Geltungsbereich

  • öffentliche Einstiegs- und Vertiefungsseiten auf wirkungsoekonomie.de
  • Wirkungsfelder, Portale, Dossiers, Detailkonzepte, Werkstatt und Bibliothek
  • Wirkungsradar, öffentlicher Wirkungsraum und politische Kommunikationsanalysen
  • Parlament-Portal und weitere politische Wirkungschecks
  • Akademie, Lehrgänge, Prüfungen und Lernmaterialien
  • Wirkungsinstitut, Forschungs- und Methodenkommunikation
  • WÖMM, WÖMS, Scorecards, WÖk-IDs, Kennzahlen, Rechner und Demos
  • Social Media, Podcast, Video, Newsletter und externe Präsentationen
  • KI-gestützte Ausgaben, Suchantworten und automatisierte Begriffserklärungen.

1.2 Quellenhierarchie

EbeneFunktionVorrangregel
Führender BegriffsleitfadenKernbegriffe, Abgrenzungen, Sprachregeln und SystemhierarchieFür neue Inhalte verbindlich.
Online-GlossarOperative Detaildefinitionen, Aliasse, Querverweise und VersionenDarf konkretisieren, aber nicht widersprechen.
WÖMM- und WÖMS-RegisterManagement- und methodenspezifische OperationalisierungGilt für Methodenoutputs, ersetzt aber keine Kerndefinition.
WÖk-ID- und DatenregisterIndikatoren, Datenquellen, Einheiten, Benchmarks und VersionenGilt für Messobjekte; keine eigenständige normative Wahrheit.
Rechts-, Steuer- und FachmodelleKontextspezifische Definitionen in Entwürfen und DossiersNur im ausgewiesenen Modellkontext. Kein automatischer Vorrang vor dem Leitfaden.
Historische PublikationenDokumentation der TheorieentwicklungBleiben zitierfähig; für neue Inhalte ist die aktuelle Version maßgeblich.

1.3 Konfliktregel

Im Zweifel gilt

Kernbegriff vor Anwendungstext, aktuelle Version vor älterer Fassung, offengelegte Unsicherheit vor Scheingenauigkeit, tatsächliche Zustandsveränderung vor Absicht oder Output und Schutzgrenze vor Durchschnittsscore.

2. Kurzformeln und Grundregeln

2.1 Wichtigste Kurzformel

Wirkung ist die tatsächliche Veränderung von Zuständen. Sie kann positiv, negativ, neutral oder ambivalent sein. Sie betrifft immer jemanden oder etwas, in einem bestimmten Raum und Zeitraum. Die Wirkungsökonomie ermittelt und bewertet diese Veränderung an einem offengelegten Referenzrahmen und koppelt die Erkenntnis in Entscheidungen zurück.

2.2 Kurzformel für Erstkontakte

Die Wirkungsökonomie fragt nicht nur, was etwas kostet, verspricht oder hervorbringt. Sie fragt, was sich dadurch für Menschen, natürliche Lebensgrundlagen und Demokratie tatsächlich verändert - und was aus diesem Wissen für die nächste Entscheidung folgen muss.

2.3 Zielgröße

Ziel der Wirkungsökonomie ist positive Netto-Wirkung für Mensch, Planet und Demokratie - ohne schwere Schäden zu verdecken, zu verlagern oder auf kommende Generationen abzuwälzen.

2.4 Verbindliche Grundregeln

  • Wirkung ist neutral. Das Wort bezeichnet zunächst Zustandsveränderung, nicht automatisch Verbesserung.
  • Wirkung ist relational. Es muss benannt werden, wer oder was betroffen ist, in welchem Wirkungsraum und in welchem Zeitraum.
  • Wirkungspotenzial ist Möglichkeit, nicht eingetretene Wirkung.
  • Wirkungsrisiko ist Möglichkeit negativer Wirkung, nicht bereits eingetretener Schaden.
  • Ein Wirkmechanismus ist eine begründete Kausalhypothese, kein Kausalbeweis.
  • Output ist eine Leistung oder ein unmittelbares Ergebnis, aber noch keine Wirkung.
  • Wirkungsfeststellung und Wirkungsbewertung sind getrennte Schritte: Zuerst wird beschrieben, was sich verändert; danach wird die Veränderung eingeordnet.
  • Positive Bewertung braucht einen offengelegten Referenzrahmen.
  • Neutral bedeutet nicht unklar. Fehlende Evidenz wird als offen oder nicht ausreichend bewertbar markiert.
  • Netto-Wirkung ist keine einfache Addition. Verteilung, Zeit, Datenqualität, Nebenfolgen und Wirkungsgrenzen zählen mit.
  • Transformationswirkung ist nicht automatisch positiv. Auch destruktive Veränderungen können Systemlogiken verändern und müssen bewertet werden.
  • Reporting beschreibt. Wirkungsrückkopplung verändert Entscheidungen oder Anreize.
  • Keine Personenbewertung: Bewertet werden Handlungen, Entscheidungen, Produkte, Strukturen, Systeme und ihre Folgen, nicht der Wert eines Menschen.
  • Keine Methode erzeugt Wahrheit. Methoden strukturieren Fragen, Annahmen, Daten und Entscheidungen; sie ersetzen weder Evidenz noch demokratische Legitimation.

3. System- und Begriffshierarchie

Die WÖk ist weder eine einzelne Methode noch eine Wirkungstreppe. Sie ist ein eigenständiges Ordnungs- und Steuerungsmodell mit wissenschaftlichem Bezugsrahmen, Managementmodell, Methodensystem und Werkzeugen.

Abbildung 1: Systemhierarchie der Wirkungsökonomie, Version 1.5.
Abbildung 1: Systemhierarchie der Wirkungsökonomie, Version 1.5.
EbeneVerbindliche Einordnung
WirkungswissenschaftenVon der Wirkungsökonomie vorgeschlagener inter- und transdisziplinärer Bezugsrahmen, der untersucht, wie Zustände entstehen, verändert, stabilisiert und rückgekoppelt werden. Bis zu einer breiteren institutionellen Etablierung als konzeptioneller Rahmen kennzeichnen.
WirkungsforschungEmpirische, theoretische, evaluative und systemische Untersuchung von Wirkungen, Wirkungspotenzialen, Mechanismen, Nebenfolgen und Transformationsbeiträgen. Sie ist keine Erfindung der WÖk, sondern eine wissenschaftliche Anschlusslinie.
WirkungsökonomieEigenständiges Gesellschafts-, Wirtschafts- und Steuerungsmodell. Es macht Wirkung zum Maßstab und führt bewertete Wirkung in Preise, Steuern, Kapital, Recht, Management, Beschaffung, Medien und politische Entscheidungen zurück.
WÖk-WirkungsarchitekturOperatives Gesamtsystem aus Daten, Regeln, Institutionen, Schutzlinien, Anreizen, Governance, Prüfung, Rückkopplung und Lernen.
WÖMMWirkungsökonomisches Managementmodell. Es ordnet Organisationen als lernende Wirkungssysteme und beschreibt Führungs-, Entscheidungs-, Governance- und Reifegradlogiken.
WÖMSWirkungsökonomisches Methodensystem. Es operationalisiert WÖMM und WÖk mit versionierten Methoden, Qualitätsregeln, Schutzlinien und definierten Outputs.
Werkzeuge und KennzahlenZum Beispiel WÖk-ID, Scorecard, NWI, IOI, T-SROI, Register, Datenräume, Rechner und Demos. Sie beantworten begrenzte Fragen und sind keine Gesamtarchitektur.
Externe AnschlussmethodenZum Beispiel IOOI, Results Chain, Theory of Change, Impact Frontiers, SROI, Evaluation, LCA oder doppelte Wesentlichkeit. Sie werden genutzt, wenn sie eine Teilfrage fachlich gut beantworten.

Keine Überlegenheitsleiter

Die Hierarchie beschreibt Gegenstände und Funktionen, keine pauschale Rangordnung wissenschaftlicher Qualität. Eine Teilmethode kann für ihre konkrete Frage hervorragend geeignet sein. Sie wird nur nicht mit der Gesamtarchitektur verwechselt.

4. Referenzrahmen: SDGs, Agenda 2030, SDG+ und Mensch - Planet - Demokratie

4.1 Vier getrennte Ebenen

EbeneFunktionRedaktionelle Regel
Agenda 2030 und SDGs2015 von den 193 UN-Mitgliedstaaten verabschiedeter, politischer und nicht rechtsverbindlicher Ziel- und Bezugsrahmen mit sozialen, ökologischen, wirtschaftlichen und institutionellen Zielen.Nicht als vollständige Messmethode, Rechtsnorm oder Weltregierung darstellen.
SDG+Transparente Erweiterung der WÖk, die Demokratie, Medienqualität, Rechtsstaatlichkeit, Diskursfähigkeit, institutionelles Vertrauen, gesellschaftlichen Zusammenhalt und digitale Selbstbestimmung ausdrücklicher operationalisiert.Immer sagen: keine offizielle UN-Kategorie.
Mensch - Planet - DemokratieStrukturierende und kommunikative WÖk-Perspektive auf ein gekoppeltes System.Nicht als drei beliebig addierbare Säulen behandeln.
Recht, Grundrechte und KontextnormenJe nach Anwendung zusätzlich geltende Grundrechte, Verfassungsziele, Fachrecht, Staatsziele, nationale Strategien und technische Standards.Als eigene Ebene benennen; nicht stillschweigend in SDG+ auflösen.

4.2 Präzisierung zu SDG+

Die Agenda 2030 enthält bereits Frieden, Gerechtigkeit, starke Institutionen, Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit und inklusive Gesellschaften. SDG+ behauptet deshalb nicht, Demokratie komme bei den Vereinten Nationen überhaupt nicht vor. Die WÖk macht vielmehr bestimmte Voraussetzungen moderner demokratischer Korrekturfähigkeit ausdrücklicher, differenzierter und für ihre Wirkungsarchitektur operationalisierbar.

4.3 Positive und negative Bewertung

Positive Wirkung liegt vor, wenn eine festgestellte Zustandsveränderung die im Referenzrahmen ausgewiesenen Schutzgüter und Ziele stärkt. Negative Wirkung liegt vor, wenn eine festgestellte Zustandsveränderung diese schwächt, blockiert oder zerstört. Bei widersprüchlichen Richtungen wird ambivalent bewertet. Ex ante ist dagegen von positivem oder negativem Wirkungspotenzial beziehungsweise von einer modellierten Wirkungsbewertung zu sprechen. Bei unzureichender Evidenz bleibt die Bewertung offen.

4.4 Demokratie als Wirkungsraum und Schutzbedingung

Demokratie ist nicht nur eine dritte Säule neben Mensch und Planet. Sie ist zugleich Schutzgut, Korrekturraum und Bedingung dafür, dass Fehler erkannt, Interessen ausgehandelt und ökologische oder soziale Fehlentwicklungen korrigiert werden können. Dazu gehören insbesondere Grundrechte, Rechtsstaatlichkeit, Machtbegrenzung, Transparenz, Quellenklarheit, Medienqualität, Teilhabe, Diskursfähigkeit, institutionelles Vertrauen und digitale Selbstbestimmung.

Keine private Moral

Die WÖk legt ihren Maßstab offen. Sie ersetzt demokratische Entscheidung nicht durch eine versteckte Kennzahl. Empirische Beschreibung, normative Einordnung, Recht und politische Legitimation bleiben unterscheidbar.

5. Die vollständige WÖk-Wirkungsarchitektur

Die WÖk beginnt vor der Wirkung, prüft eingetretene Veränderungen, trennt Evidenz von Bewertung, schützt rote Linien und endet nicht beim Bericht, sondern bei Rückkopplung und Lernen.

Abbildung 2: Sechs Module der vollständigen WÖk-Wirkungsarchitektur.
Abbildung 2: Sechs Module der vollständigen WÖk-Wirkungsarchitektur.

5.1 Modul A - Vorwirkung analysieren

Vorwirkung bezeichnet hier keinen bereits eingetretenen Effekt, sondern den analytischen Raum vor der Wirkung. Untersucht werden Auslöser, Wirkungspotenziale, Wirkungsrisiken, Wirkmechanismen, Bedingungen und plausible Entwicklungspfade.

  • Auslöser: Was stößt Veränderung an - Handlung, Unterlassen, Preis, Gesetz, Produkt, Technologie, Narrativ oder Kapitalfluss?
  • Wirkungspotenzial: Welche Zustandsveränderung ist unter bestimmten Bedingungen möglich?
  • Wirkungsrisiko: Welche negative oder destabilisierende Veränderung ist möglich?
  • Wirkmechanismus: Warum sollte der Auslöser eine bestimmte Veränderung hervorrufen?
  • Bedingungen und Annahmen: Was muss gelten, damit der Mechanismus funktioniert?

5.2 Modul B - Wirkung ermitteln

Wirkungsermittlung sammelt und ordnet Informationen darüber, was umgesetzt wurde, wer oder was betroffen ist, welche Zustände sich verändern und in welchem Raum und Zeitraum die Veränderung auftritt. Sie kann qualitative und quantitative Methoden kombinieren.

  • Umsetzung und Prozess: Was wurde tatsächlich getan?
  • Unmittelbare Leistung oder Output: Was wurde bereitgestellt, gebaut, geregelt oder erreicht?
  • Wirkungsempfänger und Wirkungsräume: Wen oder was betrifft die Veränderung?
  • Zustandsveränderung: Was ist im Vergleich zur Ausgangslage tatsächlich anders?
  • Reichweite, Intensität, Dauer und Verteilung: Wie groß, wie lang und für wen?

5.3 Modul C - Evidenz und Zurechnung prüfen

Eine beobachtete Veränderung beweist noch nicht, dass ein bestimmter Auslöser sie verursacht hat. Deshalb werden Datenqualität, Baseline, Gegenfaktum, Vergleichsfälle, Zusätzlichkeit, alternative Erklärungen und Zurechnung gesondert geprüft.

  • Wirkungsfeststellung: Ist die Zustandsveränderung eingetreten?
  • Wirkungsnachweis: Wie belastbar ist diese Feststellung?
  • Zurechnung oder Beitrag: Welchen Anteil oder Beitrag kann der Auslöser plausibel beanspruchen?
  • Unsicherheit: Was bleibt offen, strittig, modellabhängig oder nicht beobachtbar?
  • Versionierung: Welche Annahmen oder Daten können die Einordnung später ändern?

5.4 Modul D - Wirkung bewerten

Wirkungsbewertung ordnet eine eingetretene oder ausdrücklich modellierte Zustandsveränderung am offengelegten Referenzrahmen ein. Bewertung folgt nicht automatisch aus einer Messzahl. Sie berücksichtigt Betroffene, Verteilung, Zeitraum, Systemebene und Kontext.

5.5 Modul E - Schutz und Systemprüfung

Eine isoliert positive Einzelwirkung kann durch Nebenwirkungen, Verlagerung, Rebound, Wechselwirkungen oder die Verletzung einer Wirkungsgrenze begrenzt werden. Deshalb werden Netto-Wirkung, Nichtkompensation, Systemresilienz und Transformationswirkung gesondert geprüft.

5.6 Modul F - Rückkopplung, Lenkung und Lernen

Erkannte und bewertete Wirkung wird in die nächste Entscheidung zurückgeführt. Erst diese Rückkopplung macht aus Wirkungstransparenz eine Steuerungsarchitektur. Lenkung bezeichnet die bewusste Veränderung von Anreizen, Regeln oder Entscheidungen auf Grundlage dieser Erkenntnis.

5.7 Drei Darstellungsformen

DarstellungWann verwendenGrenze
WirkungspfadWenn ein plausibler oder beobachteter Weg von Auslösern zu Zustandsveränderungen und Rückkopplungen nachvollzogen wird.Kein Kausalbeweis und keine Prognosegarantie.
WirkungsnetzWenn mehrere Rückkopplungen, Empfänger, Systeme, Nebenfolgen und gegenseitige Einflüsse zusammenwirken.Nicht auf eine lineare Kette reduzieren.
Wirkungszyklus / WirkungsradWenn Lernen, Rückkopplung und der neue Systemzustand als Ausgangslage der nächsten Entscheidung gezeigt werden.Visualisierung und Denkmodell, nicht selbst Evidenz.

Verbindlicher Satz

Ein WÖk-Wirkungspfad kann einen IOOI-kompatiblen Abschnitt enthalten. Er ist aber nicht durch IOOI definiert und reicht je nach Gegenstand von der Vorwirkung bis zur Rückkopplung.

6. Evidenz, Unsicherheit und Zurechnung

6.1 Richtung und Sicherheit getrennt ausweisen

DimensionZulässige Kategorien
Wirkungsrichtungpositiv · negativ · neutral · ambivalent · offen
Evidenzsicherheithoch · mittel · gering · nicht bewertbar
Zurechnungdirekt zurechenbar · plausibler Beitrag · systemische Mitwirkung · derzeit unklar
Datenstatusgemessen · beobachtet · modelliert · geschätzt · aus Sekundärquelle · fehlend
Zeitstatuskurzfristig · mittelfristig · langfristig · noch nicht beobachtbar

6.2 Neutral ist nicht offen

Neutral bedeutet, dass keine relevante positive oder negative Zustandsveränderung festgestellt wurde oder eine festgestellte Veränderung im Referenzrahmen neutral eingeordnet wird. Offen bedeutet, dass Daten, Vergleichsmaßstab, Systemgrenze oder Evidenz nicht ausreichen. Eine offene Bewertung darf nicht als Nullwert oder neutraler Wert in eine Gesamtrechnung eingehen, ohne diese Unsicherheit sichtbar zu machen.

6.3 Ex ante und ex post

ZeitpunktZulässige SpracheNicht zulässig
Ex anteWirkungspotenzial, Wirkungsrisiko, Wirkmechanismus, Szenario, modellierte Wirkungsbewertung, erwartete Folgen unter Annahmeneingetretene Wirkung behaupten; Zukunft als erwiesen darstellen
Während der UmsetzungMonitoring, Prozessdaten, Output, Frühindikatoren, erste beobachtete VeränderungenOutput mit Wirkung gleichsetzen
Ex postWirkungsfeststellung, Wirkungsnachweis, Zurechnung, Beitrag, Evaluation, beobachtete Nebenfolgenjede zeitliche Korrelation als Kausalität darstellen

6.4 Zurechnung ohne Scheingenauigkeit

In komplexen Systemen wirken mehrere Auslöser zusammen. Die WÖk verlangt daher keine künstliche Prozentgenauigkeit. Zurechnung wird nur so präzise formuliert, wie Design, Daten, Einfluss und Systemkomplexität es tragen.

  • Direkte Zurechnung: Ein belastbares Design oder ein klarer Mechanismus trägt die kausale Aussage.
  • Plausibler Beitrag: Die Maßnahme hat wahrscheinlich beigetragen; alternative Einflüsse bleiben relevant.
  • Systemische Mitwirkung: Die Veränderung entsteht aus dem Zusammenspiel mehrerer Akteure, Regeln und Rückkopplungen.
  • Derzeit unklar: Daten oder Vergleichsmöglichkeiten reichen nicht für eine belastbare Zurechnung.

6.5 Evidenzstatus für öffentliche Seiten

StatusBedeutung
Amtlicher FaktParlamentarischer, rechtlicher oder administrativer Sachverhalt durch Originalquelle belegt.
Empirisch gut belegtMehrere belastbare Datenquellen oder Forschungsergebnisse stützen die Aussage.
Plausibler WirkpfadMechanismus ist fachlich begründet, aber die konkrete Wirkung noch nicht nachgewiesen.
ModellannahmeFür Szenario oder Berechnung transparent gesetzte Annahme.
OffenDerzeit nicht ausreichend belegt oder nicht bewertbar.

7. IOOI und andere Anschlussmethoden

IOOI ist eine etablierte Results-Chain-Methode für eine klar begrenzte Fragestellung. Die WÖk bearbeitet einen anderen und deutlich weiter gefassten Gegenstand: die gesamte Wirkungs- und Steuerungsarchitektur von Vorwirkung über Evidenz und Bewertung bis zu Schutz, Rückkopplung und Lernen. Das ist keine Abwertung von IOOI, sondern eine Gegenstandsabgrenzung.

7.1 Korrekte Definition von IOOI

IOOI steht für Input, Output, Outcome und Impact. Es ist eine verbreitete Results-Chain-Logik zur Darstellung des Weges von eingesetzten Ressourcen über unmittelbare Leistungen zu Veränderungen und weiterreichenden Wirkungen. Aktivitäten können zwischen Input und Output als zusätzliche Prozessstufe dargestellt werden; sie sind jedoch kein Buchstabe des Akronyms.

IOOI-EbeneLeitfrageWÖk-Abgrenzung
InputWelche Ressourcen werden eingesetzt?Ressourcen sind noch keine Leistung und keine Wirkung.
Aktivität - optional ergänztWas wird getan?Prozessstufe, aber nicht Bestandteil des Akronyms IOOI.
OutputWelche unmittelbare Leistung oder welches Produkt entsteht?Output ist noch keine Zustandsveränderung.
OutcomeWelche Veränderung tritt bei Betroffenen oder in einem System ein?Kann eine Wirkungsebene sein; braucht Baseline, Kontext, Zeitraum und Evidenz.
ImpactWelche weiterreichende, langfristige oder systemische Veränderung entsteht?Definition ist quellenabhängig; braucht besonders sorgfältige Systemgrenzen, Zurechnung und Evidenz.

7.2 Stellung innerhalb der WÖk

Verbindliche Einordnung

IOOI ist eine externe, optionale Anschlussmethode. Es kann innerhalb der Wirkungsermittlung einen begrenzten Teil eines Wirkungspfads strukturieren. Es ist weder Ursprung, Grundmodell noch Pflichtbestandteil der Wirkungsökonomie.

FrageIOOIWirkungsökonomie
GegenstandLinearer Ergebnisweg von Ressourcen zu VeränderungenGesamte Wirkungs- und Steuerungsarchitektur
BeginnInputBereits bei Auslöser, Potenzial, Risiko und Wirkmechanismus
EvidenzKann durch Indikatoren ergänzt werdenEigener Prüfbereich für Baseline, Gegenfaktum, Datenqualität, Zurechnung und Unsicherheit
BewertungKein einheitlicher normativer Referenzrahmen im AkronymOffengelegter Referenzrahmen aus Agenda 2030, SDGs, SDG+ und kontextspezifischem Recht
SchutzregelnNicht im Akronym angelegtWirkungsgrenzen, Nichtkompensation und Reverse Merit Order
SystemtiefeGrundsätzlich als Kette darstellbarPfade, Netze, Rückkopplungen, Resilienz und Transformationswirkung
FolgeKann Planung und Evaluation unterstützenRückkopplung in Preise, Steuern, Kapital, Management, Recht, Beschaffung und Politik

7.3 Zulässige und zu vermeidende Formulierungen

Zu vermeidenVerbindlich besser
Die WÖk erweitert IOOI.Die WÖk ist eine eigenständige Architektur und kann IOOI für eine Teilfrage der Wirkungsermittlung nutzen.
IOOI ist der Wirkpfad der WÖk.Ein WÖk-Wirkungspfad kann einen IOOI-kompatiblen Abschnitt enthalten.
IOOI steht für Input, Aktivität, Output, Outcome und Impact.IOOI steht für Input, Output, Outcome und Impact; Aktivität kann als zusätzliche Prozessstufe ergänzt werden.
Die WÖk beginnt mit Input.Die WÖk beginnt bereits bei Auslöser, Wirkungspotenzial, Wirkungsrisiko und Wirkmechanismus.

7.4 Andere Anschlussmethoden

Methode / RahmenNützliche TeilfrageWÖk-Einordnung
Attributionsforschung / AttributionWelche Ursachen, Beiträge und Verantwortlichkeiten lassen sich einer Veränderung zurechnen?Wissenschaftliche Anschlusslinie für Kausalität und Zurechnung; ersetzt weder Wirkungsbewertung noch den Referenzrahmen.
Theory of ChangeWelche Annahmen und kausalen Zusammenhänge sollen eine Veränderung erklären?Anschlussmethode für Wirkmechanismen und Wirkungspfade; kein Ersatz für Referenzrahmen, Schutzregeln und Rückkopplung.
Impact Frontiers - Five DimensionsWas, wer, wie viel, Beitrag und Risiko?Wichtige Prüfdimensionen für Wirkungsermittlung und -zurechnung.
OECD-DAC EvaluationRelevanz, Kohärenz, Effektivität, Effizienz, Impact und NachhaltigkeitEvaluationserfahrung und Begriffsanschluss; nicht identisch mit WÖk-Netto-Wirkung.
SROIMonetarisierte soziale WertbeiträgeNützlich für ausgewählte Bewertungsfragen; Monetarisierung darf Wirkungsgrenzen nicht auflösen.
ESG, CSRD, ESRS, GRIDaten-, Risiko- und BerichtsstrukturenDaten- und Anschlussinfrastruktur; Reporting ist noch keine Rückkopplung.
LCA und ProduktstandardsLebenszyklusbezogene UmweltwirkungenWichtige Teilmethoden für Produkt- und Lieferkettenwirkung.

7.5 IOOI und IOI nicht verwechseln

IOOI bezeichnet eine Results Chain. IOI bezeichnet in der Wirkungsökonomie Impact of Investment, also eine investitionsbezogene Wirkungskennzahl. Beide Abkürzungen gehören in unterschiedliche Begriffsfamilien und müssen in Suche, Glossar, Akademie und Metadaten eindeutig getrennt werden.

8. Nachhaltigkeit, Resilienz und Wirkungsresilienz

8.1 Führende Definitionen

BegriffFührende Definition
ResilienzWertneutrale Fähigkeit eines klar abgegrenzten Systems, Störungen aufzunehmen, auf sie zu reagieren oder sich neu zu organisieren, dabei wesentliche Funktionen, Identität und Struktur zu erhalten oder wiederherzustellen und Anpassungs-, Lern- und Transformationsfähigkeit zu bewahren.
SystemresilienzDiese Fähigkeit auf Ebene eines gekoppelten Systems. Jede Anwendung benennt Systemgrenze, Störung, Betroffene und zu erhaltende Funktionen.
WirkungsresilienzLernfähige, normativ an Mensch, Planet und Demokratie gebundene Systemresilienz. Sie schützt und regeneriert tragfähige Funktionen, erkennt Risiken, lernt, passt sich an und transformiert untragbare Strukturen, ohne Schäden räumlich, sozial oder zeitlich zu externalisieren.
NachhaltigkeitLangfristig gesicherte Wirkungsresilienz des gekoppelten Systems Mensch - Planet - Demokratie innerhalb tragfähiger und nicht beliebig kompensierbarer Grenzen.
RegimeresilienzBeständigkeit eines bestehenden Regimes oder Lock-ins. Sie kann auch bei fossilen, autoritären oder anderweitig schädlichen Zuständen hoch sein und ist daher nicht automatisch Nachhaltigkeit.

8.2 Acht Analysebausteine von Resilienz und Systementwicklung

BereichBausteineBedeutung
StabilitätslandschaftLatitude, Resistance, Precariousness, PanarchyZustandsraum bis zur Schwelle, Veränderungsbarriere, Nähe und Bewegungsrichtung zur Schwelle sowie Einflüsse anderer Ebenen.
Dynamische AntwortRückstellfähigkeit, DämpfungsfähigkeitWiederherstellung nach Störung sowie Begrenzung von Überschwingen, Kaskaden und Sekundärschäden.
SystementwicklungAnpassungsfähigkeit, TransformationsfähigkeitVeränderung innerhalb eines bestehenden tragfähigen Raums oder Aufbau eines neuen tragfähigen Attraktionsraums.

Die acht Bausteine sind ein Analysemodell, keine additive Punkteliste. Rückstellung ist nicht dasselbe wie Resistance. Dämpfung ist nicht dasselbe wie Rückstellung. Eine negative Rückkopplung kann in der Systemtheorie stabilisieren und darf nicht mit negativer Wirkung verwechselt werden.

8.3 Redaktionelle Mindestfragen

  • Resilienz wovon?
  • Gegenüber welcher Störung?
  • Für wen und auf wessen Kosten?
  • Welche Funktionen sollen erhalten oder wiederhergestellt werden?
  • Ist der bestehende Zustand überhaupt erwünscht?
  • Welche Schäden werden verlagert oder externalisiert?
  • Reicht Anpassung oder ist Transformation erforderlich?

9. Begriffsgovernance für Website, Glossar und Daten

Der Leitfaden führt wenige zentrale Begriffe. Das Online-Glossar trägt die Breite. Methodenregister und Datenregister tragen die operative Tiefe.

9.1 Begriffsklassen

KlasseFunktionBeispiele
WÖk-KernbegriffeDefinieren Identität und tragende Logik. Nur zentral ändern.Wirkungsökonomie, Wirkung, Mensch - Planet - Demokratie, positive Netto-Wirkung, Wirkungsarchitektur
WÖk-PräzisierungsbegriffeSchärfen bestehende Fachbegriffe für die WÖk.Wirkungspotenzial, Wirkungsrisiko, Wirkungsresilienz, Wirkungszurechnung
WÖk-PrägungsbegriffeEigenständige Benennungen der WÖk.Wirkungsblindheit, Wirkungswahrheit, WÖk-ID, Reverse Merit Order
MethodenbegriffeBeschreiben eine prüfbare Vorgehensweise oder ein methodisches Artefakt.Wirkungspfad, Evidenzregister, WÖMS-Methodenkarte
Instrumente und KennzahlenOperative Werkzeuge und Verdichtungen.Scorecard, NWI, IOI, T-SROI, FinalScore
AnschlussbegriffeExterne Begriffe und Standards mit klarer Quellenbedeutung.IOOI, Theory of Change, Impact, ESG, CSRD, LCA
AnwendungsbegriffeSektor- oder kontextspezifische WÖk-Übertragung.Wirkungshaushalt, Wirkungssteuer, Wirkungsvermietung
Historische BegriffeFrühere Entwicklungsstände oder archivierte Benennungen.Ältere Versionen und überholte Definitionen; mit Versionshinweis erhalten.

9.2 Ein Begriff - eine führende Definition

  • Jeder Kernbegriff besitzt genau eine führende Kurzdefinition und eine führende Langdefinition.
  • Aliasse und Synonyme verweisen auf denselben Begriffsdatensatz; sie erzeugen keine zweite Wahrheit.
  • Detailseiten dürfen Beispiele, Methoden und Fachkontext ergänzen, aber nicht die Kernbedeutung umkehren.
  • Acronyme werden einmal ausgeschrieben und in einem zentralen Abkürzungsregister gepflegt.
  • Version, Status, Quelle, Eigentümer:in, Änderungsgrund und Geltungsbereich werden pro Kernbegriff dokumentiert.
  • Veraltete Definitionen werden als deprecated beziehungsweise historisch markiert, nicht stillschweigend parallel weitergeführt.
  • Zahlen zu Methoden, Canvas, Begriffen oder Modulen sind versionsabhängig und gehören nicht in zeitlose Begriffsdefinitionen.

9.3 Semantische Ebenen der Website

EbeneAufgabe
Führender LeitfadenKernbedeutung, Hierarchie, Abgrenzung und Redaktionsregeln
Glossar-HubSuchen, filtern, entdecken und Begriffswelten erschließen
BegriffsdetailseiteLangdefinition, Abgrenzung, Beispiele, Mess- und Steuerungsbezug, Quellen und Version
Hover / TooltipKurze, verständliche Mini-Definition ohne neue Nuance
Suche und KISynonyme, Aliasse, Kontext und Antwortlogik auf Basis derselben Quelle
WÖMM / WÖMSManagement- und Methodenspezifik
WÖk-ID / DatenregisterMess- und Datenobjekte

Begriffsdisziplin

Nicht jede gute Formulierung braucht einen neuen WÖk-Begriff. Neue Begriffe werden nur angelegt, wenn sie eine echte Unterscheidung tragen, dauerhaft gebraucht werden und nicht bereits durch einen etablierten Anschlussbegriff abgedeckt sind.

10. Verbindliche Definitionen

Die folgenden Definitionen sind für neue Inhalte führend. Die Kurzdefinition eignet sich für Einstieg und Hover; die Langdefinition legt Abgrenzung und Verwendung fest.

10.1 Grundbegriffe und Wirkungszustände

BegriffFührende Definition und Verwendung
WirkungsökonomieEigenständiges Gesellschafts-, Wirtschafts- und Steuerungsmodell, das tatsächliche Zustandsveränderungen für Mensch, Planet und Demokratie sichtbar macht, am offengelegten Referenzrahmen bewertet und in Entscheidungen, Anreize und Institutionen zurückkoppelt. Markt, Staat, Kapital, Eigentum und Wettbewerb werden nicht abgeschafft, sondern wirkungsbezogen neu geordnet.
Wirkung statt KapitalLeitformel für den Wechsel des gesellschaftlichen Kompasses. Kapital bleibt Werkzeug, wird aber nicht mit Richtung, Wert oder Wohlstand gleichgesetzt.
Mensch - Planet - DemokratieGekoppelter normativer und systemischer Bezugsraum der WÖk. Die drei Dimensionen sind gegenseitig abhängig und nicht beliebig addierbar.
WirkungTatsächliche Veränderung eines Zustands bei jemandem oder etwas, in Raum und Zeit und relativ zu einer Ausgangslage. Wirkung ist zunächst neutral; ihre Richtung entsteht erst durch Bewertung.
Positive WirkungFestgestellte Zustandsveränderung, die den offengelegten Referenzrahmen stärkt. Ex ante ist von positivem Wirkungspotenzial oder einer positiven modellierten Wirkungsbewertung zu sprechen, nicht von eingetretener positiver Wirkung.
Negative WirkungFestgestellte Zustandsveränderung, die Schutzgüter oder Ziele des Referenzrahmens schwächt, blockiert oder zerstört. Ex ante ist von Wirkungsrisiko, negativem Wirkungspotenzial oder einer negativen modellierten Wirkungsbewertung zu sprechen.
Neutrale WirkungKeine relevante positive oder negative Zustandsveränderung wurde festgestellt oder die Veränderung wird im Referenzrahmen neutral eingeordnet. Nicht mit fehlenden Daten verwechseln.
Ambivalente WirkungZustandsveränderung mit gleichzeitig positiven und negativen Richtungen, unterschiedlichen Empfängern oder Zeitwirkungen. Sie darf nicht vorschnell zu einem Einzelscore verdichtet werden.
Offene WirkungseinordnungDaten, Systemgrenze, Vergleichsmaßstab oder Evidenz reichen nicht für eine belastbare Richtungsentscheidung. Offen ist kein Nullwert.
WirkungsempfängerMenschen, Gruppen, Lebewesen, Ökosysteme, Institutionen, Märkte, Demokratien oder künftige Generationen, deren Zustand verändert wird.
WirkungsträgerHandlungen, Produkte, Dienstleistungen, Organisationen, Infrastrukturen, Institutionen, Technologien, Kapitalflüsse, Medieninhalte oder Entscheidungen, über die Wirkung ausgelöst oder weitergegeben wird.
WirkungsraumSachlicher, räumlicher, sozialer, zeitlicher oder institutioneller Zusammenhang, in dem Wirkung entsteht. Wirkung wird nie vollständig aus dem isolierten Objekt verstanden.
WirkungsfeldThematischer Bereich, in dem Wirkung erfasst oder bewertet wird, zum Beispiel Gesundheit, Klima, Arbeit, Medienqualität oder Rechtsstaatlichkeit.
WirkungsordnungAnalytische Tiefe einer Wirkung: erste Ordnung direkt, zweite Ordnung indirekt, dritte Ordnung verändert Regeln, Anreize, Routinen oder künftige Entscheidungsstrukturen.
WirkungszeitZeitpunkt, Verzögerung, Dauer und Generationenbezug einer Wirkung. Kurzfristiger Nutzen und langfristiger Schaden müssen getrennt sichtbar bleiben.

10.2 Vor der Wirkung

BegriffFührende Definition und Verwendung
AuslöserHandlung, Unterlassen, Produkt, Gesetz, Preis, Narrativ, Technologie, Kapitalfluss, Ereignis oder Struktur, die Veränderung anstoßen kann.
HandlungGezielter oder faktischer Eingriff in einen Zustand oder Möglichkeitsraum. Die Absicht sagt noch nichts über die tatsächliche Wirkung.
UnterlassenWirkungsrelevantes Nicht-Handeln, wenn Handeln möglich, erwartbar oder verantwortlich gewesen wäre und das Ausbleiben Zustände verändert oder Risiken erhöht.
WirkstoffAusschließlich didaktische Analogie für einen Auslöser mit Wirkungspotenzial. Möglichst als „gesellschaftlicher Wirkstoff - als Analogie“ kennzeichnen; keine naturwissenschaftliche Substanz und keine automatische Wirkung.
WirkungspotenzialMöglichkeit, dass unter bestimmten Bedingungen positive, negative, neutrale oder ambivalente Wirkung entsteht. Wirkungspotenzial ist noch keine eingetretene Wirkung.
WirkungschanceTeilmenge des Wirkungspotenzials, bei der eine positive oder schützende Zustandsveränderung möglich ist. Nicht als Garantie verwenden.
WirkungsrisikoMöglichkeit negativer, unerwünschter oder systemisch destabilisierender Wirkung. Risiko umfasst mindestens mögliche Schadensrichtung, Eintrittsunsicherheit und Tragweite.
WirkmechanismusBegründete Annahme darüber, wie und unter welchen Bedingungen ein Auslöser eine Zustandsveränderung hervorrufen kann. Ein Mechanismus ist kein Wirkungsnachweis.
WirkungshypotheseExplizit prüfbare Aussage über einen erwarteten Wirkmechanismus oder eine erwartete Veränderung. Sie nennt Bedingungen, Empfänger, Zeitraum und mögliche Gegenbelege.
FolgencheckVorgelagerte, strukturierte Prüfung möglicher Folgen, Wirkungspotenziale, Risiken, Nebenwirkungen und Datenbedarfe. Er ist kein Ex-post-Wirkungsnachweis.

10.3 Pfade, Netze und öffentliche Resonanz

BegriffFührende Definition und Verwendung
Wirkungspfad / WirkpfadVersionierte und evidenzsensible Darstellung, wie aus einem Auslöser über Mechanismen, Bedingungen und mögliche oder beobachtete Zustandsveränderungen weitere Folgen und Rückkopplungen entstehen können. Kann einen IOOI-kompatiblen Abschnitt enthalten; ist kein Kausalbeweis.
WirkungsketteBewusst linearisierte Abfolge von Auslösern, Leistungen und Veränderungen. Nur verwenden, wenn die Vereinfachung sachlich vertretbar ist; bei komplexen Zusammenhängen besser Wirkungspfad oder Wirkungsnetz.
WirkungsnetzDarstellung mehrerer verbundener Wirkungen, Empfänger, Mechanismen, Nebenfolgen, Wechselwirkungen, Rückkopplungen und Systemebenen.
WirkungskreislaufWiederkehrender Prozess aus Auslöser, Veränderung, Bewertung, Rückkopplung, neuer Entscheidung und Lernen.
WÖk-WirkungsradDidaktisches Kreis- und Systemmodell der WÖk, das den lernenden Zusammenhang von Vorwirkung, Zustandsveränderung, Bewertung, Lenkung, Rückkopplung und neuem Systemzustand visualisiert. Es ist keine eigenständige Evidenzmethode.
WirkungsradarWÖk-Orientierungs- und Analyseinstrument, das Wirkungsfelder, Wirkungspotenziale, Risiken, blinde Flecken, Wirkungspfade und Wissensstände sichtbar macht. Auf der Website bezeichnet es insbesondere das Portal für Fakten, Narrative und öffentliche Wirkungspfade. Nicht als generischen Namen für ein Spinnennetzdiagramm verwenden.
Wirkungsprofil im RadardiagrammGrafische Spinnennetzdarstellung mehrerer Wirkungsfelder oder Potenziale. Ein größerer Ausschlag bedeutet stärkere Ausprägung, nicht automatisch bessere Wirkung.
ResonanzraumSozialer, medialer, kultureller oder emotionaler Raum, in dem Sprache, Bilder, Narrative oder Ereignisse Anschlussfähigkeit erzeugen.
ResonanzprofilMuster der aktivierten emotionalen, sozialen und demokratischen Resonanzen. Es ist keine Personenpsychologie und kein Wirkungsnachweis.
ResonanzrisikoGefahr, dass Sprache, Bilder, Frames oder Plattformlogiken schädliche Resonanzräume verstärken.
NarrativSinn- und Deutungsmuster, das Ereignisse verbindet und Handlungswahrscheinlichkeiten beeinflussen kann. Narrativanalyse untersucht Potenziale und Mechanismen, nicht automatisch eingetretene Individualwirkung.
FrameSprachlicher oder visueller Deutungsrahmen, der Aufmerksamkeit, Kategorien und Interpretation strukturiert. Ein Frame ist ein möglicher Auslöser, nicht die Wirkung selbst.

10.4 Ermittlung, Evidenz und Zurechnung

BegriffFührende Definition und Verwendung
WirkungsanalyseStrukturierte Untersuchung tatsächlicher Wirkungen oder - ex ante - von Potenzialen, Risiken, Mechanismen und Wirkungspfaden. Sie ersetzt keinen empirischen Wirkungsnachweis.
WirkungsermittlungSystematische Gewinnung und Ordnung von Informationen über Umsetzung, Empfänger, Räume, Zustände, Zeit, Reichweite und mögliche Ursachen. Oberbegriff für qualitative und quantitative Vorgehensweisen.
WirkungsfeststellungAussage, dass eine bestimmte Zustandsveränderung in einem definierten Zeitraum und Wirkungsraum beobachtet oder belastbar rekonstruiert wurde.
WirkungsmessungQuantitative Erfassung geeigneter Größen. Der Begriff ist nur zu verwenden, wenn tatsächlich gemessen wird; qualitative oder systemische Untersuchungen heißen Wirkungsanalyse oder Wirkungsermittlung.
WirkungsnachweisPrüfung, ob eine behauptete Zustandsveränderung tatsächlich eingetreten ist. Ein Wirkungsnachweis ist nicht automatisch ein Kausalnachweis.
EvidenzGesamtheit der Daten, Beobachtungen, Studien, Dokumente und begründeten Schlussfolgerungen, die eine Aussage tragen oder begrenzen.
EvidenzgradTransparente Einordnung der Belastbarkeit einer Aussage. Er darf nicht mit Wirkungsrichtung vermischt werden.
WirkungsdatenDaten, die Zustände, Veränderungen, Potenziale, Risiken, Resilienz oder Wirkungsbedingungen erfassbar machen. Berichtsdaten können Wirkungsdaten sein, sind es aber nicht automatisch.
DatenqualitätEignung von Daten für die konkrete Wirkungsfrage, einschließlich Herkunft, Vollständigkeit, Genauigkeit, Aktualität, Vergleichbarkeit, Repräsentativität und Prüfstatus.
BaselineDokumentierter Ausgangszustand vor oder zu Beginn einer Intervention. Ohne Baseline bleibt Veränderung häufig unklar.
GegenfaktumBegründete Vergleichsannahme darüber, was wahrscheinlich ohne die betrachtete Maßnahme oder Entscheidung geschehen wäre.
ZusätzlichkeitTeil einer Veränderung, der ohne den betrachteten Auslöser voraussichtlich nicht, nicht in dieser Stärke oder nicht zu diesem Zeitpunkt eingetreten wäre.
AttributionsforschungWissenschaftliche Untersuchung, wie Ursachen, Beiträge und Verantwortlichkeiten zugeschrieben oder empirisch identifiziert werden. In der WÖk dient sie als Anschlusslinie für Kausalitäts- und Zurechnungsfragen; sie ist kein Ersatz für Wirkungsbewertung.
AttributionKausale oder beitragsbezogene Zuordnung einer beobachteten Zustandsveränderung zu einem Auslöser. Attribution ist von normativer Bewertung zu trennen und nur so präzise zu formulieren, wie das Untersuchungsdesign es trägt.
WirkungszurechnungFaire und nachvollziehbare Zuordnung festgestellter Wirkungen oder Beiträge zu Auslösern und Wirkungsträgern. Sie ist nicht dasselbe wie Bewertung.
Beitrag / ContributionPlausibler Anteil eines Akteurs oder einer Maßnahme an einer Veränderung, wenn eine eindeutige Kausalzurechnung nicht möglich oder nicht angemessen ist.
Zurechnung ohne ScheingenauigkeitPrinzip, Wirkungen nur so genau zuzuordnen, wie Datenlage, Design, Einfluss und Systemkomplexität es erlauben.
ModellannahmeTransparent gesetzte Annahme, die für Szenario, Berechnung oder Ex-ante-Bewertung benötigt wird. Sie muss von empirischem Befund getrennt bleiben.
UnsicherheitBegrenzung des Wissens über Daten, Mechanismen, Entwicklungen, Zurechnung oder Bewertung. Unsicherheit wird ausgewiesen, nicht durch eine präzise Zahl verdeckt.

10.5 Bewertung, Netto-Wirkung und Schutz

BegriffFührende Definition und Verwendung
WirkungsbewertungTransparente Einordnung einer eingetretenen oder ausdrücklich modellierten Zustandsveränderung am offengelegten Referenzrahmen. Feststellung und Bewertung bleiben getrennt.
ReferenzrahmenOffengelegte Ziele, Schutzgüter, Rechte, Schwellen und Standards, anhand derer eine Veränderung eingeordnet wird.
Systemischer WertBedeutung einer Veränderung für Funktionsfähigkeit, Stabilität, Regeneration, Resilienz, Vertrauen und Korrekturfähigkeit eines Systems.
Normativer WertEinordnung einer Veränderung danach, ob sie im Referenzrahmen erwünscht, neutral, problematisch oder unzulässig ist.
Netto-WirkungZusammengeführte, mehrdimensionale Bewertung positiver, negativer, neutraler, ambivalenter und unsicherer Wirkungen unter Berücksichtigung von Systemgrenzen, Verteilung, Zeit, Datenqualität, Nebenfolgen und Wirkungsgrenzen. Keine einfache Addition.
Positive Netto-WirkungZentrale Zielgröße der WÖk. Sie liegt vor, wenn Mensch, Planet und Demokratie insgesamt gestärkt werden, ohne schwere Schäden zu verdecken oder räumlich, sozial oder zeitlich zu externalisieren.
WirkungsgrenzeVorab begründete rote Linie, ab der eine negative Wirkung nicht durch gute Werte an anderer Stelle ausgeglichen werden darf.
NichtkompensationsprinzipSchwere oder grenzverletzende negative Wirkungen dürfen nicht beliebig durch positive Wirkungen in anderen Feldern, Regionen, Zeiten oder Lebenszyklusphasen neutralisiert werden.
Reverse Merit OrderBewertungslogik, nach der das kritischste zentrale Wirkungsfeld oder eine verletzte Wirkungsgrenze die Gesamtbewertung begrenzt. Nicht jedes schwache Mikrofeld blockiert automatisch; entscheidend sind materialitäts- und schutzbezogene Regeln.
ZielkonfliktKonflikt zwischen legitimen Zielen oder Wirkungsrichtungen, der transparent beschrieben, demokratisch abgewogen und möglichst durch bessere Gestaltung verringert wird.
NebenwirkungZusätzliche, häufig unerwünschte, indirekte oder zeitverzögerte Folge eines Auslösers.
WechselwirkungGegenseitiger Einfluss mehrerer Maßnahmen, Systeme, Märkte, Medien oder sozialer Dynamiken.
Rebound-EffektTeilweise oder vollständige Aufhebung einer Verbesserung durch verändertes Verhalten, Mengenwachstum oder Folgeeffekte.
SpilloverWirkung, die über die ursprünglich betrachtete Gruppe, Region, Organisation oder Systemgrenze hinausreicht.
Wirkungsverlagerung / LeakageVerschiebung von Belastung oder Nutzen in andere Regionen, Gruppen, Lebensphasen, Bilanzräume oder Zeiträume.

10.6 Transformation, Resilienz und System

BegriffFührende Definition und Verwendung
TransformationswirkungVeränderung von Regeln, Anreizen, Infrastrukturen, Standards, Märkten, Machtverhältnissen oder Handlungspfaden, die künftige Entscheidungen strukturell beeinflusst. Die Richtung muss gesondert bewertet werden.
SystemwirkungVeränderung von Beziehungen, Rückkopplungen, Funktionen oder Zustandsräumen eines Systems. Nicht jede Systemwirkung ist Transformationswirkung.
Wirkungshebel / SystemhebelEingriffspunkt, an dem eine Veränderung besonders starke, breite oder tiefgreifende Folgen auslösen kann.
PfadabhängigkeitSelbstverstärkende Bindung an frühere Entscheidungen, Infrastrukturen, Standards oder Routinen.
Lock-inVerfestigte Pfadabhängigkeit, die Alternativen erschwert oder verteuert. Ein Lock-in kann resilient und zugleich schädlich sein.
WirkungsarchitekturBetriebssystem der Wirkungsökonomie: Zusammenspiel von Daten, Regeln, Institutionen, Schutzlinien, Anreizen, Preisen, Steuern, Kontrolle, Rückkopplung und Lernen.
SystemarchitekturGestaltbare Struktur eines Systems aus Regeln, Institutionen, Informationsflüssen, Grenzen, Puffern und Rückkopplungen. Nicht mit dem dynamischen Verhalten des Systems gleichsetzen.
ResilienzWertneutrale Fähigkeit eines Systems, Störungen zu verarbeiten, wesentliche Funktionen zu erhalten oder wiederherzustellen und Anpassungs-, Lern- und Transformationsfähigkeit zu bewahren.
SystemresilienzResilienz eines klar abgegrenzten gekoppelten Systems gegenüber benannten Störungen für benannte Funktionen und Betroffene.
WirkungsresilienzNormativ an Mensch, Planet und Demokratie gebundene, lernfähige Systemresilienz ohne Externalisierung von Schäden.
NachhaltigkeitLangfristig gesicherte Wirkungsresilienz des gekoppelten Systems Mensch - Planet - Demokratie innerhalb tragfähiger Grenzen.

10.7 Rückkopplung, Steuerung und Governance

BegriffFührende Definition und Verwendung
WirkungsrückkopplungMechanismus, durch den erkannte und bewertete Wirkung in Preise, Steuern, Kapital, Beschaffung, Förderung, Management, Recht, Regulierung oder politische Entscheidungen zurückgeführt wird.
WirkungslenkungBewusste Gestaltung von Anreizen, Regeln oder Entscheidungen auf Grundlage von Wirkungsbewertung. Rückkopplung beschreibt den Mechanismus, Lenkung die gezielte Steuerungsform.
WirkungssteuerungOberbegriff für Planung, Beobachtung, Bewertung, Entscheidung, Rückkopplung und Verbesserung von Wirkung in Systemen oder Organisationen.
WirkungsmanagementPlanung, Steuerung und Verbesserung von Wirkung in Projekten, Programmen und Organisationen. Es ist enger als Wirkungsarchitektur.
WirkungscontrollingVerbindet Wirkungsdaten, KII, Ziele, Abweichungen und Entscheidungen. Es macht Wirkung prüf- und steuerungsfähig, ohne sie auf eine einzelne Zahl zu reduzieren.
WirkungsmonitoringFortlaufende Beobachtung von Zuständen, Indikatoren, Risiken und Veränderungen über Zeit. Monitoring allein erklärt noch keine Ursachen.
WirkungsgovernanceRegeln, Institutionen, Rollen, Verfahren, Rechte, Kontrollen und Verantwortlichkeiten zur Sicherung der Wirkungslogik.
WirkungsfähigkeitFähigkeit eines Systems oder einer Organisation, erkannte Wirkung tatsächlich in bessere Entscheidungen und veränderte Bedingungen zu übersetzen.
WirkungskompetenzFähigkeit, Wirkung, Potenziale, Risiken, Nebenfolgen, Zielkonflikte, Evidenz und Rückkopplung zu erkennen, zu bewerten und verantwortungsvoll zu gestalten.
WirkungslernenSystematische Nutzung von Abweichungen, Evidenz, Kritik und Rückkopplung zur Korrektur von Annahmen, Methoden und Entscheidungen.
WirkungsberichtDokumentiert festgestellte oder modellierte Wirkung, Datenqualität, Bewertung, Unsicherheit und Rückkopplung. Ein Bericht ist kein Ersatz für Steuerung.
WirkungsregisterVersionierte Daten- und Zuordnungsstruktur für Begriffe, Indikatoren, WÖk-IDs, Benchmarks, Bewertungen, Quellen und Prüfstatus.
WirkungsdatenraumDigitale Infrastruktur, in der Wirkungsdaten sicher, interoperabel, nachvollziehbar, rollenbasiert und zweckgebunden genutzt werden können.
WirkungsauditPrüfung, ob Daten, Methoden, Scorecards, Bewertungen und Nachweise plausibel, nachvollziehbar und regelkonform sind.
WirkungsassuranceUnabhängige Absicherung von Wirkungsinformationen und Bewertungsprozessen mit offengelegtem Prüfungsumfang.
WirkungsratVorgeschlagene unabhängige Institution zur Sicherung, Prüfung, Versionierung und Weiterentwicklung der Wirkungslogik. In öffentlichen Texten als Konzept kennzeichnen, solange keine entsprechende Institution besteht.

10.8 Diagnose- und Leitbegriffe

BegriffFührende Definition und Verwendung
WirkungsblindheitProblemzustand, in dem Aktivität, Kapital, Gewinn, Output oder Reichweite gemessen werden, tatsächliche Folgen aber nicht entscheidungsrelevant sichtbar sind.
WirkungswahrheitAnspruch, dass Preise, Berichte, Aussagen und Kapitalflüsse ihre tatsächlichen Wirkungen möglichst nachvollziehbar abbilden. Kein Wahrheitsmonopol und keine Behauptung vollständiger Erkenntnis.
WirkungsgradVerhältnis zwischen eingesetztem Aufwand und erzielter positiver Netto-Wirkung. Nur mit klarer Einheit, Systemgrenze und Zeitbasis als Kennzahl verwenden; sonst als Ordnungsbegriff.
WirkleistungAnteil einer Aktivität, der tatsächlich positive Zustandsveränderung erzeugt oder negative Veränderung verhindert.
ScheinleistungAktivität, die wie Leistung erscheint, positive Wirkung aber nicht nachweist oder negative Wirkung verdeckt.
BlindleistungSystemischer Aufwand, der Ressourcen bindet, ohne relevante Zustandsverbesserung zu erzeugen, häufig als Reparatur oder Doppelstruktur.
VerlustleistungNegative Nebenwirkungen, Folgekosten oder Systemschäden einer Aktivität oder Struktur.
WirkungswohlstandWohlstand, der auf tragfähigen Zuständen von Mensch, Planet und Demokratie beruht und nicht von ausgelagerten Schäden lebt.
WirkungsgesellschaftNormatives Zukunftsbild einer Gesellschaft, die nicht nur Wissen und Aktivität erzeugt, sondern tatsächliche Folgen systematisch erkennt, bewertet und rückkoppelt. Als WÖk-Konzept, nicht als bereits etablierte historische Epoche formulieren.

10.9 Wissenschaft, Management und Methodensystem

BegriffFührende Definition und Verwendung
WirkungswissenschaftenVon der WÖk vorgeschlagener inter- und transdisziplinärer Bezugsrahmen für die Untersuchung, Bewertung und Rückkopplung von Zustandsveränderungen. Als konzeptionellen Rahmen kenntlich machen.
WirkungsforschungEmpirische, theoretische und systemische Untersuchung von Wirkungen, Mechanismen, Potenzialen, Risiken und Nebenfolgen. Bestehende wissenschaftliche Anschlusslinie, nicht exklusiv WÖk.
Wirkungsökonomisches Managementmodell - WÖMMWÖk-Managementmodell für Organisationen als lernende Wirkungssysteme. Es ordnet Kompass, Wirkungsräume, Managementfelder, Entscheidungstore, Reifegrade und Realisierungsarchitektur.
Wirkungsökonomisches Methodensystem - WÖMSVersioniertes Methodensystem zur Operationalisierung von WÖMM und WÖk. Methoden strukturieren Diagnose, Modellierung, Bewertung, Gestaltung, Entscheidung, Umsetzung und Lernen; sie ersetzen keine Evidenz oder demokratische Legitimation.
WÖk-KompassOrientierungslogik und öffentliches Erklärinstrument, das Entscheidungen an Mensch, Planet und Demokratie, dem Referenzrahmen, Wirkungsgrenzen und positiver Netto-Wirkung ausrichtet. Kein automatischer Score.
WÖk-WirkungscheckStrukturierte, quellen- und evidenzbezogene Prüfung eines Gegenstands nach Potenzial, Wirkpfad, tatsächlicher Veränderung, Bewertung, Schutzgrenzen und Rückkopplung. Ex-ante- und Ex-post-Status müssen sichtbar sein.
FaktencheckPrüft, ob eine Tatsachenbehauptung durch belastbare Quellen gestützt wird. Er beantwortet nicht automatisch die Wirkungsfrage.
Narrativ- und FolgenanalyseUntersucht Deutungsmuster, Resonanzräume, Wirkungspotenziale und mögliche Folgen politischer oder medialer Kommunikation. Keine Absichtszuschreibung und kein individueller Wirkungsnachweis.

10.10 Kennzahlen, Register und Instrumente

BegriffFührende Definition und Verwendung
WirkungsindikatorMess- oder Beobachtungsgröße für einen bestimmten Wirkungsaspekt. Ein Indikator ist ein Hinweis auf Zustände oder Veränderungen, nicht die Wirkung selbst.
Wirkungskennzahl / KII - Key Impact IndicatorWirkungskennzahl zur Beobachtung einer relevanten Zustandsveränderung oder Wirkungsnähe. KPI und KII werden getrennt, aber im Controlling verbunden.
KPI - Key Performance IndicatorKlassische Leistungs-, Prozess-, Output- oder Finanzkennzahl. Sie kann für Wirkung relevant sein, beweist aber keine Wirkung.
WÖk-IDStandardisierte Kennziffer für einen Wirkungsindikator, ein Wirkungsfeld oder eine bewertbare Wirkungseinheit. Keine Personen-ID und kein Social-Credit-Instrument.
ScorecardStrukturiertes Bewertungsraster mit Wirkungsfeldern, Indikatoren, Benchmarks, Datenqualität, Schutzregeln und dokumentierter Herleitung.
FinalScoreTechnischer aggregierter Endwert innerhalb einer klar definierten Scorecard. Kein universeller Wahrheitswert; Grundfelder, Datenqualität und Wirkungsgrenzen bleiben sichtbar.
WirkungsklasseKategorie, die aus einer dokumentierten Wirkungsbewertung abgeleitet wird. Nicht mit steuerlicher Wirkungssteuerklasse verwechseln.
NWI - Netto-Wirkungs-IndexOperative WÖk-Kennzahl oder Profilverdichtung für Netto-Wirkung. Sie verbindet Scorecards, Datenqualität, Mindestbedingungen und Reverse Merit Order. Der NWI misst nicht automatisch Transformation.
IOI - Impact of InvestmentInvestitionsbezogene WÖk-Kennzahl für positive Netto-Wirkung je eingesetzter beziehungsweise diskontierter Einheit. Sie setzt eine tragfähige Wirkungs- und Zurechnungsprüfung voraus und ist nicht IOOI.
T-SROITransformational Social Return on Investment. Kennzahl beziehungsweise Bewertungsrahmen für Transformations- und systemische Hebelwirkung auf Grundlage geprüfter Netto-Wirkung. Kein Ersatz für NWI oder Schutzprüfung.
ROIFinanzielle Renditekennzahl. Sie misst keinen gesellschaftlichen Wirkungswert.
SROIAnschlussmethode zur monetären Bewertung sozialer und weiterer Wirkungen. Monetarisierung bleibt kontext- und annahmenabhängig und darf rote Linien nicht auflösen.
WirkungssteuerVorgeschlagene steuerliche Rückkopplung von Wirkungsbewertung in Preise und Abgaben. Modell- oder Gesetzesentwurfsstatus sichtbar halten.
WirkungshaushaltÖffentliche Haushaltslogik, die Mittel nicht nur nach Ausgabe oder Vollzug, sondern nach Wirkungspotenzial, Wirkung, Risiken, Daten und Rückkopplung betrachtet.
KapitalwirkungZustandsveränderungen, die durch Kapitalallokation, Finanzierung, Kredit, Versicherung oder Investment ausgelöst oder ermöglicht werden.
WirkungskapitalKapital, das gezielt auf positive Netto-Wirkung ausgerichtet und entsprechend geprüft wird.

10.11 Externe Anschlussbegriffe

BegriffFührende Definition und Verwendung
ImpactQuellenabhängiger externer Begriff. Je nach Rahmen bezeichnet er längerfristige, weiterreichende oder systemische Wirkungen. Nie ohne Angabe des verwendeten Begriffsrahmens stillschweigend mit WÖk-Wirkung gleichsetzen.
OutcomeExterner Results-Chain-Begriff für Veränderungen bei Zielgruppen oder Systemen. Kann eine Wirkungsebene bezeichnen, wenn tatsächlich ein Zustand verändert wird.
OutputUnmittelbare Leistung, Produkt oder Ergebnis einer Aktivität. Noch keine Wirkung.
InputEingesetzte Ressourcen wie Geld, Zeit, Personal, Infrastruktur oder Wissen. Noch keine Leistung und keine Wirkung.
IOOIExterne Results-Chain-Logik aus Input, Output, Outcome und Impact. Optionale Teilmethode innerhalb der Wirkungsermittlung; keine WÖk-Gesamtarchitektur.
Theory of ChangeAnschlussmethode zur expliziten Darstellung von Annahmen, Mechanismen, Bedingungen und erwarteten Veränderungen.
ESGKapitalmarktnahe Umwelt-, Sozial- und Governance-Perspektive. Liefert Risiko- und Berichtsdaten, ist aber nicht identisch mit WÖk-Wirkungsbewertung.
ReportingDokumentation und Offenlegung von Daten, Aktivitäten, Ergebnissen oder Wirkungsinformationen. Reporting beschreibt; Rückkopplung verändert.
Doppelte WesentlichkeitAnschlussprinzip, das Wirkungen eines Akteurs auf Umwelt und Gesellschaft sowie finanzielle Auswirkungen externer Entwicklungen auf den Akteur betrachtet. Nicht mit Netto-Wirkung oder Nichtkompensation gleichsetzen.
Digitaler Produktpass - DPPDigitale Infrastruktur für produktbezogene Daten entlang des Lebenszyklus. Er kann Wirkungsdaten transportieren, bewertet sie aber nicht automatisch.

11. Begriffe, die nicht verwechselt werden dürfen

Nicht verwechselnVerbindlicher Unterschied
Wirkung und AbsichtAbsicht beschreibt, was gewollt war. Wirkung beschreibt, was sich tatsächlich verändert hat.
Wirkung und AktivitätAktivität ist das Tun. Wirkung ist die Zustandsveränderung.
Wirkung und OutputOutput ist unmittelbare Leistung. Wirkung beginnt erst bei einer relevanten Zustandsveränderung.
Wirkung und WirkungspotenzialPotenzial ist Möglichkeit. Wirkung ist eingetretene Veränderung.
Wirkungsrisiko und SchadenRisiko ist Möglichkeit. Schaden ist eingetretene negative Wirkung.
Wirkmechanismus und KausalnachweisMechanismus ist eine begründete Erklärung. Nachweis braucht belastbare Evidenz.
Wirkungsfeststellung und WirkungsbewertungFeststellung beschreibt Veränderung. Bewertung ordnet sie am Maßstab ein.
Wirkungsnachweis und WirkungszurechnungNachweis zeigt, dass Veränderung eintrat. Zurechnung fragt, wer oder was dazu beitrug.
Neutral und offenNeutral ist inhaltliche Einordnung. Offen ist unzureichender Wissensstand.
Netto-Wirkung und DurchschnittsscoreNetto-Wirkung berücksichtigt Grenzen, Verteilung, Zeit und Unsicherheit; ein Durchschnitt kann schwere Schäden verdecken.
Netto-Wirkung und TransformationswirkungNetto-Wirkung bewertet das Gesamtprofil. Transformationswirkung fragt nach struktureller Veränderung.
Wirkungsgrenze und ZielkonfliktZielkonflikte können abgewogen werden. Wirkungsgrenzen nicht.
Wirkungsrückkopplung und WirkungslenkungRückkopplung bringt Erkenntnis zurück. Lenkung verändert bewusst Anreize oder Entscheidungen.
Wirkungsmanagement und WirkungsarchitekturManagement steuert Organisationen und Programme. Architektur verändert das Gesamtsystem aus Daten, Regeln und Anreizen.
Wirkungsrad und WirkungsradarWirkungsrad ist das zyklische WÖk-Modell. Wirkungsradar ist ein Orientierungs- und Analyseinstrument.
Wirkungsradar und RadardiagrammWirkungsradar ist ein Instrument beziehungsweise Portal. Die Spinnennetzgrafik heißt Wirkungsprofil im Radardiagramm.
IOOI und IOIIOOI ist eine Results Chain. IOI ist eine Investitionskennzahl.
WÖMM und WÖMSWÖMM ist Managementmodell. WÖMS ist Methodensystem.
Wirkungswissenschaften und WirkungsforschungWirkungswissenschaften sind der vorgeschlagene Oberrahmen. Wirkungsforschung ist die empirisch-theoretische Teildisziplin und Anschlusslinie.
Reporting und RückkopplungReporting informiert. Rückkopplung verändert Regeln, Anreize oder Entscheidungen.

12. Sprachregeln nach Anwendungsfeld

12.1 Allgemeine Website und Einstieg

  • Erst Alltag und Sache erklären, danach den Fachbegriff nennen.
  • In den ersten drei Sätzen Zweck, Nutzen und Wissensstatus klären.
  • Keine Akronyme im Hero, wenn sie nicht unverzichtbar sind.
  • Wirkung nie als automatisch positiv verwenden.
  • Bei jeder positiven Bewertung den Maßstab oder Schutzbezug sichtbar machen.
  • Kurze Sätze, konkrete Verben, keine Begriffsflut.

12.2 Wissenschaft und Methodik

  • Systemgrenze, Baseline, Zeitraum, Empfänger, Datenqualität und Zurechnung benennen.
  • Empirischen Befund, Modellannahme, normative Bewertung und politische Folgerung getrennt ausweisen.
  • Kausalität nur so stark formulieren, wie das Design trägt.
  • Unterschiedliche externe Definitionen von Impact, Outcome oder Nachhaltigkeit quellenbezogen erhalten.
  • WÖk-eigene These als WÖk-These kennzeichnen; Anschlussquellen nicht als nachträglichen Autoritätsbeweis verwenden.

12.3 Politik, Parlament, Medien und Narrative

  • Vor Entscheidungen: Potenziale, Risiken, Mechanismen und modellierte Bewertungen; keine Zukunft als eingetretene Wirkung formulieren.
  • Amtlichen Sachverhalt, WÖk-Analyse, Evidenzstatus und politische Bewertung visuell und sprachlich trennen.
  • Bei Sprache und Narrativen vorrangig von Resonanzräumen, Wirkungspotenzialen, Risiken und plausiblen Wirkungspfaden sprechen.
  • Keine Absicht unterstellen, wenn nur ein Wirkmechanismus analysiert wird.
  • Keine Personen-, Gesinnungs- oder Gesamtleistungsbewertung aus einzelnen Handlungen ableiten.
  • Parlamentarische Terminübersichten heißen Parlamentsradar oder Entscheidungsradar, nicht Wirkungsradar.

12.4 Produkte, Steuern und Daten

  • Demo- und Modellwerte sichtbar kennzeichnen.
  • Datenqualität, Lebenszyklus, Systemgrenze und Benchmark ausweisen.
  • Wirkungsklasse aus dokumentierter Bewertung ableiten, nicht aus Bauchgefühl.
  • Schwere Schäden nicht über Durchschnittswerte verdecken.
  • Steuer- und Gesetzesmodelle als Entwurf, Zielarchitektur oder Arbeitspapier markieren, solange sie kein geltendes Recht sind.

12.5 Management, Kapital und Organisation

  • Aufwand, Output, Kundenwert, Netto-Wirkung und Transformationswirkung getrennt halten.
  • KPI und KII verbinden, aber nicht verwechseln.
  • Finanzielle Rendite nicht als Wirkungsnachweis ausgeben.
  • Reifegrade, Scores und Assessments bewerten Systeme oder Fähigkeiten, nicht Menschen als Personen.
  • WÖMM beschreibt das Managementmodell; WÖMS liefert Methoden zur Operationalisierung.

12.6 KI, Demos und automatisierte Antworten

  • Automatisierte Einordnungen als modellhaft kennzeichnen.
  • Quellen, Datenstand, Annahmen, Unsicherheit und Revisionsweg sichtbar machen.
  • Keine automatische rechtliche, politische oder persönliche Entscheidung behaupten.
  • Begriffe aus derselben zentralen Terminologiequelle laden.
  • Bei Konflikten oder geringer Evidenz an menschliche beziehungsweise fachliche Prüfung verweisen.

12.7 Bessere Formulierungen

Ungenau oder falschPräziser
Wirkung ist gut.Wirkung ist neutral; positive Wirkung stärkt den offengelegten Referenzrahmen.
Wir maximieren Wirkung.Wir richten auf positive Netto-Wirkung für Mensch, Planet und Demokratie aus.
Wir maximieren positive Netto-Wirkung.Wir erhöhen oder verbessern positive Netto-Wirkung unter Wirkungsgrenzen und Nichtkompensation. „Maximieren“ nur bei formal definierten Optimierungsproblemen mit transparenten Nebenbedingungen verwenden.
Das Gesetz wirkt positiv.Unter den genannten Annahmen zeigt der modellierte Wirkpfad positives Wirkungspotenzial.
Das Narrativ hat diese Wirkung.Das Narrativ öffnet einen Resonanzraum und besitzt einen plausiblen Wirkpfad beziehungsweise ein Wirkungsrisiko.
Das Reporting zeigt Wirkung.Das Reporting stellt Daten bereit; Wirkungsanalyse, Bewertung und Rückkopplung machen sie steuerungsrelevant.
Die WÖk erweitert IOOI.Die WÖk kann IOOI als Teilmethode innerhalb der Wirkungsermittlung nutzen.
Der Wirkungsradar zeigt das Spinnennetz.Das Wirkungsprofil wird im Radardiagramm dargestellt.
Keine Daten bedeutet neutrale Wirkung.Die Wirkungseinordnung bleibt offen oder nicht ausreichend bewertbar.
Der Score beweist die Wirkung.Der Score verdichtet eine dokumentierte Bewertung und bleibt von Datenqualität und Schutzgrenzen abhängig.

13. Führende Mini-Definitionen für Hover, Suche und Karten

BegriffMini-Definition
WirkungsökonomieGesellschafts-, Wirtschafts- und Steuerungsmodell, das Wirkung sichtbar macht, bewertet und in Entscheidungen zurückführt.
WirkungTatsächliche Zustandsveränderung bei jemandem oder etwas, in Raum und Zeit.
WirkungspotenzialMöglichkeit, dass unter bestimmten Bedingungen Wirkung entsteht.
WirkungsrisikoMöglichkeit negativer oder destabilisierender Wirkung.
WirkmechanismusBegründete Annahme, wie eine Veränderung entstehen kann.
WirkungspfadPlausibler oder beobachteter Weg von Auslösern zu Veränderungen und Rückkopplungen.
WirkungsnetzDarstellung verbundener Wirkungen, Nebenfolgen und Rückkopplungen.
WirkungsbewertungEinordnung einer eingetretenen oder modellierten Veränderung am offengelegten Referenzrahmen.
Netto-WirkungMehrdimensionale Gesamtbewertung ohne freie Kompensation schwerer Schäden.
Positive Netto-WirkungZielgröße: Mensch, Planet und Demokratie werden insgesamt gestärkt, ohne rote Linien zu verletzen.
WirkungsgrenzeRote Linie, ab der negative Wirkung nicht ausgeglichen werden darf.
Reverse Merit OrderDas kritischste zentrale Wirkungsfeld begrenzt die Gesamtbewertung.
TransformationswirkungVeränderung von Regeln, Anreizen, Infrastrukturen oder Handlungspfaden.
WirkungsrückkopplungMechanismus, durch den bewertete Wirkung Entscheidungen und Anreize verändert.
WirkungsarchitekturGesamtsystem aus Daten, Regeln, Institutionen, Schutz, Anreizen und Lernen.
WirkungsresilienzLernfähige, an Mensch, Planet und Demokratie gebundene Systemresilienz ohne Schadensverlagerung.
NachhaltigkeitLangfristig gesicherte Wirkungsresilienz des gekoppelten Systems Mensch - Planet - Demokratie.
WirkungsradZyklisches WÖk-Modell von Auslöser, Veränderung, Bewertung, Rückkopplung und Lernen.
WirkungsradarOrientierungs- und Analyseinstrument für Wirkungsfelder, Risiken, blinde Flecken und Wirkungspfade.
IOOIExterne Results Chain aus Input, Output, Outcome und Impact; optionale Teilmethode der Wirkungsermittlung.
WÖMMWirkungsökonomisches Managementmodell für Organisationen als lernende Wirkungssysteme.
WÖMSWirkungsökonomisches Methodensystem zur Operationalisierung von Diagnose, Gestaltung, Entscheidung und Lernen.
WirkungswissenschaftenVon der WÖk vorgeschlagener inter- und transdisziplinärer Bezugsrahmen für Wirkung.
WirkungsforschungEmpirische und theoretische Untersuchung von Wirkungen, Mechanismen, Potenzialen und Risiken.
WÖk-IDStandardisierte Kennziffer für Wirkungsindikatoren oder bewertbare Wirkungseinheiten; keine Personen-ID.
NWIOperative Verdichtung von Netto-Wirkung unter Datenqualitäts- und Schutzregeln.
IOIInvestitionsbezogene Wirkungskennzahl; nicht mit IOOI verwechseln.
T-SROIBewertungsrahmen für Transformations- und systemische Hebelwirkung auf Basis geprüfter Netto-Wirkung.

14. Prüfcheckliste für neue Inhalte

  1. Ist klar, ob von Wirkung, Wirkungspotenzial, Wirkungsrisiko oder Wirkmechanismus die Rede ist?
  1. Wird Wirkung als tatsächliche Zustandsveränderung und nicht als Absicht, Aktivität, Output, Reichweite oder Image verwendet?
  1. Sind Wirkungsempfänger, Wirkungsraum, Zeitraum und Ausgangslage erkennbar?
  1. Wird positive Bewertung am offengelegten Referenzrahmen begründet?
  1. Ist SDG+ als WÖk-Erweiterung und nicht als offizielle UN-Kategorie gekennzeichnet?
  1. Bleiben Rechtsrahmen, Staatsziele und technische Standards als eigene Kontextebenen sichtbar?
  1. Sind empirische Feststellung, Modellannahme, normative Bewertung und politische Folgerung getrennt?
  1. Werden neutral, ambivalent und offen unterschieden?
  1. Sind Datenqualität, Evidenzgrad, Gegenfaktum und Zurechnung angemessen benannt?
  1. Wird Kausalität nur so stark formuliert, wie die Evidenz trägt?
  1. Werden Nebenwirkungen, Wechselwirkungen, Rebound, Spillover und Verlagerung geprüft?
  1. Sind Verteilungs- und Zeitwirkungen sichtbar?
  1. Werden Wirkungsgrenzen und Nichtkompensation korrekt angewandt?
  1. Wird Transformationswirkung gesondert von Netto-Wirkung geprüft?
  1. Ist erklärt, welche Rückkopplung oder Lernfolge aus der Analyse entsteht?
  1. Wird IOOI nur als optionale Anschlussmethode und nicht als WÖk-Grundmodell dargestellt?
  1. Werden IOOI und IOI eindeutig getrennt?
  1. Werden Wirkungsrad, Wirkungsradar und Radardiagramm korrekt unterschieden?
  1. Sind WÖMM, WÖMS, Methoden und Werkzeuge hierarchisch richtig eingeordnet?
  1. Werden keine Menschen als Personen bewertet oder gerankt?
  1. Sind Modell-, Demo-, Entwurfs- und Rechtsstatus sichtbar?
  1. Verwendet der Text die zentrale Kurzdefinition statt einer neuen Parallelformulierung?
  1. Versteht ein Mensch ohne WÖk-Vorwissen in den ersten Sätzen, worum es geht?

15. Website-Audit und Migrationsmatrix

Für Version 1.5 wurde die öffentliche Website als Gesamtsystem geprüft: Seiteninventar und Sitemap, zentrale Einstiegsseiten, Glossar-Hub und Begriffsdaten, Methoden- und Werkzeugseiten, WÖMM/WÖMS, Wirkungswissenschaften, Wirkungsradar, Wirkungsfelder, Akademie, Bibliothek, Metadaten sowie das Textredaktionspaket des Parlament-Portals.

Die Prüfung war websiteweit strukturell und terminologisch. Historische Blog- und LinkedIn-Archive bleiben als frühere Veröffentlichungsstände erhalten; sie werden nicht automatisch rückwirkend umgeschrieben. Sobald solche Texte als aktuelle Definition oder Suchantwort dienen, gilt jedoch Version 1.5.

15.1 Gesamtbefund

  • Die zentralen Einstiegsseiten sind in der Grundlogik bereits weitgehend konsistent: Wirkung wird als Zustandsveränderung erklärt, positive Netto-Wirkung als Zielgröße und Rückkopplung als WÖk-Unterschied.
  • Die aktuelle IOOI-Seite ist bereits deutlich verbessert und grenzt unterschiedliche Aufgaben fair ab. Verbleibender Korrekturbedarf besteht dort vor allem in einzelnen Hierarchiesignalen und Metadaten, die IOOI noch zu nah an die WÖk-Grundarchitektur rücken. Deutlicher fehlerhaft sind aktuell der Verstehen-Hub und die Modellseite, auf denen noch Formulierungen wie „IOOI erklärt den Weg. Die WÖk ergänzt den Maßstab“ beziehungsweise ein fest eingebauter „IOOI-Wirkpfad“ im Grundkreislauf stehen.
  • Der aktuelle Glossar-Hub ist sehr umfangreich und besitzt zahlreiche Begriffstypen. Er braucht eine führende, vereinfachte Oberklassifikation und klare Governance, damit parallele Definitionen nicht auseinanderlaufen. Die IOOI-Kategorie „Grundbegriff/Wirkungslogikmodell“ ist auf „Anschlussbegriff/Results-Chain-Methode“ umzustellen.
  • Der Websitebegriff Wirkungsradar hat sich zu einem öffentlichen Analyseinstrument für Fakten, Narrative und Wirkungspfade entwickelt. Die alte Definition als Spinnennetzdiagramm ist daher überholt.
  • WÖMM und WÖMS sind inzwischen eigenständige Systemebenen und müssen im Begriffsleitfaden sichtbar sein.
  • Einige Detailseiten enthalten noch generische oder unpräzise Definitionen, etwa Platzhalter beim NWI oder Formulierungen wie „tatsächliche oder erwartbare Wirkung“. Version 1.5 liefert den verbindlichen Korrekturmaßstab.
  • Mehrere aktuelle Online-Buch- und Fachseiten führen im Terminologiehinweis noch Version 1.0 als Grundlage. Historische Originaldokumente dürfen unverändert bleiben; aktuelle HTML-Seiten und laufende Referenzhinweise sollten auf Version 1.5 umgestellt werden.

15.2 Historische Migrationsmatrix aus Version 1.5 und v1.6

Die folgende Matrix dokumentiert den damaligen v1.5-Migrationsauftrag. Sie ist kein offener v1.7-Release-Tracker. Für neue Inhalte gelten die Ergänzungen v1.6 und v1.7 sowie die aktuellen maschinenlesbaren Qualitätsgates.

Die folgende Matrix dokumentiert den damaligen v1.5-Migrationsauftrag. Sie ist kein offener v1.6-Release-Tracker. Für neue Inhalte gelten die Ergänzung v1.6, die dort genannten amtlichen Quellen und die aktuellen maschinenlesbaren Qualitätsgates.

PrioritätBereichErforderliche Anpassung
P0IOOI-Seite /verstehen/iooi-und-wirkungsoekonomie/Die bereits gute Gegenstandsabgrenzung beibehalten, aber verbleibende Hierarchiesignale bereinigen: IOOI als externe optionale Teilmethode kennzeichnen; Meta-Titel/Formulierungen „was die WÖk ergänzt“ vermeiden; „Vorwirkung, IOOI, ...“ durch „Vorwirkung, Wirkungsermittlung, ...“ ersetzen; Grafik und Alt-Texte entsprechend anpassen.
P0Verstehen-HubTeaser „IOOI erklärt den Weg, WÖk ergänzt den Maßstab“ durch die eigenständige WÖk-Architektur ersetzen. IOOI nur im Bereich Anschlussmethoden nennen.
Erledigt v1.7Live-Fassung BegriffsleitfadenVersion 1.7 ist die führende Fassung; v1.6 und ältere Fassungen bleiben als historische, zitierfähige Entwicklungsstände erhalten.
P0Wirkungspfad im GlossarLineare Definition über Aktivitäten, Outputs und Outcomes ersetzen durch die v1.5-Definition. IOOI-kompatiblen Abschnitt nur optional erwähnen.
P0IOOI im GlossarKategorie von „Grundbegriff/Wirkungslogikmodell“ auf „Anschlussbegriff/Results-Chain-Methode“ ändern; Definition und Querverweise auf v1.5 ausrichten; IOOI und IOI strikt trennen.
P0Wirkungsradar im GlossarAlte Spinnennetzdefinition entfernen. Neue Instrumentdefinition verwenden. Für die Grafik den Begriff „Wirkungsprofil im Radardiagramm“ anlegen.
P0Parlament-PortalTerminübersicht konsequent Parlamentsradar oder Entscheidungsradar nennen; amtlichen Status, Analysestatus, Evidenzstatus und Zurechnung trennen.
P0Zentrale Terminologiequelleassets/js/glossaryTerms.js, Glossar-Datensätze, Tooltips, Suche und KI-Antwortbasis mit v1.5 synchronisieren.
P1WirkungswissenschaftenWirkungswissenschaften als von der WÖk vorgeschlagenen Bezugsrahmen kennzeichnen; Wirkungsforschung als bestehende Anschlussdisziplin und WÖk als Steuerungsmodell trennen.
P1WÖMM/WÖMSDefinitionen und Hierarchie auf Verstehen-, Glossar-, Akademie- und Methodenseiten vereinheitlichen. Versionsabhängige Methoden- oder Canvas-Zahlen nicht in die zeitlose Definition aufnehmen.
P0Modellseite /modell.htmlIOOI aus dem verbindlichen Grundkreislauf lösen. Die Sätze „IOOI erklärt den Wirkpfad. Die WÖk ergänzt ...“ sowie die fest eingebaute IOOI-Stufe ersetzen. WÖk-Gesamtarchitektur eigenständig darstellen; IOOI nur als optionale Anschlussmethode nennen.
P1So-wirkt-SeiteSechs Module beziehungsweise mindestens Evidenz, Zurechnung und Schutzprüfung ergänzen; lineare Grundabläufe als Vereinfachung markieren.
P1NWI, IOI und T-SROIGlossarseiten und Toolseiten auf führende Definitionen bringen; IOOI/IOI-Suchkonflikt vermeiden; NWI-Platzhalter ersetzen.
P1Neutral / offen / ambivalentEigene zentrale Begriffe und Filter anlegen; offene Datenlage darf nicht als neutraler Wert erscheinen.
P1Wirkungsermittlung / WirkungsfeststellungBeide Begriffe als zentrale Methodenbegriffe ergänzen und mit Wirkungsnachweis, Bewertung und Zurechnung verknüpfen.
P1Politik- und MedienseitenErhöhte Evidenzregel anwenden: Potenzial, Risiko, Resonanzraum und Wirkpfad statt ungesicherter Individualwirkung.
P1Produkte, Steuern und DemosModellstatus, Datenqualität, Systemgrenze, Benchmark und Nichtkompensation konsistent anzeigen.
P1AkademieLehrmaterial und Prüfungsfragen an v1.5 angleichen; IOOI als Anschlussmethode, nicht als WÖk-Grundarchitektur lehren.
P1SDGs als Risiko-/ResilienzregisterAuf Einstiegs- und Fachseiten kenntlich machen, dass dies eine WÖk-Lesart der SDGs ist, nicht deren offizieller UN-Status. Agenda 2030/SDGs zugleich als politisch vereinbarten, nicht rechtsverbindlichen Zielrahmen beschreiben.
P1OptimierungsspracheAktuelle redaktionelle Texte nach „Wirkung maximieren“ und „positive Netto-Wirkung maximieren“ prüfen. Ohne formales Optimierungsmodell besser „erhöhen“, „verbessern“ oder „auf positive Netto-Wirkung ausrichten“ schreiben; Wirkungsgrenzen bleiben vorrangig.
P2Metadaten und SuchschichtSEO-Titel, Meta-Descriptions, JSON-LD, OpenGraph, Alt-Texte, llms.txt, Suchindex und interne KI-Prompts terminologisch synchronisieren.
P2Ältere Fachseiten und DownloadsAktuelle Referenzhinweise auf v1.5 umstellen. Historische Textfassungen unverändert lassen und bei Bedarf mit Versionshinweis versehen.
P2Englische EbeneEin verbindliches DE/EN-Termmapping entwickeln; „impact“ nicht pauschal als Übersetzung jedes WÖk-Wirkungsbegriffs verwenden.
P2Glossar-TaxonomieOben fünf bis sieben verständliche Hauptklassen anbieten; detaillierte Fachtaxonomie weiterhin als erweiterte Filterung erhalten.

15.3 Technische Synchronisationsregel

Single Source of Truth

Die Kerndefinitionen werden aus einer zentralen, versionierten Terminologiequelle in Glossar, Hover, Suche, KI, strukturierte Daten und Portale ausgespielt. Manuelle Paralleltexte bleiben nur dort, wo der Kontext eine längere Erklärung benötigt.

15.4 Qualitäts-Gate nach Umsetzung

  • automatischer Suchlauf nach veralteten Formulierungen wie „WÖk ergänzt IOOI“, „IOOI als Wirkpfad der WÖk“ und „Wirkungsradar = Spinnennetzdiagramm“;
  • Linkprüfung für Begriffsdetailseiten und Aliasse;
  • Abgleich von Title, Meta-Description, OpenGraph, JSON-LD und sichtbarem Text;
  • Stichprobe aller Hauptnavigationsbereiche sowie der Portale und Subdomains;
  • Prüfung auf Personenscores, unmarkierte Modellwerte, fehlende Datenqualität und unklare Rechtsstatus;
  • Versionseintrag und Changelog in Glossar, Bibliothek und Downloadseite.

16. Quellen- und Prüfgrundlage

16.1 Interne Wirkungsökonomie-Quellen

  • Natalie Weber: Führender Begriffsleitfaden der Wirkungsökonomie, Version 1.4, 14. August 2026.
  • Natalie Weber: Die neue Ordnung des Wohlstands, Band I und Band II, Druckfassungen 2026.
  • Natalie Weber: WÖk Master Items, Version 1.3 geprüft.
  • Natalie Weber: Nachhaltigkeit als Systemarchitektur und weitere System- und Methodenpapiere.
  • Aktuelle Website wirkungsoekonomie.de, geprüft am 15. August 2026, einschließlich Startseite, Verstehen-Hub, Modellseite, IOOI-Seite, Wirkungswissenschaften, Einwände, Glossar-Hub und Begriffsdetailseiten, Wirkungsradar, WÖMM/WÖMS, Werkzeuge, Institut, Akademie, Fachbibliothek und ausgewählte aktuelle Fach-/Blogseiten.
  • Repository-Inventar, Onlinefassung, Sprach-Audit und Glossar-Integrationsaudit der Website.
  • Textredaktionspaket Wirkungsportal Parlament, Stand 15. August 2026.

16.2 Wissenschaftliche und methodische Anschlussquellen

  • United Nations: Transforming our world: the 2030 Agenda for Sustainable Development, 2015; UN-Hinweis, dass die SDGs politisch vereinbart, aber nicht rechtsverbindlich sind.
  • OECD: Glossary of Key Terms in Evaluation and Results-Based Management for Sustainable Development, Second Edition, 2023; deutsche Ausgabe 2024.
  • PHINEO: Grundbegriffe der Wirkungsorientierung, insbesondere IOOI, Wirkungskette, Wirkungslogik und Theory of Change.
  • Impact Frontiers: Five Dimensions of Impact - What, Who, How Much, Contribution and Risk.
  • Holling, C. S. (1973): Resilience and Stability of Ecological Systems.
  • Carpenter, Walker, Anderies und Abel (2001): From Metaphor to Measurement: Resilience of What to What?
  • Walker, Holling, Carpenter und Kinzig (2004): Resilience, Adaptability and Transformability in Social-Ecological Systems.
  • Folke (2006): Resilience: The Emergence of a Perspective for Social-Ecological Systems Analyses.
  • IPCC (2022): AR6 WGII, Annex II - Glossary, Begriff Resilience.
  • Je nach Anwendung: ESRS, GRI, EU-Taxonomie, LCA, digitale Produktpässe, Menschenrechts- und Fachstandards.

16.3 Wissenschaftliche Selbstbegrenzung

Der Leitfaden macht die WÖk sprachlich konsistent und wissenschaftlich anschlussfähig. Er beweist nicht jede WÖk-These empirisch und ersetzt keine Fachmethodik. Wo Begriffe aus anderen Disziplinen übernommen werden, bleibt deren Quellenbedeutung sichtbar. Wo die WÖk eigene Begriffe prägt oder bestehende Begriffe erweitert, wird dies kenntlich gemacht.

Schlussformel

Wirkung ist neutral. Wirkung ist relational. Wirkung braucht Empfänger, Raum, Zeit, Evidenz und Referenzrahmen. Wirkungspotenzial ist noch keine Wirkung. Ein Wirkmechanismus ist noch kein Nachweis. Bewertung ist nicht Messung. Netto-Wirkung ist keine freie Addition. Zielkonflikte können abgewogen werden; Wirkungsgrenzen nicht. Erkenntnis wird erst durch Rückkopplung steuerungsrelevant. Positive Netto-Wirkung für Mensch, Planet und Demokratie ist die Zielgröße der Wirkungsökonomie.

Version 1.7 ordnet Prüfrahmen objektspezifisch und behauptet keine staatliche Prüfleere.

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