Was ist Wirkungsökonomie?

Was wir tun, verändert die Welt.

Die Wirkungsökonomie ist ein umfassendes Wirtschafts- und Gesellschaftsmodell. Es richtet wirtschaftliche, staatliche und gesellschaftliche Entscheidungen an ihren tatsächlichen Folgen aus: für Menschen, Umwelt und Demokratie. Was Lebensbedingungen verbessert, soll sich lohnen. Schwere Schäden sollen verhindert werden.

Kurz erklärt · 1:16 · Mara & Jonas

Was bietet dir diese Website?

Das Modell, vier Perspektiven und Wege durch die Website.

Mitlesen

Jonas: Wir haben heute die Forschungsarbeiten und die neue interaktive Website zur sogenannten Wirkungsökonomie von Natalie Weber auf dem Tisch.

Mara: Das ist ein umfassendes, offenes Wirtschafts- und Gesellschaftsmodell.

Mara: Der absolute Kernbegriff dabei ist die positive Netto-Wirkung.

Mara: Das Modell fragt: Was verändern unsere Entscheidungen tatsächlich an unseren Lebensgrundlagen?

Jonas: Als ganz normale Bürger seht ihr auf der Plattform dann anhand konkreter Alltagsbeispiele, wie bestimmte Wohnentscheidungen oder Baustoffe direkte Auswirkungen haben.

Mara: Ich stelle mir gerade Journalisten vor.

Mara: Wie hilft die Plattform da weiter?

Jonas: Für solche Fälle gibt es dort das sogenannte Wirkungslexikon.

Jonas: Das ist ein Instrument, mit dem Journalisten und auch Bürger prüfen können, ob politische Behauptungen durch Originalquellen, reale Kontexte und harte Belege überhaupt gedeckt sind.

Jonas: Und auch für die Wissenschaft oder die politische Arbeit gibt es solche spezifischen Zugänge. Etwa konkrete Prüfwege für Gesetzesfolgenabschätzungen.

Mara: Bestehende staatliche Prüfungen werden hier nur objektspezifisch ergänzt.

Jonas: Da können Forscher dann die zugrunde liegenden Methoden kritisch durchleuchten.

Mara: Aber wie starte ich dann am besten, ohne mich zu verlieren?

Jonas: Es gibt Bereiche wie das Verstehen für das theoretische Fundament oder eine Bibliothek für tiefergehende Fachtexte.

Mara: Am besten startest du immer mit einer ganz konkreten Frage.

Quellen & Produktion

Grundlage: veröffentlichte Texte von Natalie Weber. Mara und Jonas sind die synthetischen Stimmen dieses Website-Formats. Mara: weibliche Stimme; Jonas: männliche Stimme. Eigenständiges Format neben dem persönlichen Podcast.

Fassung: 19. Oktober 2026.

Wirtschaft einfach erklärt

Wie werden bessere Alternativen bezahlbarer?

Im T-Shirt-Beispiel verteuert eine gemeinsame Regel die stärker belastende Alternative. Ein finanzierter Wirkungsfonds entlastet die andere tatsächlich beim Kauf. Herstellungskosten und Stücküberschuss bleiben im ersten Vergleich gleich.

Die zwei T-Shirts durchrechnen

Offenes Lernmodell mit Finanzierung, Schutzbedingungen und Grenzen; kein geltender Steuertarif.

Die Grundidee in drei Schritten

Ein Kind möchte sicher über die Straße.

Vor einer Schule fahren morgens viele Autos. Ein Kind wartet am Straßenrand, weil es sich nicht sicher hinübertraut. Die Stadt senkt das Tempo und baut eine gut sichtbare Querung. Das klingt sinnvoll. Aber die entscheidende Frage lautet: Kommt das Kind danach wirklich sicherer zur Schule?

Gedankenexperiment, keine reale Fallstudie.

1 · Ausgangslage

Das Kind wartet.

Es kommt nicht sicher über die Straße. Genau dieser Zustand soll sich verändern.

2 · Maßnahme

Die Stadt handelt.

Sie senkt das Tempo und baut eine sichtbare Querung. Das ist die Maßnahme - noch nicht die Wirkung.

3 · Wirkung prüfen

Kommt das Kind sicher hinüber?

Die Stadt schaut nach: Nutzen Kinder die Stelle sicher und selbstständig? Ist sie auch mit Rollstuhl oder Kinderwagen gut nutzbar? Entsteht an der nächsten Ecke eine neue Gefahr? Wenn nötig, bessert sie nach.

Das ist die Grundidee: Nicht nur zählen, was getan oder gebaut wurde. Prüfen, ob das Leben dadurch wirklich besser wird - und nachbessern, wenn es nicht klappt.

Am vollständigen Beispiel weiterlernen

Von der Wirtschaft bis zum gesellschaftlichen Zusammenleben

Unternehmen, Staat, Institutionen und Zivilgesellschaft gestalten gemeinsam unsere Lebensbedingungen. Die WÖk verbindet deshalb wirtschaftliche Anreize mit demokratischen Regeln, sozialer Teilhabe, Bildung, Gesundheit und ökologischen Lebensgrundlagen. Diese Bereiche beeinflussen sich gegenseitig. Einzelne Kennzahlen und Werkzeuge helfen bei der Prüfung; sie bilden jeweils nur einen Ausschnitt des Gesamtmodells ab.

Drei Beispiele aus Wirtschaft, Staat und Gesellschaft

Unternehmen

Ein Betrieb prüft Einkauf, Arbeitsbedingungen und Lieferketten gemeinsam. Ein günstigeres Produkt ist noch keine Verbesserung, wenn die Kosten auf Beschäftigte oder Umwelt verlagert werden.

Staat und Institutionen

Eine Kommune plant einen Schulweg. Neben Baukosten prüft sie Sicherheit, Zugang, Gesundheit und die Folgen für verschiedene Gruppen. Beobachtungen nach der Umsetzung fließen in weitere Entscheidungen ein.

Gesellschaftliches Zusammenleben

Eine Bürgerinitiative schafft einen Raum für Austausch. Teilnehmerzahlen beschreiben zunächst die Nutzung. Ob Zugang und Mitwirkung tatsächlich besser werden, muss gesondert untersucht werden.

Erfolg soll an realen Verbesserungen erkennbar sein.

Ein günstiger Preis oder ein hoher Gewinn zeigt für sich genommen nicht, welche Folgen andere tragen. Die WÖk will solche Folgen nachvollziehbar in Entscheidungen einbeziehen. Dazu gehört auch, wirksame bestehende Verfahren anzuerkennen und offen zu prüfen, wo eine zusätzliche Verbindung fehlt.

Wirkung bedeutet eine tatsächliche Zustandsveränderung. Sie kann günstig, ungünstig oder neutral sein, je nach Betroffenen, Zeitraum und begründetem Maßstab. Erwartete Veränderungen sind Wirkungspotenzial; mögliche unerwünschte Folgen sind Wirkungsrisiken.

Die Ausgangslage ausführlicher lesen

Wie möchtest du weitergehen?

Ein gemeinsamer Rahmen, viele vorhandene Bausteine.

Die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (SDGs) bleiben der globale Rahmen. SDG+ ist eine eigene Erweiterung der WÖk, etwa für demokratische und institutionelle Schutzräume. Ein Bezug auf ein Ziel beweist noch keine Wirkung.

Die WÖk baut auf bestehenden Ansätzen auf: Nachhaltigkeitsstrategien geben Orientierung, Berichte liefern Daten, Evaluation untersucht Ursachen. Ihr Anspruch ist, Problem, Ziele, Wirkpfade, Systemfolgen, Alternativen und laufendes Lernen mit wirtschaftlichen, staatlichen und gesellschaftlichen Entscheidungen zu verbinden. Wie groß der Zusatznutzen ist, muss sich am konkreten Fall zeigen.

Wie SDGs, DNS, Evaluation und weitere Ansätze zusammenpassen

Was Deutschland bereits prüft

Deutschland besitzt bereits eine Gesetzesfolgen- und Nachhaltigkeitsprüfungsarchitektur. Für Bundesregelungsvorhaben gehören GGO, Nachhaltigkeitsprüfung, eNAP/eGFA und die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie dazu. Für finanzwirksame Bundesmaßnahmen sind § 7 BHO und die VV-BHO zu beachten. Andere Entscheidungstypen haben ihre jeweils anwendbaren Verfahren.

Alternativenvergleich und spätere Überprüfung sind keine Erfindungen der WÖk. Ihre Ergänzung muss am konkreten Gegenstand nachvollziehbar werden.

Bestehende Staatsarchitektur und WÖk-Ergänzung

Deutschland prüft Folgen bereits - aber mit unterschiedlichen Verfahren je nach Entscheidungstyp.

Für Bundesregelungsvorhaben bilden GGO, Gesetzesfolgenabschätzung, Nachhaltigkeitsprüfung und eNAP/eGFA eine institutionalisierte Prüfarchitektur. § 43 GGO umfasst unter anderem Ziel und Notwendigkeit, Sachverhalt und Erkenntnisquellen sowie andere Lösungsmöglichkeiten; § 44 GGO beabsichtigte Wirkungen, unbeabsichtigte Nebenwirkungen und Angaben zur späteren Überprüfung. Für finanzwirksame Maßnahmen verlangt § 7 BHO angemessene Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen. Die VV-BHO zu § 7 konkretisiert für Planung und Erfolgskontrolle unter anderem Ausgangslage und Bedarf, hinreichend konkrete Ziele und Zielkonflikte, Lösungsvergleich sowie Zielerreichungs-, Wirkungs- und Wirtschaftlichkeitskontrolle. Die Wirkungskontrolle fragt nach dem ursächlichen Beitrag und bezieht beabsichtigte und unbeabsichtigte Wirkungen sowie Risiken ein. Die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie (DNS), KSG § 13, KAnG § 8 und sektorale Evaluationsregime bilden weitere, nur bei sachlicher Anwendbarkeit heranzuziehende Schichten.

Die Wirkungsökonomie ersetzt diese Architektur nicht. Sie ergänzt sie um eine durchgängig objektspezifische Verbindung von Problemprüfung, Zielprüfung, expliziten Wirkpfaden (A→M→ΔZ→R), Wirkungen erster bis dritter Ordnung und Kaskaden, Verteilung und Resilienz, Gegenfaktum und Zurechnung, Omissions-/Delivery-/Kohärenzprüfung, strukturiertem Optionsvergleich unter denselben Ziel- und Schutzräumen, Nichtkompensation harter Schutzgrenzen sowie wiederholbarem Reality Check und versionierter Lernschleife.

Ein Bezug zu DNS, SDGs oder Indikatoren ist dabei eine Ziel- und Referenzinformation - kein automatischer Kausalitätsnachweis. Indikator ist nicht Wirkung, Output ist nicht Outcome und Beobachtung ist nicht Zurechnung.

Zur WÖk-Methodik · Zu Daten- und Quellenfunktionen · BHO § 7 · VV-BHO zu § 7 · BMF-Rahmen zwoH

Materialität statt Rechtsform

Warum prüft die WÖk nicht nur Gesetze?

Weil Wirkung nicht an der Rechtsform hängt. Ein Förderprogramm, eine Garantie, eine Infrastrukturinvestition, eine Beschaffungsentscheidung, eine Strategie, eine Verwaltungsentscheidung oder ein langfristiger Vertrag kann größere und längerfristigere Zustandsveränderungen auslösen als manches Gesetz. Deshalb fragt die WÖk zuerst, ob eine staatliche Entscheidung materiell genug für eine systematische Wirkungsprüfung ist. Erst danach wird geklärt, welcher staatliche Prüfrahmen für genau diesen Objekttyp und diese Zuständigkeit gilt.

Deutschland prüft Folgen bereits - aber mit unterschiedlichen Verfahren je nach Entscheidungstyp. Für Bundesgesetze und -verordnungen sind GGO §§ 43/44, Gesetzesfolgenabschätzung, Nachhaltigkeitsprüfung und eNAP/eGFA besonders formalisiert. Für alle finanzwirksamen Maßnahmen verlangt § 7 BHO angemessene Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen; § 7 Absatz 2 BHO verankert dabei ausdrücklich diese Pflicht und die Berücksichtigung der Risikoverteilung. Die VV-BHO konkretisiert Planung, Lösungsvergleich und Erfolgskontrolle einschließlich Zielerreichungs-, Wirkungs- und Wirtschaftlichkeitskontrolle. Die Ziel- und Wirkungsorientierung des Bundeshaushalts (zwoH) entwickelt diese Haushaltsarchitektur weiter.

Die DNS 2025 bezieht auch Strategien, Programme, Ressortaktivitäten und Verwaltungspraxis ein. KSG § 13, KAnG § 8 sowie Vergabe-, Beteiligungs- und Fachrechtsregeln gelten nur, wenn der jeweilige Gegenstand ihren Anwendungsbereich erfüllt. Außerhalb der Bundesrechtsetzung wird keine allgemeine eNAP-Pflicht behauptet. Eine fehlende öffentliche Dokumentation beweist weder fehlende Prüfung noch fehlende Alternativen oder Ex-post-Kontrolle.

Die WÖk legt darüber einen einheitlichen materialitätsbasierten Wirkungsmaßstab. Sie weist für jedes Objekt zuerst den anwendbaren staatlichen Prüfrahmen und dessen öffentlichen Dokumentationsstand aus. Danach zeigt sie unabhängig Konvergenz, zusätzliche Befunde oder begründete Abweichungen entlang derselben Problem-, Ziel-, Wirkpfad-, Options- und Reality-Check-Kette.

Entscheidungen staatseigener oder staatlich dominierter Unternehmen bleiben als Unternehmensentscheidung von Eigentümerrolle, politischer Begleitung und belegbarer staatlicher Zurechnung getrennt. Staatliches Eigentum allein macht eine Unternehmensentscheidung weder zur Ministeriumsentscheidung noch zu einem GGO-/eNAP-pflichtigen Regelungsvorhaben.

GGO §§ 43/44/62 · BHO § 7 · VV-BHO zu § 7 · BMF-Rahmen zwoH · KSG § 13 · KAnG § 8 · Amtliche Quellen und ihre Funktion

Die staatlichen Verfahren und die WÖk-Ergänzung genauer ansehen

Wie Schutzgrenzen und Prioritäten zusammenwirken

Nichtkompensation heißt: Eine verletzte harte Schutzgrenze lässt sich nicht mit Vorteilen an anderer Stelle verrechnen. Reverse Merit Order heißt: Kritische negative Wirkungen werden zuerst bearbeitet und begrenzen eine positive Gesamtbewertung. Es geht um Maßnahmen und ihre Folgen, nicht um Ranglisten von Menschen oder Social Credit.

Lesen, hören und aktuelle Entscheidungen einordnen

Erklärvideo: Zwei Äpfel, ein Preis

Ein ergänzendes Bild dafür, warum gleiche Preise unterschiedliche Folgen verdecken können.

Zum kurzen Website-Rundgang

Im Wirkungsinstitut entsteht

Von der Idee zur öffentlichen Anwendung

Parlament, Wirkungsticker und Umfragen sind Projekte des Wirkungsinstituts. Hier wird sichtbar, was bereits live ist, welche Arbeiten dahinterstehen und was als Nächstes ansteht. Verantwortlich: Natalie Weber.

Alle Projektakten, Konzepte und Arbeitsaufträge · Aktuelle Arbeiten im Institut

Wirkungsportal Parlament

Politische Entscheidungen nach ihrer Wirkung verstehen

Was könnte sich durch ein Gesetz, Programm oder Regierungsvorhaben für Mensch, Planet und Demokratie verändern? Das Portal verbindet amtliche Fakten mit nachvollziehbaren Wirkpfaden, Evidenz, Schutzgrenzen und späteren Reality Checks.

Aktuell

Neues aus der Wirkungsökonomie

Die neuesten Veröffentlichungen, Inhalte und Funktionen aus Website, Akademie, Institut und Wirkungsportal Parlament.

Journal · 22.10.2026

Ein Cappuccino, 500 Millionen Euro - und eine neue Sicht auf unsere Wirtschaft

Was True Pricing im Supermarkt und Impact Due Diligence bei einer niederländischen Bank bereits leisten - und wo die Wirkungsökonomie weiter ansetzt.

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Journal · 21.10.2026

Wirkungsökonomie verändert die Regeln wirtschaftlichen Erfolgs

Warum Marktpreise Folgekosten ausblenden können und wie die Wirkungsökonomie positive Netto-Wirkung, Schutzgrenzen und Rückkopplung zum Maßstab wirtschaftlichen Erfolgs macht.

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Das Wirkungslexikon politischer Sprache: Was Worte vorbereiten können

Einführung in das Wirkungslexikon politischer Sprache: Wie Wirkungskarten Deutungen, Wirkmechanismen, Wirkungspotenziale, Evidenzgrenzen und politische Entscheidungs-Vorwirkungen nachvollziehbar machen.

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Journal · 15.10.2026

Wenn Grausamkeit als Gerechtigkeit gilt

Meinung und Analyse: Wie Feindbilder entstehen, Menschen entwürdigt werden und welche gesellschaftlichen Folgen Polarisierung, Hass und Ausgrenzung haben können.

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Offen entwickelt und überprüfbar

Die Wirkungsökonomie wird von Natalie Weber als offenes Wirtschafts- und Gesellschaftsmodell entwickelt. Sie ist keine bereits eingeführte Gesellschafts- oder Wirtschaftsordnung. Methoden, Vorschläge und Demos haben unterschiedliche Entwicklungsstände; die jeweiligen Seiten nennen ihre Grundlagen und Grenzen.

Den Einstieg als PDF lesen: Wirkungsökonomie einfach erklärt.