Methodik

Daten, Standards und Regularien einfach erklärt

Viele Daten, die für eine Wirkungsbewertung nötig sind, entstehen bereits: in Nachhaltigkeitsberichten, Lieferketten, Produktdaten, digitalen Produktpässen, Finanzsystemen und regulatorischen Standards. Die Wirkungsökonomie baut darauf auf.

Neu ist nicht der Datenberg. Neu ist die Rückkopplung.

Die WÖk ordnet vorhandene Daten nach ihrer Wirkung auf Mensch, Planet und Demokratie, macht sie vergleichbar und übersetzt sie in Scorecards, Wirkungsklassen, Steuerklassen und bessere wirtschaftliche Entscheidungen.

Landkarte

Die WÖk erfindet die Daten nicht neu.

Sie übersetzt bestehende Daten in Wirkung und koppelt sie wirtschaftlich zurück. Die Landkarte zeigt, welche Ebenen dabei zusammenspielen.

1

Globale Ziele

SDGs und SDG+ geben Orientierung: Mensch, Planet und Demokratie.

  • SDGs
  • SDG+
2

Berichtsdaten

Unternehmen berichten strukturierter über Umwelt, Soziales und Governance.

  • CSRD / ESRS
  • GRI / ESG
  • doppelte Wesentlichkeit
3

Produkt und Aktivität

Produkte, Branchen und Lieferketten werden zuordenbar.

  • NACE
  • DPP / Produktdaten
  • EPD / LCA
4

Risiko und Sorgfalt

Finanzierung, Lieferketten und Sorgfaltspflichten werden wirkungsrelevant.

  • EU-Taxonomie
  • CSDDD
  • ESG-Risikodaten
5

WÖk-Übersetzung

Aus Daten werden Indikatoren, Scorecards, Klassen und Rückkopplungen.

  • WÖk-IDs
  • NWI / Reverse Merit Order
  • Steuerklassen und Preise

Von Standards zu Wirkung

Aus Daten wird Steuerungswissen.

Die Stufen zeigen die einfache Übersetzungslogik: Ziele und Daten werden nicht nur gesammelt, sondern in Wirkungsindikatoren, Bewertung und Rückkopplung überführt.

Globale ZieleSDGs und SDG+
BerichtsdatenCSRD, ESRS, GRI, ESG
Produkt- und AktivitätsdatenNACE, DPP, EPD, LCA
WÖk-IndikatorenWÖk-IDs, Einheit, Richtung, Qualität
ScorecardWirkungsfelder von -3 bis +3
NWINetto-Wirkung sichtbar machen
WirkungsklasseBewertung verdichten
Steuerklasse / RückkopplungPreise, Steuern, Kapital, Beschaffung

Quellen- und Standardregister

Welche Standards liefern welche Daten?

Die Einträge erklären kurz, was ein Standard leistet, welche Daten entstehen und wie die Wirkungsökonomie sie nutzt. Die Angaben ersetzen keine Rechtsberatung. Rechtsstand und Anwendungsfristen können sich ändern.

SDGStatus: globaler Zielrahmen - zuletzt geprüft: 2026-05-21

Kurz erklärt: Die Sustainable Development Goals sind 17 globale Ziele der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung.

Welche Daten entstehen? Ziel-, Indikatoren- und Fortschrittsdaten auf globaler, nationaler und teilweise organisatorischer Ebene.

WÖk-Nutzung: Globaler Zielrahmen für Wirkungsfelder, vor allem Mensch und Planet.

Grenze: Die SDGs beschreiben Ziele. Sie legen allein keine Preis-, Steuer- oder Produktbewertung fest.

Offizielle UN-Quelle

SDG+Status: methodischer WÖk-Bezug - zuletzt geprüft: 2026-05-21

Kurz erklärt: SDG+ erweitert die SDGs um Wirkungsfelder, die für die WÖk zentral sind: Demokratie, Medienqualität, Rechtsstaatlichkeit, Diskursfähigkeit, institutionelles Vertrauen und digitale Selbstbestimmung.

Welche Daten entstehen? Demokratie-, Medien-, Vertrauens-, Rechtsstaats- und Diskursindikatoren, soweit sie methodisch belastbar erhoben werden.

WÖk-Nutzung: Ergänzt klassische Nachhaltigkeitsziele um demokratische und mediale Stabilität.

Grenze: SDG+ ist ein WÖk-Erweiterungsrahmen, kein offizielles UN-Zielsystem.

CSRDStatus: geltende EU-Richtlinie, Anwendungsumfang in Bewegung - zuletzt geprüft: 2026-05-21

Kurz erklärt: Die Corporate Sustainability Reporting Directive ist die EU-Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen.

Welche Daten entstehen? Strukturierte Unternehmensdaten zu Umwelt, Sozialem, Governance, Geschäftsmodell, Risiken, Chancen und Auswirkungen.

WÖk-Nutzung: Schafft standardisierte Unternehmensdaten, die für Wirkungsbewertung nutzbar werden.

Hinweis: Rechtsstand und Anwendungsfristen können sich durch EU-Vereinfachungs- und Omnibus-Verfahren ändern.

EU-Kommission zur CSRD · EUR-Lex

ESRSStatus: europäische Berichtsstandards, teils in Vereinfachung - zuletzt geprüft: 2026-05-21

Kurz erklärt: Die European Sustainability Reporting Standards konkretisieren, welche Nachhaltigkeitsinformationen Unternehmen im CSRD-Kontext berichten.

Welche Daten entstehen? Daten zu Umwelt, Sozialem, Governance, Wesentlichkeit, Policies, Maßnahmen, Zielen und Kennzahlen.

WÖk-Nutzung: Liefern strukturierte Daten zu Umwelt, Sozialem, Governance, Wesentlichkeit und Wirkung.

Grenze: ESRS sind Berichtsdaten. Die WÖk ergänzt Bewertung und wirtschaftliche Rückkopplung.

EFRAG Sustainability Reporting · EUR-Lex Delegierte Verordnung

EFRAGStatus: fachlicher Referenzpunkt - zuletzt geprüft: 2026-05-21

Kurz erklärt: Die EFRAG entwickelt technische Entwürfe, Umsetzungshilfen und Materialien zu den ESRS.

Welche Daten entstehen? Keine Unternehmensdaten direkt, sondern Standards, Leitlinien und Umsetzungslogik.

WÖk-Nutzung: Fachlicher Referenzpunkt für ESRS-Struktur, Umsetzung und Datenlogik.

Offizielle EFRAG-Quelle

GRIStatus: freiwilliger globaler Reportingstandard - zuletzt geprüft: 2026-05-21

Kurz erklärt: Die GRI Standards sind ein globaler Rahmen, mit dem Organisationen über ihre Wirkungen auf Wirtschaft, Umwelt und Menschen berichten.

Welche Daten entstehen? Impact-orientierte Berichtsangaben zu Themen wie Emissionen, Arbeit, Menschenrechten, Lieferketten und Governance.

WÖk-Nutzung: Zusätzliche globale Daten- und Strukturquelle für Wirkungsindikatoren, besonders impact-orientiert.

Copyright-Hinweis: Die GRI-Standards werden hier nicht gespiegelt, sondern nur eingeordnet und verlinkt.

Offizielle GRI Standards

ESGStatus: Finanz- und Unternehmenslogik - zuletzt geprüft: 2026-05-21

Kurz erklärt: ESG steht für Environmental, Social und Governance. Es wird vor allem im Finanz- und Unternehmenskontext genutzt, um Nachhaltigkeitsrisiken und Nachhaltigkeitsaspekte zu beschreiben.

Welche Daten entstehen? Risiko-, Rating-, Berichts- und Governanceinformationen.

WÖk-Nutzung: ESG-Daten können Grundlage sein. Die WÖk geht darüber hinaus, indem sie Wirkung wirtschaftlich zurückkoppelt.

EU-TaxonomieStatus: EU-Klassifikationssystem - zuletzt geprüft: 2026-05-21

Kurz erklärt: Die EU-Taxonomie ist ein Klassifikationssystem für ökologisch nachhaltige wirtschaftliche Aktivitäten.

Welche Daten entstehen? Taxonomiefähigkeit, Taxonomiekonformität und Kriterienbezug für nachhaltige Aktivitäten.

WÖk-Nutzung: Orientierung für ökologische Bewertung, Sustainable Finance und Kapitalwirkung.

EU-Kommission zur EU-Taxonomie

NACEStatus: europäische Aktivitätsklassifikation - zuletzt geprüft: 2026-05-21

Kurz erklärt: NACE ist die europäische Klassifikation wirtschaftlicher Aktivitäten.

Welche Daten entstehen? Branchen- und Aktivitätszuordnung für Unternehmen und wirtschaftliche Tätigkeiten.

WÖk-Nutzung: Ordnet Unternehmen, Tätigkeiten, Branchen und Produktgruppen einer wirtschaftlichen Aktivität zu. Wichtig für branchenspezifische Benchmarks und Scorecards.

Eurostat NACE

Digitaler Produktpass / DPPStatus: entstehende EU-Produktdatenlogik - zuletzt geprüft: 2026-05-21

Kurz erklärt: Der Digitale Produktpass speichert und teilt produktbezogene Informationen zu Nachhaltigkeit, Haltbarkeit, Materialien, Umweltaspekten und weiteren Produkteigenschaften.

Welche Daten entstehen? Produktbezogene Material-, Reparatur-, Haltbarkeits-, Kreislauf- und Umweltinformationen.

WÖk-Nutzung: Zentrale Grundlage für produktbezogene Wirkungsdaten, Lebenszyklusdaten und Steuerlogik.

EU-Kommission zum DPP · ESPR bei EUR-Lex

ESPRStatus: geltende EU-Verordnung - zuletzt geprüft: 2026-05-21

Kurz erklärt: Die Ecodesign for Sustainable Products Regulation ist die EU-Verordnung für nachhaltigere Produktgestaltung und Grundlage für den Digitalen Produktpass.

Welche Daten entstehen? Produktbezogene Nachhaltigkeitsinformationen zu Design, Materialien, Haltbarkeit, Reparierbarkeit und Kreislauffähigkeit.

WÖk-Nutzung: Schafft produktbezogene Nachhaltigkeitsinformationen, die in WÖk-Scorecards einfließen können.

ESPR bei EUR-Lex

CSDDDStatus: EU-Richtlinie, nationale Umsetzung folgt - zuletzt geprüft: 2026-05-21

Kurz erklärt: Die Corporate Sustainability Due Diligence Directive betrifft unternehmerische Sorgfaltspflichten für Menschenrechte und Umwelt in Unternehmenstätigkeiten und Wertschöpfungsketten.

Welche Daten entstehen? Risiko-, Sorgfalts-, Abhilfe- und Monitoringdaten in Wertschöpfungsketten.

WÖk-Nutzung: Relevante Quelle für Lieferkettenwirkung, Sorgfaltspflichten, Risiken und negative Wirkungen.

EU-Kommission zur CSDDD · EUR-Lex

Doppelte WesentlichkeitStatus: CSRD-/ESRS-Prinzip - zuletzt geprüft: 2026-05-21

Kurz erklärt: Doppelte Wesentlichkeit betrachtet sowohl finanzielle Auswirkungen auf das Unternehmen als auch Auswirkungen des Unternehmens auf Umwelt, Menschen und Gesellschaft.

Welche Daten entstehen? Verknüpfte Informationen zu Impact Materiality und Financial Materiality.

WÖk-Nutzung: Brücke zwischen Unternehmenssicht und Wirkungslogik.

EPDStatus: produktbezogene Umweltdeklaration - zuletzt geprüft: 2026-05-21

Kurz erklärt: Environmental Product Declarations sind Umweltproduktdeklarationen mit produktbezogenen Lebenszyklusinformationen.

Welche Daten entstehen? Umweltindikatoren über Lebenszyklusphasen, häufig für Bauprodukte, Materialien und Industrieprodukte.

WÖk-Nutzung: Relevante Quelle für Produktwirkung, insbesondere bei Bauprodukten, Materialien und Industrieprodukten.

International EPD System

LCAStatus: etablierte Umweltbewertungsmethode - zuletzt geprüft: 2026-05-21

Kurz erklärt: Life Cycle Assessment bezeichnet die Lebenszyklusanalyse eines Produkts von Rohstoff über Nutzung bis Entsorgung.

Welche Daten entstehen? Umweltwirkungen entlang des Lebenszyklus, etwa Klima, Wasser, Ressourcen, Emissionen und Abfall.

WÖk-Nutzung: Grundlage für produktbezogene Umweltwirkung, aber in der WÖk um Mensch, Demokratie und Rückkopplung erweitert.

ISO 14040 Überblick

GHG ProtocolStatus: globaler Emissionsstandard - zuletzt geprüft: 2026-05-21

Kurz erklärt: Das Greenhouse Gas Protocol ist ein Standardrahmen zur Bilanzierung von Treibhausgasemissionen.

Welche Daten entstehen? Scope-1-, Scope-2- und Scope-3-Emissionsdaten.

WÖk-Nutzung: Relevante Quelle für Klima- und Emissionsindikatoren.

Offizielle Quelle

ILOStatus: internationale Arbeitsnormen - zuletzt geprüft: 2026-05-21

Kurz erklärt: Die International Labour Organization setzt internationale Arbeitsnormen.

Welche Daten entstehen? Referenzen zu Arbeitsrechten, Kinderarbeit, Zwangsarbeit, Arbeitsschutz, Löhnen und menschenwürdiger Arbeit.

WÖk-Nutzung: Referenz für Arbeit, Fairness, Arbeitsrechte, Kinderarbeit, Zwangsarbeit und menschenwürdige Arbeit.

Offizielle ILO-Quelle

WHOStatus: globale Gesundheitsreferenz - zuletzt geprüft: 2026-05-21

Kurz erklärt: Die World Health Organization ist eine zentrale Referenz für Gesundheit, Public Health und gesundheitliche Risiken.

Welche Daten entstehen? Gesundheitsindikatoren, Risikoberichte, Leitlinien und Belastungsdaten.

WÖk-Nutzung: Referenz für Gesundheitswirkung und Gesundheitsindikatoren.

Offizielle WHO-Quelle

IPCCStatus: wissenschaftliche Klimareferenz - zuletzt geprüft: 2026-05-21

Kurz erklärt: Der Intergovernmental Panel on Climate Change ist die zentrale wissenschaftliche Referenz zu Klimawandel.

Welche Daten entstehen? Synthesen zu Klimawirkung, Emissionspfaden, Risiken, Anpassung und Schadensfolgen.

WÖk-Nutzung: Referenz für Klimawirkung, Emissionen, Anpassung und Risiken.

Offizielle IPCC-Quelle

IPBESStatus: wissenschaftliche Biodiversitätsreferenz - zuletzt geprüft: 2026-05-21

Kurz erklärt: IPBES ist die wissenschaftlich-politische Plattform zu Biodiversität und Ökosystemleistungen.

Welche Daten entstehen? Bewertungen zu Biodiversität, Ökosystemleistungen, Naturkapital und Verlustursachen.

WÖk-Nutzung: Referenz für Biodiversität, Ökosysteme, Naturkapital und planetare Risiken.

Offizielle IPBES-Quelle

Begriffslandkarte

Wie die Begriffe zusammenhängen

Die Karte zeigt die Beziehungen als einfache Übersetzungslogik. Sie ist kein vollständiges Rechts- oder Datenmodell, sondern ein methodischer Einstieg.

SDGs / SDG+geben Zielrahmen
CSRDschafft Berichtspflicht
ESRSkonkretisieren Datenanforderungen
GRIergänzt globale Impact-Berichterstattung
NACEordnet wirtschaftliche Aktivitäten
DPPliefert Produktdaten
CSDDDliefert Lieferketten- und Sorgfaltslogik
WÖk-IDsübersetzen Daten in Wirkungsindikatoren
Scorecardsbewerten Wirkungsfelder
NWIfasst Netto-Wirkung zusammen
Reverse Merit Orderverhindert Schönrechnen
Wirkungssteuerkoppelt Wirkung wirtschaftlich zurück

Beispiele

So wird aus Daten ein Wirkungsindikator.

Beispielindikator

CO2e pro Produkteinheit

Quelle
ESRS E1, GRI 305, Produktdaten, Digitaler Produktpass
Wirkungsraum
Planet
Wirkungsfeld
Klima
Einheit
kg CO2e pro Produkteinheit
Bewertungsrichtung
Niedriger ist besser
Datenqualität
gemessen, berichtet oder geschätzt
Scorecard
-3 bis +3
Rückkopplung
Die Wirkungsklasse kann eine Steuerklasse beeinflussen.

Beispielindikator

Arbeitsrechte in der Lieferkette

Quelle
CSDDD, ILO, Lieferkettendaten, ESRS S2
Wirkungsraum
Mensch
Wirkungsfeld
Arbeit und Fairness
Indikatoren
Kinderarbeit, Zwangsarbeit, existenzsichernde Löhne, Arbeitsschutz
Bewertungsrichtung
Bessere Arbeitsbedingungen bedeuten bessere Wirkung.
Schutzregel
Schwere Menschenrechtsverletzungen können nicht durch gute Klimawerte ausgeglichen werden.

Datenqualität

Unsicherheit wird markiert, nicht versteckt.

Nicht alle Daten sind gleich belastbar. Die WÖk unterscheidet, ob Werte gemessen, berichtet, plausibilisiert, branchenspezifisch geschätzt oder nur als Archetyp angenähert sind.

Agemessen und geprüft
Bberichtet und plausibilisiert
Cbranchenspezifischer Benchmark
DArchetyp oder Näherung
Eunklar oder nicht ausreichend

Einordnung

Methodik, keine Rechtsberatung

Diese Seite erklärt Standards und Regularien im Kontext der Wirkungsökonomie. Sie ist keine Rechtsberatung und ersetzt keine Prüfung gesetzlicher Berichtspflichten.

Vertiefung: Von Daten zum Steuersatz, Datenbasis und Methodik, Glossar zu Daten und Standards.