Methodik · Datenbasis
Datenbasis und Methodik der Wirkungsökonomie
Die Wirkungsökonomie setzt auf vorhandenen Daten- und Prüfstrukturen auf. Relevante Informationen entstehen bereits heute in Nachhaltigkeitsberichten, Lieferketten, Produktdaten und Standards - aber auch in der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie, im DNS-Indikatorenmonitoring von Destatis sowie in Gesetzesfolgenabschätzung und Nachhaltigkeitsprüfung des Bundes.
Der Unterschied liegt nicht darin, noch mehr Daten zu sammeln. Entscheidend ist, vorhandene Daten so zu ordnen, dass Wirkung, Risiko und Rückkopplung steuerbar werden.
Der Bewertungsrahmen ist keine persönliche Moral. Global dienen SDGs und Agenda 2030 als Referenz; für Deutschland kommt die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie mit Zielen, Indikatoren und Monitoring hinzu. SDG+ ist eine WÖk-eigene Erweiterung für zusätzliche demokratische, mediale, rechtliche und digitale Wirkungsräume. Referenz und Wirkung bleiben getrennt: Zielbezug ist kein Kausalitätsnachweis.
Quellenregister
Bestehende Daten werden anschlussfähig gemacht.
Die Tabelle zeigt, welche Standards und Datenquellen für die Wirkungsökonomie relevant sind. Sie ersetzt keine Originalstandards. Verlinkt wird auf offizielle Quellen.
Mapping-Register
Wie externe Daten zu WÖk-Indikatoren werden.
Externe Daten werden nicht einfach übernommen. Sie werden einem Wirkungsraum, einem Unterfeld, einer Einheit, einer Bewertungsrichtung und einer Datenqualitätsklasse zugeordnet.
Bewertungslogik
Von Rohdaten zur Rückkopplung
Die Wirkungsökonomie arbeitet mit einer nachvollziehbaren Kette. Jede Stufe macht sichtbar, was aus den Daten wird und wo Unsicherheit bleibt.
Vertiefung: Von Daten zum Steuersatz und Prozesslogik des Modells.
Beispielindikator
WÖk-ID: Treibhausgasemissionen pro Produkteinheit
Diese Karte zeigt beispielhaft, wie ein Indikator dokumentiert werden kann. Sie ist keine amtliche Bewertung.
WOK-PLANET-KLIMA-001
Treibhausgasemissionen pro Produkteinheit
- Wirkungsraum
- Planet
- Unterfeld
- Klima
- Mögliche Datenquellen
- ESRS E1, GRI 305, Produktdaten, digitaler Produktpass
- Einheit
- kg CO₂e pro Produkteinheit
- Bewertungsrichtung
- niedriger ist besser
- Datenqualität
- A bis D, je nach Messung, Prüfung und Plausibilisierung
- Score
- -3 bis +3
Beispielhafte Logik - keine amtliche Bewertung.
Beispiele
Von Daten zu Wirkungsklassen
Die Beispiele sind Demonstrationsmodelle. Sie zeigen Datenquellen, Annahmen, Scorecard, Wirkungsklasse und mögliche Steuerklasse, ohne eine amtliche Einstufung zu behaupten.
Produktwirkung
Apfel und T-Shirt
Produktdaten, Lieferketten, CO₂, Wasser, Arbeit, Gesundheit und Scorecard-Logik.
Simulator öffnenUnternehmen
Polyamid / Konzernbeispiel
Reportingdaten, Lieferketten, Investitionswirkung, Resilienz und Transformationsfähigkeit.
Materialien ansehenSDG+ Demokratie
Medienwirkung und Narrative
Sprache, Wirkungspotenziale, Resonanzräume, Vertrauen und demokratische Stabilität.
Narrativanalyse öffnenDatenqualität und Unsicherheit
Unsicherheit wird sichtbar markiert.
Nicht alle Daten sind gleich belastbar. Die WÖk soll transparent zeigen, ob ein Wert gemessen, berichtet, geschätzt oder modelliert ist.
Keine Parallelbürokratie
Neu ist nicht der Datenberg. Neu ist die Rückkopplung.
Die Wirkungsökonomie will nicht für jede Entscheidung neue Datenberge erzeugen. Sie nutzt Daten, die ohnehin in Unternehmen, Lieferketten, Berichten, Produktpässen, Finanz- und Risikosystemen entstehen. Neu ist, dass diese Daten nicht nur beschrieben werden. Sie verändern Preise, Steuern, Kapitalzugang, Beschaffung und Entscheidungen.
Einordnung: Wirkungsökonomie im Vergleich, Downloads und Arbeitspapiere, Akademie Teil III - Maßstab und Bewertung.
Hinweis
Methodik, keine amtliche Festsetzung
Diese Seite dokumentiert die Methodik und Datenlogik der Wirkungsökonomie. Sie ersetzt keine amtliche Steuerfestsetzung, keine gesetzliche Bewertung und keine Prüfung durch Behörden. Beispiele dienen der Veranschaulichung.
Weiterlesen im Journal
Vertiefende Journalartikel
Die Architektur der europäischen Nachhaltigkeitsregulierung
Beitrag lesenCSRD als strategischer Wendepunkt
Beitrag lesenDatenstandards statt Doppelerhebung
Anwendungsraum öffnenBestehende Staatsarchitektur und WÖk-Ergänzung
Deutschland prüft Folgen bereits - aber mit unterschiedlichen Verfahren je nach Entscheidungstyp.
Für Bundesregelungsvorhaben bilden GGO, Gesetzesfolgenabschätzung, Nachhaltigkeitsprüfung und eNAP/eGFA eine institutionalisierte Prüfarchitektur. § 43 GGO umfasst unter anderem Ziel und Notwendigkeit, Sachverhalt und Erkenntnisquellen sowie andere Lösungsmöglichkeiten; § 44 GGO beabsichtigte Wirkungen, unbeabsichtigte Nebenwirkungen und Angaben zur späteren Überprüfung. Für finanzwirksame Maßnahmen verlangt § 7 BHO angemessene Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen. Die VV-BHO zu § 7 konkretisiert für Planung und Erfolgskontrolle unter anderem Ausgangslage und Bedarf, hinreichend konkrete Ziele und Zielkonflikte, Lösungsvergleich sowie Zielerreichungs-, Wirkungs- und Wirtschaftlichkeitskontrolle. Die Wirkungskontrolle fragt nach dem ursächlichen Beitrag und bezieht beabsichtigte und unbeabsichtigte Wirkungen sowie Risiken ein. Die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie (DNS), KSG § 13, KAnG § 8 und sektorale Evaluationsregime bilden weitere, nur bei sachlicher Anwendbarkeit heranzuziehende Schichten.
Die Wirkungsökonomie ersetzt diese Architektur nicht. Sie ergänzt sie um eine durchgängig objektspezifische Verbindung von Problemprüfung, Zielprüfung, expliziten Wirkpfaden (A→M→ΔZ→R), Wirkungen erster bis dritter Ordnung und Kaskaden, Verteilung und Resilienz, Gegenfaktum und Zurechnung, Omissions-/Delivery-/Kohärenzprüfung, strukturiertem Optionsvergleich unter denselben Ziel- und Schutzräumen, Nichtkompensation harter Schutzgrenzen sowie wiederholbarem Reality Check und versionierter Lernschleife.
Ein Bezug zu DNS, SDGs oder Indikatoren ist dabei eine Ziel- und Referenzinformation - kein automatischer Kausalitätsnachweis. Indikator ist nicht Wirkung, Output ist nicht Outcome und Beobachtung ist nicht Zurechnung.
Zur WÖk-Methodik · Zu Daten- und Quellenfunktionen · BHO § 7 · VV-BHO zu § 7 · BMF-Rahmen zwoH