Begrifflicher Leseschlüssel

Glossar der Wirkungsökonomie

Wirkung ist kein Schlagwort. Dieses Glossar erklärt zentrale Begriffe der Wirkungsökonomie und grenzt Wirkung, Output, Wirkungspotenzial, Wirkungsmanagement und Wirkungsarchitektur sauber voneinander ab.

Orientierung

Drei Zugänge zur Begriffswelt

Die Wirkungsökonomie fragt, ob Produkte, Unternehmen, Kapital, Medien und politische Entscheidungen Mensch, Planet und Demokratie stärken oder schädigen. Erst danach erklärt der Leseschlüssel die Fachbegriffe, Kurzformen und Instrumente.

Begriffsstrategie

Wenige starke Begriffe statt Begriffsflut

Die Wirkungsökonomie erfindet nicht für jedes Problem ein neues Wort. Sie nutzt vorhandene Anschlussbegriffe, präzisiert unscharfe Begriffe und verankert nur wenige WÖk-Prägungsbegriffe konsequent.

A · Anschlussbegriffe

Bestehende Standards anschließen.

SDGs, Agenda 2030, CSRD, ESRS, GRI, EU-Taxonomie, NACE, Digitaler Produktpass, ESG, Reporting, Impact, Nachhaltigkeit und Transformation werden nicht neu erfunden, sondern sauber erklärt und mit der WÖk verbunden.

B · Präzisierungsbegriffe

Unscharfe Wörter schärfen.

Wirkung, Wirkungspotenzial, Netto-Wirkung, Wirkungsrisiko, Wirkungsraum, Resonanzraum, Wirkungsbewertung, Wirkungslenkung, Wirkungsarchitektur, Wirkungskompetenz und Wirkungsmanagement werden enger definiert.

C · WÖk-Prägungsbegriffe

Die eigene Logik wiedererkennbar machen.

Wirkungsblindheit beschreibt das Problem. Wirkungswahrheit beschreibt den Anspruch. Wirkungsrückkopplung beschreibt den Mechanismus. Wirkungsgrenze schützt vor Schönrechnen. Positive Netto-Wirkung bleibt die Zielgröße.

Basisbegriff

Wirkungsökonomie

Der zentrale Einstieg in die Begriffswelt. Von hier aus führen die weiteren Begriffe in Methode, Bewertung und Anwendung.

Definition

Wirkungsökonomie

Die Wirkungsökonomie ist ein Wirtschafts- und Gesellschaftsmodell, das Erfolg nicht nur an Geld, Gewinn oder Wachstum misst, sondern an der Wirkung auf Mensch, Planet und Demokratie. Produkte, Unternehmen, politische Entscheidungen, Medien und Kapital werden danach bewertet, ob sie Zukunft stärken oder schädigen. Positive Netto-Wirkung soll sich lohnen, schädliche Wirkung soll sichtbar und teurer werden.

Die Wirkungsökonomie verbindet dafür Wirkungsmessung, transparente Daten und neue Anreizsysteme miteinander. Ziel ist eine Ordnung, in der Preise, Steuern, Investitionen und Entscheidungen nicht nur Kapitalströmen folgen, sondern zur Stabilität von Gesellschaft, Umwelt und Demokratie beitragen.

Kapital, Märkte und Wettbewerb bleiben erhalten - aber sie erhalten einen neuen Kompass: Wirkung statt reine Verwertbarkeit.

Wirkung verstehen

Wirkung, Wirkungsmanagement und Wirkungsökonomie

In der Wirkungsökonomie ist Wirkung kein Schlagwort. Wirkung bezeichnet die tatsächliche Veränderung von Zuständen - positiv, negativ oder neutral. Sie braucht immer einen Bezugspunkt und einen Referenzrahmen. Dieses Glossar erklärt die wichtigsten Begriffe und grenzt klassisches Wirkungsmanagement von der Wirkungsökonomie ab.

Klassisches Wirkungsmanagement

Programme besser beobachten.

  • betrachtet meist einzelne Programme, Projekte oder Organisationen
  • arbeitet häufig mit Zielen, Kennzahlen und Evaluationen
  • misst häufig Output, Ergebnisindikatoren oder Zielerreichung
  • bleibt häufig linear: Input -> Maßnahme -> Ergebnis
  • dient häufig Reporting, Controlling oder Fördermittelsteuerung

Wirkungsökonomie

Systeme nach Wirkung steuern.

  • betrachtet Wirkung als gesellschaftliche Steuerungsgröße
  • unterscheidet Handlung, Output, Wirkungspotenzial und Wirkung
  • bewertet Wirkung erster, zweiter und dritter Ordnung
  • berücksichtigt Rückkopplungen, Nebenwirkungen und Interdependenzen
  • arbeitet mit Netto-Wirkung, Nicht-Kompensation und Wirkungsarchitektur
  • verbindet Wirkung mit Preisen, Steuern, Kapitalflüssen, Regeln und Institutionen
Grafik zur Unterscheidung von Wirkungspotenzial, Wirkung, Wirkungsbewertung und Netto-Wirkung.
Die Grafik trennt Möglichkeit, eingetretene Veränderung und Bewertung im Referenzrahmen der WÖk.

Begriffsklärung

Wirkung ist neutral und relational

Wirkung ist zunächst neutral. Sie beschreibt, dass sich Zustände verändern. Diese Veränderung kann für einzelne Akteure vorteilhaft und für andere schädlich sein. Die Wirkungsökonomie bewertet Wirkung deshalb nicht nach persönlicher Moral, sondern an einem nachvollziehbaren Referenzrahmen: den SDGs der Agenda 2030 und den SDG+-Dimensionen Demokratie, Medienqualität, Rechtsstaatlichkeit, Diskursfähigkeit und gesellschaftlicher Zusammenhalt. Positiv ist eine Wirkung, wenn sie auf diesen Rahmen einzahlt. Negativ ist sie, wenn sie ihn schwächt.

Wirkung ist nie abstrakt. Sie beschreibt eine Zustandsveränderung aus einem bestimmten Bezugspunkt. Was für eine Gruppe, ein Unternehmen oder eine Art kurzfristig vorteilhaft wirkt, kann für andere Menschen, andere Lebewesen, Ökosysteme oder demokratische Stabilität schädlich sein. Die Wirkungsökonomie bewertet Wirkung deshalb am Maßstab Mensch, Planet und Demokratie - und fragt nach der positiven Netto-Wirkung des Gesamtsystems.

Wirkung braucht Bezug

Fünf Fragen vor jeder Bewertung.

  • Wirkung für wen?
  • Wirkung worauf?
  • Wirkung in welchem Zeitraum?
  • Wirkung auf welcher Systemebene?
  • Wirkung gemessen an welchem normativen Maßstab?

Bewertet wird am Maßstab der SDGs, der Agenda 2030 und SDG+.

Was meint positive Wirkung?

Nicht jeder Einzelvorteil ist systemisch positiv.

Positive Wirkung bedeutet in der Wirkungsökonomie nicht: Irgendjemand profitiert. Positive Wirkung bedeutet: Eine Handlung, ein Produkt, ein Unternehmen, eine politische Entscheidung oder Kommunikation zahlt auf die globalen Nachhaltigkeitsziele und die Stabilität von Mensch, Planet und Demokratie ein.

Die Zielgröße bleibt positive Netto-Wirkung: positive und negative Wirkungen werden zusammen gelesen, Schutzregeln verhindern die Kompensation kritischer Schäden.

Negative Wirkung entsteht, wenn diese Grundlagen geschwächt werden: etwa durch Umweltzerstörung, Ausbeutung, Gesundheitsrisiken, Desinformation, Entsolidarisierung oder demokratische Destabilisierung.

Beispiel

Borkenkäfer und Klimawandel.

Wärmere und trockenere Bedingungen können Borkenkäferpopulationen kurzfristig begünstigen, weil geschwächte Bäume anfälliger werden. Aus Sicht der Käferpopulation erscheint das vorteilhaft. Für Waldökosysteme, Biodiversität, Wasserhaushalt, CO2-Speicherung und langfristige Stabilität ist es jedoch schädlich. Genau deshalb bewertet die Wirkungsökonomie nicht isolierte Einzelvorteile, sondern Systemwirkung.

Kann dieselbe Wirkung für die einen positiv und für andere negativ sein?

Ja. Wirkung ist relational. Eine Veränderung kann für ein Unternehmen, eine Gruppe oder eine Art kurzfristig vorteilhaft sein und für andere Menschen, Tiere, Ökosysteme oder demokratische Stabilität schädlich wirken. Deshalb fragt die Wirkungsökonomie immer: Wirkung für wen, worauf, in welchem Zeitraum und auf welcher Systemebene? Bewertet wird nicht der isolierte Einzelvorteil, sondern die positive Netto-Wirkung für Mensch, Planet und Demokratie.

Wer entscheidet, was positive Wirkung ist?

Die Wirkungsökonomie bewertet Wirkung nicht nach persönlicher Moral. Grundlage sind die SDGs der Agenda 2030 - also ein global verhandelter Zielrahmen - und die SDG+-Dimensionen der Wirkungsökonomie. Positiv eingeordnet wird, was Mensch, Planet und Demokratie stärkt. Negativ eingeordnet wird, was diese Grundlagen schwächt.

Ist das nicht trotzdem moralisch?

Die WÖk ist normativ, aber nicht willkürlich moralisch. Jede Gesellschaft braucht Maßstäbe. Die Wirkungsökonomie nimmt dafür keinen privaten Geschmack, sondern einen öffentlichen, global verhandelten und wissenschaftlich unterlegten Referenzrahmen: SDGs, Agenda 2030 und SDG+.

Wirkung verstehen

Die Medikamenten-Analogie: Wirkung ist nicht automatisch gut

Ein hilfreiches Bild, um Wirkung besser zu verstehen, ist die Analogie zu Medikamenten. Ein Medikament enthält einen Wirkstoff. Dieser Wirkstoff ist aber nicht gleichbedeutend mit Heilung. Er hat zunächst ein Wirkungspotenzial. Ob daraus erwünschte Wirkung, Nebenwirkung, Wechselwirkung oder schädliche Wirkung entsteht, hängt von vielen Faktoren ab: Dosis, Anwendung, Körper, Vorerkrankungen, Wechselwirkungen und Kontext.

Genauso ist es in der Wirkungsökonomie.

Ein Förderprogramm, ein Gesetz, ein Produkt, ein Steuersatz, eine Technologie oder eine politische Kommunikation kann als gesellschaftlicher Wirkstoff (Analogie) verstanden werden. Es kann etwas auslösen. Aber es ist noch nicht automatisch Wirkung. Es besitzt zunächst Wirkungspotenzial.

Erst wenn sich ein Zustand tatsächlich verändert, entsteht Wirkung.

Didaktische Analogie

Diese Analogie erklärt begriffliche Zusammenhänge. Sie ist keine medizinische Beratung und behauptet nicht, Gesellschaft sei ein Patient oder Politik sei Medizin.

Wirkstoff Wirkungspotenzial Anwendungskontext erwünschte Wirkung / Nebenwirkung / Wechselwirkung Netto-Wirkung Rückkopplung

Vom Wirkstoff zur Wirkung

Die Analogie hilft, Wirkung nicht mit Handlung, Absicht oder Output zu verwechseln.

Medizinische Analogie
Wirkungsökonomie
WirkstoffDidaktische Analogie für Instrument, Handlung, Produkt, Regel, Preis, Steuer, Narrativ oder Technologie
DosisIntensität, Förderhöhe, Steuersatz, Reichweite, Eingriffstiefe
AnwendungUmsetzung, Verwaltungsverfahren, Marktmechanismus, Kommunikation
Patient / OrganismusGesellschaftliches System, Markt, Kommune, Lieferkette, Öffentlichkeit
IndikationProblem oder Zielzustand, der adressiert werden soll
WirkmechanismusArt und Weise, wie Anreize, Verhalten oder Systemzustände verändert werden
WirkungspotenzialMöglichkeit, dass eine erwünschte, unerwünschte, schädliche oder ambivalente Wirkung eintreten kann
Erwünschte WirkungTatsächlich eingetretene positive Zustandsveränderung
NebenwirkungUnerwünschte, indirekte oder schädliche Folge
WechselwirkungInteraktion mit anderen Programmen, Regeln, Märkten oder sozialen Dynamiken
KontraindikationKontext, in dem eine Maßnahme schadet oder ungeeignet ist
MonitoringLaufende Beobachtung von Wirkungen, Nebenwirkungen und Rückkopplungen
WirkungsnachweisEmpirische, plausible und transparente Prüfung eingetretener Veränderungen
Netto-WirkungGesamtbetrachtung positiver und negativer Wirkungen unter Berücksichtigung roter Linien

Warum diese Analogie wichtig ist

Wirkung muss geprüft werden.

Es reicht nicht, einen Wirkstoff zu verabreichen und dann zu behaupten, er habe geholfen. Man muss prüfen, ob erwünschte Wirkung eingetreten ist, ob Nebenwirkungen entstanden sind, ob andere Faktoren mitgewirkt haben und ob die Maßnahme im jeweiligen Kontext überhaupt geeignet war.

Übertragen auf Politik und Wirtschaft heißt das: Ein Förderprogramm ist nicht automatisch wirksam, nur weil Geld ausgezahlt wurde. Ein Gesetz ist nicht automatisch wirksam, nur weil es beschlossen wurde. Ein Produkt ist nicht automatisch nachhaltig, nur weil es ein positives Merkmal besitzt. Eine Maßnahme kann erwünschte Wirkungen erzeugen und zugleich Nebenwirkungen auslösen.

Beispiel

Förderprogramm als gesellschaftlicher Wirkstoff (Analogie).

Ein Wohnraum-Förderprogramm kann als gesellschaftlicher Wirkstoff (Analogie) verstanden werden. Es soll bezahlbaren Wohnraum schaffen. Das ist die erwünschte Wirkung.

Doch gleichzeitig können Nebenwirkungen entstehen: Bodenpreise steigen, Mieten erhöhen sich nach Sanierungen, Menschen werden verdrängt, Flächen werden versiegelt, Fördermittel erzeugen Mitnahmeeffekte oder Kommunen werden von dauerhaften Subventionen abhängig.

Deshalb reicht es nicht, nur zu zählen, wie viele Wohnungen gebaut oder wie viele Kredite bewilligt wurden. Das wäre Output. Die eigentliche Wirkungsfrage lautet: Hat sich der Zustand verbessert - für Menschen, für den Planeten und für die demokratische Stabilität vor Ort?

Der zentrale Unterschied

Wirkungsökonomie fragt weiter.

Klassisches Wirkungsmanagement fragt häufig: Hat die Maßnahme ihr Ziel erreicht?

Die Wirkungsökonomie fragt weiter: Welche erwünschte Wirkung ist eingetreten? Welche unerwünschten Wirkungen sind entstanden? Welche Nebenwirkungen und Wechselwirkungen gibt es? Welche Wirkung zweiter und dritter Ordnung entsteht? Welche roten Linien dürfen nicht kompensiert werden? Wie verändert die Maßnahme künftige Anreize?

Ein Wirkstoff ist noch keine Wirkung.
Ein Förderprogramm ist noch keine Wirkung.
Ein Gesetz ist noch keine Wirkung.
Ein Produkt ist noch keine Wirkung.

Wirkung entsteht erst, wenn sich ein Zustand tatsächlich verändert - und zwar mit allen erwünschten und unerwünschten Wirkungen, Nebenwirkungen, Wechselwirkungen und Rückkopplungen.

Begriffssystem

Vom Auslöser zur Wirkungsarchitektur

Die Begriffe der Wirkungsökonomie bilden eine Stufenlogik. Sie trennt Auslöser, Potenzial, eingetretene Wirkung, Bewertung, Netto-Wirkung und Rückkopplung.

1AuslöserHandlung, Unterlassen, Produkt, Gesetz, Preis, Narrativ, Technologie, Kapitalfluss
2WirkstoffDidaktische Analogie für einen Auslöser mit Wirkungspotenzial
3WirkungspotenzialMöglichkeit positiver, negativer oder ambivalenter Wirkung
4WirkmechanismusWie Wirkung entstehen soll
5Kontext / DosisWo und mit welcher Intensität der Auslöser eingesetzt wird
6WirkungTatsächliche Zustandsveränderung
7NebenwirkungIndirekte, unerwünschte oder rückgekoppelte Folgen
8WirkungsbewertungEinordnung am Referenzrahmen SDGs, Agenda 2030 und SDG+
9Netto-WirkungZusammenführung positiver und negativer Wirkungen unter roten Linien
10WirkungslenkungRückkopplung in Preise, Steuern, Kapital, Förderung, Beschaffung und Entscheidungen
11WirkungsarchitekturGesamtsystem aus Daten, Regeln, Institutionen, Anreizen und Lernen

Leseschlüssel

Begrifflicher Leseschlüssel

Diese Begriffe werden in der Wirkungsökonomie präzise verwendet. Sie erklären, wie aus Folgen eine Bewertung wird und wie diese Bewertung Preise, Steuern, Investitionen und Entscheidungen verändern kann.

Wirkung

Wirkung ist die tatsächliche Veränderung von Zuständen. Sie kann positiv, negativ oder neutral sein und braucht immer einen Bezugspunkt.

Wirkung beschreibt nicht Absicht, Image, Output oder moralische Haltung, sondern das, was sich tatsächlich verändert. Eine Wirkung kann für einzelne Akteure vorteilhaft und für andere schädlich sein. Die Wirkungsökonomie bewertet Wirkung deshalb an einem öffentlichen Referenzrahmen: den SDGs, der Agenda 2030 und den SDG+-Dimensionen Demokratie, Medienqualität, Rechtsstaatlichkeit, Diskursfähigkeit und gesellschaftlicher Zusammenhalt.

WÖk-Bezug: Positiv ist Wirkung, wenn sie auf die SDGs und SDG+ einzahlt. Negativ ist Wirkung, wenn sie diese Ziele schwächt, blockiert oder zerstört.

Verwandt: Wirkungsblindheit, Wirkungswahrheit, Wirkungsbewertung, Netto-Wirkung, Wirkungsempfänger, Wirkungsraum, Systemwirkung, Zielkonflikt, Nicht-Kompensation, Planet, Biodiversität, Tiere / nicht-menschliches Leben.

Handlung
Eine Handlung ist ein Eingriff in ein System. Sie kann Wirkung erzeugen, ist aber nicht mit Wirkung identisch. Ein Förderprogramm aufzulegen ist eine Handlung. Ob dadurch Lebensqualität, Klimaresilienz oder soziale Stabilität verbessert werden, ist die Frage der Wirkung.
Output
Output bezeichnet das direkte Ergebnis einer Handlung, etwa gebaute Wohnungen, ausgezahlte Fördermittel oder erreichte Teilnehmerzahlen. Output zeigt, dass etwas passiert ist. Wirkung zeigt, was sich dadurch verändert hat.
Outcome
Outcome beschreibt eine beobachtbare Veränderung bei Zielgruppen oder Systemzuständen, die über den reinen Output hinausgeht. Outcome ist näher an Wirkung als Output, muss aber weiterhin auf Nebenwirkungen, Dauer und Systemfolgen geprüft werden.
Wirkstoff
Wirkstoff ist eine didaktische Analogie aus der Medizin. Als gesellschaftlicher Wirkstoff (Analogie) kann eine Handlung, Regel, Technologie, ein Produkt, Programm, Preis, Steuersatz oder Narrativ verstanden werden, das Wirkungspotenzial besitzt. Ein Wirkstoff ist nicht selbst die Wirkung, sondern kann unter bestimmten Bedingungen erwünschte Wirkung, Nebenwirkungen, Wechselwirkungen oder schädliche Wirkung auslösen. Erst die tatsächliche Zustandsveränderung ist Wirkung. Medikamenten-Analogie lesen.
Wirkungspotenzial
Wirkungspotenzial beschreibt die Möglichkeit, dass eine erwünschte, unerwünschte, schädliche oder ambivalente Wirkung eintreten kann. Es ist noch keine eingetretene Wirkung. Wie bei einem medizinischen Wirkstoff hängt die tatsächliche Wirkung vom Kontext, der Dosis, der Anwendung und den Wechselwirkungen ab. Erst eine eingetretene Zustandsveränderung ist Wirkung. Medikamenten-Analogie lesen.
Wirkmechanismus
Der Wirkmechanismus beschreibt, wie ein gesellschaftlicher Wirkstoff (Analogie) oder eine Maßnahme Wirkung auslösen soll. In der Wirkungsökonomie erklärt er, über welche Anreize, Verhaltensänderungen, Preise, Regeln, Informationen oder institutionellen Strukturen eine Zustandsveränderung entstehen soll. Ein Entlastungssignal für nachweislich positive Netto-Wirkung kann ein Produkt im Modell relativ entlasten; ob es tatsächlich günstiger wird, hängt von Datenlage, Marktstruktur, politischer Ausgestaltung und Rückkopplung ab.
Dosis
Dosis beschreibt die Intensität eines Eingriffs oder einer Maßnahme. In der Wirkungsökonomie kann die Dosis etwa die Höhe einer Förderung, die Stärke eines Steuersignals, die Reichweite einer Kommunikationsmaßnahme oder die Eingriffstiefe eines Gesetzes sein. Mehr Dosis bedeutet nicht automatisch mehr Wirkung. In komplexen Systemen können Sättigung, Rebound-Effekte oder Nebenwirkungen entstehen.
Anwendungskontext
Der Anwendungskontext beschreibt das System, in dem ein gesellschaftlicher Wirkstoff (Analogie) oder eine Maßnahme eingesetzt wird. Eine Maßnahme kann in einem Kontext positiv wirken und in einem anderen Kontext schaden. Deshalb muss Wirkung immer im Zusammenhang mit Marktstruktur, sozialer Lage, ökologischen Bedingungen, Verwaltungspraxis, kulturellem Umfeld und bestehenden Regeln bewertet werden.
Erwünschte Wirkung
Die erwünschte Wirkung ist die beabsichtigte positive Zustandsveränderung einer Maßnahme. Sie darf nicht mit Absicht, Ziel oder Output verwechselt werden. Sie muss tatsächlich eintreten.
Nebenwirkung
Nebenwirkungen sind unerwünschte oder indirekte Folgen einer Handlung, eines Programms, Produkts oder politischen Eingriffs. Sie können sozial, ökologisch, ökonomisch oder demokratisch sein und treten häufig zeitverzögert oder indirekt auf. Ein Förderprogramm für Wohnraum kann neue Wohnungen schaffen, aber zugleich Bodenpreise erhöhen oder Verdrängung auslösen.
Wechselwirkung
Wechselwirkungen entstehen, wenn mehrere Maßnahmen, Regeln, Märkte oder gesellschaftliche Dynamiken sich gegenseitig beeinflussen. In komplexen Systemen wirkt keine Maßnahme isoliert. Eine Steueränderung kann mit Förderprogrammen, Energiepreisen, Marktverhalten, kommunaler Planung und sozialen Erwartungen interagieren.
Kontraindikation
Eine Kontraindikation beschreibt einen Kontext, in dem eine Maßnahme ungeeignet ist oder schädliche Wirkung entfalten kann. Wie ein medizinischer Wirkstoff nicht für jede Person oder Situation geeignet ist, ist auch eine politische oder wirtschaftliche Maßnahme nicht in jedem Systemkontext sinnvoll. Wirkungsprüfung muss deshalb auch fragen, wann eine Maßnahme nicht angewendet werden sollte.
Wirkungsprofil
Das Wirkungsprofil beschreibt die Gesamtheit aus erwünschter Wirkung, Nebenwirkungen, Wechselwirkungen, Risiken, Unsicherheiten und Kontextbedingungen. Es geht über eine einzelne Kennzahl hinaus und zeigt, wie eine Maßnahme in verschiedenen Wirkungsfeldern wirkt und wo rote Linien, Risiken oder offene Fragen bestehen.
Dosis-Wirkungs-Beziehung
Die Dosis-Wirkungs-Beziehung beschreibt, wie stark eine Maßnahme in Abhängigkeit von ihrer Intensität wirkt. In der Wirkungsökonomie ist diese Beziehung selten linear. Mehr Förderung, mehr Regulierung oder mehr Kommunikation erzeugt nicht automatisch mehr positive Wirkung. Es können Sättigung, Gewöhnung, Ausweichverhalten oder Nebenwirkungen entstehen.
Rebound-Effekt
Ein Rebound-Effekt entsteht, wenn eine Maßnahme zwar Effizienz verbessert, aber durch verändertes Verhalten ein Teil der positiven Wirkung wieder verloren geht. Ein effizienteres Produkt senkt Kosten, wird dadurch aber häufiger genutzt, sodass Einsparungen teilweise aufgehoben werden.
Wirkungsnachweis
Der Wirkungsnachweis prüft, ob eine behauptete Wirkung tatsächlich eingetreten ist. Er kann quantitative Daten, qualitative Evidenz, Plausibilitätsanalysen, Vergleichswerte und systemische Beobachtungen verbinden. In komplexen Systemen geht es nicht nur um lineare Kausalität, sondern auch um Zurechnung, Rückkopplung und Nebenwirkungen.
Wirkungsrisiko
Wirkungsrisiko beschreibt die Möglichkeit, dass eine Maßnahme, ein Narrativ oder ein gesellschaftlicher Wirkstoff (Analogie) negative, unerwünschte oder systemisch destabilisierende Wirkung erzeugt. Es ist noch kein eingetretener Schaden, sondern ein erkennbarer Pfad zu möglichem Schaden.
Wirkungsanalyse
Wirkungsanalyse bezeichnet eine Prüfung möglicher Folgen. Sie fragt nicht nur, ob etwas wahr, falsch oder erlaubt ist, sondern welche Wirkung es in sozialen, medialen und demokratischen Räumen entfalten kann. Bei Sprache, Medien und politischen Narrativen analysiert sie vor allem Wirkungspotenziale, Resonanzräume und plausible Wirkpfade. Sie ersetzt keinen empirischen Wirkungsnachweis. Verwandt: Wirkungswahrheit, Wirkungspfad, Resonanzraum, Wirkungspotenzial, Wirkungsblindheit. Wirkung politischer Sprache ansehen.
Wirkungspfad / Wirkpfad
Ein Wirkungspfad beschreibt, wie aus einer Handlung, einem Produkt, einer Regel, einem Narrativ oder einem Kapitalfluss Wirkung entstehen kann. Er zeigt mögliche Stationen zwischen Auslöser, Wirkmechanismus, Wirkungspotenzial, Resonanzraum, Zustandsveränderung, Nebenwirkung, Rückkopplung und Bewertung. Er behauptet nicht automatisch einen abgeschlossenen Wirkungsnachweis, sondern macht plausibel sichtbar, wie Wirkung entstehen kann. Wirkung politischer Sprache ansehen.
Wirkungsnetz
Ein Wirkungsnetz zeigt, wie mehrere Wirkungen, Wirkungspotenziale, Resonanzräume, Rückkopplungen und Systemfolgen miteinander verbunden sind. Wirkung entsteht in komplexen Systemen selten linear. Ein Wirkungsnetz macht sichtbar, welche Begriffe, Handlungen, Daten, Akteure, Wirkungsfelder und Rückkopplungen zusammenwirken und hilft, isolierte Einzelwirkungen von Systemwirkung zu unterscheiden.
Wirkungsradar
Ein Wirkungsradar visualisiert die Ausprägung mehrerer Wirkungspotenziale oder Wirkungsfelder in einem Spinnennetzdiagramm. Es zeigt nicht automatisch ein Optimum. Bei politischen Narrativen heißt außen nicht besser, sondern stärker: mehr Angst, mehr Misstrauen, mehr Feindbildbildung, mehr Diskursverengung oder höheres Demokratierisiko. Verwandt: Resonanzprofil und Wirkung politischer Sprache.
Resonanzprofil
Ein Resonanzprofil zeigt, welche emotionalen, sozialen oder demokratischen Resonanzräume durch Sprache, Bilder, Narrative, Plattformen oder Medienformate aktiviert werden. Es zeigt nicht, ob eine Aussage wahr oder falsch ist, sondern welche Anschlussfähigkeit sie für Angst, Vertrauen, Zugehörigkeit, Feindbilder, Kontrollsehnsucht oder demokratische Stabilität erzeugt.
Resonanzrisiko
Resonanzrisiko beschreibt die Gefahr, dass Sprache, Bilder, Frames oder Plattformlogiken schädliche Resonanzräume verstärken. Resonanzrisiken entstehen, wenn Kommunikation Misstrauen, Angst, Feindbilder, Entsolidarisierung, Desinformation, demokratische Destabilisierung oder Gewaltbereitschaft verstärkt. Es ist noch kein eingetretener Schaden, aber ein wirkungsökonomisch relevanter Risikopfad.
Kausalität und Zurechnung
Kausalität beschreibt die Frage, ob und wie eine Wirkung durch eine bestimmte Handlung verursacht wurde. Zurechnung fragt, welchem Akteur, Programm oder Systemanteil diese Wirkung plausibel zugeschrieben werden kann. In komplexen Systemen ist Kausalität selten linear. Deshalb braucht es Wirkungsordnungen, Plausibilitätsanalysen und Rückkopplung statt einfacher Ursache-Wirkungs-Behauptungen.
Wirkung erster Ordnung
Wirkung erster Ordnung ist die unmittelbare Veränderung, die aus einer Handlung entsteht. Eine energetische Sanierung senkt zum Beispiel den Energieverbrauch eines Gebäudes.
Wirkung zweiter Ordnung
Wirkung zweiter Ordnung beschreibt indirekte Folgen einer Handlung. Eine Sanierung kann Heizkosten senken, aber auch Mieten erhöhen und Verdrängung auslösen.
Wirkung dritter Ordnung
Wirkung dritter Ordnung verändert Strukturen, Anreize oder Entscheidungslogiken eines Systems. Ein neues Steuersystem kann dazu führen, dass Unternehmen ihre Geschäftsmodelle dauerhaft nach Wirkung ausrichten.
Unterlassen
Unterlassen bezeichnet die wirkende Form des Nicht-Handelns, wenn Handlung möglich, erwartbar oder verantwortlich gewesen wäre. Es wird relevant, wenn das Ausbleiben einer Handlung Zustände verändert, Risiken erhöht oder schädliche Pfade fortsetzt.
Wirkungsträger
Wirkungsträger sind Menschen, Organisationen, Produkte, Dienstleistungen, Infrastrukturen, Institutionen, Technologien, Kapitalflüsse, Medieninhalte, Algorithmen, Gesetze oder politische Entscheidungen, von denen Wirkung ausgeht oder über die Wirkung weitergegeben wird.
Wirkungsempfänger
Wirkungsempfänger sind Menschen, Lebewesen, Gruppen, Ökosysteme, Institutionen oder zukünftige Generationen, die von einer Wirkung betroffen sind. Eine Wirkung entsteht nie im luftleeren Raum. Sie trifft jemanden oder etwas. Wirkungsempfänger können einzelne Menschen, soziale Gruppen, Tiere, Arten, Ökosysteme, Unternehmen, Kommunen, demokratische Institutionen oder kommende Generationen sein. Eine wirkungsökonomische Bewertung muss deshalb offenlegen, wer profitiert, wer belastet wird und welche Systemfolgen entstehen.
Wirkungsraum
Ein Wirkungsraum ist der Bereich, in dem eine Handlung, ein Produkt, eine Entscheidung oder Kommunikation Folgen entfaltet. Wirkungsräume können sozial, ökologisch, wirtschaftlich, medial, politisch oder zeitlich sein. Ein Produkt wirkt zum Beispiel in Lieferketten, auf Konsument:innen, auf Böden, Wasser, Klima, Tiere und Arbeitsbedingungen. Politische Sprache wirkt in Öffentlichkeit, Vertrauen, Zugehörigkeit, Angst, Diskursfähigkeit und Demokratie. Wirkung politischer Sprache ansehen.
Narrativ
Ein Narrativ ist eine wiedererkennbare Erzählstruktur, die Ereignisse deutet, Rollen verteilt und Resonanzräume öffnet. Narrative können Orientierung geben, aber auch Angst, Feindbilder oder falsche Eindeutigkeit verstärken. Wirkung politischer Sprache ansehen.
Frame
Ein Frame ist ein Deutungsrahmen. Er legt nahe, welche Aspekte eines Problems sichtbar werden, welche Ursache plausibel erscheint und welche Lösung intuitiv naheliegt. Frames wirken, bevor eine Aussage vollständig geprüft wird. Wirkung politischer Sprache ansehen.
Demokratie
Demokratie bezeichnet in der Wirkungsökonomie nicht nur Wahlen, sondern den gesamten demokratischen Wirkungsraum: Rechtsstaatlichkeit, Grundrechte, Medienqualität, Machtbegrenzung, Vertrauen, Diskursfähigkeit, Minderheitenschutz und friedliche Korrekturfähigkeit. Wirkung politischer Sprache ansehen.
Medienqualität
Medienqualität beschreibt die Wirkung öffentlicher Information auf Wahrheit, Vertrauen und demokratische Orientierung. Relevant sind Quellenklarheit, Kontext, Korrekturfähigkeit, Transparenz, Trennung von Meinung und Information sowie Verantwortung für Resonanzräume. Wirkung politischer Sprache ansehen.
Diskursfähigkeit
Diskursfähigkeit beschreibt die Fähigkeit einer Gesellschaft, Konflikte mit Fakten, Würde, Widerspruch und demokratischer Korrekturfähigkeit auszutragen. Sie sinkt, wenn Sprache vor allem Verachtung, Feindbilder oder Ohnmacht verstärkt. Wirkung politischer Sprache ansehen.
Systemischer Wert
Systemischer Wert beschreibt die Bedeutung einer Wirkung für das Gesamtsystem. Er fragt, ob eine Wirkung Stabilität, Resilienz, Regeneration, Vertrauen, Funktionsfähigkeit und demokratische Korrekturfähigkeit stärkt oder schwächt.
Positive Wirkung
Positive Wirkung liegt vor, wenn eine Veränderung auf die SDGs, die Agenda 2030 und die SDG+-Dimensionen einzahlt. Positive Wirkung bedeutet nicht, dass einzelne Akteure profitieren. Entscheidend ist, ob eine Wirkung Mensch, Planet und Demokratie stärkt. Maßgeblich ist ein nachvollziehbarer Referenzrahmen: die SDGs der Agenda 2030 und die SDG+-Erweiterung der Wirkungsökonomie.
Negative Wirkung
Negative Wirkung liegt vor, wenn eine Veränderung die SDGs, die Agenda 2030 oder SDG+-Dimensionen schwächt. Negative Wirkung entsteht, wenn Handlungen, Produkte, Geschäftsmodelle, politische Entscheidungen oder Kommunikation ökologische, soziale oder demokratische Grundlagen beschädigen. Beispiele sind Umweltzerstörung, Ausbeutung, Gesundheitsrisiken, Desinformation, Entsolidarisierung, Rechtsstaatsabbau oder Vertrauensverlust.
Systemwirkung
Systemwirkung beschreibt, was eine Veränderung für Ökosysteme, Gesellschaft, Demokratie, Märkte oder zukünftige Generationen bedeutet. Sie unterscheidet sich von Einzelwirkung, weil sie Rückkopplungen, Nebenwirkungen, Zielkonflikte und langfristige Stabilität berücksichtigt.
Zielkonflikt
Ein Zielkonflikt entsteht, wenn eine Maßnahme in einem Wirkungsfeld positive Effekte erzeugt und in einem anderen Wirkungsfeld negative Folgen auslöst. Zielkonflikte sind in komplexen Systemen normal. Die Wirkungsökonomie versteckt sie nicht, sondern macht sie sichtbar. Entscheidend ist, ob eine Maßnahme unter Berücksichtigung relevanter Wirkungen positive Netto-Wirkung erzeugt und ob rote Linien - etwa Menschenwürde, schwere ökologische Schäden oder demokratische Destabilisierung - verletzt werden.
Normativer Maßstab
Ein normativer Maßstab legt fest, woran Wirkung bewertet wird. Die Wirkungsökonomie bewertet Wirkung nicht beliebig. Ihr normativer Maßstab sind die SDGs, die Agenda 2030 und SDG+. Dadurch wird sichtbar, ob eine Wirkung Mensch, Planet und Demokratie stärkt oder schwächt.
Referenzrahmen
Ein Referenzrahmen ist der Maßstab, an dem Wirkung eingeordnet und bewertet wird. In der Wirkungsökonomie besteht der Referenzrahmen aus den SDGs, der Agenda 2030 und SDG+. Dadurch wird verhindert, dass Wirkung nach persönlicher Moral, politischer Willkür oder Einzelinteressen bewertet wird.
Normativer Wert
Normativer Wert beschreibt die Bewertung einer Wirkung gemessen an Mensch, Planet und Demokratie. Daten zeigen Zustandsveränderungen. Die normative Bewertung entscheidet, ob sie nach SDGs, Agenda 2030 und SDG+ stärkend, neutral, problematisch oder schädlich ist.
Mensch, Planet und Demokratie
Mensch, Planet und Demokratie bilden den normativen Kern der Wirkungsökonomie. Die SDGs geben den Rahmen für Mensch und Planet. SDG+ ergänzt Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Medienqualität, Diskursfähigkeit, digitale Selbstbestimmung und Schutz vor Manipulation. Aus diesem Rahmen leiten sich Wirkungsfelder, Indikatoren, Schwellenwerte und Bewertungen ab.
Wirkungsfeld
Ein Wirkungsfeld ist ein thematischer Bereich, in dem Wirkung entsteht oder bewertet wird. Wirkungsfelder können soziale, ökologische, demokratische, wirtschaftliche, mediale oder gesundheitliche Bereiche sein. Beispiele sind Klima, Wasser, Biodiversität, Arbeit, Gesundheit, Bildung, Medienqualität, Rechtsstaatlichkeit oder Diskursfähigkeit. Wirkungsfelder helfen, Wirkung nicht pauschal, sondern differenziert zu bewerten. Verwandt: Mensch, Planet und Demokratie, SDGs, SDG+, Scorecard, Wirkungsindikator.
Wirkungsindikator
Ein Wirkungsindikator ist eine messbare Kennzahl, die einen bestimmten Wirkungsaspekt abbildet. Wirkungsindikatoren machen Zustandsveränderungen sichtbar. Sie können sich auf Emissionen, Wasserverbrauch, Arbeitsbedingungen, Datenqualität, Medienqualität, Diskursfähigkeit, Gesundheit, Teilhabe oder andere Wirkungsfelder beziehen. In der WÖk werden Wirkungsindikatoren über WÖk-IDs standardisiert. Verwandt: Scorecard, Benchmarks, Datenqualität, Wirkungsdaten.
Wirkungskennzahl
Eine Wirkungskennzahl ist eine messbare Größe zur Beobachtung oder Bewertung von Wirkung. Wirkungskennzahlen unterscheiden sich von klassischen KPIs, weil sie nicht nur Aktivität, Kosten, Umsatz oder Output erfassen, sondern Zustandsveränderungen im Verhältnis zu Mensch, Planet und Demokratie sichtbar machen. KPI bezeichnet klassische Leistungskennzahlen, KII steht für Key Impact Indicator und WÖk-ID für die standardisierte Identifikationsnummer eines Wirkungsindikators.
Planet
Planet bezeichnet in der Wirkungsökonomie die ökologischen Lebensgrundlagen: Klima, Wasser, Böden, Luft, Biodiversität, Tiere, Pflanzen, Ökosysteme, Kreisläufe und Regenerationsfähigkeit.
Biodiversität
Biodiversität beschreibt die Vielfalt von Arten, genetischer Vielfalt und Ökosystemen. Für die Wirkungsökonomie ist sie Teil des Wirkungsraums Planet, weil stabile Ökosysteme, Nahrung, Wasser, Gesundheit und Klimaresilienz von lebendiger Vielfalt abhängen.
Tiere / nicht-menschliches Leben
Tiere und nicht-menschliches Leben sind Wirkungsempfänger im Wirkungsraum Planet. Die WÖk betrachtet sie nicht als bloße Ressource, sondern als Teil ökologischer Lebensgrundlagen, Biodiversität, Leidvermeidung und Systemstabilität.
Leistung
Leistung ist nicht identisch mit Aufwand, Arbeitszeit, Einkommen, Umsatz, Gewinn, Wachstum oder Reichweite. Wirkungsökonomisch ist Leistung nur dort echte Leistung, wo sie positive Zustandsveränderung erzeugt oder negative Zustandsveränderung verhindert.
Scheinleistung
Scheinleistung bezeichnet etwas, das wie Leistung aussieht, aber keine positive Wirkung nachweist. Umsatz, Reichweite, Beschäftigung, Berichtsumfang oder Kapitalrendite können Scheinleistung sein, wenn sie keine tragfähige positive Wirkung erzeugen oder negative Wirkung verdecken.
Blindleistung
Blindleistung bezeichnet systemischen Aufwand, der das System belastet, ohne echte Zustandsverbesserung zu erzeugen. Beispiele sind Reparaturbürokratie, doppelte Datenabfragen, unkoordinierte Berichtspflichten oder Compliance ohne Steuerungswirkung.
Verlustleistung
Verlustleistung bezeichnet negative Nebenwirkungen, Folgekosten oder Systemschäden einer Handlung, Struktur oder Entscheidung.
Wirkleistung
Wirkleistung bezeichnet den Anteil einer Handlung, Tätigkeit, Investition oder Organisation, der tatsächlich positive Wirkung erzeugt oder negative Wirkung verhindert.
Wirkungsbewertung
Wirkungsbewertung ist die Einordnung einer eingetretenen oder modellierten Wirkung am Referenzrahmen der SDGs, der Agenda 2030 und SDG+. Wirkung beschreibt zunächst nur, dass sich Zustände verändern. Wirkungsbewertung ordnet diese Veränderung ein: Stärkt sie Mensch, Planet und Demokratie, bleibt sie neutral oder schwächt sie diese Grundlagen? Sie ist der normative Schritt zwischen Zustandsveränderung und Netto-Wirkung. Abgrenzung: Wirkung ist tatsächliche Zustandsveränderung, Wirkungsbewertung ist Einordnung dieser Veränderung, Netto-Wirkung ist die zusammengeführte Bewertung positiver und negativer Wirkungen und Wirkungslenkung ist die Rückkopplung in Preise, Steuern, Kapital und Entscheidungen. Verwandt: Referenzrahmen, Scorecard, WÖk-ID.
Netto-Wirkung
Netto-Wirkung ist die zusammengeführte Bewertung positiver und negativer Wirkungen unter Berücksichtigung zentraler Mindestbedingungen. Sie bewertet nicht nur die erwünschten Wirkungen, sondern auch Nebenwirkungen, negative Effekte, Wechselwirkungen und rote Linien. Positive Wirkungen dürfen zentrale negative Wirkungen nicht beliebig kompensieren. Entscheidend ist, ob eine Veränderung insgesamt auf SDGs, Agenda 2030 und SDG+ einzahlt.
Transformationswirkung
Transformationswirkung entsteht, wenn eine Maßnahme nicht nur einzelne Zustände verbessert, sondern Strukturen, Anreize, Märkte, Regeln oder Handlungspfade dauerhaft verändert. Sie geht über operative Netto-Wirkung hinaus. Ein Projekt kann netto positiv sein, ohne transformativ zu wirken. Transformationswirkung liegt vor, wenn eine Maßnahme neue Standards setzt, Märkte verschiebt, Infrastrukturen öffnet, Kapitalströme umlenkt, Resilienz stärkt oder künftige Entscheidungen in Richtung Mensch, Planet und Demokratie verändert. Abgrenzung: Netto-Wirkung fragt nach der Wirkung unter dem Strich, Transformationswirkung nach der Veränderung von Systemlogik und Handlungspfaden. T-SROI ist ein Instrument zur Bewertung transformativer Wirkung. Verwandt: Systemwirkung, Wirkungshebel, Rückkopplung.
Netto-Wirkungs-Index (NWI)
Der NWI ist die operative Kennzahl der Wirkungsökonomie zur Bewertung von Netto-Wirkung. Er verdichtet Scorecards, WÖk-IDs, Benchmarks, Einzelscores, Datenqualität, Mindestbedingungen und Reverse Merit Order zu einer prüfbaren Netto-Wirkungskennzahl.
Wirkungsgrad
Wirkungsgrad beschreibt, wie viel des eingesetzten Aufwands in positive Netto-Wirkung übergeht. Eine Gesellschaft kann sehr aktiv sein und dennoch einen schlechten Wirkungsgrad haben, wenn sie Lebensgrundlagen, Zusammenhalt oder Demokratie schwächt.
Wirkungsblindheit
Wirkungsblindheit beschreibt Systeme, Kennzahlen oder Entscheidungen, die Aktivität, Kapital, Gewinn, Reichweite oder Output messen, aber die tatsächlichen Folgen für Mensch, Planet und Demokratie nicht erkennen. Wirkungsblindheit entsteht, wenn ein System präzise zählt, aber falsch bewertet. Ein Markt kann Preise bilden und dennoch ökologische Schäden, Ausbeutung oder demokratische Destabilisierung ausblenden. Ein Medienformat kann Reichweite erzeugen und zugleich Vertrauen schwächen. Ein Staat kann viel Geld ausgeben und trotzdem wenig Wirkung erzielen. Die Wirkungsökonomie setzt an dieser Blindheit an und macht Zustandsveränderungen sichtbar. Verwandt: Wirkung, Wirkungsbewertung, Wirkungsarchitektur, Wirkungswahrheit, Wirkungsrückkopplung.
Wirkungswahrheit
Wirkungswahrheit beschreibt, ob Preise, Berichte, politische Aussagen, Geschäftsmodelle oder Kapitalflüsse ihre tatsächlichen Wirkungen sichtbar machen oder verdecken. Der Begriff meint kein Wahrheitsmonopol. Er beschreibt die nachvollziehbare Nähe zwischen sichtbaren Signalen und tatsächlichen Wirkungen: Datenklarheit, Transparenz über Folgen und die Frage, ob zentrale Schäden ausgeblendet werden. Ein Preis ist wirkungsunwahr, wenn er Schäden an Mensch, Planet oder Demokratie ausblendet. Ein Bericht ist wirkungsunwahr, wenn er positive Einzelaspekte zeigt, aber zentrale negative Wirkungen verdeckt. Eine politische Aussage kann einzelne richtige Elemente enthalten und dennoch Wirkungswahrheit verfehlen, wenn sie Systemursachen verdeckt oder schädliche Resonanzräume öffnet. Verwandt: Wirkung, Wirkungsanalyse, Wirkungsblindheit, Wirkungsdaten, Wirkungsbewertung, Resonanzraum.
Wirkungsgrenze
Eine Wirkungsgrenze ist eine rote Linie, ab der negative Wirkung nicht mehr durch positive Wirkungen an anderer Stelle ausgeglichen werden darf. Wirkungsgrenzen schützen zentrale Bedingungen wie Menschenwürde, Kinderrechte, ökologische Lebensgrundlagen, Tiere, Biodiversität, Rechtsstaatlichkeit, demokratische Stabilität und irreversible Schäden. Sie verhindern, dass ein Produkt, Unternehmen oder politisches Programm durch gute Einzelwerte positive Gesamtwirkung beansprucht, obwohl zentrale Schäden bestehen. Kinderarbeit bleibt Kinderarbeit, auch bei guter CO2-Bilanz. Desinformation bleibt demokratisch schädlich, auch bei hoher Reichweite. Irreversible ökologische Zerstörung darf nicht durch soziale Einzelvorteile schöngerechnet werden. Verwandt: Reverse Merit Order, Nicht-Kompensation, Netto-Wirkung, Wirkungsbewertung, Wirkungsfeld.
Nicht-Kompensation
Nicht-Kompensation bedeutet, dass negative Wirkungen in zentralen Feldern nicht einfach durch positive Wirkungen an anderer Stelle ausgeglichen werden dürfen. Positive Wirkung für eine Gruppe darf schwere negative Wirkung auf andere Gruppen, Ökosysteme, Tiere oder demokratische Grundbedingungen nicht einfach ausgleichen. Ein wirtschaftlicher Vorteil rechtfertigt keine Kinderarbeit. Ein kurzfristiger Nutzen für einzelne Akteure rechtfertigt keine langfristige Zerstörung von Lebensgrundlagen. Eine emotionale Mobilisierung rechtfertigt keine demokratische Destabilisierung.
Reverse Merit Order
Reverse Merit Order bezeichnet die Bewertungslogik, nach der das kritischste Wirkungsfeld die Gesamtbewertung begrenzt. Gute Werte in leicht erreichbaren Feldern dürfen schwere Schwächen in kritischen Feldern nicht unsichtbar machen.
Wirkungsarchitektur
Wirkungsarchitektur ist das Betriebssystem der Wirkungsökonomie: Daten, Regeln, Institutionen, Anreize, Preise, Steuern, Kontrolle und Rückkopplung. Sie bezeichnet die Gesamtheit aus Regeln, Daten, Bewertungslogik, Institutionen, Anreizen, Rückkopplung und Lernen. Sie sorgt dafür, dass gesellschaftliche Wirkstoffe (Analogie) nicht isoliert eingesetzt werden, sondern in einem System aus Daten, Regeln, Preisen, Steuern, Monitoring, Rückkopplung und demokratischer Kontrolle eingebettet sind. Sie ist mehr als Wirkungsmanagement, weil sie nicht nur Projekte verbessert, sondern die Steuerungslogik des Systems verändert. Verwandt: Wirkungsrückkopplung, Wirkungslenkung, WÖk-ID, Wirkungsrat, Wirkungsregister, Wirkungsgrenze.
Wirkungsmanagement
Wirkungsmanagement bezeichnet die Planung, Beobachtung und Verbesserung von Wirkung in Projekten, Organisationen oder Programmen. Klassisches Wirkungsmanagement bleibt häufig bei Zielen, Kennzahlen und Evaluationen stehen. In der Wirkungsökonomie wird es in eine größere Wirkungsarchitektur eingebettet. Wirkungsmanagement optimiert meist Programme, Projekte oder Organisationen. Wirkungsarchitektur verändert die Regeln, Daten, Anreize und Institutionen, durch die Wirkung systemisch entsteht.
Wirkungspotenzialmanagement
Wirkungspotenzialmanagement befasst sich mit der Frage, welche Wirkungen eine Handlung wahrscheinlich ermöglichen oder verhindern kann, bevor diese Wirkungen eingetreten sind. Politische Programme, Medienkampagnen oder Technologien können Wirkungspotenziale erzeugen, die später zu realer Wirkung werden.
Wirkungscontrolling
Wirkungscontrolling ist die systematische Erfassung und Auswertung von Wirkungsdaten zur Steuerung von Entscheidungen. Es darf nicht bei KPI-Tracking stehen bleiben, sondern muss Rückkopplungen und Nebenwirkungen berücksichtigen.
Wirkungsmonitoring
Wirkungsmonitoring beobachtet laufend, wie sich relevante Wirkungsindikatoren entwickeln. Es beobachtet nicht nur Zielindikatoren, sondern auch Nebenwirkungen, Wechselwirkungen, Rebound-Effekte und Rückkopplungen. Monitoring zeigt Veränderungen. Es ersetzt noch keine Bewertung, Zurechnung oder Wirkungslenkung.
Wirkungsprüfung
Wirkungsprüfung bewertet vor oder nach einer Maßnahme, welche Wirkungen auf Mensch, Planet und Demokratie entstehen oder zu erwarten sind. Ein Gesetz, ein Förderprogramm oder ein Produkt kann auf soziale, ökologische und demokratische Wirkungen geprüft werden.
Wirkungsrückkopplung
Wirkungsrückkopplung bedeutet, dass erkannte und bewertete Wirkung in Preise, Steuern, Kapitalzugang, Förderung, Beschaffung, Regulierung oder Entscheidungen zurückgeführt wird. Reporting allein beschreibt Wirkung. Wirkungsrückkopplung verändert Anreize. Erst wenn Wirkungsdaten und Wirkungsbewertungen Folgen für Preise, Steuern, Kapital, öffentliche Mittel, Managemententscheidungen oder politische Programme haben, entsteht eine lernende Wirkungsarchitektur. Leitsatz: Reporting beschreibt. Wirkungsrückkopplung verändert. Verwandt: Wirkungslenkung, Wirkungsarchitektur, Wirkungssteuer, Wirkungshaushalt, Wirkungsmanagement, WÖk-ID.
Wirkungslenkung
Wirkungslenkung ist die Rückkopplung der Wirkungsbewertung in Preise, Steuern, Kapitalzugang, Förderung, Beschaffung, Sichtbarkeit oder Entscheidungen. Wirkung wird nicht nur beobachtet, sondern verändert die Bedingungen, unter denen Menschen, Unternehmen, Institutionen und Märkte entscheiden.
Wirkungsrisikomanagement
Wirkungsrisikomanagement erkennt, bewertet und reduziert Risiken negativer Wirkungen. Ein Unternehmen prüft dabei nicht nur finanzielle Risiken, sondern auch Klima-, Lieferketten-, Demokratie- und Reputationswirkungen.
Wirkungsbericht
Ein Wirkungsbericht macht sichtbar, welche Wirkungen eine Organisation, ein Programm oder ein System erzeugt hat. Aussagekräftig ist er nur, wenn er nicht nur positive Effekte kommuniziert, sondern auch negative Wirkungen, Unsicherheiten und Grenzen offenlegt.
Wirkungssimulation
Wirkungssimulation entsteht, wenn Wirkung behauptet oder inszeniert wird, ohne dass echte Zustandsveränderung nachgewiesen ist. Ein Bericht nennt dann viele Aktivitäten und Kennzahlen, zeigt aber nicht, ob sich Lebensqualität, Klima, Gesundheit oder Demokratie tatsächlich verbessert haben.
Wirkungswashing
Wirkungswashing ist die kommunikative Darstellung positiver Wirkung, obwohl die reale Netto-Wirkung unklar, gering oder negativ ist. Es ist mit Greenwashing verwandt, geht aber über ökologische Fragen hinaus.
Kapitalwirkung
Kapitalwirkung beschreibt, welche Wirkung Kapitalflüsse auf Mensch, Planet und Demokratie entfalten. Kapital ist in der Wirkungsökonomie Werkzeug, nicht Kompass. Kapitalwirkung fragt deshalb nicht nur, wie viel Rendite entsteht, sondern ob Investitionen, Kredite, Fonds, Versicherungen oder Beteiligungen Lebensgrundlagen, soziale Stabilität, Demokratie und Transformation stärken oder schwächen. Verwandt: Kapital, Wirkungsfonds, EU-Taxonomie, Kapitalzugang und Wirkungsmarkt.
Wirkungskapital
Wirkungskapital ist Kapital, das gezielt zur Erzeugung positiver Netto-Wirkung eingesetzt wird. Es unterscheidet sich von Kapital, das nur Rendite sucht. Wirkungskapital finanziert Transformation, Prävention, Resilienz, Infrastruktur, soziale Stabilität, ökologische Regeneration oder demokratische Qualität. Rendite bleibt möglich, ist aber Ergebnis tragfähiger Wirkung, nicht alleiniger Zweck.
Wirkungsregister
Ein Wirkungsregister ist eine geprüfte Daten- und Zuordnungsstruktur für Wirkungsindikatoren, WÖk-IDs, Scorecards, Benchmarks, Versionen und Bewertungen. Es macht Wirkungsdaten nachvollziehbar, prüfbar und anschlussfähig und ermöglicht, Produkte, Unternehmen, Tätigkeiten oder politische Maßnahmen mit WÖk-IDs, Datenquellen, Benchmarks, Scorecards und Wirkungsklassen zu verbinden. Verwandt: WÖk-ID, Scorecard, Wirkungsrat, Datenqualität, Wirkungsdatenraum.
Wirkungsaudit
Ein Wirkungsaudit prüft, ob Wirkungsdaten, Scorecards, Bewertungen und Nachweise nachvollziehbar, plausibel und regelkonform sind. Es ist keine reine Finanzprüfung. Es prüft Datenqualität, Bewertungslogik, Nicht-Kompensation, rote Linien, Wirkungssimulation, Wirkungswashing und die Plausibilität von Wirkungspfaden. Es kann Grundlage für Wirkungsberichte, Wirkungsregister, Wirkungsrat und Wirkungslenkung sein.
Wirkungsassurance
Wirkungsassurance bezeichnet die unabhängige Prüfung und Absicherung von Wirkungsdaten und Wirkungsbewertungen. Der Begriff schließt an Prüf- und Assurance-Logiken aus Nachhaltigkeitsberichten an, geht aber weiter: Nicht nur Berichtsdaten werden geprüft, sondern auch ihre Übersetzung in Wirkungsindikatoren, Scorecards, Wirkungsklassen und Rückkopplung. Verwandt: Wirkungsnachweis, Wirkungsrat, Wirkungswashing, Datenqualität, Wirkungssimulation.
Wirkungshebel / Systemhebel
Ein Wirkungshebel ist ein Eingriffspunkt, an dem eine Maßnahme besonders starke oder tiefgreifende Wirkung erzeugt. Wirkungshebel können Informationen, Preise, Steuern, Regeln, Infrastruktur, Standards, Kapitalzugang, öffentliche Beschaffung, Medienlogik oder Zielgrößen sein. Je tiefer ein Hebel in die Systemlogik eingreift, desto stärker verändert er künftige Handlungsmöglichkeiten.
Förderlogik
Förderlogik beschreibt die Art und Weise, wie öffentliche Mittel vergeben, gesteuert und bewertet werden. Wenn Förderlogik nur Mittelverwendung und Output misst, bleibt sie hinter echter Wirkungssteuerung zurück.
Fördercontrolling
Fördercontrolling prüft, ob Fördermittel korrekt eingesetzt und definierte Ziele erreicht wurden. Es ist wichtig, ersetzt aber keine systemische Wirkungsanalyse.
Neoklassische Förderlogik
Neoklassische Förderlogik denkt häufig in Effizienz, Mittelallokation, Zielerreichung und isolierten Kosten-Nutzen-Verhältnissen. Die Wirkungsökonomie denkt systemisch, rückgekoppelt und interdependent. Sie fragt nicht nur, ob ein Programm effizient ist, sondern ob es den Kompass des Systems verändert.
Rückkopplung
Rückkopplung bedeutet: Wirkung bleibt nicht folgenlos. Sie verändert Preise, Steuern, Kapitalzugang, Förderung oder Entscheidungen.
Wirkungsdaten (Kurzverweis)
Siehe Wirkungsdaten im Daten-Glossar.
WÖk-IDs
WÖk-IDs sind standardisierte Wirkungsindikatoren der Wirkungsökonomie. Sie ordnen messbare Wirkungsaspekte bestimmten Feldern, Branchen, Produkten, Tätigkeiten oder Systemdimensionen zu.
Scorecards
Scorecards sind strukturierte Bewertungsraster, mit denen Wirkungen nach definierten Dimensionen, Indikatoren, Datenqualitätsklassen, Benchmarks und Archetypen eingeordnet werden.
Wirkungsklasse
Eine Wirkungsklasse verdichtet die Bewertung eines Produkts, Unternehmens, Mediums oder einer Entscheidung auf einer Skala von +3 bis -3. Sie entsteht aus Scorecard, Netto-Wirkung und Schutzregel und kann in Steuerklassen, Preise, Förderung, Kapitalzugang oder Entscheidungen übersetzt werden.
T-SROI
T-SROI steht für Transformational Social Return on Investment. Er bewertet nicht nur finanziellen Nutzen oder Projekterfolg, sondern den transformativen Beitrag einer Maßnahme zu systemischer Veränderung. Er geht über klassischen ROI und SROI hinaus, weil er Transformationswirkung, Nebenwirkungen und Systemhebel berücksichtigt.
Wirkungsrat
Der Wirkungsrat ist eine unabhängige Institution zur Weiterentwicklung, Prüfung und demokratischen Absicherung von Wirkungsindikatoren, Benchmarks und Bewertungslogiken. Er schützt die Wirkungslogik vor Lobbyismus, Manipulation und Wirkungssimulation.
Wirkungsresilienz
Wirkungsresilienz bezeichnet die Fähigkeit eines Systems, negative Wirkungen zu begrenzen, aus Folgen zu lernen und unter Stress anpassungsfähig zu bleiben.
Wohlstand
Wohlstand meint nicht bloß Einkommen, Vermögen, Konsum oder BIP. Wohlstand bezeichnet die Fähigkeit einer Gesellschaft, ein gutes, freies, sicheres, würdevolles und demokratisches Leben innerhalb tragfähiger planetarer Grenzen zu ermöglichen.
Kapital
Kapital ist in der Wirkungsökonomie Werkzeug, nicht Kompass. Bewertet wird nicht nur, ob Kapital vorhanden ist, sondern welcher Wirkung es dient.
Wirkungsökonomie
Siehe den Basisbegriff oben: Wirkungsökonomie bewertet Erfolg nicht nur nach Geld, Gewinn oder Wachstum, sondern nach Wirkung auf Mensch, Planet und Demokratie.

Abkürzungsverzeichnis

Wichtige Abkürzungen

Diese Übersicht enthält die wichtigsten Abkürzungen des Grundlagenwerks. Die ausführliche begriffliche Systemlogik steht im Leseschlüssel und Glossar.

ADÖ
Agentur für Digitale Öffentlichkeit. Vorgeschlagene Institution zur Sicherung von Transparenz, Quellenklarheit, Plattformverantwortung und demokratischer Qualität digitaler Öffentlichkeiten.
AI Act / KI-VO
Artificial Intelligence Act der Europäischen Union beziehungsweise KI-Verordnung. Europäischer Rechtsrahmen für Künstliche Intelligenz.
BIP
Bruttoinlandsprodukt. Klassische Kennzahl für wirtschaftliche Leistung in Geld, die in der Wirkungsökonomie zum Wirkungs-BIP erweitert wird.
BNE
Bildung für nachhaltige Entwicklung. In der Wirkungsökonomie erweitert um Wirkungskompetenz, digitale Mündigkeit, Systemverständnis und demokratische Resilienz.
CBAM
Carbon Border Adjustment Mechanism. Europäischer CO2-Grenzausgleich.
C2C
Cradle to Cradle. Design- und Produktionsprinzip für technische oder biologische Kreisläufe.
CO2e
Kohlendioxid-Äquivalente. Einheit zur Vergleichbarkeit verschiedener Treibhausgase anhand ihrer Klimawirkung.
CSDDD (Kurz)
Siehe CSDDD im Daten-Glossar.
CSRD (Kurz)
Siehe CSRD im Daten-Glossar.
D&O
Directors and Officers Liability Insurance. Managerhaftpflichtversicherung.
DEAL
Doughnut Economics Action Lab. Bezugspunkt für Abgrenzung und Anschlussfähigkeit der Wirkungsökonomie.
DNSH
Do No Significant Harm. Prinzip der EU-Taxonomie, nach dem ein wirtschaftliches Vorhaben einem Umweltziel nicht erheblich schaden darf.
DORA
Digital Operational Resilience Act. Europäischer Rechtsrahmen zur digitalen operativen Resilienz im Finanzsektor.
DPP
Digitaler Produktpass. Digitale Infrastruktur für produktbezogene Wirkungsdaten und Lieferkettendaten.
DSA
Digital Services Act. Europäischer Rechtsrahmen für digitale Dienste und Plattformverantwortung.
DSGVO
Datenschutz-Grundverordnung. Europäischer Datenschutzrahmen.
EBA
European Banking Authority. Europäische Bankenaufsicht.
ECG / GWÖ
Economy for the Common Good beziehungsweise Gemeinwohlökonomie.
EFRAG (Kurz)
Siehe EFRAG im Daten-Glossar.
EIOPA
European Insurance and Occupational Pensions Authority. Europäische Aufsichtsbehörde für Versicherungen und betriebliche Altersversorgung.
EPD (Kurz)
Siehe EPD im Daten-Glossar.
ERM
Enterprise Risk Management. Unternehmensweites Risikomanagement, erweitert um Wirkungsrisiken.
ESG (Kurz)
Siehe ESG im Daten-Glossar.
ESMA
European Securities and Markets Authority. Europäische Wertpapier- und Marktaufsicht.
ESPR (Kurz)
Siehe ESPR im Daten-Glossar.
ESRS (Kurz)
Siehe ESRS im Daten-Glossar.
ETS
Emissions Trading System. Emissionshandelssystem.
EU
Europäische Union. Rechts-, Markt- und Standardisierungsraum vieler Instrumente der Wirkungsarchitektur.
EU-Taxonomie (Kurz)
Siehe EU-Taxonomie im Daten-Glossar.
GHG Protocol (Kurz)
Siehe GHG Protocol im Daten-Glossar.
GRI (Kurz)
Siehe GRI im Daten-Glossar.
GSBP
Green-Supporting-/Brown-Penalizing-Logik. Arbeitskürzel für eine Finanzaufsichtslogik, die positive Wirkung entlastet und negative Wirkung belastet.
IDG
Inner Development Goals. Rahmen für innere Entwicklung und transformative Handlungsfähigkeit.
IEA
International Energy Agency. Quelle für Energie, Emissionen und Transformationspfade.
ILO (Kurz)
Siehe ILO im Daten-Glossar.
IPBES (Kurz)
Siehe IPBES im Daten-Glossar.
IPCC (Kurz)
Siehe IPCC im Daten-Glossar.
KII
Key Impact Indicator. Wirkungskennzahl in Scorecards, Produktbewertung und Wirkungscontrolling.
KI
Künstliche Intelligenz. Sammelbegriff für algorithmische Systeme und automatisierte Entscheidungsunterstützung.
KPI
Key Performance Indicator. Klassische Leistungskennzahl, die von Wirkungskennzahlen unterschieden wird.
LCA (Kurz)
Siehe LCA im Daten-Glossar.
LkSG
Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz. Deutsches Lieferkettengesetz.
MPD
Mensch, Planet und Demokratie. Normativer Kernrahmen der Wirkungsökonomie.
NACE (Kurz)
Siehe NACE im Daten-Glossar.
NGO
Non-Governmental Organization. Nichtregierungsorganisation.
NWI
Netto-Wirkungs-Index. Operative Kennzahl zur Bewertung von Netto-Wirkung.
OECD
Organisation for Economic Co-operation and Development.
PCF
Product Carbon Footprint. Produktbezogener CO2-Fußabdruck.
REACH
Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals. Europäischer Chemikalienrahmen.
ROI
Return on Investment. Finanzielle Kapitalrendite.
RMO
Reverse Merit Order. Bewertungslogik, nach der das kritischste Wirkungsfeld die Gesamtbewertung begrenzt.
SDGs
Die Sustainable Development Goals sind die 17 Ziele der Agenda 2030 der Vereinten Nationen. Sie bilden den global verhandelten Referenzrahmen für nachhaltige Entwicklung. In der Wirkungsökonomie dienen sie als zentrale Grundlage zur Bewertung, ob Wirkung Mensch und Planet stärkt oder schwächt.
SDG+
SDG+ ist keine offizielle UN-Kategorie, sondern eine Erweiterung der Wirkungsökonomie. Sie ergänzt die SDGs um Wirkungsfelder, die für demokratische Stabilität zentral sind: Demokratie, Medienqualität, Rechtsstaatlichkeit, Diskursfähigkeit, gesellschaftlicher Zusammenhalt, institutionelles Vertrauen und digitale Selbstbestimmung. SDG+ Übersicht · Wirkung politischer Sprache ansehen.
SFDR
Sustainable Finance Disclosure Regulation. Europäische Offenlegungsverordnung für nachhaltige Finanzprodukte.
SROI
Social Return on Investment. Kennzahl zur Monetarisierung sozialer und ökologischer Wirkungen.
THG
Treibhausgase. Sammelbegriff für klimaschädliche Gase.
T-SROI (Kurz)
Siehe T-SROI im Leseschlüssel.
UN
United Nations. Vereinte Nationen.
UNESCO
Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur.
VLOP
Very Large Online Platform. Sehr große Online-Plattform im Sinne des Digital Services Act.
WAOK
Wirkungsaufsicht für Kapital. Vorgeschlagene Kapitalwirkungsaufsicht.
W-BIP
Wirkungs-BIP. Erweiterung des klassischen BIP um Wirkung, Netto-Wirkung, Resilienz, Prävention und demokratische Qualität.
WEstG
Wirkungseinkommensteuergesetz. Vorgeschlagene Besteuerung von Einkommen nach Wirkung.
WKG
Wirkungskennzahlensystem. Sammelbegriff für WÖk-IDs, Scorecards, Benchmarks, Archetypen und Wirkungsdaten.
WHO (Kurz)
Siehe WHO im Daten-Glossar.
WOK
Technischer Prefix für WÖk-IDs in Datenbanken, Registern, Schnittstellen und Scorecards.
WÖk
Wirkungsökonomie. Gesellschafts- und Wirtschaftsmodell, das positive Netto-Wirkung zum Maßstab für Entscheidungen macht.
WÖk-ID (Kurz)
Siehe WÖk-ID im A-Z-Glossar.
WR
Wirkungsrat. Unabhängige Institution zur Sicherung und Versionierung der Wirkungslogik.
WStG
Wirkungssteuergesetz. Rahmengesetz über die steuerliche Steuerung nach Wirkung.
WUStG
Wirkungsumsatzsteuergesetz. Teilgesetz oder Regelungsbereich zur wirkungsbasierten Umsatz- und Produktbesteuerung.

Daten, Standards und Regularien

Begriffe der Datenbasis

Diese Begriffe erklären, welche bestehenden Standards, Datenquellen und Regularien die Wirkungsökonomie nutzt. Vertiefung: Daten, Standards und Regularien einfach erklärt.

CSRD

Die CSRD ist die EU-Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen. Sie sorgt dafür, dass Unternehmen im Anwendungsbereich strukturierter über Umwelt, Soziales und Governance berichten.

WÖk-Bezug: Für die Wirkungsökonomie sind diese Daten wichtig, weil sie Wirkung nicht neu erfinden muss, sondern vorhandene Berichtsdaten in Wirkung und Rückkopplung übersetzen kann.

Verwandt: ESRS, doppelte Wesentlichkeit, Methodikseite. Offiziell: EUR-Lex.

ESRS

Die ESRS sind die europäischen Nachhaltigkeitsberichtsstandards zur CSRD. Sie konkretisieren, welche Daten Unternehmen berichten.

WÖk-Bezug: Sie strukturieren Umwelt-, Sozial- und Governanceinformationen und können in WÖk-Indikatoren, Scorecards und Wirkungsklassen übersetzt werden.

Verwandt: CSRD, EFRAG, Methodikseite. Offiziell: EFRAG.

EFRAG

Die EFRAG entwickelt technische Entwürfe und Umsetzungshilfen zu den ESRS.

WÖk-Bezug: Sie ist ein fachlicher Referenzpunkt für ESRS-Struktur, Datenlogik und Umsetzungsfragen.

Verwandt: ESRS, CSRD. Offiziell: EFRAG Sustainability Reporting.

GRI

Die GRI Standards sind ein globaler Rahmen für Nachhaltigkeitsberichterstattung. Sie helfen Organisationen, ihre Auswirkungen auf Wirtschaft, Umwelt und Menschen sichtbar zu machen.

WÖk-Bezug: Die WÖk kann GRI-Daten nutzen, um Wirkung systematisch zu bewerten und mit europäischen Berichtsdaten zu verbinden.

Verwandt: CSRD, ESRS, Wirkungsdaten. Offiziell: GRI Standards.

ESG

ESG steht für Environmental, Social und Governance. Es wird vor allem im Finanz- und Unternehmenskontext genutzt, um Nachhaltigkeitsrisiken und Nachhaltigkeitsaspekte zu beschreiben.

WÖk-Bezug: ESG-Daten können Grundlage sein. Die WÖk geht darüber hinaus, indem sie Wirkung nicht nur beschreibt, sondern wirtschaftlich zurückkoppelt.

Verwandt: EU-Taxonomie, Wirkungsdaten.

EU-Taxonomie

Die EU-Taxonomie ist ein Klassifikationssystem für ökologisch nachhaltige wirtschaftliche Aktivitäten.

WÖk-Bezug: Sie ist besonders relevant für ökologische Bewertung, Sustainable Finance und Kapitalwirkung.

Verwandt: NACE, ESG. Offiziell: EU-Kommission.

NACE

NACE ist die europäische Klassifikation wirtschaftlicher Aktivitäten. Sie hilft, Unternehmen, Branchen und Produktgruppen eindeutig einzuordnen.

WÖk-Bezug: NACE kann branchenspezifische Benchmarks, Scorecards und Aktivitätszuordnungen stützen.

Verwandt: Benchmarks, Scorecard. Offiziell: Eurostat.

Digitaler Produktpass / DPP

Der Digitale Produktpass enthält produktbezogene Informationen zu Materialien, Nachhaltigkeit, Haltbarkeit und weiteren Eigenschaften.

WÖk-Bezug: Für die WÖk kann er zur Datenquelle für Produktwirkung, Lebenszyklusdaten und Steuerlogik werden.

Verwandt: ESPR, Produktdaten, LCA. Offiziell: ESPR bei EUR-Lex.

ESPR

Die Ecodesign for Sustainable Products Regulation ist die EU-Verordnung für nachhaltigere Produktgestaltung und Grundlage für den Digitalen Produktpass.

WÖk-Bezug: Sie schafft produktbezogene Nachhaltigkeitsinformationen, die in WÖk-Scorecards einfließen können.

Verwandt: DPP, Produktdaten. Offiziell: EUR-Lex.

CSDDD

Die Corporate Sustainability Due Diligence Directive betrifft unternehmerische Sorgfaltspflichten für Menschenrechte und Umwelt in Unternehmenstätigkeiten und Wertschöpfungsketten.

WÖk-Bezug: Sie ist relevant für Lieferkettenwirkung, Sorgfaltspflichten, Risiken und negative Wirkungen.

Verwandt: Lieferkettendaten, ILO. Offiziell: EUR-Lex.

Doppelte Wesentlichkeit

Doppelte Wesentlichkeit bedeutet, dass sowohl die Wirkung von Nachhaltigkeitsthemen auf ein Unternehmen als auch die Wirkung des Unternehmens auf Umwelt und Menschen betrachtet wird.

WÖk-Bezug: Sie bildet eine Brücke zwischen Unternehmenssicht und Wirkungslogik.

Verwandt: CSRD, ESRS, Wirkungsdaten.

Wirkungsdaten

Wirkungsdaten sind Daten, die zeigen können, welche Folgen eine Handlung, ein Produkt, ein Unternehmen oder eine Entscheidung für Mensch, Planet und Demokratie hat.

WÖk-Bezug: Sie sind die Grundlage für WÖk-IDs, Scorecards, NWI, Wirkungsklassen und Rückkopplung.

Verwandt: Datenqualität, Scorecard.

Datenqualität

Datenqualität beschreibt, wie belastbar, aktuell, nachvollziehbar und prüfbar ein Wert ist.

WÖk-Bezug: Die WÖk markiert, ob Daten gemessen, geprüft, berichtet, plausibilisiert, geschätzt oder nur als Archetyp angenähert sind.

Verwandt: Benchmarks, Archetypen.

Berichtsdaten

Berichtsdaten sind Informationen, die Unternehmen oder Organisationen in Berichten offenlegen.

WÖk-Bezug: Sie liefern Rohmaterial für Wirkungsindikatoren, ersetzen aber noch keine Bewertung und keine Rückkopplung.

Verwandt: CSRD, ESRS, GRI.

Steuerungsdaten

Steuerungsdaten sind Daten, die nicht nur dokumentieren, sondern Entscheidungen, Preise, Steuern, Kapitalzugang oder Beschaffung beeinflussen können.

WÖk-Bezug: Die Wirkungsökonomie macht aus Berichtsdaten Steuerungsdaten, indem sie Wirkung bewertet und zurückkoppelt.

Verwandt: Wirkungssteuer, Wirkungsklasse.

Lieferkettendaten

Lieferkettendaten beschreiben Herkunft, Verarbeitung, Risiken, Arbeitsbedingungen, Umweltwirkungen und Verantwortlichkeiten entlang einer Wertschöpfungskette.

WÖk-Bezug: Sie sind besonders wichtig für Menschenrechte, Arbeit, Umweltbelastung, Rohstoffe und produktbezogene Wirkung.

Verwandt: CSDDD, ILO, DPP.

Produktdaten

Produktdaten beschreiben Eigenschaften eines Produkts: Material, Herkunft, Haltbarkeit, Reparierbarkeit, Emissionen, Sicherheitsaspekte und Kreislauffähigkeit.

WÖk-Bezug: Sie ermöglichen Produktscorecards und eine wirkungsorientierte Preis- oder Steuerlogik.

Verwandt: DPP, EPD, LCA.

EPD

Environmental Product Declarations sind Umweltproduktdeklarationen mit produktbezogenen Lebenszyklusinformationen.

WÖk-Bezug: Sie sind eine relevante Quelle für Produktwirkung, besonders bei Bauprodukten, Materialien und Industrieprodukten.

Verwandt: LCA, Produktdaten. Offiziell: International EPD System.

LCA

Life Cycle Assessment bezeichnet die Lebenszyklusanalyse eines Produkts von Rohstoff über Nutzung bis Entsorgung.

WÖk-Bezug: LCA ist eine Grundlage für Umweltwirkung. Die WÖk erweitert die Perspektive um Mensch, Demokratie und wirtschaftliche Rückkopplung.

Verwandt: EPD, DPP.

GHG Protocol

Das Greenhouse Gas Protocol ist ein Standardrahmen zur Bilanzierung von Treibhausgasemissionen.

WÖk-Bezug: Es liefert relevante Klima- und Emissionsindikatoren für Scorecards.

Verwandt: LCA, IPCC. Offiziell: GHG Protocol.

ILO

Die International Labour Organization setzt internationale Arbeitsnormen.

WÖk-Bezug: Sie ist eine Referenz für Arbeit, Fairness, Arbeitsrechte, Kinderarbeit, Zwangsarbeit und menschenwürdige Arbeit.

Verwandt: CSDDD, Lieferkettendaten. Offiziell: ILO.

WHO

Die World Health Organization ist eine zentrale Referenz für Gesundheit, Public Health und gesundheitliche Risiken.

WÖk-Bezug: Sie kann Gesundheitswirkungen und Gesundheitsindikatoren fachlich einordnen.

Verwandt: Wirkungsdaten. Offiziell: WHO.

IPCC

Der Intergovernmental Panel on Climate Change ist die zentrale wissenschaftliche Referenz zu Klimawandel.

WÖk-Bezug: Der IPCC ist relevant für Klimawirkung, Emissionen, Anpassung und Risiken.

Verwandt: GHG Protocol, LCA. Offiziell: IPCC.

IPBES

IPBES ist die wissenschaftlich-politische Plattform zu Biodiversität und Ökosystemleistungen.

WÖk-Bezug: IPBES ist eine Referenz für Biodiversität, Ökosysteme, Naturkapital und planetare Risiken.

Verwandt: Wirkungsdaten. Offiziell: IPBES.

Glossar

Externe Modelle, Standards und Marktkontext

Diese Begriffe sind Anschlussquellen für Daten, Nachweise, Methodenvergleich und Praxisbezug. Sie ersetzen keine WÖk-Wirkungsbewertung und keine positive Netto-Wirkung.

Zertifizierung
Zertifizierungen bestätigen Anforderungen an Produkte, Unternehmen, Prozesse oder Managementsysteme. WÖk-Bezug: potenzielle Datenquelle, Audit-Hinweis oder Teilindikator. Grenze: keine automatische WÖk-Konformität.
Label / Siegel
Labels und Siegel machen ausgewählte Umwelt-, Sozial-, Qualitäts- oder Herkunftsaspekte sichtbar. WÖk-Bezug: anschlussfähiger Nachweis. Grenze: kein vollständiges Wirkungsprofil, Labelwashing prüfen.
Audit
Ein Audit ist eine strukturierte Prüfung von Daten, Prozessen oder Anforderungen. WÖk-Bezug: Datenqualität und Prüfpfad. Grenze: Audit ersetzt keine Wirkungsbewertung.
Assurance / Sustainability Assurance
Assurance bezeichnet prüferische Sicherheit, etwa für Nachhaltigkeitsinformationen. WÖk-Bezug: Anschluss an Wirkungsassurance. Grenze: geprüfte Berichtsdaten sind noch keine positive Netto-Wirkung.
ISO / DIN / EN
Internationale, deutsche und europäische Normen können Managementsysteme, Bilanzierung, Produktdaten, Kreislaufwirtschaft, Energie, Sicherheit oder KI-Governance strukturieren. WÖk-Bezug: Titel, Zweck, Anwendungsbereich und offizieller Link; Normtexte nicht kopieren.
Managementsystemstandards
ISO 14001, ISO 50001, ISO 45001, ISO 9001, ISO 27001, ISO 37301, ISO 37001 und ISO 42001 können Umwelt, Energie, Arbeitsschutz, Qualität, Informationssicherheit, Compliance, Anti-Korruption oder KI-Management strukturieren. Grenze: Ein Managementsystem beweist nicht automatisch gute Wirkung.
Produkt-, Umwelt- und Kreislauflabels
EU Ecolabel, Blauer Engel, Nordic Swan, Cradle to Cradle, EPD, PEF, ÖKOBAUDAT, EPEAT, Energy Star, TCO Certified, RAL Gütezeichen und Battery-Passport-Initiativen können Produktdaten oder Teilnachweise liefern. Grenze: keine Netto-Wirkung ohne WÖk-Bewertung.
Klima- und Emissionsstandards
GHG Protocol, CDP, SBTi, PCAF, PAS 2060, ISO Net Zero Guidelines, Carbon Trust, Gold Standard, Verra/VCS und Transition-Plan-Ansätze sind für Klima- und Emissionsdaten relevant. Grenze: Kompensation ersetzt keine Nicht-Kompensation oder Reverse Merit Order.
Natur-, Landwirtschafts- und Biodiversitätsstandards
FSC, PEFC, Rainforest Alliance, RSPO, MSC, ASC, EU Bio, Naturland, Bioland, Demeter, FairWild, GlobalG.A.P., IPBES und TNFD können für Natur-, Land- und Lieferkettenfragen relevant sein. Grenze: Zertifikat oder Framework ist kein Gesamturteil.
Sozial-, Arbeits- und Menschenrechtsstandards
Fairtrade, SA8000, WRAP, Sedex/SMETA, amfori BSCI, Ethical Trading Initiative, Fair Wear Foundation, GOTS, OEKO-TEX, Responsible Business Alliance, ILO-Kernarbeitsnormen, UN Guiding Principles und OECD Due Diligence Guidance können Menschenrechts- und Lieferkettenindikatoren stützen.
Gebäude- und Immobilienstandards
DGNB, LEED, BREEAM, WELL, EDGE, HQE, NABERS, GRESB, EU Level(s), Gebäudepässe, Materialpässe und Energieausweise liefern Gebäude-, Gesundheits-, Energie- oder Materialdaten. Grenze: Gebäudelabel ist keine WÖk-Netto-Wirkung.
Unternehmens-, Impact- und Governance-Frameworks
B Corp, Gemeinwohl-Bilanz, DNK, EMAS, UN Global Compact, SDG Impact Standards, IRIS+, GIIN, Social Value / SROI, CSE, FNG-Siegel, LuxFLAG, EU Green Bond Standard und ICMA Bond Principles sind Vergleichs- oder Datenquellen. Grenze: keine WÖk-Konformität ohne eigene Bewertung.
Digital-, KI- und Plattformstandards
ISO 27001, ISO 27701, ISO 42001, EU-AI-Act-Konformität, DSA Transparency Database, Trusted Flaggers, Code of Practice on Disinformation, IFCN und EDMO können digitale Governance, Desinformation und Plattformdaten einordnen. Grenze: Faktencheck- oder Compliance-Standard ersetzt keine Wirkungsanalyse.
Gemeinwohlökonomie / Gemeinwohl-Bilanz
Die Gemeinwohlökonomie arbeitet mit Gemeinwohl-Matrix und Gemeinwohl-Bilanz. WÖk-Bezug: wichtiger Vergleichsansatz. Unterschied: Die WÖk übersetzt Wirkung zusätzlich in WÖk-IDs, Scorecards, Datenräume, Preise, Steuern, Kapitalzugang und Rückkopplung.
Donut-Ökonomie / Doughnut Economics Action Lab
Die Donut-Ökonomie beschreibt einen Zielraum zwischen sozialem Fundament und planetaren Grenzen. WÖk-Bezug: starkes Zielbild. Unterschied: Die WÖk operationalisiert Wirkung über Daten, Scorecards, Rückkopplung und Steuerungsarchitektur.
Wellbeing Economy / Beyond GDP
Wellbeing Economy und Beyond GDP stellen Wohlergehen, Lebensqualität und neue Wohlstandsmessung in den Mittelpunkt. WÖk-Bezug: Zielorientierung. Unterschied: Die WÖk koppelt bewertete Wirkung in Preise, Steuern, Kapital und Entscheidungen zurück.
Degrowth / Postwachstum
Degrowth und Postwachstum kritisieren Wachstumszwang und Ressourcenverbrauch. WÖk-Bezug: Prüfung destruktiven Wachstums. Unterschied: Die WÖk unterscheidet Wachstum nach Netto-Wirkung statt Wachstum pauschal abzulehnen.
Circular Economy / Regenerative Economy
Circular Economy und Regenerative Economy fokussieren Kreisläufe, Regeneration und Resilienz. WÖk-Bezug: Produkt-, Material- und Systemdaten. Grenze: Kreislauf oder Regeneration muss konkret bewertet werden.
Social Economy / Solidarity Economy
Social und Solidarity Economy betonen Gemeinwesen, Teilhabe, Kooperativen und soziale Versorgung. WÖk-Bezug: Praxisanschluss. Grenze: Wirkung bleibt separat zu prüfen.
Impact Investing
Impact Investing verbindet Kapitalanlage mit beabsichtigter Wirkung. WÖk-Bezug: Kapitalwirkung, T-SROI und Wirkungskapital. Grenze: Impact-Claims sind nicht automatisch positive Netto-Wirkung.
Steward Ownership / Verantwortungseigentum
Steward Ownership und Verantwortungseigentum binden Unternehmen stärker an Zweck, Selbstständigkeit und langfristige Verantwortung. WÖk-Bezug: Governance-Kontext, aber keine automatische Wirkungsbewertung.
Care Economy / Feministische Ökonomie
Care Economy und feministische Ökonomie machen Sorgearbeit, unbezahlte Arbeit, Macht, Verteilung und strukturelle Ungleichheit sichtbar. WÖk-Bezug: Wirkleistung, Wirkungseinkommen und Wirkungsblindheit.
Ökologische Ökonomie
Ökologische Ökonomie betrachtet Wirtschaft als eingebettet in ökologische Systeme und planetare Grenzen. WÖk-Bezug: wissenschaftlicher Anschlussraum für Grenzen, Systemlogik und Nicht-Kompensation.
ESG-Beratung / Nachhaltigkeitsberatung
ESG- und Nachhaltigkeitsberatung unterstützt Reporting, CSRD-Readiness, Double Materiality Assessment, ESG Data Management, Assurance-Vorbereitung, Sustainable Finance und Transformation. WÖk-Bezug: sekundäre Praxis- und Marktquelle, nicht normativ.
Sustainability Benchmarking / ESG-Rating-Methodik
Benchmarking und Ratingmethodiken vergleichen Nachhaltigkeitsdaten, Risiken oder Leistungen. WÖk-Bezug: Markt- und Methodikvergleich. Grenze: keine proprietären Scores übernehmen und nicht als positive Netto-Wirkung darstellen.

Glossar

Zentrale Begriffe der Wirkungsökonomie

Das Glossar macht die Begriffswelt der Wirkungsökonomie zitierbar, durchsuchbar und anschlussfähig.

Archetypen
Standardisierte Wirkungsmuster innerhalb der Wirkungsökonomie. Sie beschreiben typische Kombinationen aus Wirkungslogik, Risiken, Lieferkettenstruktur, Ressourcenprofil, Datenanforderungen, Wirkungsfeldern, Prüfpfaden und Bewertungslogiken.
Anwendungskontext (Kurzverweis)
Siehe Anwendungskontext im Leseschlüssel.
Benchmarks
Benchmarks sind Vergleichswerte, an denen eine Wirkung eingeordnet wird. Sie helfen zu prüfen, ob ein Wert gut, kritisch oder verbesserungsbedürftig ist.
Care als Wirkleistung
Pflege, Erziehung, Beziehung, Fürsorge, emotionale Stabilisierung, Begleitung und Sorgearbeit als systemisch tragende Leistung.
Datenqualitätsklasse
Einordnung von Wirkungsdaten nach Belastbarkeit, Herkunft und Prüfbarkeit.
Desinformation
Gezielte oder strategische Verbreitung falscher, irreführender oder manipulativer Informationen mit dem Ziel, Orientierung, Vertrauen, Institutionen oder demokratische Lernfähigkeit zu beschädigen.
Digitaler Produktpass (DPP)
Technische Infrastruktur, die Produktdaten, Lieferketteninformationen, Materialdaten, Reparierbarkeit, Kreislauffähigkeit, Prüfstatus und Scorecard-Anschluss verbindet.
Diskurskultur
Demokratische Fähigkeit, Konflikte auszutragen, ohne Wahrheit, Würde, Quellenklarheit und Korrekturfähigkeit zu zerstören.
Dosis (Kurzverweis)
Siehe Dosis im Leseschlüssel.
Dosis-Wirkungs-Beziehung (Kurzverweis)
Siehe Dosis-Wirkungs-Beziehung im Leseschlüssel.
Ehrliche Preise
Preise, die relevante Wirkungen nicht länger systematisch verschweigen.
Erwünschte Wirkung (Kurzverweis)
Siehe Erwünschte Wirkung im Leseschlüssel.
Fach Zukunft
Idee eines schulischen oder hochschulischen Lernraums, der Klima, Energie, Geschichte, Wirtschaft, Demokratie, Medien, KI, Kultur, Pflege, Gesundheit, Ethik, Natur und Wirkung systemisch verbindet.
FinalScore
Verdichtete Gesamtbewertung einer Scorecard. Er darf schwere negative Wirkungen nicht verdecken.
Frame (Kurzverweis)
Siehe Frame im Leseschlüssel.
Globale Wirkungsordnung
Internationale Anschlussfähigkeit der Wirkungsökonomie durch gemeinsame Maßstäbe, Daten, Partnerschaften, Standards, Frühwarnsysteme und Lernprozesse.
Hybride Kriegsführung
Verbindung militärischer, digitaler, ökonomischer, psychologischer, medialer und politischer Einflussnahme. Wirkungsökonomisch ein Angriff auf Vertrauen, Öffentlichkeit und demokratische Handlungsfähigkeit.
Kulturelle Anschlussfähigkeit
Fähigkeit der Wirkungsökonomie, in unterschiedlichen kulturellen, religiösen, säkularen, politischen und institutionellen Kontexten übersetzbar zu bleiben.
Kontraindikation (Kurzverweis)
Siehe Kontraindikation im Leseschlüssel.
Nebenwirkung (Kurzverweis)
Siehe Nebenwirkung im Leseschlüssel.
Öffentliche Wahrheit
Infrastruktur, durch die Gesellschaften Wirklichkeit prüfen können: Wissenschaft, Statistik, Journalismus, Gerichte, Quellenklarheit, freie Medien, Bildung, Datenqualität und demokratische Diskurskultur.
Prävention
Vorausschauende Vermeidung oder Verringerung negativer Wirkungen, bevor sie als Schaden, Krise, Folgekosten oder Systemrisiko sichtbar werden.
Positive Wirkung
Siehe Positive Wirkung im Leseschlüssel.
Produktscorecard
Bewertungsgrundlage, die Produktdaten in eine nachvollziehbare Wirkungsbewertung übersetzt.
Resilienz
Fähigkeit eines Systems, Belastungen, Krisen, Störungen und Veränderungen zu überstehen, ohne seine grundlegende Funktionsfähigkeit zu verlieren.
Resonanzraum
Sozialer, medialer, politischer oder digitaler Raum, in dem Aussagen, Bilder, Handlungen, Konflikte und Deutungen aufgenommen, verstärkt, abgeschwächt, umgedeutet oder weitergetragen werden.
Referenzrahmen
Siehe Referenzrahmen im Leseschlüssel.
Rebound-Effekt (Kurzverweis)
Siehe Rebound-Effekt im Leseschlüssel.
Rote Linien
Siehe Wirkungsgrenze: Grenzen, bei deren Überschreitung eine Bewertung nicht durch positive Werte an anderer Stelle ausgeglichen werden darf.
Scorecard
Eine Scorecard ist ein strukturiertes Bewertungsinstrument, das relevante Wirkungsfelder und Indikatoren zusammenführt. In der Wirkungsökonomie macht sie Wirkungen vergleichbar, nachvollziehbar und steuerbar.
SDG+ (Kurzverweis)
Siehe SDG+ im Abkürzungs- und Datenbereich.
Systemwirkung
Siehe Systemwirkung im Leseschlüssel.
Tonalität
Emotionale, sprachliche, akustische, mimische, visuelle und gestische Form, in der Kommunikation wirkt.
Transformation
Tiefgreifende Veränderung von Strukturen, Pfaden, Routinen, Anreizen, Institutionen, Märkten oder Entscheidungslogiken.
Vorgriffswohlstand
Wohlstand, der heute als Erfolg erscheint, aber auf künftigen Schäden beruht.
Weltfähig
Anschlussfähig, übersetzbar, interoperabel, demokratisch begrenzt, wissenschaftlich prüfbar und kulturell nicht-dominant.
Wechselwirkung (Kurzverweis)
Siehe Wechselwirkung im Leseschlüssel.
Wirkstoff (Kurzverweis)
Siehe Wirkstoff im Leseschlüssel und die Medikamenten-Analogie.
Wirkungs-BIP
Ergänzung des klassischen BIP um die Frage, ob wirtschaftliches Handeln echte Wirkleistung, Scheinleistung, Blindleistung oder Verlustleistung erzeugt.
Wirkungs-Bonus-Malus-Logik
Lenkung positiver und negativer Wirkung durch Entlastung und Belastung. Bewertet werden Wirkungsträger, Produkte, Strukturen und Entscheidungen, nicht private Lebensführung.
Wirkungsdatenraum
Ein Wirkungsdatenraum ist eine digitale Infrastruktur, in der Wirkungsdaten sicher, standardisiert und interoperabel bereitgestellt werden. Ziel ist, Daten nicht nur zu berichten, sondern für Entscheidungen, Preise, Steuern und Kapitalflüsse nutzbar zu machen.
Wirkungseinkommen
Einkommensmodell, das Grunddividende, Markteinkommen und Wirkungsbonus verbindet.
Wirkungseinkommensteuer
Idee, Einkommen nicht nur nach Höhe, sondern perspektivisch auch nach Wirkung zu betrachten.
Wirkungsfähigkeit
Wirkungsfähigkeit beschreibt die Fähigkeit eines Systems, einer Institution, eines Unternehmens oder einer Gesellschaft, erkannte Wirkung tatsächlich in bessere Entscheidungen zu übersetzen. Sie entsteht nicht allein durch Daten. Sie braucht Zuständigkeit, Regeln, Kompetenz, Entscheidungswege, Rückkopplung und Lernfähigkeit. Ein Staat kann viele Daten haben und dennoch wirkungsschwach sein, wenn die Daten keine Entscheidungen verändern. Verwandt: Wirkungskompetenz, Wirkungsarchitektur, Wirkungsrückkopplung, Wirkungslenkung, Wirkungsgovernance.
Wirkungsfonds
Finanzierungsinstrumente für Prävention, Transformation, Resilienz, kommunale Projekte, Lieferantenentwicklung, soziale Entlastung, Bildung, Pflege, Energieinfrastruktur oder ökologische Regeneration nach Wirkungslogik.
Wirkung statt Kapital
Leitformel der Wirkungsökonomie. Kapital bleibt Werkzeug, aber positive Netto-Wirkung für Mensch, Planet und Demokratie wird zum Kompass.
Wirkungsgovernance
Institutionelle, demokratische, wissenschaftliche und datenbezogene Ordnung von Wirkungsmessung, Bewertung, Anreizen und Lernen.
Wirkungskompetenz
Fähigkeit, Wirkungen, Wirkungspotenziale, Nebenwirkungen, Datenqualität, Unsicherheit, Systemzusammenhänge und Verantwortung zu erkennen.
Wirkmechanismus (Kurzverweis)
Siehe Wirkmechanismus im Leseschlüssel.
Wirkungsbewertung
Siehe Wirkungsbewertung im Leseschlüssel.
Wirkungsfeld
Siehe Wirkungsfeld im Leseschlüssel.
Wirkungsindikator
Siehe Wirkungsindikator im Leseschlüssel.
Wirkungskennzahl
Siehe Wirkungskennzahl im Leseschlüssel.
Wirkungsmarkt
Markt, in dem Wettbewerb nicht nur über Preis, sondern über geprüfte Wirkung stattfindet.
Wirkungsökonomische Kaufkraftlogik
Positive Netto-Wirkung muss durch Preisrückkopplung, Entlastung, Rückverteilung, Infrastruktur, öffentliche Beschaffung, Wettbewerb und Markttransformation bezahlbarer werden.
Wirkungsordnung
Zeitliche, sachliche und systemische Einordnung von Wirkungen nach ihrer Nähe zur ursprünglichen Handlung.
Wirkungsrente
Erweiterung der Rentenlogik von Erwerbsbiografie zu Lebenswirkung.
Wirkungshaushalt
Ergänzung des klassischen Haushalts um die Frage, welche Zustände öffentliche Mittel verändern.
Wirkungsnachweis (Kurzverweis)
Siehe Wirkungsnachweis im Leseschlüssel.
Wirkungspartnerschaft
Partnerschaftslogik, die lokale Handlungsfähigkeit, Resilienz, Finanzierung, Daten, Wissen, Infrastruktur, Teilgabe und Verantwortung verbindet.
Wirkungsprofil (Kurzverweis)
Siehe Wirkungsprofil im Leseschlüssel.
Wirkungspunkte
Mögliche Orientierungs- oder Entlastungsinstrumente im Alltag. Sie dürfen nicht in soziale Kontrolle oder Personenbewertung kippen.
Wirkungspfad / Wirkpfad
Siehe Wirkungspfad / Wirkpfad im Leseschlüssel.
Wirkungsnetz
Siehe Wirkungsnetz im Leseschlüssel.
Wirkungsradar
Siehe Wirkungsradar im Leseschlüssel.
Wirkungsregister
Siehe Wirkungsregister im Leseschlüssel.
Wirkungsaudit
Siehe Wirkungsaudit im Leseschlüssel.
Wirkungsassurance
Siehe Wirkungsassurance im Leseschlüssel.
Wirkungsgrenze
Siehe Wirkungsgrenze im Leseschlüssel.
Wirkungshebel / Systemhebel
Siehe Wirkungshebel / Systemhebel im Leseschlüssel.
Wirkungsumsatzsteuer
Wirkungsbasierte Umsatz- oder Produktsteuerlogik, bei der Produkte und Dienstleistungen nach ihrer Wirkung auf Mensch, Planet und Demokratie differenziert werden.
Wirkungssteuer
Wirkungssteuer bezeichnet die steuerliche Rückkopplung von Wirkungsbewertung in Preise und Abgaben. Positive Netto-Wirkung wird entlastet, negative Wirkung belastet; schwere Schäden werden nicht kompensiert. Verwandt: Wirkungsrückkopplung, Wirkungsgrenze, Nicht-Kompensation, Reverse Merit Order, positive Netto-Wirkung.
Wirkungssteuerkonto
Technisches oder fiskalisches Konto, auf dem wirkungsbezogene Belastungen, Entlastungen, Boni, Mali oder Rückverteilungen nachvollziehbar abgebildet werden können.
Wirkungskette
Beschreibung, wie eine Handlung, ein Produkt, eine Entscheidung oder ein Kapitalfluss über mehrere Stationen Zustände verändert. Bei noch nicht empirisch nachgewiesenen Zusammenhängen sollte präziser von Wirkungspfad gesprochen werden.
Kapitalwirkung
Siehe Kapitalwirkung im Leseschlüssel.
Wirkungskapital
Siehe Wirkungskapital im Leseschlüssel.
Transformationswirkung
Siehe Transformationswirkung im Leseschlüssel.
Resonanzprofil
Siehe Resonanzprofil im Leseschlüssel.
Resonanzrisiko
Siehe Resonanzrisiko im Leseschlüssel.
Wirkungsempfänger
Siehe Wirkungsempfänger im Leseschlüssel.
WÖk-ID
Eine WÖk-ID ist eine standardisierte Identifikationsnummer für einen Wirkungsindikator innerhalb der Wirkungsökonomie. Sie verbindet Indikatoren, Datenquellen, SDGs, Benchmarks und Bewertungslogik und macht Versionierung, Prüfung und Vergleichbarkeit möglich.
Wohlstand als Systemzustand
Wohlstand entsteht, wenn Menschen, Planet und Demokratie so stabil, frei, regenerativ und korrigierbar verbunden sind, dass Zukunftsfähigkeit erhalten bleibt.
Zielzustand
Angestrebter Zustand, der durch eine Maßnahme, ein Produkt, eine Politik, ein Projekt oder eine Investition erreicht werden soll.
Zielkonflikt
Siehe Zielkonflikt im Leseschlüssel.