- Wirkung
Wirkung ist die tatsächliche Veränderung von Zuständen. Sie kann positiv, negativ oder neutral sein und braucht immer einen Bezugspunkt.
Wirkung beschreibt nicht Absicht, Image, Output oder moralische Haltung, sondern das, was sich tatsächlich verändert. Eine Wirkung kann für einzelne Akteure vorteilhaft und für andere schädlich sein. Die Wirkungsökonomie bewertet Wirkung deshalb an einem öffentlichen Referenzrahmen: den SDGs, der Agenda 2030 und den SDG+-Dimensionen Demokratie, Medienqualität, Rechtsstaatlichkeit, Diskursfähigkeit und gesellschaftlicher Zusammenhalt.
WÖk-Bezug: Positiv ist Wirkung, wenn sie auf die SDGs und SDG+ einzahlt. Negativ ist Wirkung, wenn sie diese Ziele schwächt, blockiert oder zerstört.
Verwandt: Wirkungsblindheit, Wirkungswahrheit, Wirkungsbewertung, Netto-Wirkung, Wirkungsempfänger, Wirkungsraum, Systemwirkung, Zielkonflikt, Nicht-Kompensation, Planet, Biodiversität, Tiere / nicht-menschliches Leben.
- Handlung
- Eine Handlung ist ein Eingriff in ein System. Sie kann Wirkung erzeugen, ist aber nicht mit Wirkung identisch. Ein Förderprogramm aufzulegen ist eine Handlung. Ob dadurch Lebensqualität, Klimaresilienz oder soziale Stabilität verbessert werden, ist die Frage der Wirkung.
- Output
- Output bezeichnet das direkte Ergebnis einer Handlung, etwa gebaute Wohnungen, ausgezahlte Fördermittel oder erreichte Teilnehmerzahlen. Output zeigt, dass etwas passiert ist. Wirkung zeigt, was sich dadurch verändert hat.
- Outcome
- Outcome beschreibt eine beobachtbare Veränderung bei Zielgruppen oder Systemzuständen, die über den reinen Output hinausgeht. Outcome ist näher an Wirkung als Output, muss aber weiterhin auf Nebenwirkungen, Dauer und Systemfolgen geprüft werden.
- Wirkstoff
- Wirkstoff ist eine didaktische Analogie aus der Medizin. Als gesellschaftlicher Wirkstoff (Analogie) kann eine Handlung, Regel, Technologie, ein Produkt, Programm, Preis, Steuersatz oder Narrativ verstanden werden, das Wirkungspotenzial besitzt. Ein Wirkstoff ist nicht selbst die Wirkung, sondern kann unter bestimmten Bedingungen erwünschte Wirkung, Nebenwirkungen, Wechselwirkungen oder schädliche Wirkung auslösen. Erst die tatsächliche Zustandsveränderung ist Wirkung. Medikamenten-Analogie lesen.
- Wirkungspotenzial
- Wirkungspotenzial beschreibt die Möglichkeit, dass eine erwünschte, unerwünschte, schädliche oder ambivalente Wirkung eintreten kann. Es ist noch keine eingetretene Wirkung. Wie bei einem medizinischen Wirkstoff hängt die tatsächliche Wirkung vom Kontext, der Dosis, der Anwendung und den Wechselwirkungen ab. Erst eine eingetretene Zustandsveränderung ist Wirkung. Medikamenten-Analogie lesen.
- Wirkmechanismus
- Der Wirkmechanismus beschreibt, wie ein gesellschaftlicher Wirkstoff (Analogie) oder eine Maßnahme Wirkung auslösen soll. In der Wirkungsökonomie erklärt er, über welche Anreize, Verhaltensänderungen, Preise, Regeln, Informationen oder institutionellen Strukturen eine Zustandsveränderung entstehen soll. Ein Entlastungssignal für nachweislich positive Netto-Wirkung kann ein Produkt im Modell relativ entlasten; ob es tatsächlich günstiger wird, hängt von Datenlage, Marktstruktur, politischer Ausgestaltung und Rückkopplung ab.
- Dosis
- Dosis beschreibt die Intensität eines Eingriffs oder einer Maßnahme. In der Wirkungsökonomie kann die Dosis etwa die Höhe einer Förderung, die Stärke eines Steuersignals, die Reichweite einer Kommunikationsmaßnahme oder die Eingriffstiefe eines Gesetzes sein. Mehr Dosis bedeutet nicht automatisch mehr Wirkung. In komplexen Systemen können Sättigung, Rebound-Effekte oder Nebenwirkungen entstehen.
- Anwendungskontext
- Der Anwendungskontext beschreibt das System, in dem ein gesellschaftlicher Wirkstoff (Analogie) oder eine Maßnahme eingesetzt wird. Eine Maßnahme kann in einem Kontext positiv wirken und in einem anderen Kontext schaden. Deshalb muss Wirkung immer im Zusammenhang mit Marktstruktur, sozialer Lage, ökologischen Bedingungen, Verwaltungspraxis, kulturellem Umfeld und bestehenden Regeln bewertet werden.
- Erwünschte Wirkung
- Die erwünschte Wirkung ist die beabsichtigte positive Zustandsveränderung einer Maßnahme. Sie darf nicht mit Absicht, Ziel oder Output verwechselt werden. Sie muss tatsächlich eintreten.
- Nebenwirkung
- Nebenwirkungen sind unerwünschte oder indirekte Folgen einer Handlung, eines Programms, Produkts oder politischen Eingriffs. Sie können sozial, ökologisch, ökonomisch oder demokratisch sein und treten häufig zeitverzögert oder indirekt auf. Ein Förderprogramm für Wohnraum kann neue Wohnungen schaffen, aber zugleich Bodenpreise erhöhen oder Verdrängung auslösen.
- Wechselwirkung
- Wechselwirkungen entstehen, wenn mehrere Maßnahmen, Regeln, Märkte oder gesellschaftliche Dynamiken sich gegenseitig beeinflussen. In komplexen Systemen wirkt keine Maßnahme isoliert. Eine Steueränderung kann mit Förderprogrammen, Energiepreisen, Marktverhalten, kommunaler Planung und sozialen Erwartungen interagieren.
- Kontraindikation
- Eine Kontraindikation beschreibt einen Kontext, in dem eine Maßnahme ungeeignet ist oder schädliche Wirkung entfalten kann. Wie ein medizinischer Wirkstoff nicht für jede Person oder Situation geeignet ist, ist auch eine politische oder wirtschaftliche Maßnahme nicht in jedem Systemkontext sinnvoll. Wirkungsprüfung muss deshalb auch fragen, wann eine Maßnahme nicht angewendet werden sollte.
- Wirkungsprofil
- Das Wirkungsprofil beschreibt die Gesamtheit aus erwünschter Wirkung, Nebenwirkungen, Wechselwirkungen, Risiken, Unsicherheiten und Kontextbedingungen. Es geht über eine einzelne Kennzahl hinaus und zeigt, wie eine Maßnahme in verschiedenen Wirkungsfeldern wirkt und wo rote Linien, Risiken oder offene Fragen bestehen.
- Dosis-Wirkungs-Beziehung
- Die Dosis-Wirkungs-Beziehung beschreibt, wie stark eine Maßnahme in Abhängigkeit von ihrer Intensität wirkt. In der Wirkungsökonomie ist diese Beziehung selten linear. Mehr Förderung, mehr Regulierung oder mehr Kommunikation erzeugt nicht automatisch mehr positive Wirkung. Es können Sättigung, Gewöhnung, Ausweichverhalten oder Nebenwirkungen entstehen.
- Rebound-Effekt
- Ein Rebound-Effekt entsteht, wenn eine Maßnahme zwar Effizienz verbessert, aber durch verändertes Verhalten ein Teil der positiven Wirkung wieder verloren geht. Ein effizienteres Produkt senkt Kosten, wird dadurch aber häufiger genutzt, sodass Einsparungen teilweise aufgehoben werden.
- Wirkungsnachweis
- Der Wirkungsnachweis prüft, ob eine behauptete Wirkung tatsächlich eingetreten ist. Er kann quantitative Daten, qualitative Evidenz, Plausibilitätsanalysen, Vergleichswerte und systemische Beobachtungen verbinden. In komplexen Systemen geht es nicht nur um lineare Kausalität, sondern auch um Zurechnung, Rückkopplung und Nebenwirkungen.
- Wirkungsrisiko
- Wirkungsrisiko beschreibt die Möglichkeit, dass eine Maßnahme, ein Narrativ oder ein gesellschaftlicher Wirkstoff (Analogie) negative, unerwünschte oder systemisch destabilisierende Wirkung erzeugt. Es ist noch kein eingetretener Schaden, sondern ein erkennbarer Pfad zu möglichem Schaden.
- Wirkungsanalyse
- Wirkungsanalyse bezeichnet eine Prüfung möglicher Folgen. Sie fragt nicht nur, ob etwas wahr, falsch oder erlaubt ist, sondern welche Wirkung es in sozialen, medialen und demokratischen Räumen entfalten kann. Bei Sprache, Medien und politischen Narrativen analysiert sie vor allem Wirkungspotenziale, Resonanzräume und plausible Wirkpfade. Sie ersetzt keinen empirischen Wirkungsnachweis. Verwandt: Wirkungswahrheit, Wirkungspfad, Resonanzraum, Wirkungspotenzial, Wirkungsblindheit. Wirkung politischer Sprache ansehen.
- Wirkungspfad / Wirkpfad
- Ein Wirkungspfad beschreibt, wie aus einer Handlung, einem Produkt, einer Regel, einem Narrativ oder einem Kapitalfluss Wirkung entstehen kann. Er zeigt mögliche Stationen zwischen Auslöser, Wirkmechanismus, Wirkungspotenzial, Resonanzraum, Zustandsveränderung, Nebenwirkung, Rückkopplung und Bewertung. Er behauptet nicht automatisch einen abgeschlossenen Wirkungsnachweis, sondern macht plausibel sichtbar, wie Wirkung entstehen kann. Wirkung politischer Sprache ansehen.
- Wirkungsnetz
- Ein Wirkungsnetz zeigt, wie mehrere Wirkungen, Wirkungspotenziale, Resonanzräume, Rückkopplungen und Systemfolgen miteinander verbunden sind. Wirkung entsteht in komplexen Systemen selten linear. Ein Wirkungsnetz macht sichtbar, welche Begriffe, Handlungen, Daten, Akteure, Wirkungsfelder und Rückkopplungen zusammenwirken und hilft, isolierte Einzelwirkungen von Systemwirkung zu unterscheiden.
- Wirkungsradar
- Ein Wirkungsradar visualisiert die Ausprägung mehrerer Wirkungspotenziale oder Wirkungsfelder in einem Spinnennetzdiagramm. Es zeigt nicht automatisch ein Optimum. Bei politischen Narrativen heißt außen nicht besser, sondern stärker: mehr Angst, mehr Misstrauen, mehr Feindbildbildung, mehr Diskursverengung oder höheres Demokratierisiko. Verwandt: Resonanzprofil und Wirkung politischer Sprache.
- Resonanzprofil
- Ein Resonanzprofil zeigt, welche emotionalen, sozialen oder demokratischen Resonanzräume durch Sprache, Bilder, Narrative, Plattformen oder Medienformate aktiviert werden. Es zeigt nicht, ob eine Aussage wahr oder falsch ist, sondern welche Anschlussfähigkeit sie für Angst, Vertrauen, Zugehörigkeit, Feindbilder, Kontrollsehnsucht oder demokratische Stabilität erzeugt.
- Resonanzrisiko
- Resonanzrisiko beschreibt die Gefahr, dass Sprache, Bilder, Frames oder Plattformlogiken schädliche Resonanzräume verstärken. Resonanzrisiken entstehen, wenn Kommunikation Misstrauen, Angst, Feindbilder, Entsolidarisierung, Desinformation, demokratische Destabilisierung oder Gewaltbereitschaft verstärkt. Es ist noch kein eingetretener Schaden, aber ein wirkungsökonomisch relevanter Risikopfad.
- Kausalität und Zurechnung
- Kausalität beschreibt die Frage, ob und wie eine Wirkung durch eine bestimmte Handlung verursacht wurde. Zurechnung fragt, welchem Akteur, Programm oder Systemanteil diese Wirkung plausibel zugeschrieben werden kann. In komplexen Systemen ist Kausalität selten linear. Deshalb braucht es Wirkungsordnungen, Plausibilitätsanalysen und Rückkopplung statt einfacher Ursache-Wirkungs-Behauptungen.
- Wirkung erster Ordnung
- Wirkung erster Ordnung ist die unmittelbare Veränderung, die aus einer Handlung entsteht. Eine energetische Sanierung senkt zum Beispiel den Energieverbrauch eines Gebäudes.
- Wirkung zweiter Ordnung
- Wirkung zweiter Ordnung beschreibt indirekte Folgen einer Handlung. Eine Sanierung kann Heizkosten senken, aber auch Mieten erhöhen und Verdrängung auslösen.
- Wirkung dritter Ordnung
- Wirkung dritter Ordnung verändert Strukturen, Anreize oder Entscheidungslogiken eines Systems. Ein neues Steuersystem kann dazu führen, dass Unternehmen ihre Geschäftsmodelle dauerhaft nach Wirkung ausrichten.
- Unterlassen
- Unterlassen bezeichnet die wirkende Form des Nicht-Handelns, wenn Handlung möglich, erwartbar oder verantwortlich gewesen wäre. Es wird relevant, wenn das Ausbleiben einer Handlung Zustände verändert, Risiken erhöht oder schädliche Pfade fortsetzt.
- Wirkungsträger
- Wirkungsträger sind Menschen, Organisationen, Produkte, Dienstleistungen, Infrastrukturen, Institutionen, Technologien, Kapitalflüsse, Medieninhalte, Algorithmen, Gesetze oder politische Entscheidungen, von denen Wirkung ausgeht oder über die Wirkung weitergegeben wird.
- Wirkungsempfänger
- Wirkungsempfänger sind Menschen, Lebewesen, Gruppen, Ökosysteme, Institutionen oder zukünftige Generationen, die von einer Wirkung betroffen sind. Eine Wirkung entsteht nie im luftleeren Raum. Sie trifft jemanden oder etwas. Wirkungsempfänger können einzelne Menschen, soziale Gruppen, Tiere, Arten, Ökosysteme, Unternehmen, Kommunen, demokratische Institutionen oder kommende Generationen sein. Eine wirkungsökonomische Bewertung muss deshalb offenlegen, wer profitiert, wer belastet wird und welche Systemfolgen entstehen.
- Wirkungsraum
- Ein Wirkungsraum ist der Bereich, in dem eine Handlung, ein Produkt, eine Entscheidung oder Kommunikation Folgen entfaltet. Wirkungsräume können sozial, ökologisch, wirtschaftlich, medial, politisch oder zeitlich sein. Ein Produkt wirkt zum Beispiel in Lieferketten, auf Konsument:innen, auf Böden, Wasser, Klima, Tiere und Arbeitsbedingungen. Politische Sprache wirkt in Öffentlichkeit, Vertrauen, Zugehörigkeit, Angst, Diskursfähigkeit und Demokratie. Wirkung politischer Sprache ansehen.
- Narrativ
- Ein Narrativ ist eine wiedererkennbare Erzählstruktur, die Ereignisse deutet, Rollen verteilt und Resonanzräume öffnet. Narrative können Orientierung geben, aber auch Angst, Feindbilder oder falsche Eindeutigkeit verstärken. Wirkung politischer Sprache ansehen.
- Frame
- Ein Frame ist ein Deutungsrahmen. Er legt nahe, welche Aspekte eines Problems sichtbar werden, welche Ursache plausibel erscheint und welche Lösung intuitiv naheliegt. Frames wirken, bevor eine Aussage vollständig geprüft wird. Wirkung politischer Sprache ansehen.
- Demokratie
- Demokratie bezeichnet in der Wirkungsökonomie nicht nur Wahlen, sondern den gesamten demokratischen Wirkungsraum: Rechtsstaatlichkeit, Grundrechte, Medienqualität, Machtbegrenzung, Vertrauen, Diskursfähigkeit, Minderheitenschutz und friedliche Korrekturfähigkeit. Wirkung politischer Sprache ansehen.
- Medienqualität
- Medienqualität beschreibt die Wirkung öffentlicher Information auf Wahrheit, Vertrauen und demokratische Orientierung. Relevant sind Quellenklarheit, Kontext, Korrekturfähigkeit, Transparenz, Trennung von Meinung und Information sowie Verantwortung für Resonanzräume. Wirkung politischer Sprache ansehen.
- Diskursfähigkeit
- Diskursfähigkeit beschreibt die Fähigkeit einer Gesellschaft, Konflikte mit Fakten, Würde, Widerspruch und demokratischer Korrekturfähigkeit auszutragen. Sie sinkt, wenn Sprache vor allem Verachtung, Feindbilder oder Ohnmacht verstärkt. Wirkung politischer Sprache ansehen.
- Systemischer Wert
- Systemischer Wert beschreibt die Bedeutung einer Wirkung für das Gesamtsystem. Er fragt, ob eine Wirkung Stabilität, Resilienz, Regeneration, Vertrauen, Funktionsfähigkeit und demokratische Korrekturfähigkeit stärkt oder schwächt.
- Positive Wirkung
- Positive Wirkung liegt vor, wenn eine Veränderung auf die SDGs, die Agenda 2030 und die SDG+-Dimensionen einzahlt. Positive Wirkung bedeutet nicht, dass einzelne Akteure profitieren. Entscheidend ist, ob eine Wirkung Mensch, Planet und Demokratie stärkt. Maßgeblich ist ein nachvollziehbarer Referenzrahmen: die SDGs der Agenda 2030 und die SDG+-Erweiterung der Wirkungsökonomie.
- Negative Wirkung
- Negative Wirkung liegt vor, wenn eine Veränderung die SDGs, die Agenda 2030 oder SDG+-Dimensionen schwächt. Negative Wirkung entsteht, wenn Handlungen, Produkte, Geschäftsmodelle, politische Entscheidungen oder Kommunikation ökologische, soziale oder demokratische Grundlagen beschädigen. Beispiele sind Umweltzerstörung, Ausbeutung, Gesundheitsrisiken, Desinformation, Entsolidarisierung, Rechtsstaatsabbau oder Vertrauensverlust.
- Systemwirkung
- Systemwirkung beschreibt, was eine Veränderung für Ökosysteme, Gesellschaft, Demokratie, Märkte oder zukünftige Generationen bedeutet. Sie unterscheidet sich von Einzelwirkung, weil sie Rückkopplungen, Nebenwirkungen, Zielkonflikte und langfristige Stabilität berücksichtigt.
- Zielkonflikt
- Ein Zielkonflikt entsteht, wenn eine Maßnahme in einem Wirkungsfeld positive Effekte erzeugt und in einem anderen Wirkungsfeld negative Folgen auslöst. Zielkonflikte sind in komplexen Systemen normal. Die Wirkungsökonomie versteckt sie nicht, sondern macht sie sichtbar. Entscheidend ist, ob eine Maßnahme unter Berücksichtigung relevanter Wirkungen positive Netto-Wirkung erzeugt und ob rote Linien - etwa Menschenwürde, schwere ökologische Schäden oder demokratische Destabilisierung - verletzt werden.
- Normativer Maßstab
- Ein normativer Maßstab legt fest, woran Wirkung bewertet wird. Die Wirkungsökonomie bewertet Wirkung nicht beliebig. Ihr normativer Maßstab sind die SDGs, die Agenda 2030 und SDG+. Dadurch wird sichtbar, ob eine Wirkung Mensch, Planet und Demokratie stärkt oder schwächt.
- Referenzrahmen
- Ein Referenzrahmen ist der Maßstab, an dem Wirkung eingeordnet und bewertet wird. In der Wirkungsökonomie besteht der Referenzrahmen aus den SDGs, der Agenda 2030 und SDG+. Dadurch wird verhindert, dass Wirkung nach persönlicher Moral, politischer Willkür oder Einzelinteressen bewertet wird.
- Normativer Wert
- Normativer Wert beschreibt die Bewertung einer Wirkung gemessen an Mensch, Planet und Demokratie. Daten zeigen Zustandsveränderungen. Die normative Bewertung entscheidet, ob sie nach SDGs, Agenda 2030 und SDG+ stärkend, neutral, problematisch oder schädlich ist.
- Mensch, Planet und Demokratie
- Mensch, Planet und Demokratie bilden den normativen Kern der Wirkungsökonomie. Die SDGs geben den Rahmen für Mensch und Planet. SDG+ ergänzt Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Medienqualität, Diskursfähigkeit, digitale Selbstbestimmung und Schutz vor Manipulation. Aus diesem Rahmen leiten sich Wirkungsfelder, Indikatoren, Schwellenwerte und Bewertungen ab.
- Wirkungsfeld
- Ein Wirkungsfeld ist ein thematischer Bereich, in dem Wirkung entsteht oder bewertet wird. Wirkungsfelder können soziale, ökologische, demokratische, wirtschaftliche, mediale oder gesundheitliche Bereiche sein. Beispiele sind Klima, Wasser, Biodiversität, Arbeit, Gesundheit, Bildung, Medienqualität, Rechtsstaatlichkeit oder Diskursfähigkeit. Wirkungsfelder helfen, Wirkung nicht pauschal, sondern differenziert zu bewerten. Verwandt: Mensch, Planet und Demokratie, SDGs, SDG+, Scorecard, Wirkungsindikator.
- Wirkungsindikator
- Ein Wirkungsindikator ist eine messbare Kennzahl, die einen bestimmten Wirkungsaspekt abbildet. Wirkungsindikatoren machen Zustandsveränderungen sichtbar. Sie können sich auf Emissionen, Wasserverbrauch, Arbeitsbedingungen, Datenqualität, Medienqualität, Diskursfähigkeit, Gesundheit, Teilhabe oder andere Wirkungsfelder beziehen. In der WÖk werden Wirkungsindikatoren über WÖk-IDs standardisiert. Verwandt: Scorecard, Benchmarks, Datenqualität, Wirkungsdaten.
- Wirkungskennzahl
- Eine Wirkungskennzahl ist eine messbare Größe zur Beobachtung oder Bewertung von Wirkung. Wirkungskennzahlen unterscheiden sich von klassischen KPIs, weil sie nicht nur Aktivität, Kosten, Umsatz oder Output erfassen, sondern Zustandsveränderungen im Verhältnis zu Mensch, Planet und Demokratie sichtbar machen. KPI bezeichnet klassische Leistungskennzahlen, KII steht für Key Impact Indicator und WÖk-ID für die standardisierte Identifikationsnummer eines Wirkungsindikators.
- Planet
- Planet bezeichnet in der Wirkungsökonomie die ökologischen Lebensgrundlagen: Klima, Wasser, Böden, Luft, Biodiversität, Tiere, Pflanzen, Ökosysteme, Kreisläufe und Regenerationsfähigkeit.
- Biodiversität
- Biodiversität beschreibt die Vielfalt von Arten, genetischer Vielfalt und Ökosystemen. Für die Wirkungsökonomie ist sie Teil des Wirkungsraums Planet, weil stabile Ökosysteme, Nahrung, Wasser, Gesundheit und Klimaresilienz von lebendiger Vielfalt abhängen.
- Tiere / nicht-menschliches Leben
- Tiere und nicht-menschliches Leben sind Wirkungsempfänger im Wirkungsraum Planet. Die WÖk betrachtet sie nicht als bloße Ressource, sondern als Teil ökologischer Lebensgrundlagen, Biodiversität, Leidvermeidung und Systemstabilität.
- Leistung
- Leistung ist nicht identisch mit Aufwand, Arbeitszeit, Einkommen, Umsatz, Gewinn, Wachstum oder Reichweite. Wirkungsökonomisch ist Leistung nur dort echte Leistung, wo sie positive Zustandsveränderung erzeugt oder negative Zustandsveränderung verhindert.
- Scheinleistung
- Scheinleistung bezeichnet etwas, das wie Leistung aussieht, aber keine positive Wirkung nachweist. Umsatz, Reichweite, Beschäftigung, Berichtsumfang oder Kapitalrendite können Scheinleistung sein, wenn sie keine tragfähige positive Wirkung erzeugen oder negative Wirkung verdecken.
- Blindleistung
- Blindleistung bezeichnet systemischen Aufwand, der das System belastet, ohne echte Zustandsverbesserung zu erzeugen. Beispiele sind Reparaturbürokratie, doppelte Datenabfragen, unkoordinierte Berichtspflichten oder Compliance ohne Steuerungswirkung.
- Verlustleistung
- Verlustleistung bezeichnet negative Nebenwirkungen, Folgekosten oder Systemschäden einer Handlung, Struktur oder Entscheidung.
- Wirkleistung
- Wirkleistung bezeichnet den Anteil einer Handlung, Tätigkeit, Investition oder Organisation, der tatsächlich positive Wirkung erzeugt oder negative Wirkung verhindert.
- Wirkungsbewertung
- Wirkungsbewertung ist die Einordnung einer eingetretenen oder modellierten Wirkung am Referenzrahmen der SDGs, der Agenda 2030 und SDG+. Wirkung beschreibt zunächst nur, dass sich Zustände verändern. Wirkungsbewertung ordnet diese Veränderung ein: Stärkt sie Mensch, Planet und Demokratie, bleibt sie neutral oder schwächt sie diese Grundlagen? Sie ist der normative Schritt zwischen Zustandsveränderung und Netto-Wirkung. Abgrenzung: Wirkung ist tatsächliche Zustandsveränderung, Wirkungsbewertung ist Einordnung dieser Veränderung, Netto-Wirkung ist die zusammengeführte Bewertung positiver und negativer Wirkungen und Wirkungslenkung ist die Rückkopplung in Preise, Steuern, Kapital und Entscheidungen. Verwandt: Referenzrahmen, Scorecard, WÖk-ID.
- Netto-Wirkung
- Netto-Wirkung ist die zusammengeführte Bewertung positiver und negativer Wirkungen unter Berücksichtigung zentraler Mindestbedingungen. Sie bewertet nicht nur die erwünschten Wirkungen, sondern auch Nebenwirkungen, negative Effekte, Wechselwirkungen und rote Linien. Positive Wirkungen dürfen zentrale negative Wirkungen nicht beliebig kompensieren. Entscheidend ist, ob eine Veränderung insgesamt auf SDGs, Agenda 2030 und SDG+ einzahlt.
- Transformationswirkung
- Transformationswirkung entsteht, wenn eine Maßnahme nicht nur einzelne Zustände verbessert, sondern Strukturen, Anreize, Märkte, Regeln oder Handlungspfade dauerhaft verändert. Sie geht über operative Netto-Wirkung hinaus. Ein Projekt kann netto positiv sein, ohne transformativ zu wirken. Transformationswirkung liegt vor, wenn eine Maßnahme neue Standards setzt, Märkte verschiebt, Infrastrukturen öffnet, Kapitalströme umlenkt, Resilienz stärkt oder künftige Entscheidungen in Richtung Mensch, Planet und Demokratie verändert. Abgrenzung: Netto-Wirkung fragt nach der Wirkung unter dem Strich, Transformationswirkung nach der Veränderung von Systemlogik und Handlungspfaden. T-SROI ist ein Instrument zur Bewertung transformativer Wirkung. Verwandt: Systemwirkung, Wirkungshebel, Rückkopplung.
- Netto-Wirkungs-Index (NWI)
- Der NWI ist die operative Kennzahl der Wirkungsökonomie zur Bewertung von Netto-Wirkung. Er verdichtet Scorecards, WÖk-IDs, Benchmarks, Einzelscores, Datenqualität, Mindestbedingungen und Reverse Merit Order zu einer prüfbaren Netto-Wirkungskennzahl.
- Wirkungsgrad
- Wirkungsgrad beschreibt, wie viel des eingesetzten Aufwands in positive Netto-Wirkung übergeht. Eine Gesellschaft kann sehr aktiv sein und dennoch einen schlechten Wirkungsgrad haben, wenn sie Lebensgrundlagen, Zusammenhalt oder Demokratie schwächt.
- Wirkungsblindheit
- Wirkungsblindheit beschreibt Systeme, Kennzahlen oder Entscheidungen, die Aktivität, Kapital, Gewinn, Reichweite oder Output messen, aber die tatsächlichen Folgen für Mensch, Planet und Demokratie nicht erkennen. Wirkungsblindheit entsteht, wenn ein System präzise zählt, aber falsch bewertet. Ein Markt kann Preise bilden und dennoch ökologische Schäden, Ausbeutung oder demokratische Destabilisierung ausblenden. Ein Medienformat kann Reichweite erzeugen und zugleich Vertrauen schwächen. Ein Staat kann viel Geld ausgeben und trotzdem wenig Wirkung erzielen. Die Wirkungsökonomie setzt an dieser Blindheit an und macht Zustandsveränderungen sichtbar. Verwandt: Wirkung, Wirkungsbewertung, Wirkungsarchitektur, Wirkungswahrheit, Wirkungsrückkopplung.
- Wirkungswahrheit
- Wirkungswahrheit beschreibt, ob Preise, Berichte, politische Aussagen, Geschäftsmodelle oder Kapitalflüsse ihre tatsächlichen Wirkungen sichtbar machen oder verdecken. Der Begriff meint kein Wahrheitsmonopol. Er beschreibt die nachvollziehbare Nähe zwischen sichtbaren Signalen und tatsächlichen Wirkungen: Datenklarheit, Transparenz über Folgen und die Frage, ob zentrale Schäden ausgeblendet werden. Ein Preis ist wirkungsunwahr, wenn er Schäden an Mensch, Planet oder Demokratie ausblendet. Ein Bericht ist wirkungsunwahr, wenn er positive Einzelaspekte zeigt, aber zentrale negative Wirkungen verdeckt. Eine politische Aussage kann einzelne richtige Elemente enthalten und dennoch Wirkungswahrheit verfehlen, wenn sie Systemursachen verdeckt oder schädliche Resonanzräume öffnet. Verwandt: Wirkung, Wirkungsanalyse, Wirkungsblindheit, Wirkungsdaten, Wirkungsbewertung, Resonanzraum.
- Wirkungsgrenze
- Eine Wirkungsgrenze ist eine rote Linie, ab der negative Wirkung nicht mehr durch positive Wirkungen an anderer Stelle ausgeglichen werden darf. Wirkungsgrenzen schützen zentrale Bedingungen wie Menschenwürde, Kinderrechte, ökologische Lebensgrundlagen, Tiere, Biodiversität, Rechtsstaatlichkeit, demokratische Stabilität und irreversible Schäden. Sie verhindern, dass ein Produkt, Unternehmen oder politisches Programm durch gute Einzelwerte positive Gesamtwirkung beansprucht, obwohl zentrale Schäden bestehen. Kinderarbeit bleibt Kinderarbeit, auch bei guter CO2-Bilanz. Desinformation bleibt demokratisch schädlich, auch bei hoher Reichweite. Irreversible ökologische Zerstörung darf nicht durch soziale Einzelvorteile schöngerechnet werden. Verwandt: Reverse Merit Order, Nicht-Kompensation, Netto-Wirkung, Wirkungsbewertung, Wirkungsfeld.
- Nicht-Kompensation
- Nicht-Kompensation bedeutet, dass negative Wirkungen in zentralen Feldern nicht einfach durch positive Wirkungen an anderer Stelle ausgeglichen werden dürfen. Positive Wirkung für eine Gruppe darf schwere negative Wirkung auf andere Gruppen, Ökosysteme, Tiere oder demokratische Grundbedingungen nicht einfach ausgleichen. Ein wirtschaftlicher Vorteil rechtfertigt keine Kinderarbeit. Ein kurzfristiger Nutzen für einzelne Akteure rechtfertigt keine langfristige Zerstörung von Lebensgrundlagen. Eine emotionale Mobilisierung rechtfertigt keine demokratische Destabilisierung.
- Reverse Merit Order
- Reverse Merit Order bezeichnet die Bewertungslogik, nach der das kritischste Wirkungsfeld die Gesamtbewertung begrenzt. Gute Werte in leicht erreichbaren Feldern dürfen schwere Schwächen in kritischen Feldern nicht unsichtbar machen.
- Wirkungsarchitektur
- Wirkungsarchitektur ist das Betriebssystem der Wirkungsökonomie: Daten, Regeln, Institutionen, Anreize, Preise, Steuern, Kontrolle und Rückkopplung. Sie bezeichnet die Gesamtheit aus Regeln, Daten, Bewertungslogik, Institutionen, Anreizen, Rückkopplung und Lernen. Sie sorgt dafür, dass gesellschaftliche Wirkstoffe (Analogie) nicht isoliert eingesetzt werden, sondern in einem System aus Daten, Regeln, Preisen, Steuern, Monitoring, Rückkopplung und demokratischer Kontrolle eingebettet sind. Sie ist mehr als Wirkungsmanagement, weil sie nicht nur Projekte verbessert, sondern die Steuerungslogik des Systems verändert. Verwandt: Wirkungsrückkopplung, Wirkungslenkung, WÖk-ID, Wirkungsrat, Wirkungsregister, Wirkungsgrenze.
- Wirkungsmanagement
- Wirkungsmanagement bezeichnet die Planung, Beobachtung und Verbesserung von Wirkung in Projekten, Organisationen oder Programmen. Klassisches Wirkungsmanagement bleibt häufig bei Zielen, Kennzahlen und Evaluationen stehen. In der Wirkungsökonomie wird es in eine größere Wirkungsarchitektur eingebettet. Wirkungsmanagement optimiert meist Programme, Projekte oder Organisationen. Wirkungsarchitektur verändert die Regeln, Daten, Anreize und Institutionen, durch die Wirkung systemisch entsteht.
- Wirkungspotenzialmanagement
- Wirkungspotenzialmanagement befasst sich mit der Frage, welche Wirkungen eine Handlung wahrscheinlich ermöglichen oder verhindern kann, bevor diese Wirkungen eingetreten sind. Politische Programme, Medienkampagnen oder Technologien können Wirkungspotenziale erzeugen, die später zu realer Wirkung werden.
- Wirkungscontrolling
- Wirkungscontrolling ist die systematische Erfassung und Auswertung von Wirkungsdaten zur Steuerung von Entscheidungen. Es darf nicht bei KPI-Tracking stehen bleiben, sondern muss Rückkopplungen und Nebenwirkungen berücksichtigen.
- Wirkungsmonitoring
- Wirkungsmonitoring beobachtet laufend, wie sich relevante Wirkungsindikatoren entwickeln. Es beobachtet nicht nur Zielindikatoren, sondern auch Nebenwirkungen, Wechselwirkungen, Rebound-Effekte und Rückkopplungen. Monitoring zeigt Veränderungen. Es ersetzt noch keine Bewertung, Zurechnung oder Wirkungslenkung.
- Wirkungsprüfung
- Wirkungsprüfung bewertet vor oder nach einer Maßnahme, welche Wirkungen auf Mensch, Planet und Demokratie entstehen oder zu erwarten sind. Ein Gesetz, ein Förderprogramm oder ein Produkt kann auf soziale, ökologische und demokratische Wirkungen geprüft werden.
- Wirkungsrückkopplung
- Wirkungsrückkopplung bedeutet, dass erkannte und bewertete Wirkung in Preise, Steuern, Kapitalzugang, Förderung, Beschaffung, Regulierung oder Entscheidungen zurückgeführt wird. Reporting allein beschreibt Wirkung. Wirkungsrückkopplung verändert Anreize. Erst wenn Wirkungsdaten und Wirkungsbewertungen Folgen für Preise, Steuern, Kapital, öffentliche Mittel, Managemententscheidungen oder politische Programme haben, entsteht eine lernende Wirkungsarchitektur. Leitsatz: Reporting beschreibt. Wirkungsrückkopplung verändert. Verwandt: Wirkungslenkung, Wirkungsarchitektur, Wirkungssteuer, Wirkungshaushalt, Wirkungsmanagement, WÖk-ID.
- Wirkungslenkung
- Wirkungslenkung ist die Rückkopplung der Wirkungsbewertung in Preise, Steuern, Kapitalzugang, Förderung, Beschaffung, Sichtbarkeit oder Entscheidungen. Wirkung wird nicht nur beobachtet, sondern verändert die Bedingungen, unter denen Menschen, Unternehmen, Institutionen und Märkte entscheiden.
- Wirkungsrisikomanagement
- Wirkungsrisikomanagement erkennt, bewertet und reduziert Risiken negativer Wirkungen. Ein Unternehmen prüft dabei nicht nur finanzielle Risiken, sondern auch Klima-, Lieferketten-, Demokratie- und Reputationswirkungen.
- Wirkungsbericht
- Ein Wirkungsbericht macht sichtbar, welche Wirkungen eine Organisation, ein Programm oder ein System erzeugt hat. Aussagekräftig ist er nur, wenn er nicht nur positive Effekte kommuniziert, sondern auch negative Wirkungen, Unsicherheiten und Grenzen offenlegt.
- Wirkungssimulation
- Wirkungssimulation entsteht, wenn Wirkung behauptet oder inszeniert wird, ohne dass echte Zustandsveränderung nachgewiesen ist. Ein Bericht nennt dann viele Aktivitäten und Kennzahlen, zeigt aber nicht, ob sich Lebensqualität, Klima, Gesundheit oder Demokratie tatsächlich verbessert haben.
- Wirkungswashing
- Wirkungswashing ist die kommunikative Darstellung positiver Wirkung, obwohl die reale Netto-Wirkung unklar, gering oder negativ ist. Es ist mit Greenwashing verwandt, geht aber über ökologische Fragen hinaus.
- Kapitalwirkung
- Kapitalwirkung beschreibt, welche Wirkung Kapitalflüsse auf Mensch, Planet und Demokratie entfalten. Kapital ist in der Wirkungsökonomie Werkzeug, nicht Kompass. Kapitalwirkung fragt deshalb nicht nur, wie viel Rendite entsteht, sondern ob Investitionen, Kredite, Fonds, Versicherungen oder Beteiligungen Lebensgrundlagen, soziale Stabilität, Demokratie und Transformation stärken oder schwächen. Verwandt: Kapital, Wirkungsfonds, EU-Taxonomie, Kapitalzugang und Wirkungsmarkt.
- Wirkungskapital
- Wirkungskapital ist Kapital, das gezielt zur Erzeugung positiver Netto-Wirkung eingesetzt wird. Es unterscheidet sich von Kapital, das nur Rendite sucht. Wirkungskapital finanziert Transformation, Prävention, Resilienz, Infrastruktur, soziale Stabilität, ökologische Regeneration oder demokratische Qualität. Rendite bleibt möglich, ist aber Ergebnis tragfähiger Wirkung, nicht alleiniger Zweck.
- Wirkungsregister
- Ein Wirkungsregister ist eine geprüfte Daten- und Zuordnungsstruktur für Wirkungsindikatoren, WÖk-IDs, Scorecards, Benchmarks, Versionen und Bewertungen. Es macht Wirkungsdaten nachvollziehbar, prüfbar und anschlussfähig und ermöglicht, Produkte, Unternehmen, Tätigkeiten oder politische Maßnahmen mit WÖk-IDs, Datenquellen, Benchmarks, Scorecards und Wirkungsklassen zu verbinden. Verwandt: WÖk-ID, Scorecard, Wirkungsrat, Datenqualität, Wirkungsdatenraum.
- Wirkungsaudit
- Ein Wirkungsaudit prüft, ob Wirkungsdaten, Scorecards, Bewertungen und Nachweise nachvollziehbar, plausibel und regelkonform sind. Es ist keine reine Finanzprüfung. Es prüft Datenqualität, Bewertungslogik, Nicht-Kompensation, rote Linien, Wirkungssimulation, Wirkungswashing und die Plausibilität von Wirkungspfaden. Es kann Grundlage für Wirkungsberichte, Wirkungsregister, Wirkungsrat und Wirkungslenkung sein.
- Wirkungsassurance
- Wirkungsassurance bezeichnet die unabhängige Prüfung und Absicherung von Wirkungsdaten und Wirkungsbewertungen. Der Begriff schließt an Prüf- und Assurance-Logiken aus Nachhaltigkeitsberichten an, geht aber weiter: Nicht nur Berichtsdaten werden geprüft, sondern auch ihre Übersetzung in Wirkungsindikatoren, Scorecards, Wirkungsklassen und Rückkopplung. Verwandt: Wirkungsnachweis, Wirkungsrat, Wirkungswashing, Datenqualität, Wirkungssimulation.
- Wirkungshebel / Systemhebel
- Ein Wirkungshebel ist ein Eingriffspunkt, an dem eine Maßnahme besonders starke oder tiefgreifende Wirkung erzeugt. Wirkungshebel können Informationen, Preise, Steuern, Regeln, Infrastruktur, Standards, Kapitalzugang, öffentliche Beschaffung, Medienlogik oder Zielgrößen sein. Je tiefer ein Hebel in die Systemlogik eingreift, desto stärker verändert er künftige Handlungsmöglichkeiten.
- Förderlogik
- Förderlogik beschreibt die Art und Weise, wie öffentliche Mittel vergeben, gesteuert und bewertet werden. Wenn Förderlogik nur Mittelverwendung und Output misst, bleibt sie hinter echter Wirkungssteuerung zurück.
- Fördercontrolling
- Fördercontrolling prüft, ob Fördermittel korrekt eingesetzt und definierte Ziele erreicht wurden. Es ist wichtig, ersetzt aber keine systemische Wirkungsanalyse.
- Neoklassische Förderlogik
- Neoklassische Förderlogik denkt häufig in Effizienz, Mittelallokation, Zielerreichung und isolierten Kosten-Nutzen-Verhältnissen. Die Wirkungsökonomie denkt systemisch, rückgekoppelt und interdependent. Sie fragt nicht nur, ob ein Programm effizient ist, sondern ob es den Kompass des Systems verändert.
- Rückkopplung
- Rückkopplung bedeutet: Wirkung bleibt nicht folgenlos. Sie verändert Preise, Steuern, Kapitalzugang, Förderung oder Entscheidungen.
- WÖk-IDs
- WÖk-IDs sind standardisierte Wirkungsindikatoren der Wirkungsökonomie. Sie ordnen messbare Wirkungsaspekte bestimmten Feldern, Branchen, Produkten, Tätigkeiten oder Systemdimensionen zu.
- Scorecards
- Scorecards sind strukturierte Bewertungsraster, mit denen Wirkungen nach definierten Dimensionen, Indikatoren, Datenqualitätsklassen, Benchmarks und Archetypen eingeordnet werden.
- Wirkungsklasse
- Eine Wirkungsklasse verdichtet die Bewertung eines Produkts, Unternehmens, Mediums oder einer Entscheidung auf einer Skala von +3 bis -3. Sie entsteht aus Scorecard, Netto-Wirkung und Schutzregel und kann in Steuerklassen, Preise, Förderung, Kapitalzugang oder Entscheidungen übersetzt werden.
- T-SROI
- T-SROI steht für Transformational Social Return on Investment. Er bewertet nicht nur finanziellen Nutzen oder Projekterfolg, sondern den transformativen Beitrag einer Maßnahme zu systemischer Veränderung. Er geht über klassischen ROI und SROI hinaus, weil er Transformationswirkung, Nebenwirkungen und Systemhebel berücksichtigt.
- Wirkungsrat
- Der Wirkungsrat ist eine unabhängige Institution zur Weiterentwicklung, Prüfung und demokratischen Absicherung von Wirkungsindikatoren, Benchmarks und Bewertungslogiken. Er schützt die Wirkungslogik vor Lobbyismus, Manipulation und Wirkungssimulation.
- Wirkungsresilienz
- Wirkungsresilienz bezeichnet die Fähigkeit eines Systems, negative Wirkungen zu begrenzen, aus Folgen zu lernen und unter Stress anpassungsfähig zu bleiben.
- Wohlstand
- Wohlstand meint nicht bloß Einkommen, Vermögen, Konsum oder BIP. Wohlstand bezeichnet die Fähigkeit einer Gesellschaft, ein gutes, freies, sicheres, würdevolles und demokratisches Leben innerhalb tragfähiger planetarer Grenzen zu ermöglichen.
- Kapital
- Kapital ist in der Wirkungsökonomie Werkzeug, nicht Kompass. Bewertet wird nicht nur, ob Kapital vorhanden ist, sondern welcher Wirkung es dient.
- Wirkungsökonomie
- Siehe den Basisbegriff oben: Wirkungsökonomie bewertet Erfolg nicht nur nach Geld, Gewinn oder Wachstum, sondern nach Wirkung auf Mensch, Planet und Demokratie.