Evidenzverzerrung

Cherry Picking

Nur passende Daten oder Beispiele werden ausgewählt; widersprechende Evidenz bleibt unsichtbar.

Evidenzverzerrung

Auf einen Blick

  • Einordnung: Evidenzverzerrung im Bereich Diskurs-, Medien- und Verschiebungseffekte.
  • Wofür der Begriff gebraucht wird: Er hilft, die passende Frage zu Zuständen, Ursachen, Folgen und Grenzen zu stellen.
  • Wirkungsökonomisch zählen Datenqualität, Bilanzgrenze, Zeitbezug, Nebenfolgen und Rückkopplung in Entscheidungen.
  • Der Begriff ist keine fertige Bewertung und darf nicht isoliert gelesen werden. Er ist besonders anschlussfähig an Bestätigungsfehler, Quote Mining / Dekontextualisierung, Impact-Washing.

Definition

Was der Begriff zusätzlich aussagt

Cherry Picking erzeugt Scheinbelege. Für Wirkungsökonomie ist es relevant, weil Netto-Wirkung nur durch vollständige Betrachtung von positiven, negativen und nicht-kompensierbaren Wirkungen entsteht.

Wirkungsökonomie

Einordnung in der Wirkungsökonomie

In der Wirkungsökonomie gehört der Begriff zum SDG+-Feld Medienqualität, Diskursfähigkeit, Rechtsstaatlichkeit, institutionelles Vertrauen und demokratische Resilienz. Er beschreibt meist Wirkungspotenziale, Resonanzräume und Wirkungsrisiken, nicht zwingend bereits eingetretene Wirkung.

Verwendung

Verwendung

zur Analyse öffentlicher Kommunikation, Plattformlogiken, Debattenformaten, politischer Sprache, Desinformation und Normalisierung. Der Begriff beschreibt Muster, nicht automatisch Absichten.

Abgrenzung

Abgrenzung

  • Nicht verwechseln mit Fallbeispiel. Ein Beispiel ist legitim, wenn Grenzen und Datenbasis transparent bleiben.

Vertiefung

Vertiefte Begriffsstruktur

Auf einen Blick

  • Beschreibt ein Muster öffentlicher Kommunikation, das Aufmerksamkeit, Deutung, Vertrauen oder Diskursfähigkeit verschieben kann.
  • SDG+-relevant, weil demokratische Öffentlichkeit, Medienqualität, Rechtsstaatlichkeit und institutionelles Vertrauen davon betroffen sein können.
  • Meist als Wirkungspotenzial oder Wirkungsrisiko zu lesen, nicht automatisch als empirisch nachgewiesene Wirkung.
  • Nicht zur Unterstellung von Absichten verwenden; Muster, Datenlage und Wirkpfad getrennt prüfen.

Beispiele

  • Ein Unternehmen zeigt Recyclingquote, verschweigt aber Wasserstress.
  • Eine Partei wählt nur Länderbeispiele, die ihre These stützen.

Mess- und Steuerungsbezug

Faktencheck, Wirkungsanalyse, Resonanzraum- und Framinganalyse, Netzwerk- und Plattformmonitoring, Quellenklarheit, Moderationsstandards, algorithmische Transparenz und Wirkungsrückkopplung in Medienregeln.

Quellenbasis

Quellenbasis dieser Ergänzung: WÖK-BL, NIC.

Quellen und Einordnung

Kategorie: Diskurs-, Medien- und Verschiebungseffekte

Quellenstatus: Die Quellenverweise führen auf Detailseiten des Quellenarchivs; WÖk-Primärquellen dokumentieren Modellbegriffe und ersetzen keine externe Evidenz für empirische oder rechtliche Aussagen.