Grundbegriff
Gefangenendilemma
Das Gefangenendilemma beschreibt eine Lage, in der Defektion für jeden einzelnen kurzfristig attraktiv sein kann, obwohl gegenseitige Kooperation für alle besser wäre.
Auf einen Blick
- Einordnung: Grundbegriff im Bereich Grundbegriff.
- Wofür der Begriff gebraucht wird: Er hilft, die passende Frage zu Zuständen, Ursachen, Folgen und Grenzen zu stellen.
- Wirkungsökonomisch zählen Datenqualität, Bilanzgrenze, Zeitbezug, Nebenfolgen und Rückkopplung in Entscheidungen.
- Der Begriff ist keine fertige Bewertung und darf nicht isoliert gelesen werden. Er ist besonders anschlussfähig an Soziales Dilemma, Assurance Game, Wirkungstragung.
Definition
Was der Begriff zusätzlich aussagt
Im klassischen Gefangenendilemma bleibt Defektion individuell vorteilhaft, unabhängig vom Verhalten der anderen Seite. Wiederholte Beziehungen, nachvollziehbares Verhalten und glaubwürdige Korrektur können die Auszahlungslage verändern; sie rechtfertigen jedoch weder dauerhafte Stigmatisierung noch automatisierte Sanktionen.
Wirkungsökonomie
Einordnung in der Wirkungsökonomie
Die WÖk beantwortet diese Problemstruktur mit rückgekoppelten Anreizen: negative Wirkung darf keinen dauerhaften Kostenvorteil erzeugen, positive Netto-Wirkung wird sichtbar und wiederholte Kooperation kann wertvoller werden.
Verwendung
Verwendung
Nicht jede Konflikt- oder Wettbewerbslage ist ein Gefangenendilemma. Bei Unsicherheit über die Mitwirkung anderer kann stattdessen ein Assurance Game vorliegen.
Abgrenzung
Abgrenzung
- assurance-game
- allmendedilemma
Mess- und Steuerungsbezug
Wie daraus eine prüfbare Wirkungsfrage wird
Prüfbar wird „Gefangenendilemma“, wenn klar ist, welcher Zustand betrachtet wird, welche Quelle herangezogen wird, welche Bilanzgrenze gilt und welche Veränderung tatsächlich gemeint ist.
Für die Steuerung zählen deshalb nicht nur Definitionen, sondern Datenqualität, Vergleichsmaßstab, Zeitbezug, Nebenfolgen und die Rückkopplung in Entscheidung, Preis, Regel, Kapital, Kommunikation oder Verhalten.
Verknüpfungen
Verwandte Begriffe
Querverweise