Attributionsverzerrung

Self-Serving Bias

Erfolg wird eher sich selbst zugeschrieben, Misserfolg eher Umständen oder anderen.

AttributionsverzerrungStand / Version 0.1

Auf einen Blick

  • Erfolg wird eher sich selbst zugeschrieben, Misserfolg eher Umständen oder anderen.
  • Der Begriff gehört zum Bereich Kognitive und affektive Verzerrungen und dient der präzisen Wirkungsprüfung.
  • Wirkungsökonomisch fragt „Self-Serving Bias“ nach Zustandsveränderung, Bilanzgrenze, Datenqualität und Rückkopplung.
  • Er darf nicht als isoliertes Etikett genutzt werden, sondern braucht Bezug zu Mensch, Planet und Demokratie. Er ist besonders anschlussfähig an Wirkungsaudit, attributionsfehler, Impact-Washing.

Definition

Was bedeutet der Begriff?

Der Self-Serving Bias beeinflusst Rechenschaft, Organisationslernen und politische Verantwortung. Er erschwert Wirkungsrückkopplung, wenn Akteure positive Wirkung vereinnahmen und negative Wirkung externalisieren.

Wirkungsökonomie

Einordnung in der Wirkungsökonomie

In der Wirkungsökonomie beschreibt der Begriff ein Wirkungspotenzial bzw. Wirkungsrisiko: Er zeigt, wie Wahrnehmung, Emotion, Erinnerung oder Entscheidung die Bewertung von Wirkung verzerren können. Relevant ist er besonders für Wirkungskompetenz, Wirkungsanalyse, Wirkungsrückkopplung und SDG+.

Verwendung

Verwendung

zur Analyse von Entscheidungs-, Wahrnehmungs- und Bewertungsmustern in Politik, Medien, Verwaltung, Unternehmen und Alltag. Nicht als Diagnose einzelner Personen verwenden.

Abgrenzung

Abgrenzung

  • Nicht verwechseln mit legitimer Erfolgszuschreibung. Entscheidend ist prüfbare Wirkungszurechnung.

Vertiefung

Vertiefte Begriffsstruktur

Auf einen Blick

  • Beschreibt eine Wahrnehmungs-, Erinnerungs-, Entscheidungs- oder Bewertungsverzerrung.
  • Relevant, weil Wirkung häufig über Aufmerksamkeit, Emotion, Risiko- und Nutzenbewertung vermittelt wird.
  • Hilft, Wirkungsblindheit, Fehlentscheidungen und verzerrte Resonanzräume sichtbar zu machen.
  • Nicht als Diagnose einzelner Personen verwenden, sondern als Muster in Entscheidungen, Kommunikation oder Organisationen.

Beispiele

  • Ein Unternehmen schreibt sinkende Emissionen eigener Strategie zu, ignoriert aber Markteffekte.
  • Politik erklärt Erfolg als Leistung, Misserfolg als Erbe der Vorgänger.

Mess- und Steuerungsbezug

qualitative Wirkungsanalyse, Diskursanalyse, Befragungen, Experimente, A/B-Tests, Risikoindikatoren, Transparenz- und Korrekturmechanismen. Bei Sprache und Medien nur als plausibler Wirkpfad, nicht als automatischer Wirkungsnachweis.

Quellenbasis

Quellenbasis dieser Ergänzung: MIL, WÖK-BL.