WÖk · Onlinefassung · Abschnitt 8 von 19
6. Die SDGs als Risiko- und Resilienzrahmen#
Aus wirkungsökonomischer Sicht sind die SDGs nicht nur ethische Ziele, sondern Risikokategorien. Armut ist ein Risiko für Gesundheit, Bildung, Sicherheit und Demokratie. Wasserstress ist ein Risiko für Produktion, Ernährung, Migration und Konflikte. Klimawandel ist ein Risiko für Infrastruktur, Versicherbarkeit, öffentliche Haushalte und Gesundheit. Schwache Institutionen sind ein Risiko für Kapital, Rechtssicherheit und gesellschaftliche Stabilität.
Damit wird verständlich, warum Finanzmärkte, Banken, Versicherungen und Unternehmen SDG-nahe Daten zunehmend nutzen: Sie beschreiben nicht nur Moral, sondern Zukunftsfähigkeit, Transformationsrisiken, physische Risiken, Reputationsrisiken, Lieferkettenrisiken und Kapitalzugang.
Die Wirkungsökonomie übersetzt diese Risikologik in eine positive Steuerungslogik. Was Risiko senkt und Resilienz erhöht, kann positive Wirkung erzeugen. Was Risiken externalisiert, erzeugt negative Wirkung und darf nicht durch kurzfristige Rendite verdeckt werden.