WÖk · Onlinefassung · Abschnitt 3 von 29

1. Executive Summary#

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Resiliente Wertschöpfungsketten sind in der Wirkungsökonomie nicht nur eine Frage der Versorgungssicherheit. Sie sind ein Wirkungshebel. Einkauf entscheidet, welche Arbeitsbedingungen, Materialpfade, Energiequellen, Lieferantenrisiken, Datenqualitäten und Geschäftsmodelle in ein Unternehmen hineingeholt werden. Damit ist Einkauf nicht mehr nur Kostenstelle, sondern Wirkungsarchitektur.

Das alte Beschaffungsmodell optimiert Preis, Verfügbarkeit, Qualität und Lieferzeit. Diese Kriterien bleiben wichtig. Sie reichen aber nicht mehr aus, weil sie Wirkung nur indirekt oder gar nicht abbilden. Wer billige Vorprodukte aus ökologisch, sozial oder demokratisch riskanten Lieferketten einkauft, importiert Wirkungsrisiken in das eigene Geschäftsmodell: regulatorisch, finanziell, reputativ, versicherungstechnisch, operativ und moralisch.

Die wirkungsökonomische Beschaffung ersetzt diese Blindheit durch eine Scorecard- und Rückkopplungslogik.

Lieferanten werden nicht pauschal moralisch bewertet, sondern anhand konkreter Zustandsveränderungen:

Emissionen, Wasser, Materialien, Arbeitsrechte, Gesundheit, Datenqualität, Transparenz, Resilienz, Innovationsfähigkeit und demokratische Verlässlichkeit. Daraus entsteht ein neuer Wettbewerb um bessere Vorleistungen. Kernsatz Einkauf ist in der Wirkungsökonomie kein Preishebel am Rand, sondern der Eingangsknoten der Unternehmenswirkung.