WÖk · Onlinefassung · Abschnitt 19 von 29
17. Berechnungslogik: Supplier Impact Score#
Für die Praxis braucht der Einkauf eine einfache, aber nicht simplifizierende Berechnungslogik. Der Supplier Impact Score kann als mehrstufiges Modell verstanden werden. Zuerst werden Mindestbedingungen geprüft. Dann werden relevante WÖk-ID-Familien je Warengruppe ausgewählt. Danach werden Datenqualität, Wirkungsscore und Verbesserungsfähigkeit getrennt bewertet.
Die Wirkungsökonomie empfiehlt keine reine Durchschnittsbildung. Bei roten Linien gilt Nichtkompensation. Wenn Kinderarbeit, schwere Umweltverstöße oder systematische Datenverweigerung vorliegen, kann ein Lieferant nicht durch gute CO2-Werte ausgeglichen werden. Gleichzeitig müssen Verbesserungsprogramme möglich sein, wenn Defizite beherrschbar, transparent und mit Meilensteinen versehen sind.
Ein praxistauglicher Supplier Impact Score besteht daher aus vier Komponenten: Mindeststatus, Kernwirkung, Datenqualität und Transformationspfad. Diese werden nicht blind addiert, sondern in einer Entscheidungsmatrix verbunden. Baustein Beispielhafte Bewertung Entscheidungsfolge Mindeststatus rot / gelb / grün Ausschluss, Übergangsplan oder Zulassung Kernwirkung -3 bis +3 nach Scorecard Einkaufspriorität, Preis- und Mengenlogik Datenqualität A bis D Assurancebedarf, konservative Einstufung bei Lücken Transformationspfad kein Plan / Plan / geprüfte Umsetzung Lieferantenentwicklung oder strategische Partnerschaft Formel als Arbeitslogik Nicht: Durchschnitt aller schönen Kennzahlen.
Sondern: Mindestbedingungen + schwächstes kritisches Feld + Datenqualität + glaubhafter Transformationspfad.
18. Datenqualitätsstufen und Assurance Ohne Datenqualität wird wirkungsorientierter Einkauf anfällig für Impact-Washing. Darum muss jede Zahl einen Datenstatus erhalten. Eine CO2-Zahl aus auditierter Produkt-EPD hat eine andere Qualität als eine Selbstauskunft ohne Nachweis. Eine Lieferantenerklärung kann ein Anfang sein, aber nicht dauerhaft die gleiche Steuerungswirkung haben wie geprüfte Daten.
Nutzung A extern geprüft, produktspezifisch, aktuell voll steuerungsfähig B intern plausibilisiert, standort- oder produktgruppenspezifisch steuerungsfähig mit Prüfhinweis C Selbstauskunft oder Branchenwert nur vorläufig, konservative Einstufung D fehlende Daten bei relevantem Risiko Datenplan, Risikoaufschlag, keine Bonuswirkung Assurance muss risikobasiert erfolgen. Nicht jede Schraube braucht dieselbe Prüftiefe. Hohe Einkaufsvolumina, kritische Länder, rote Wirkungsfelder und strategische Materialien erfordern höhere Nachweisqualität. Kleine, risikoarme Lieferanten können mit vereinfachten Verfahren arbeiten.