WÖk · Onlinefassung · Abschnitt 22 von 29

20. Risiken, Missverständnisse und Schutzmechanismen#

PDF-Fassung

Das wichtigste Missverständnis lautet: wirkungsorientierter Einkauf sei automatisch teurer. Kurzfristig können einzelne Produkte teurer erscheinen. Langfristig reduziert Wirkungseinkauf aber Ausfallkosten, Regulierungskosten, Reputationsrisiken, CO2-Kosten, Qualitätsprobleme, Versicherungslasten und Stranded-Asset-Risiken.

Ein zweites Risiko ist Datenbürokratie. Wenn jedes Unternehmen eigene Fragebögen verschickt, entsteht genau der Nachweisdschungel, den die WÖk vermeiden will. Deshalb braucht es standardisierte WÖk-IDs, Datenräume, DPP, branchenspezifische Benchmarks und wiederverwendbare Nachweise.

Ein drittes Risiko ist Lieferantenausschluss ohne Entwicklung. Gerade Lieferanten in vulnerablen Regionen brauchen faire Transformationspfade. Wirkungsorientierter Einkauf muss klare rote Linien mit Unterstützung, Fristen und Partnerschaften verbinden. • Keine moralische Pauschalisierung von Ländern oder Lieferanten.

• Keine Datenpflicht ohne Nutzen und Proportionalität.

• Keine Belohnung leerer Zertifikate. • Keine Kompensation schwerer Schäden durch gute Einzelwerte.

• Keine Abwälzung der Transformationskosten auf schwächere Lieferanten.