WÖk · Onlinefassung · Abschnitt 25 von 29
14. Reifegradmodell für Einkauf nach Wirkung#
Für die Umsetzung braucht der Einkauf ein Reifegradmodell. Es verhindert, dass Unternehmen entweder gar nicht beginnen oder sofort perfekte Daten verlangen. Wirkungsorientierte Beschaffung kann in Stufen eingeführt werden:
Transparenz, Mindestschutz, Scorecard, Vertragsrückkopplung, Bonus-/Malus-Logik und strategische Portfoliooptimierung. Der Reifegrad ist kein Marketinglabel. Er beschreibt, wie tief Wirkung tatsächlich in Einkaufsentscheidungen, Lieferantenentwicklung, Verträgen und Controlling verankert ist. Ein Unternehmen kann in einzelnen Warengruppen fortgeschritten sein und in anderen noch am Anfang stehen. Genau deshalb braucht es Warengruppen-Reifegrade statt pauschaler Selbstauskunft. Wichtig ist die Richtung: Jede Stufe muss die Wirkungsdaten näher an Entscheidungen heranführen. Eine reine Lieferantenbefragung ohne Konsequenz ist noch kein wirkungsorientierter Einkauf.
Stufe Beschreibung Nachweis 0 Blind Einkauf steuert nur Preis, Qualität, Verfügbarkeit keine systematischen Wirkungsdaten 1 Transparenz kritische Warengruppen und Risiken sichtbar Risikokarte, Lieferantenliste, Datenlücken 2 Mindestschutz rote Linien und Ausschlusskriterien definiert Code of Conduct, Beschwerdewege, Auditpfade 3 Scorecard WÖk-ID-basierte Lieferanten- und Vorleistungsbewertung Scorecards, Benchmarks, Datenqualität 4 Rückkopplung Scores beeinflussen Verträge, Preise, Bonus, Vorsteuerlogik Vergabematrix, Vertragsklauseln, Bonus/Malus 5 Portfolio Lieferketten werden aktiv auf positive Netto- Wirkung und Resilienz umgebaut Transformationsplan, T-SROI, Resilienzkennzahlen