WÖk · Onlinefassung · Abschnitt 20 von 29

18. DPP-Zugriffsrechte und Datenschutz#

PDF-Fassung

Ein digitaler Produktpass muss Transparenz schaffen, ohne Geschäftsgeheimnisse oder personenbezogene Daten unnötig offenzulegen. Die WÖk unterscheidet deshalb zwischen öffentlichen Informationen, transaktionsbezogenen Unternehmensdaten, behördlichen Prüfdaten und vertraulichen Nachweisen.

Datenebene Zugang Beispiel Öffentlich alle Score, Hauptgründe, Reparierbarkeit, Steuerklasse Geschäftspartner Lieferkette, Händler, Kundenunternehmen Materialdaten, Lieferantenscore, Vorsteuerfähigkeit Behörden/Prüfer Finanzverwaltung, Marktaufsicht, Assurance Audit-Trail, Nachweisdokumente, Compliance Vertraulich beschränkter Zugriff Rezepturen, geschützte Prozessdaten, Sicherheitsdetails Diese Differenzierung ist entscheidend, damit DPP nicht als Überwachungsinstrument wahrgenommen wird. Er soll Produktwirkung sichtbar machen, nicht Personen kontrollieren oder Geschäftsgeheimnisse entwerten.

19. Implementierungsroadmap für Produktscorecards Unternehmen sollten Produktscorecards nicht für alle Produkte gleichzeitig einführen. Sinnvoll ist ein gestufter Ansatz nach Materialität, Umsatz, Risiko und strategischer Bedeutung.

Zeitraum Maßnahme

0-3 Monate Produktgruppen priorisieren, Datenlücken feststellen Pilotliste und Datenplan 3-6 Monate Scorecard-Template und DPP-Minimum definieren erste Produktfamilien bewerten 6-12 Monate Entwicklung, Einkauf und Controlling einbinden Scorecards in Stage-Gate-Prozess 12-18 Monate DPP-Schnittstellen, Verbraucherinformation, WUStG-Simulation marktfähige Transparenzlogik 18-24 Monate Skalierung auf weitere Produktgruppen Produktportfolio nach Wirkung steuerbar 20. Risiken und Schutzmechanismen Produktscorecards können missbraucht werden, wenn sie zu stark vereinfacht, zu werblich gestaltet oder zu selektiv berechnet werden. Der wichtigste Schutz liegt in klaren Datenquellen, Benchmarklogik, roten Linien, unabhängiger Prüfung und verständlicher Kommunikation.