WÖk · Onlinefassung · Abschnitt 8 von 16

Wirkungsmechanik: direkte, indirekte und systemische Produktwirkung#

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Natalie Weber · Wirkungsökonomie · Go 8 · Seite 4 Jede Lebenszyklusphase erzeugt eigene Wirkungsfragen. Ein Produkt kann in der Herstellung emissionsarm sein, aber in der Nutzung hohe Folgekosten erzeugen. Es kann ressourcenschonend wirken, aber unter problematischen Arbeitsbedingungen hergestellt sein. Es kann sozial positiv sein, aber toxische Stoffe enthalten. Die Wirkungsökonomie braucht deshalb eine Lebenszyklus-Scorecard, die zentrale Engpässe sichtbar macht.

Lebenszyklusphase Typische Wirkungsfragen WÖk-Anschluss Rohstoff Herkunft, Wasser, Land, Biodiversität, Menschenrechte, kritische Rohstoffe WÖk-IDs, Lieferkettendaten, Taxonomie, CSDDD-Anschluss Herstellung Energie, Emissionen, Chemikalien, Arbeitsschutz, Löhne, Abfall CSRD/ESRS, GRI, Scorecards, Benchmarking Transport Transportdistanz, Energieträger, Kühlkette, Verpackung, Lagerung DPP, PCF, Logistikdaten Nutzung Energieverbrauch, Gesundheit, Sicherheit, Reparatur, Barrierefreiheit DPP, Produktsicherheit, Nutzer:inneninformation Ende Recycling, Wiederverwendung, Rücknahme, Schadstoffe, Abfall ESPR, Kreislaufwirtschaft, Produktpass Akteursgruppen und Verantwortungsräume Produktwirkung entsteht nicht durch einen einzelnen Akteur. Hersteller:innen, Lieferanten, Händler:innen, Plattformen, Konsument:innen, Prüfer:innen, Finanzierer, Gesetzgeber und Behörden teilen Verantwortung. Die Wirkungsökonomie vermeidet dabei eine Schuldlogik. Sie schafft eine Verantwortungslogik: Wer an der Produktwirkung beteiligt ist, braucht passende Daten, Rollen, Rechte und Pflichten.

Besonders wichtig ist die Unterscheidung zwischen kleinen Unternehmen und großen Konzernen. Große Unternehmen können komplexe Produktdatenräume, Audits und Scorecards schneller aufbauen. Kleine Unternehmen brauchen vereinfachte Verfahren, Branchenprofile, Standardwerte, Beratung und Übergangsfristen.

Akteur Rolle in der Produktwirkung WÖk-Anforderung Hersteller:innen Produktdesign, Materialwahl, Produktionsprozesse, Datenbereitstellung Produkt-Scorecard, DPP, Wirkungsregister Lieferanten Rohstoffe, Vorprodukte, Arbeits- und Umweltwirkungen Vorprodukt-Scores, Audit, Vorsteuerlogik Handel Sortiment, Preissichtbarkeit, Kund:inneninformation Wirkungskennzeichnung, Toolkarten, Datenübernahme Konsument:innen Kauf, Nutzung, Reparatur, Entsorgung verständliche Information, keine moralische Überforderung Politik/Verwaltung Regeln, Register, Steuerklassen, Schutzmechanismen rechtlicher Rahmen, Kaufkraftschutz, Prüfung Wirkungsrat/Prüfer:innen Methodik, Benchmarks, Assurance, Revision Unabhängigkeit, Korrektur, Missbrauchsschutz Wirkungsmechanik: direkte, indirekte und systemische Produktwirkung Produktwirkung umfasst direkte Wirkungen, indirekte Wirkungen und systemische Folgewirkungen. Direkte Wirkung entsteht in Produktion, Nutzung oder Entsorgung. Indirekte Wirkung entsteht über Lieferketten, Marktverdrängung,