WÖk · Onlinefassung · Abschnitt 9 von 22

Automatisierte Einstufung: Ablaufmodell#

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Automatisierte Einstufung bedeutet nicht, dass ein Algorithmus heimlich entscheidet. Es bedeutet, dass klare Regeln auf klare Daten angewendet werden. Das System muss nachvollziehbar, auditierbar und anfechtbar bleiben.

Der Ablauf beginnt mit Produktidentifikation, führt über Datenabruf und Scoreberechnung zur Steuerklasse und endet mit Preisschild, Rechnung und Produktpass. Jede Entscheidung bleibt versioniert. Unternehmen können Daten nachreichen oder eine Einstufung anfechten; Verbraucher:innen und Zivilgesellschaft können Fehlhinweise melden.

Produkt identifizieren: NACE, Warencode, Herkunft, Produktpass-ID.

Relevanz bestimmen: aktivierte SDGs, SDG+ und WÖk-ID-Familien.

Daten abrufen: CSRD/ESRS, DPP, EPD, Lieferantendaten, Sekundärdaten.

Feldscores berechnen: Branchen-, Regions- und Technologiekontext berücksichtigen.

Reverse Merit Order anwenden: schwächstes zentrales Feld begrenzt FinalScore.

Steuerklasse bestimmen und auf Preisschild/Rechnung ausgeben.

Prüf- und Einspruchspfad offenhalten. Fallvergleich: Regionaler Bio-Apfel und importierter Apfel Der Vergleich dient nicht dazu, Herkunft moralisch zu bewerten. Regionalität ist kein automatischer Wirkungsbonus. Sie kann positive Wirkung haben, wenn Transport, Versorgungssicherheit, lokale Wertschöpfung und Frische tatsächlich besser sind. Sie kann aber auch durch lange Kühlung, Pestizide oder schlechte Arbeitsbedingungen belastet sein.

Ein importierter Apfel ist ebenfalls nicht automatisch schlecht. Seefracht kann effizient sein, Betriebe können gute Arbeits- und Biodiversitätsstandards haben. Kritisch können jedoch Wasserstress, lange Ketten, Datenunsicherheit oder Kühlung sein.

Die WÖk ersetzt Vorurteile durch Wirkungsdaten.

Feld Regionaler Bio-Apfel Importapfel Bewertungsprinzip

kurze Wege, ggf. Lagerung lange Kette, ggf. effiziente tatsächliche CO2e statt