WÖk · Onlinefassung · Abschnitt 7 von 19

Zuordnung zu SDGs, SDG+ und Unterzielen#

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Jede WÖk-ID braucht einen Zielbezug. Dieser Zielbezug beginnt bei den SDGs und ihren Unterzielen, wird aber durch SDG+ ergänzt. Die SDGs liefern den globalen Referenzrahmen. SDG+ ergänzt jene Voraussetzungen, die für eine digitale, mediale und demokratische Gesellschaft entscheidend sind:

Demokratie, Medienqualität, Rechtsstaatlichkeit, Diskursfähigkeit, institutionelles Vertrauen, gesellschaftlicher Zusammenhalt und digitale Selbstbestimmung.

Die Zuordnung darf nicht dekorativ erfolgen. Eine WÖk-ID zu Wasserentnahme darf nicht pauschal SDG 6 tragen, sondern muss klären, welches Unterziel, welcher Kontext, welche Region, welcher Wasserstress und welche Nutzungsform betroffen sind. Eine WÖk-ID zu Medienqualität darf nicht pauschal Demokratie stärken, sondern muss messbar beschreiben, welche öffentliche Rückkopplung geschützt oder gefährdet wird.

Zielbezug: SDG, Target, ggf. SDG+ Dimension.

Wirkungsempfänger: Menschen, Ökosysteme, Institutionen, Märkte, künftige Generationen.

Wirkungsraum: Produkt, Unternehmen, Lieferkette, Kommune, Kapitalportfolio, Medienraum, Gesetzgebung.

Bewertungsrichtung: higher_is_better, lower_is_better, near_zero_better, reg_limit, absolute_cap, compliance_index oder qualitative Prüflogik.

Nichtkompensationsgrenze: rote Linien, die nicht durch andere Positivwerte ausgeglichen werden dürfen.

NACE, Aktivitätslogik und Kontext Wirkung ist kontextabhängig. Ein Liter Wasserverbrauch ist in einer wasserreichen Region anders zu bewerten als in einer Wasserstressregion. Ein Energieverbrauch ist in einem Stahlwerk anders zu bewerten als in einem Bürogebäude. Eine Lieferkettenkennzahl für Textilien braucht andere Benchmarks als eine für Software. Deshalb brauchen WÖk-IDs neben dem Zielbezug eine Aktivitätslogik. NACE-Codes können diese Funktion übernehmen, weil sie wirtschaftliche Tätigkeiten klassifizieren. Über NACE wird bestimmt, welche Indikatorfamilien relevant sind, welche Benchmarks gelten und welche Sonderrisiken beachtet werden müssen. Die WÖk-ID wird dadurch nicht pauschal, sondern branchenspezifisch fair.

Anwendungsfeld Kontextanker Beispielhafte WÖk-ID-Logik Landwirtschaft NACE A, Wasserstress, Boden, Pestizide Wasserentnahme, Pestizidrisiko, Biodiversität, Living Wage Saisonarbeit Chemie NACE C20, Anlagen, Stoffrisiko, REACH THG-Intensität, Chemikaliensicherheit, Abwasser, Produkttoxizität Gebäude NACE F/L, Energieausweis, Quartier Gebäudeenergie, Innenraumluft, Barrierefreiheit, Mietbelastung Medien/Plattform Reichweite, Algorithmik, Moderation Quellenklarheit, Desinformation, Korrekturfähigkeit, Diskursqualität Kapitalportfolio Assetklasse, Sektor, Wirkungspfad Portfolio-Wirkungsrating, Stranded-Asset- Risiko, Kapitalwirkung