WÖk · Onlinefassung · Abschnitt 4 von 19

Portfolio-Wirkungsrating#

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Das Portfolio-Wirkungsrating bewertet nicht nur einzelne Unternehmen, sondern die Wirkung eines Kapitalbündels:

Fonds, Bankbuch, Kreditportfolio, Versicherungsanlage, Pensionsvermögen, öffentliche Beteiligung oder Bürger:innenfonds. Es unterscheidet zwischen finanzieller Exposition, Wirkungsrisiko, Datenqualität und Transformationspfad. Dimension Leitfrage Beispielindikatoren Planet Welche ökologischen Risiken und Wirkungen stecken im Portfolio? THG-Intensität, Wasserstress, Biodiversität, fossile Exposition, Kreislaufanteil Mensch Welche sozialen Wirkungen entstehen? Living Wage, Arbeitsschutz, Bezahlbarkeit, Zugang, Gesundheit, Diskriminierung Demokratie Welche institutionellen Risiken bestehen?

Korruption, Medienmacht, Desinformation, Rechtsstaatlichkeit, Transparenz Resilienz Wie robust ist das Portfolio gegenüber physischen und transitorischen Risiken? Stranded assets, Versicherungslücken, Lieferketten, regulatorischer Pfad Transformation Verändert Kapital reale Pfade? CapEx-Plan, Innovation, Standardsetzung, T- SROI, Skalierung Banken und Wirkungskredite Banken haben eine besondere Rolle, weil Kredite nicht nur Kapital bereitstellen, sondern Geschäftsmodelle ermöglichen.

Ein Wirkungskredit koppelt Konditionen nicht an symbolische Nachhaltigkeitsversprechen, sondern an geprüfte Wirkungspfade und Datenqualität. Das kann Zinsmargen, Tilgungszuschüsse, Covenants, Transformationsmeilensteine und Berichtspflichten betreffen. Kreditlogik Alte Finanzlogik Wirkungsökonomische Ergänzung Bonität Zahlungsfähigkeit, Sicherheiten, Cashflow zusätzlich Wirkungsrisiko, Transformationspfad, Datenqualität Zins Risikoaufschlag nach Ausfallwahrscheinlichkeit zusätzlich Wirkungsbonus oder Malus nach positiver Netto-Wirkung Covenants Finanzkennzahlen Wirkungskennzahlen, rote Linien, CapEx-Pfad Sicherheiten Vermögenswerte und Verwertung Stranded-Asset-Prüfung, Klimarisiko, Sozial- und Reputationsrisiko KMU oft Datenlücke VSME, vereinfachte WÖk-Scorecards, Beratungsfenster EBA-Anschluss und indirekte Unternehmenswirkung Die EBA-Leitlinien zu ESG-Risiken schaffen Anforderungen für Institute zur Identifikation, Messung, Steuerung und Überwachung von ESG-Risiken. Wirkungsökonomisch bedeutet das: Banken werden zunehmend gezwungen, Zukunftsrisiken nicht nur retrospektiv, sondern strategisch zu behandeln. Unternehmen müssen damit rechnen, dass Daten zu Klima, Energie, Lieferketten, Governance und Sozialstandards kreditrelevant werden.

Die WÖk erweitert diese Logik. Sie fragt nicht nur, ob ESG-Risiken die Bank treffen, sondern auch, welche Wirkung der Kredit in der Realwirtschaft erzeugt. Dadurch wird aus ESG-Risikomanagement eine Wirkungskreditlogik.

Versicherbarkeit als Wirklichkeitsprüfung Versicherungen machen Risiken sichtbar, weil sie Schäden bepreisen oder Ausschlüsse formulieren müssen. Wenn ein Gebäude in einer Hochwasserzone nicht mehr versicherbar ist, wenn Ernteausfälle häufiger werden oder wenn Lieferkettenrisiken Prämien erhöhen, zeigt sich: Wirkungsrisiken werden finanzielle Realität.

Die Wirkungsökonomie versteht Versicherbarkeit deshalb als Frühwarnsystem. Sie fragt: Welche Risiken entstehen durch heutiges Handeln? Welche Prävention senkt Schäden? Welche Investitionen vermeiden künftige Reparaturkosten?

Versicherungen können damit nicht nur Schäden ausgleichen, sondern Prävention und Resilienz belohnen.

Versicherungsbereich Wirkungsrisiko WÖk-Anreiz Gebäude Hochwasser, Hitze, Sturm, Energiearmut Sanierungs- und Resilienzbonus, Wohnwirkungscheck