WÖk · Onlinefassung · Abschnitt 4 von 11
4. Beispiel 3: Bildungswirkungsbudget#
Das Bildungswirkungsbudget ist ein modellhafter Förderansatz. Es ersetzt keine bestehenden Förderansprüche, sondern zeigt, wie präventive, potenzialorientierte und würdige Förderung organisiert werden könnte.
Baustein Modelllogik Grundbudget Jedes Kind erhält Zugang zu einem Basiskontingent für Lernbegleitung, Projektangebote, kulturelle Teilhabe und digitale Kompetenz.
Bedarfsaufschlag Zusätzliche Förderung bei Lernrückstand, Sprachwechsel, Krankheit, Armut, Schulwechsel, Diskriminierung, Mobbing oder besonderen Belastungen. Potenzialaufschlag Förderung auch bei Begabung, besonderem Interesse, Projektinitiative, künstlerischem oder technischem Potenzial.
Schutz Keine Beschämung, keine Defizitmarkierung, keine Veröffentlichung individueller Förderprofile. Datenquellen Schulische Beobachtung, Förderplan, Eltern- und Schüler:innengespräch, ggf. Diagnostik, Lernstandsdaten, Sozialraumdaten.
5. Beispielrechnung: Förderlogik als Arbeitsannahme v0.1 Element Berechnungsskizze Grundbudget 200 EUR pro Schuljahr als frei wählbares Förder- oder Teilhabekontingent. Bedarfsaufschlag A +300 EUR bei erkennbarer Gefährdung zentraler Basiskompetenzen.
Bedarfsaufschlag B +500 EUR bei kumulierten Barrieren, z. B. Armut, Sprachwechsel, Krankheit oder Schulangst. Potenzialaufschlag +250 EUR für projektbezogene Begabungsförderung, Wettbewerbe, Forschung, Kultur oder Mentoring. Hinweis Beträge sind Modellwerte für eine Demo. Reale Höhe müsste politisch, haushalterisch und föderal ausgestaltet werden.
6. Datenquellen und Vertrauensstufen Datenquelle Einsatz und Grenzen Amtliche Daten Bildungsbericht, Destatis, Länderstatistiken, Sozialraummonitoring, Schulstatistik - hohe Datenqualität, aber oft zeitverzögert.
Kompetenzdaten IQB, PISA, IGLU, Lernstandserhebungen - hilfreich für Systemdiagnose, nicht für Kinder-Ranking. Schuldaten Anwesenheit, Übergänge, Förderpläne, Schulklima, Räume, Schulsozialarbeit - datenschutzsensibel. Portfolio-Daten Lernwege, Projekte, Reflexionen, Teamarbeit - qualitativ wichtig, aber nicht für harte Steuerklassen geeignet. WÖk-IDs Indikatorfamilien zu Bildung, digitalen Kompetenzen, psychosozialen Risiken, Lernorten und Demokratiekompetenz.