WÖk · Onlinefassung · Abschnitt 13 von 15

11. Einwände und Antworten#

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Einwand 1: Das klingt nach Moralisierung der Wirtschaft.#

Antwort: Nein. Die These entmoralisiert Nachhaltigkeit gerade. Sie sagt: Es geht nicht primär um gute Absichten, sondern um Risikorealität. Wasserstress, Bodenerosion, Krankheiten, Korruption, Desinformation, Kinderarbeit, CO2, Luftverschmutzung oder Vertrauensverlust sind keine moralischen Meinungen. Sie sind Zustandsveränderungen mit Kosten, Risiken und Rückwirkungen.

Einwand 2: Das gilt nur für Marktwirtschaften.#

Antwort: Nein. Die Art, wie eine Gesellschaft Eigentum, Planung, Preise und Macht organisiert, verändert die Bearbeitung der Risiken, nicht deren Existenz. Eine Planwirtschaft muss Wasser, Ernährung, Energie, Gesundheit, Bildung und Institutionen genauso stabilisieren wie eine Marktwirtschaft. Sonst produziert sie andere Formen derselben Risiken: Mangel, Ineffizienz, Vertrauensverlust, ökologische Übernutzung oder Innovationsschwäche.

Einwand 3: Das ist alles nicht messbar.#

Antwort: Nicht alles ist exakt messbar, aber sehr vieles ist besser messbar als bisher genutzt. Unternehmen berichten bereits Emissionen, Energie, Wasser, Abfall, Arbeitsunfälle, Lieferkettenrisiken, Menschenrechte, Governance und weitere Daten. Die Frage ist nicht, ob perfekte Daten existieren. Die Frage ist, ob wir vorhandene Daten weiterhin im Bericht parken oder in Steuerung, Preise, Kapital und Entscheidungen zurückführen.

Einwand 4: Das erzeugt mehr Bürokratie.#

Antwort: Schlechte Steuerung erzeugt Bürokratie. Wenn Preise und Kapitalflüsse Wirkungen nicht abbilden, muss Politik mit Sondergesetzen, Subventionen, Verboten, Ausnahmen und Förderprogrammen reparieren.