WÖk · Onlinefassung · Abschnitt 27 von 31

Skalierung, Pilotierung und Lernschleifen#

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Der Referenzrahmen sollte nicht sofort als vollständig perfektes System behauptet werden.

Wirkungsökonomisch angemessen ist eine Pilotierungslogik: kleine Anwendungen, transparente Annahmen, öffentliche Auswertung, Korrektur und erst danach Skalierung. Das gilt für Produktbesteuerung, Beschaffung, Wirkungsfonds, Bildungsindikatoren, Wohnwirkungsindex, Medienwirkungslogik und Kapitalmarktrückkopplung gleichermaßen.

Pilotierung heißt nicht Beliebigkeit. Auch ein Pilot braucht rote Linien: Datenschutz, Rechtsschutz, Nichtdiskriminierung, soziale Abfederung, Transparenz und wissenschaftliche Begleitung. Er darf keine Menschen bewerten und keine Sanktionen ohne demokratisch legitimierte Rechtsgrundlage erzeugen.

Bewertet werden Strukturen, Produkte, Prozesse, Regeln, Räume und Investitionslogiken.

Lernschleifen müssen öffentlich dokumentiert werden. Welche Indikatoren waren hilfreich? Welche waren missverständlich? Wo gab es Datenlücken? Welche Nebenwirkungen wurden übersehen? Welche Gruppen waren nicht beteiligt? Welche Korrektur hat stattgefunden? Ohne solche Lernschleifen würde Wirkungsbewertung selbst zu einem starren Verwaltungsritual.

Die Skalierung folgt daher nicht dem Prinzip „mehr Daten = bessere Steuerung“. Sie folgt dem Prinzip „bessere Rückkopplung = bessere Korrekturfähigkeit“. Der SDG-/SDG+-Referenzrahmen ist der gemeinsame Ausgangspunkt für diese Rückkopplung.

Operative Prüffragen für jedes Wirkungsfeld Damit der Referenzrahmen nicht abstrakt bleibt, braucht jedes Wirkungsfeld einen festen Satz operativer Prüffragen. Erstens: Welche Zustände verändern sich unmittelbar und mittelbar? Zweitens: Welche SDGs und Unterziele sind sachlich berührt, und welche nur rhetorisch naheliegend? Drittens: Welche SDG+- Dimensionen sind betroffen, weil Demokratie, Medienqualität, Rechtsstaatlichkeit, Vertrauen, Zusammenhalt oder digitale Selbstbestimmung gestärkt oder geschwächt werden können? Viertens:

Welche Datenquellen belegen die Veränderung, und welche Daten fehlen?

Fünftens muss gefragt werden, welche Akteursgruppen unterschiedlich betroffen sind. Eine Maßnahme kann für Durchschnittswerte gut aussehen und dennoch bestimmte Gruppen belasten: Mieter:innen,