WÖk · Onlinefassung · Abschnitt 18 von 29

Bewertungsmatrix und rote Linien#

PDF-Fassung

Eine einfache SDG+-Bewertungsmatrix enthält mindestens fünf Prüffragen je Dimension: Welche Zustandsveränderung entsteht? Wer profitiert? Wer trägt Risiken? Welche Daten belegen die Wirkung?

Welche Korrektur- und Einspruchswege bestehen? Daraus entsteht keine automatische Ampel, sondern eine strukturierte Grundlage für Entscheidungen.

Rote Linien sind besonders wichtig. Ein Projekt darf nicht als positive Netto-Wirkung gelten, wenn es systematisch Grundrechte verletzt, Betroffene ohne Korrekturweg bewertet, Desinformation verstärkt, Rechtsstaatlichkeit untergräbt, Minderheitenschutz schwächt oder digitale Selbstbestimmung zerstört.

Solche Wirkungen müssen sichtbar bleiben, auch wenn andere Kennzahlen gut aussehen.

Datenquellen können amtliche Statistik, Forschungsberichte, Plattformtransparenzberichte, Medienpluralismusdaten, Rechtsschutzindikatoren, Datenschutzberichte, Beteiligungsdaten, Befragungen, Auditberichte und qualitative Evidenz sein. Keine einzelne Quelle reicht allein. Entscheidend sind Transparenz, Vertrauensstufe, Aktualität, Vergleichbarkeit und Missbrauchsschutz.

Die Ergebnisinterpretation sollte immer in Spannungsfeldern formuliert werden: Effizienz gegen Selbstbestimmung, Reichweite gegen Medienqualität, Sicherheit gegen Freiheitsrechte, Standardisierung gegen Vielfalt, Automatisierung gegen Einspruchsfähigkeit. Das macht Zielkonflikte politisch bearbeitbar, statt sie hinter einem Score zu verstecken.

Politische Optionen und demokratischer Schutz SDG+ ist politisch anschlussfähig, weil es keine bestimmte Parteipolitik festlegt. Es kann mit unterschiedlichen Instrumenten verbunden werden: Medienbildung, Plattformtransparenz,