WÖk · Onlinefassung · Abschnitt 18 von 28

Bewertungsweg und Annahmenbox#

PDF-Fassung

Der Bewertungsweg beginnt mit der Praxisfrage. Was soll beurteilt werden: ein Produkt, ein Programm, ein Unternehmen, eine Regel, ein Fonds, ein Wohnmodell, ein Bildungsangebot oder ein Medienformat?

Danach wird der Wirkungsraum beschrieben: Wer ist betroffen, welche Zustände verändern sich, welche Zeithorizonte sind relevant, welche Nebenwirkungen sind möglich?

Anschließend werden SDGs und SDG+-Dimensionen zugeordnet. Diese Zuordnung ist keine Auszeichnung, sondern eine Prüfspur. Ein SDG-Badge bedeutet nicht, dass positive Netto-Wirkung bereits bewiesen ist. Er bedeutet, dass die Seite erklärt, warum dieses Ziel berührt ist und welche Daten oder Indikatorfamilien eine Bewertung ermöglichen.

Annahmenbox: Erstens bleibt Wirkung neutral und relational. Zweitens ist positive Netto-Wirkung nur im Referenzrahmen von SDGs, Agenda 2030 und SDG+ sinnvoll bestimmbar. Drittens dürfen schwere negative Wirkungen nicht durch positive Einzelwerte unsichtbar gemacht werden. Viertens müssen Datenlücken sichtbar bleiben. Fünftens ersetzen Wirkungsdaten keine demokratische Entscheidung.

Die Ergebnisinterpretation unterscheidet deshalb zwischen Richtung, Stärke, Sicherheit und Rückkopplung. Richtung fragt, ob ein Zustand verbessert oder verschlechtert wird. Stärke fragt nach Umfang und Betroffenheit. Sicherheit fragt nach Datenqualität. Rückkopplung fragt, ob das Ergebnis tatsächlich in Preise, Regeln, Budgets, Beschaffung, Kapital oder Korrekturwege eingeht.

Umsetzung, politische Optionen und Grenzen Kurzfristig kann der Referenzrahmen genutzt werden, um Website-Seiten, Dossiers, Werkzeuge und Glossare konsistent zu verlinken. Mittelfristig kann er Scorecards, WÖk-IDs, Beschaffungskriterien, Förderlogik und Wirkungsberichte strukturieren. Langfristig kann er in Steuer-, Fonds-, Haushalts- und Kapitalrückkopplungen eingehen, sofern diese demokratisch beschlossen und rechtlich abgesichert sind.