Handbuch wirkungskompetenz · Onlinefassung · Abschnitt 6 von 6
Teil V – Anhang#
Glossar zentraler Begriffe Wirkung Die messbare Veränderung, die eine Handlung in den drei Dimensionen Mensch, Planet und Demokratie hervorruft. Wirkung ist der objektive Maßstab für Zukunftsfähigkeit und das zentrale Steuerungsprinzip der Wirkungsökonomie.
Wirkungskompetenz Die Fähigkeit, Handlungen, Entscheidungen und Systeme nach ihrer Wirkung zu verstehen, zu bewerten und zu gestalten. Sie verbindet Wissen, Ethik und Praxis zu verantwortungsvollem Handeln. Wirkungsradar Ein dreiachsiges Diagramm, das Wirkung in den drei Dimensionen Mensch, Planet und Demokratie sichtbar macht. Positive Wirkung füllt die Fläche, negative zieht sie zusammen. Wirkungs-Footprint Das persönliche oder organisationale Wirkungsprofil. Es beschreibt, wie das eigene Handeln systemisch wirkt – nicht nur ökologisch, sondern auch sozial und demokratisch. Wirkungsethik Ein ethischer Ansatz, der nicht nach Absicht oder Meinung, sondern nach den realen Folgen einer Handlung fragt. Grundlage: „Nicht wer recht hat, sondern was wirkt.“ Wirkungsökonomie (WÖk) Ein Gesellschafts- und Wirtschaftssystem, das Kapital als zentrale Steuerungsgröße durch Wirkung ersetzt. Es nutzt vorhandene Nachhaltigkeitsdaten, um Steuern, Subventionen und Preise nach ihrer realen Wirkung auf Mensch, Planet und Demokratie zu steuern.
Wirkungssteuergesetze (WStG) Gesetzliche Grundlage der Wirkungsökonomie, bestehend aus:
WUStG (Wirkungsumsatzsteuergesetz) – für Produkte und Dienstleistungen
WEstG (Wirkungseinkommensteuergesetz) – für Arbeit und Einkommen
WGewStG (Wirkungsgewinnsteuergesetz) – für Unternehmensgewinne
Wirkungsdaten Messbare Indikatoren für die Wirkung eines Produkts, Unternehmens oder einer Handlung, z. B. CO₂-Bilanz, Arbeitsbedingungen, Informationsqualität oder gesellschaftliche Resonanz. WÖk-ID Eine eindeutige Kennung, die die Wirkung eines Produkts, Unternehmens oder Projekts erfasst und vergleichbar macht. Sie ermöglicht Transparenz, Vertrauen und faire Marktpreise. Scorecard Ein standardisiertes Bewertungsinstrument, das Wirkung in den drei Dimensionen auf einer Skala von –3 bis +3 darstellt. Grundlage für Steuerung, Subventionen und Transparenz. Eco-System Ein lernendes, rückgekoppeltes System, das Stabilität durch Kooperation, Transparenz und Wirkung erzielt. Gegensatz zum Ego-System, das durch Kontrolle und Konkurrenz gesteuert wird. Reverse Merit Order Ein Steuerungsprinzip, bei dem nicht der günstigste Preis, sondern die schlechteste Wirkungsdimension den Steuerfaktor bestimmt. Ziel: Balance statt Einseitigkeit. T-SROI (Transformational Social Return on Investment) Eine Kennzahl, die über klassischen SROI hinausgeht. Sie bewertet nicht nur die soziale, sondern auch die transformative Systemwirkung einer Handlung oder Investition. Wirkungskommunikation Sprache und Diskurskultur, die Wirkung bewusst gestaltet, statt Emotionen zu instrumentalisieren. Ziel ist, Vertrauen, Verständnis und Lernfähigkeit in Debatten zu fördern.
Bezug zur Agenda 2030 und zum Grundgesetz (Art. 20a GG) Die Wirkungsökonomie steht im Einklang mit internationalen und nationalen Nachhaltigkeitszielen. Agenda 2030 der Vereinten Nationen (2015):
Die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) bilden den normativen Rahmen.
Die Wirkungsökonomie ergänzt sie, indem sie Wirkung als messbare Steuerungsgröße einführt – also den Übergang von Ziel zu Mechanismus.
Sie operationalisiert die SDGs auf nationaler, regionaler und individueller Ebene.
Artikel 20a Grundgesetz: „Der Staat schützt auch in Verantwortung für die künftigen Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen und die Tiere…“
Die Wirkungsökonomie erweitert diesen Schutzauftrag systemisch:
Sie macht Generationengerechtigkeit messbar und verankert sie ökonomisch.
Wirkung wird so zur praktischen Umsetzung des Verfassungsprinzips Nachhaltigkeit. Quellen und Literatur Primärquellen:
Whitepaper 20 – Grundlagen der Wirkungsökonomie
Leitbild für Mensch, Planet und Demokratie
Wirkungssteuergesetz (WStG), Oktober 2025
Wirkungsprodukte – WP-Reihe (Produkte, Einkommen, Rente, Wohnen)
FAZ-Beitrag: Die neue Ordnung des Wohlstands Ergänzende Texte:
Arbeitspapier Wirkungskommunikation
Whitepaper T-SROI – Transformational Social Return on Investment
Wirkungsrat – Konzeptpapier
NATS-Modell und Grundlagenpapier Wirkungsökonomie
Begleitende Literatur und Referenzen:
Peter Drucker (1954): The Practice of Management
Maja Göpel (2020): Unsere Welt neu denken
Joseph Schumpeter (1934): The Theory of Economic Development
Karl Polanyi (1944): The Great Transformation
Donella & Dennis Meadows (1972): The Limits to Growth
Frederic Vester (1984): Der vernetzte Mensch
Humberto Maturana & Francisco Varela (1987): Der Baum der Erkenntnis Dank und Ausblick Dieses Handbuch entstand aus der Idee, dass unsere Zeit mehr braucht als Wissen – sie braucht Bewusstsein. Bewusstsein dafür, dass jedes Handeln Wellen schlägt, jedes System lernfähig sein kann und jede:r Teil der Veränderung ist.
Die Wirkungsökonomie ist keine Ideologie, sondern ein Werkzeug:
Sie verbindet Ethik mit Effizienz, Individualität mit Systemintelligenz, Freiheit mit Verantwortung. Sie zeigt, dass Stabilität kein Zufall, sondern das Ergebnis bewusster Rückkopplung ist. Dass Lernen stärker ist als Strafe, Kooperation wirksamer als Kontrolle, und Wirkung klüger als Meinung. Zitat zum Abschluss: „Die Zukunft ist nicht etwas, das passiert – sie ist das, was wirkt.“ 🌻