WÖk · Onlinefassung · Abschnitt 4 von 19
2. Ausgangsdiagnose: Warum die SDGs nicht vollständig ausreichen#
Die SDGs sind breit und wichtig, aber sie wurden 2015 für einen Zielraum formuliert, der digitale Plattformmacht, algorithmische Verstärkung, Desinformation, hybride Einflussnahme, KI-generierte Inhalte, Medienkonzentration und Datenmacht nicht in derselben Tiefe adressiert, wie es heute nötig ist.
SDG 16 enthält Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen. Es ist ein wichtiger Anker, aber es reicht nicht aus, um alle demokratischen und medialen Wirkungsräume differenziert zu operationalisieren. Medienqualität, Diskursfähigkeit, digitale Selbstbestimmung oder institutionelles Vertrauen sind in SDG 16 angelegt, aber nicht ausreichend sichtbar.
Die Wirkungsökonomie braucht diese Sichtbarkeit, weil Wirkung nicht nur in Produkten, Energie, Arbeit oder Gesundheit entsteht. Wirkung entsteht auch in Sprache, Reichweite, algorithmischer Verstärkung, Plattformarchitektur, institutionellem Vertrauen, Rechtsdurchsetzung und digitaler Teilhabe.
3. Definition von SDG+ SDG+ bezeichnet in der Wirkungsökonomie eine transparente Erweiterung des SDG-Referenzrahmens um demokratische, mediale, rechtsstaatliche und digitale Systembedingungen. SDG+ ist keine offizielle UN-Kategorie und soll nicht so dargestellt werden. Es ist ein WÖk-Prägungsbegriff zur Operationalisierung positiver Netto-Wirkung für Mensch, Planet und Demokratie. Kriterium Definition Status WÖk-Erweiterung, keine offizielle UN-Kategorie.
Zweck Sichtbarmachung von Wirkungsräumen, die für SDG-Erreichung systemisch notwendig sind. Bewertungsrahmen Mensch, Planet und Demokratie; positive Netto-Wirkung; rote Linien; demokratische Begrenzung. Abgrenzung Kein Meinungsscoring, keine Personenbewertung, kein Wahrheitsministerium, kein Social Credit.
Nutzung WÖk-IDs, Scorecards, Medien-/Demokratieportale, politische Anschlussfähigkeit, Wirkungsrat.