WÖk · Onlinefassung · Abschnitt 21 von 28
20. WÖk, Beyond GDP und Wohlstandsmessung#
Öffentliche Finanzen werden meist am BIP, an Schuldenquote, Defizitquote, Zinslast, Steueraufkommen und Wachstum gemessen. Diese Kennzahlen sind wichtig, aber unvollständig.
Die OECD weist in ihrer Beyond-GDP- und Well-being-Arbeit darauf hin, dass das BIP wirtschaftlichen Output misst, aber nicht zeigt, ob das Leben insgesamt besser wird und für wen; Well-being-Frameworks sollen ökologische, soziale, wirtschaftliche und generationelle Dimensionen stärker integrieren [E8].
Die WÖk geht in dieselbe Richtung, aber operativer. Sie will nicht nur Wohlbefinden ergänzend messen. Sie will die Messung in Preise, Steuern, Haushalte, Kapital, Beschaffung, öffentliche Programme und politische Entscheidungen zurückkoppeln. Darin liegt der Unterschied zwischen Indikator und Architektur.
Ein Beyond-GDP-Indikator zeigt, dass ein Zustand schlecht ist. Eine Wirkungsfinanzpolitik fragt, wie öffentliche Mittel, Kredite und Steuern so gestaltet werden, dass dieser Zustand sich verändert.
Ein Wohlstandsbericht kann zeigen, dass soziale Spaltung wächst. Eine WÖk-Steuerarchitektur würde prüfen, welche Einkommen, Produkte, Kapitalflüsse oder Ausgaben diese Spaltung verstärken und wie Anreize anders gesetzt werden. Ein Nachhaltigkeitsbericht kann zeigen, dass Emissionen hoch sind. Ein Wirkungshaushalt würde fragen, welche Investitionen den Emissionspfad tatsächlich verändern und welche bloß kompensieren.
Die WÖk ist deshalb nicht nur ein Messsystem. Sie ist ein Rückkopplungssystem.