WÖk · Onlinefassung · Abschnitt 7 von 16

6. Anschlussbegriffe, Präzisierungsbegriffe und WÖk-Prägungsbegriffe#

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6.1 Anschlussbegriffe#

Diese Begriffe existieren bereits und schaffen Anschlussfähigkeit. Sie sollen nicht neu erfunden, sondern sauber erklärt und mit der WÖk verbunden werden:

• SDGs • Agenda 2030 • CSRD • ESRS • GRI • EU-Taxonomie • NACE

• Digitaler Produktpass / DPP • ESG • Reporting • Impact • Nachhaltigkeit • Transformation • Attributionsforschung • Attribution

6.2 Präzisierungsbegriffe#

Diese Begriffe existieren teilweise bereits, werden in der WÖk aber präziser definiert:

• Wirkung • Wirkungspotenzial • Wirkungsrisiko • Wirkungsraum • Resonanzraum • Wirkungsbewertung • Netto-Wirkung • Transformationswirkung • Wirkungslenkung • Wirkungsarchitektur • Wirkungskompetenz • Wirkungsmanagement • Wirkungscontrolling • Wirkungsmonitoring • Wirkungszurechnung • Zurechnung ohne Scheingenauigkeit

6.3 WÖk-Prägungsbegriffe#

Diese Begriffe sollen künftig erkennbar mit der Wirkungsökonomie verbunden werden:

• Wirkungsökonomie • Wirkung statt Kapital

• Mensch, Planet und Demokratie • SDG+ • positive Netto-Wirkung • WÖk-ID • Reverse Merit Order / Nichtkompensationsprinzip • Wirkungsarchitektur • Wirkungslenkung • Wirkungsrückkopplung • Wirkungsblindheit • Wirkungswahrheit • Wirkungsgrenze • Wirkungsrat • Wirkungskompetenz • Wirkungsradar • Wirkungsnetz • Wirkungspfad

6.4 Nachhaltigkeit, Resilienz, Systemresilienz und Wirkungsresilienz#

Nachhaltigkeit ist die langfristige Wirkungsresilienz des gekoppelten Systems Mensch-Planet- Demokratie. Sie ist kein Zusatzprogramm, kein bloßes Zielbild und kein Abfallprodukt. Nachhaltigkeit bezeichnet die Fähigkeit dieses Systems, Störungen innerhalb tragfähiger Grenzen aufzunehmen, lebensnotwendige und demokratische Grundfunktionen durch stabilisierende, korrektive und regenerative Rückkopplungen zu erhalten oder wiederherzustellen, ausreichenden Abstand zu kritischen Schwellen zu bewahren, Einflüsse anderer Systemebenen zu verarbeiten, aus Belastungen zu lernen und sich dort zu transformieren, wo bestehende Strukturen keine zukunftsfähige positive Netto-Wirkung mehr ermöglichen - ohne Schäden auf andere Menschen, Regionen, Ökosysteme oder kommende Generationen zu verlagern.

Resilienz ist zunächst beschreibend und wertneutral. Sie bezeichnet die Fähigkeit eines klar abgegrenzten Systems, Störungen zu verarbeiten, wesentliche Funktionen zu erhalten oder wiederherzustellen und - je nach Begriffsweite - Anpassungs-, Lern- und Transformationsfähigkeit zu bewahren. Jede Anwendung beantwortet ausdrücklich: Resilienz wovon, gegenüber welcher Störung, für wen und zur Erhaltung welcher Funktionen? Nicht jede Resilienz ist gut: Ein autoritärer oder faschistischer Machtapparat kann regimeresilient sein und zugleich Menschenwürde, Wahrheit, Rechtsstaatlichkeit und demokratische Korrekturfähigkeit zerstören. Regimeresilienz ist keine Nachhaltigkeit.

Systemresilienz bezeichnet diese Fähigkeit auf Ebene eines gekoppelten Systems. Systemarchitektur und Systemresilienz sind nicht gleichzusetzen: Systemarchitektur beschreibt Regeln, Daten, Institutionen, Rückkopplungen und Strukturen; Systemresilienz beschreibt das dynamische Verhalten dieser Architektur

unter Belastung. Nachhaltigkeit bezeichnet ihre langfristig tragfähige Fähigkeit im MPD-Referenzrahmen.

Wirkungsresilienz ist der WÖk-Präzisierungsbegriff für lernfähige, normativ an Mensch, Planet und Demokratie gebundene Systemresilienz. Sie umfasst Rückstellung und Wiederherstellung, Regeneration, Korrektur, Lernen, Anpassung, Transformation und Nicht-Externalisierung. Positive Netto-Wirkung wird im Referenzrahmen SDGs, Agenda 2030 und SDG+ bewertet; schwere Schäden sind nicht beliebig zu kompensieren (Nichtkompensation und Reverse Merit Order).

Rückstellmechanismen sichtbar machen: Latitude, Resistance, Precariousness und Panarchy beschreiben die Stabilitätslandschaft. Sie sind diagnostische Aspekte, keine additive Rechenformel. Zusätzlich sind stabilisierende, korrektive und regenerative Rückkopplungen, Puffer, Dämpfung, Wiederherstellung und Rückkehr in einen tragfähigen Funktionsbereich zu benennen. In der Systemtheorie kann eine negative Rückkopplung stabilisieren; nicht mit negativer Wirkung verwechseln. Je nach Sinn ist von destabilisierenden Rückkopplungen, negativen Wirkungen oder Störungen zu sprechen.

Berichte und Teilsysteme: Ein Nachhaltigkeitsbericht, ESG-Report oder Audit kann ein Nachweis beziehungsweise nachgelagertes Ergebnis guter Wirkungs- und Risikosteuerung sein. Nachhaltigkeit selbst ist kein Bericht und kein Nebenprodukt. Unternehmensresilienz, Business Continuity und resiliente Wertschöpfung sind Teilsystembeiträge; sie tragen nur dann zur Nachhaltigkeit bei, wenn sie keine Schäden externalisieren und Mensch, Planet und Demokratie stärken.

Wissenschaftliche Mindestquellen: Holling (1973), Resilience and Stability of Ecological Systems, DOI:

10.1146/annurev.es.04.110173.000245; Carpenter, Walker, Anderies & Abel (2001), From Metaphor to Measurement: Resilience of What to What?, DOI: 10.1007/s10021-001-0045-9; Walker, Holling, Carpenter & Kinzig (2004), Resilience, Adaptability and Transformability in Social-Ecological Systems, DOI:

10.5751/ES-00650-090205; Folke (2006), Resilience: The Emergence of a Perspective for Social-Ecological Systems Analyses, DOI: 10.1016/j.gloenvcha.2006.04.002; IPCC (2022), AR6 WGII, Annex II: Glossary, Begriff „Resilience“, DOI: 10.1017/9781009325844.029; ergänzend Kapitel 1 und 18.

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