WÖk · Onlinefassung · Abschnitt 11 von 16
10. Besondere Regeln für politische Sprache und Medien#
Bei politischer Sprache, Medien, Plattformen und Narrativen gilt besondere Vorsicht:
• Meist wird Wirkungspotenzial analysiert, nicht eingetretene Wirkung.
• Besser von Resonanzräumen, Resonanzprofilen, Wirkpfaden und Wirkungsrisiken sprechen.
• Keine Absichten unterstellen. • Keine juristischen Bewertungen ohne Quelle.
• Zwischen Faktencheck und Wirkungsanalyse unterscheiden.
Standardformel: Ein Faktencheck prüft, ob eine Aussage stimmt. Eine Wirkungsanalyse zeigt, welche Resonanzräume, Wirkungspotenziale und Rückkopplungspfade Sprache öffnet.
Beispiel: Nicht: Diese Aussage zerstört Demokratie. Besser: Diese Formulierung aktiviert Misstrauen, markiert Gegner und schwächt den demokratischen Resonanzraum. Sie besitzt deshalb ein erhöhtes Wirkungsrisiko für Diskursfähigkeit und institutionelles Vertrauen.