Von der Wissensgesellschaft zur … · Onlinefassung · Abschnitt 6 von 22

3. Von Agrar-, Industrie- und Konsumgesellschaft zur Wissensgesellschaft#

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3. Von Agrar-, Industrie- und Konsumgesellschaft zur Wissensgesellschaft Gesellschaften steuern nicht immer nach demselben Maßstab. In jeder Epoche gibt es eine dominante Ressource, eine dominante Knappheit und eine dominante Erfolgslogik.

In der Agrargesellschaft war Boden zentral. Wer Land, Wasser, Tiere, Saatgut und Ernte kontrollierte, kontrollierte Versorgung und Macht. Die Leitfrage lautete: Haben wir genug Nahrung?

In der Industriegesellschaft wurden Maschinen, Energie und Fabriken zentral. Dampfmaschine, Eisenbahn, Kohle, Stahl, Elektrizität, Chemie und Automobil veränderten die Produktionskraft. Die Leitfrage lautete:

Können wir genug herstellen? In der Konsum- und Businessgesellschaft wurden Märkte, Marken, Kundennutzen, Wachstum und Absatz zentral. Produkte sollten nicht nur produziert, sondern verkauft, beworben, finanziert und skaliert werden. Die Leitfrage lautete: Können wir genug verkaufen?

In der Wissensgesellschaft wurden Bildung, Forschung, Information, Software, Daten, Kommunikation, Innovation und digitale Netzwerke zentral. Die Leitfrage lautete: Was wissen wir, und wie können wir dieses Wissen nutzen? Die Wirkungsgesellschaft baut auf all dem auf. Sie sagt nicht: Boden, Maschinen, Konsum oder Wissen sind unwichtig. Sie sagt: Das alles sind Mittel. Entscheidend ist, was dadurch mit realen Zuständen geschieht.

Gesellschaftsform Zentrale Ressource Leitfrage Grenze Agrargesellschaft Boden, Wasser, Ernte Haben wir genug Nahrung? Abhängigkeit von Land, Natur und Besitzstrukturen Industriegesellschaft Maschinen, Energie, Fabriken Können wir genug produzieren? Externalisierung von Umwelt- und Sozialkosten Konsum- und Businessgesellschaft Märkte, Marken, Absatz, Kapital Können wir genug verkaufen? Überkonsum, Scheinbedarf, Wachstum ohne Richtung Wissensgesellschaft Daten, Forschung, Bildung, Digitalisierung Was wissen wir? Wissen bleibt oft ohne Rückkopplung Wirkungsgesellschaft Wirkungsdaten, Rückkopplung, Verantwortung Was bewirkt es? Muss demokratisch, lernfähig und missbrauchssicher gestaltet werden Diese Lesart ist keine exakte Geschichtsmathematik. Sie ist eine Orientierung. Sie hilft zu verstehen, warum der nächste Schritt nicht einfach „mehr Wissen“ lautet. Wir haben schon sehr viel Wissen. Die neue Knappheit ist nicht Information. Die neue Knappheit ist wirksame Rückkopplung.

4. Der 5. und 6. Kondratieff: vom digitalen Wissen zur Wirkungslogik Die Kondratieff-Wellen beschreiben lange wirtschaftliche Entwicklungswellen. Man sollte sie nicht als Naturgesetz lesen. Aber als Denkmodell sind sie nützlich, weil sie zeigen: Ökonomische Entwicklung verändert nicht nur Technologien, sondern auch Leitlogiken.