Kognitive Verzerrung
Autoritätsbias
Aussagen von Autoritäten werden übergewichtet, auch wenn Belege fehlen oder Fachgrenzen überschritten werden.
Auf einen Blick
- Einordnung: Kognitive Verzerrung im Bereich Kognitive und affektive Verzerrungen.
- Wofür der Begriff gebraucht wird: Er hilft, die passende Frage zu Zuständen, Ursachen, Folgen und Grenzen zu stellen.
- Wirkungsökonomisch zählen Datenqualität, Bilanzgrenze, Zeitbezug, Nebenfolgen und Rückkopplung in Entscheidungen.
- Der Begriff ist keine fertige Bewertung und darf nicht isoliert gelesen werden. Er ist besonders anschlussfähig an Wirkungswahrheit, Quellenklarheit, Cognitive Ease.
Definition
Was der Begriff zusätzlich aussagt
Der Autoritätsbias beschreibt die Tendenz, Status, Titel, Amt, Prominenz oder institutionelle Macht als Wahrheitsersatz zu nutzen. Für SDG+ ist relevant, dass demokratische Öffentlichkeit Autorität braucht, aber autoritätskritische Nachprüfbarkeit ebenso.
Wirkungsökonomie
Einordnung in der Wirkungsökonomie
In der Wirkungsökonomie beschreibt der Begriff ein Wirkungspotenzial bzw. Wirkungsrisiko: Er zeigt, wie Wahrnehmung, Emotion, Erinnerung oder Entscheidung die Bewertung von Wirkung verzerren können. Relevant ist er besonders für Wirkungskompetenz, Wirkungsanalyse, Wirkungsrückkopplung und SDG+.
Verwendung
Verwendung
zur Analyse von Entscheidungs-, Wahrnehmungs- und Bewertungsmustern in Politik, Medien, Verwaltung, Unternehmen und Alltag. Nicht als Diagnose einzelner Personen verwenden.
Abgrenzung
Abgrenzung
- Nicht verwechseln mit Expertise. Expertise ist begründet, überprüfbar und zuständig; Autoritätsbias ersetzt diese Prüfung durch Rang.
Vertiefung
Vertiefte Begriffsstruktur
Auf einen Blick
- Beschreibt eine Wahrnehmungs-, Erinnerungs-, Entscheidungs- oder Bewertungsverzerrung.
- Relevant, weil Wirkung häufig über Aufmerksamkeit, Emotion, Risiko- und Nutzenbewertung vermittelt wird.
- Hilft, Wirkungsblindheit, Fehlentscheidungen und verzerrte Resonanzräume sichtbar zu machen.
- Nicht als Diagnose einzelner Personen verwenden, sondern als Muster in Entscheidungen, Kommunikation oder Organisationen.
Beispiele
- Eine prominente Person außerhalb ihres Fachgebiets prägt eine Debatte über Gesundheit oder Klima.
- Ein Ministerium wird geglaubt, obwohl Datenlage und Zielkonflikte unklar bleiben.
Mess- und Steuerungsbezug
qualitative Wirkungsanalyse, Diskursanalyse, Befragungen, Experimente, A/B-Tests, Risikoindikatoren, Transparenz- und Korrekturmechanismen. Bei Sprache und Medien nur als plausibler Wirkpfad, nicht als automatischer Wirkungsnachweis.
Quellenbasis
Quellenbasis dieser Ergänzung: MIL, KAH, WÖK-SM.
Verknüpfungen