Wirtschaftssystem / Gesellschaftsmodell
Extraktiver Kapitalismus
Extraktiver Kapitalismus beschreibt eine Logik, die Wert aus Natur, Arbeit, Daten, Aufmerksamkeit oder Gemeinschaften entnimmt, ohne Schäden angemessen zurückzukoppeln.
Auf einen Blick
- Einordnung: Wirtschaftssystem / Gesellschaftsmodell im Bereich Wirtschaftssysteme, Kapitalmythen und Verteilungslogiken.
- Wofür der Begriff gebraucht wird: Er hilft, die passende Frage zu Zuständen, Ursachen, Folgen und Grenzen zu stellen.
- Wirkungsökonomisch zählen Datenqualität, Bilanzgrenze, Zeitbezug, Nebenfolgen und Rückkopplung in Entscheidungen.
- Der Begriff ist keine fertige Bewertung und darf nicht isoliert gelesen werden. Er ist besonders anschlussfähig an Externalisierung, Kapitalwirkung, Kreislaufwirtschaft.
Definition
Was der Begriff zusätzlich aussagt
Extraktion meint nicht nur Rohstoffabbau, sondern auch Abschöpfung sozialer, digitaler oder ökologischer Ressourcen.
Wirkungsökonomie
Einordnung in der Wirkungsökonomie
Zentraler Gegenbegriff zur regenerativen Wirkungsökonomie.
Verwendung
Verwendung
Wirkung, Wirkungspotenzial, Wirkungsrisiko, Wirkmechanismus und eingetretene Wirkung sauber unterscheiden.
Abgrenzung
Abgrenzung
- Nicht als bloßes Schlagwort verwenden: „Extraktiver Kapitalismus“ braucht Kontext, Bilanzgrenze und Prüffrage.
- Nicht mit einer fertigen Bewertung verwechseln: Der Begriff ordnet ein, er entscheidet nicht automatisch.
- Nicht von Datenqualität trennen: Als Wirtschaftssystem / Gesellschaftsmodell bleibt er nur belastbar, wenn Quelle, Bedeutung und Grenze sichtbar sind.
Mythos und Klärung
Wirkungsökonomische Einordnung
Mythos
Wachstum zeigt, dass Wert geschaffen wurde.
WÖk-Klärung
Wachstum kann auch auf Entnahme und Externalisierung beruhen.
Blinder Fleck
Regeneration, Rechte und Folgekosten bleiben unsichtbar.
Mess- und Steuerungsbezug
Wie daraus eine prüfbare Wirkungsfrage wird
Prüfbar wird „Extraktiver Kapitalismus“, wenn klar ist, welcher Zustand betrachtet wird, welche Quelle herangezogen wird, welche Bilanzgrenze gilt und welche Veränderung tatsächlich gemeint ist.
Für die Steuerung zählen deshalb nicht nur Definitionen, sondern Datenqualität, Vergleichsmaßstab, Zeitbezug, Nebenfolgen und die Rückkopplung in Entscheidung, Preis, Regel, Kapital, Kommunikation oder Verhalten.
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