Anschlussbegriff
Klimawandel
Klimawandel bedeutet, dass sich das Klima der Erde über längere Zeit verändert. Heute ist vor allem die schnelle Erwärmung durch menschliche Treibhausgase gemeint.
Auf einen Blick
- Einordnung: Anschlussbegriff im Bereich Klima, Lebenszyklus und ökologische Wirkung.
- Wofür der Begriff gebraucht wird: Er hilft, die passende Frage zu Zuständen, Ursachen, Folgen und Grenzen zu stellen.
- Wirkungsökonomisch zählen Datenqualität, Bilanzgrenze, Zeitbezug, Nebenfolgen und Rückkopplung in Entscheidungen.
- Der Begriff ist keine fertige Bewertung und darf nicht isoliert gelesen werden. Er ist besonders anschlussfähig an Treibhausgasemissionen, Klimaschutz / Mitigation, Klimaanpassung / Adaptation.
Definition
Was der Begriff zusätzlich aussagt
Einfach gesagt: Die Erde bekommt Energie von der Sonne und gibt Wärme wieder ins Weltall ab. Der natürliche Treibhauseffekt hält einen Teil dieser Wärme in der Atmosphäre. Das ist gut, denn ohne ihn wäre die Erde viel kälter. Natürliches Klima ändert sich, wenn sich die Energiebilanz der Erde verändert: durch Vulkane, Sonnenaktivität, Meereszyklen oder sehr langsame Änderungen der Erdbahn. Diese natürlichen Faktoren erklären aber nicht die schnelle Erwärmung seit der Industrialisierung. Der menschengemachte Klimawandel entsteht, weil Menschen zusätzliche Treibhausgase in die Atmosphäre bringen. Vor allem CO2 aus Kohle, Öl und Gas bleibt lange in der Luft. Methan aus Landwirtschaft, fossiler Förderung und Abfällen wirkt ebenfalls stark. Mehr Treibhausgase bedeuten: Mehr Wärme bleibt im Klimasystem. Die Folgen sind nicht nur wärmere Sommer. Das ganze System verändert sich: Ozeane speichern mehr Wärme, Gletscher und Eisschilde verlieren Masse, Meeresspiegel steigen, Hitzewellen werden wahrscheinlicher, Starkregen kann intensiver werden, Dürren und Waldbrandrisiken nehmen in vielen Regionen zu. Wirkungsökonomisch ist Klimawandel deshalb ein Wirkungsfeld: Eine heute verursachte Emission erzeugt Zustandsveränderungen, Risiken und Folgekosten für Mensch, Planet und Demokratie.
Wirkungsökonomie
Einordnung in der Wirkungsökonomie
Klimawandel ist ein Wirkungsfeld, in dem ausgelagerte Emissionen reale Zustandsveränderungen, Gesundheitsrisiken, Infrastrukturkosten, Sicherheitsrisiken und Anpassungsdruck erzeugen.
Verwendung
Verwendung
In einfacher Sprache immer trennen: Wetter ist kurzfristig, Klima ist der langfristige Durchschnitt. Natürlicher Klimawandel ist möglich. Der heutige schnelle Klimawandel ist vor allem menschengemacht, weil zusätzliche Treibhausgase die Energiebilanz der Erde verändern.
Abgrenzung
Abgrenzung
- Wetter
- natürliche Klimaschwankung als vollständige Erklärung der heutigen Erwärmung
- Klimaschutz
- Klimaanpassung
Mythos und Klärung
Wirkungsökonomische Einordnung
Mythos
Das Klima hat sich schon immer verändert, also kann der heutige Klimawandel nicht menschengemacht sein.
WÖk-Klärung
Der wahre Kern ist: Klima kann sich natürlich verändern. Der Denkfehler ist: Daraus folgt nicht, dass die heutige schnelle Erwärmung natürlich verursacht ist. Messungen und Klimaphysik zeigen: Seit der Industrialisierung verstärken zusätzliche Treibhausgase aus menschlicher Aktivität den Treibhauseffekt.
Blinder Fleck
Wenn nur über natürliche Schwankungen gesprochen wird, verschwinden Ursache, Verantwortung und Lösung: weniger fossile Emissionen, Schutz von Senken, Anpassung an unvermeidbare Folgen und faire Verteilung der Kosten.
Mess- und Steuerungsbezug
Wie daraus eine prüfbare Wirkungsfrage wird
Prüfbar wird „Klimawandel“, wenn klar ist, welcher Zustand betrachtet wird, welche Quelle herangezogen wird, welche Bilanzgrenze gilt und welche Veränderung tatsächlich gemeint ist.
Für die Steuerung zählen deshalb nicht nur Definitionen, sondern Datenqualität, Vergleichsmaßstab, Zeitbezug, Nebenfolgen und die Rückkopplung in Entscheidung, Preis, Regel, Kapital, Kommunikation oder Verhalten.
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