WÖk · Onlinefassung · Abschnitt 4 von 19

2. Ausgangsdiagnose: Warum ein Referenzrahmen nötig ist#

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Die Wirkungsökonomie braucht einen Referenzrahmen, weil Wirkung nicht aus privater Moral heraus bewertet werden darf. Wirkung ist zunächst neutral: Sie beschreibt Zustandsveränderungen. Erst ein transparenter Bewertungsrahmen entscheidet, ob diese Veränderung positiv, negativ oder neutral eingeordnet wird. Ohne Referenzrahmen würde Wirkung zur Behauptung, zur PR-Formel oder zum politischen Kampfbegriff.

Die alte Ordnung misst Kapital, Wachstum, Gewinn, Umsatz, Beschäftigung oder Reichweite. Diese Größen zeigen Bewegung, aber nicht Richtung. Ein Produkt kann Gewinn erzeugen und zugleich Wasser, Boden, Klima, Gesundheit oder Arbeitsrechte schädigen. Eine politische Maßnahme kann Aktivität zeigen und dennoch Vertrauen, Teilhabe oder Resilienz schwächen. Ein Referenzrahmen wird nötig, damit nicht nur gefragt wird, wie viel geschieht, sondern was dadurch bewirkt wird. Die SDGs lösen dieses Problem nicht vollständig, aber sie liefern einen international anerkannten Zielraum. Genau deshalb sind sie für die Wirkungsökonomie zentral: Sie machen Bewertung nicht willkürlich, sondern anschlussfähig an eine globale, öffentlich verhandelte Sprache.