WÖk · Onlinefassung · Abschnitt 8 von 21

5. Rio 1992: Agenda 21, Rio-Erklärung und die erste große Systemarchitektur#

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Die Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro 1992 - der Earth Summit - brachte die bis dahin umfassendste politische Architektur nachhaltiger Entwicklung hervor.

Agenda 21, die Rio-Erklärung und weitere Abkommen machten deutlich, dass Nachhaltigkeit nicht nur ein Umweltthema ist, sondern Planung, Wirtschaft, Kommunen, soziale Entwicklung, Wissenschaft und internationale Kooperation betrifft. Agenda 21 war dabei kein Weltregierungsprogramm, sondern ein Aktionsrahmen. Er sollte national, regional und lokal übersetzt werden. Genau diese Übersetzungslogik ist wichtig: Globale Ziele definieren einen gemeinsamen Richtungskorridor, aber sie ersetzen nicht demokratische Ausgestaltung vor Ort.

Für die Wirkungsökonomie zeigt Rio 1992, dass Nachhaltigkeit schon früh als Systemarchitektur gedacht wurde. Das Problem war nicht das Fehlen von Zielen, sondern die fehlende Rückkopplung in Preise, Steuern, Kapital, Beschaffung, Haushalt und Unternehmenssteuerung.

Rio-Element Funktion Wirkungsökonomische Bedeutung Rio-Erklärung Grundsätze für Umwelt und Entwicklung Normativer Rahmen für Verantwortung

und Vorsorge Agenda 21 Aktionsprogramm für Staaten und Kommunen Frühe Form einer Umsetzungsarchitektur Konventionen zu Klima und Biodiversität Spezifische ökologische Schutzrahmen Planetare Grenzen werden institutionell adressiert Lokale Agenda 21 Kommunale Übersetzung Wirkung entsteht in konkreten Räumen und nicht nur auf Gipfeln