WÖk · Onlinefassung · Abschnitt 13 von 23
11. Praxisbeispiele und Szenarien#
Szenario 1: Ein mittelständischer Maschinenbauer entwickelt Anlagen, die Materialverbrauch in der Bauindustrie senken. Klassisch wird die Investition nach Umsatzpotenzial, Marge und Amortisationszeit beurteilt.
Wirkungsökonomisch kommen Materialeinsparung, CO2-Vermeidung, Kundenwirkung, Lieferkettenrisiken und Standardsetzung hinzu. Wird die Technologie breit eingesetzt, entsteht Transformationswirkung, die über den unmittelbaren Verkauf hinausgeht.
Szenario 2: Ein Plattformunternehmen erzielt hohe Werbeerlöse durch algorithmische Verstärkung polarisierender Inhalte. Klassisch: Reichweite, Nutzerbindung und Umsatz steigen. Wirkungsökonomisch: Demokratie- und Medienqualitätsrisiken werden sichtbar. Der Umsatz entsteht teilweise aus negativer Wirkung auf Diskursfähigkeit und institutionelles Vertrauen. Das Geschäftsmodell wäre zu prüfen, nicht nur der CSR-Bericht.
Szenario 3: Ein Handelsunternehmen wechselt von billigsten Lieferanten zu geprüften Lieferketten mit positiver Vorsteuer- und Scorecard-Wirkung. Kurzfristig steigen Einkaufskosten, langfristig sinken Steuerlast, Reputationsrisiko, Lieferkettenausfälle, Bankenrisiko und Auditaufwand. Wirkung wird zur Resilienzstrategie.