WÖk · Onlinefassung · Abschnitt 4 von 29
2. Ausgangsdiagnose: Produktentwicklung ohne Wirkungswahrheit#
Klassische Produktentwicklung optimiert Kundennutzen, Funktion, Kosten, Qualität, Marge, Time-to-Market und Markenpositionierung. Diese Kriterien bleiben wichtig. Sie erfassen aber nicht automatisch, ob ein Produkt über seinen Lebenszyklus positive oder negative Zustandsveränderungen erzeugt.
Viele heutige Produkte sind deshalb nur scheinbar effizient. Sie sind billig, weil Folgekosten nicht im Produkt erscheinen: CO2, Wasser, Chemikalien, Abfall, Ausbeutung, Gesundheitsrisiken, Reparaturunfähigkeit oder Entsorgungsprobleme. Der Preis zeigt Kapitalaufwand, nicht Wirkung.
Die Wirkungsökonomie verlagert die Produktlogik: Designentscheidungen, Materialwahl, Lieferanten, Verpackung, Nutzung, Reparierbarkeit und Kreislauffähigkeit werden zu Wirkungsentscheidungen. Damit wird Produktentwicklung zur ersten Präventionsstufe gegen spätere negative Wirkung.
Alte Produktlogik Neue Wirkungsproduktlogik Funktion und Preis Funktion, Preis und Wirkung über den Lebenszyklus Nachhaltigkeit als Zusatzlabel Wirkung als Designanforderung Marketing erklärt Produktnutzen Daten zeigen Produktwirkung Durchschnittswerte auf Unternehmensebene Produktspezifische Scorecards End-of-Life nachgelagert Kreislauf und Reparatur ab Konzeptphase