WÖk · Onlinefassung · Abschnitt 4 von 19
Ausgangsdiagnose: Absatzlogik ohne Wirkungswahrheit#
Klassisches Marketing misst Reichweite, Leads, Conversion, Absatz, Markenbekanntheit, Warenkorbwert und Wiederkaufrate. Diese Kennzahlen sind betriebswirtschaftlich nützlich, aber wirkungsblind. Sie zeigen, ob Kommunikation funktioniert, nicht ob das, was sie hervorbringt, für Mensch, Planet und Demokratie tragfähig ist.
Ein Unternehmen kann eine Kampagne erfolgreich nennen, wenn sie mehr Konsum auslöst, selbst wenn das Produkt ressourcenintensiv, gesundheitlich problematisch oder sozial schädlich ist. Ein Rabatt kann Umsatz erzeugen und gleichzeitig Überkonsum, Retouren, Verschwendung oder Verschuldung fördern. Ein Nachhaltigkeitsclaim kann Vertrauen erzeugen, obwohl die relevante Wirkung gar nicht belegt oder nur in Nebenaspekten verbessert wurde. Die Wirkungsökonomie erkennt hier keine Schuld einzelner Marketingabteilungen, sondern einen Maßstabsfehler.
Solange Unternehmen an Absatz, Margen und Marktmacht gemessen werden, wird Marketing in diese Richtung optimieren. Erst wenn Wirkung in Produktdaten, Preissignale, Claims, Vertriebskanäle und Kund:inneninformation zurückwirkt, entsteht ein anderer Wettbewerb.
Alte Logik Wirkungsökonomische Logik Marketing = Absatzsteigerung Marketing = transparente Verbindung von Angebot, Wirkung und Entscheidung Claim ersetzt Nachweis Claim folgt geprüfter Wirkungsinformation Kundennutzen = Zahlungsbereitschaft Kundennutzen = Nutzen ohne verdeckte Schädigung von Mensch, Planet und Demokratie Green Storytelling Wirkungswahrheit, Datenklarheit und Nichtkompensation Promotion optimiert Impuls Kommunikation schützt Mündigkeit und Entscheidungsqualität