WÖk · Onlinefassung · Abschnitt 9 von 19

WÖk-IDs, Indikatoren und Datenquellen#

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Marketing selbst braucht keine vollständig neue Datenwelt. Es muss auf Produkt-, Unternehmens- und Lieferkettendaten zugreifen können. Dazu gehören WÖk-IDs, Produktscorecards, DPP-Daten, CSRD/ESRS- Berichtsdaten, Beschwerdedaten, Retourenquoten, Reparaturinformationen, Kundenzufriedenheit, Barrierefreiheit, Wirkungsrisiken und Kommunikationsaudit. Wichtig ist die Trennung von Claim-Daten und Claim-Wirkung. Ein Unternehmen kann eine reale CO2-Verbesserung nachweisen, aber die Kommunikation trotzdem irreführend gestalten, wenn sie die Verbesserung überdehnt oder relevante Negativwirkungen ausblendet. Deshalb braucht es neben Produktindikatoren auch Kommunikationsindikatoren. Für Marketing und Vertrieb besonders relevant sind Indikatorfamilien zu Produktlebenszyklus, Reparierbarkeit, Circularity, Gesundheit und Sicherheit, Fairness in der Lieferkette, Responsible Marketing, Barrierefreiheit, Datenschutz, Kund:inneninformation, Reklamationen, Retouren, Sucht-/Impulsrisiken und Claim-Substanz.

Indikatorfamilie Beispielhafte Messung Nutzung Claim-Substanz Anteil der Claims mit geprüftem Datennachweis Freigabe und Risikoprüfung Produktwirkungsdaten FinalScore, Kernfelder, rote Linien Kommunikationsgrundlage Responsible Marketing Beschwerden, Zielgruppenschutz, dark-pattern-freie Gestaltung Vertrieb und UX Kreislauf-Information Reparierbarkeit, Rücknahme, Lebensdauer, Ersatzteile Produktversprechen Resonanzrisiko Polarisierung, Übertreibung, irreführende Framingmuster Kampagnenfreigabe Rechtliche und regulatorische Anschlussstellen Die europäische Regulierung bewegt sich bereits in Richtung stärkerer Nachweispflichten und besserer Verbraucherinformation. Die Richtlinie (EU) 2024/825 stärkt Verbraucher:innen für den ökologischen Wandel und verändert die Regeln gegen unlautere Geschäftspraktiken. Für die Wirkungsökonomie ist das ein wichtiger Anschluss: Umwelt- und Nachhaltigkeitskommunikation wird nicht mehr nur als freiwillige Markenfrage behandelt, sondern als Informations- und Fairnessfrage.

CSRD/ESRS schaffen Unternehmensdaten, die für Claims und Produktkommunikation nutzbar werden. Die EU- Taxonomie setzt Kriterien für ökologisch nachhaltige wirtschaftliche Tätigkeiten. ESPR und der digitale Produktpass schaffen perspektivisch produktbezogene Dateninfrastrukturen. Die Wirkungsökonomie verbindet diese Ansätze:

Was heute Bericht, Taxonomie, Produktpass oder Compliance ist, wird zur Grundlage von Marketingwahrheit.

Rechtlich bleibt zu beachten: Ein WÖk-Marketingkonzept ist keine Rechtsberatung. Es beschreibt eine Struktur, mit der Unternehmen Claims, Kommunikation und Vertrieb so organisieren können, dass sie mit Wirkungsdaten, Lauterkeitsrecht und Verbraucherschutz besser vereinbar sind.

Anschlussstelle Bedeutung für Marketing