WÖk · Onlinefassung · Abschnitt 5 von 16
Produkt als Wirkungsträger#
Ein Produkt ist ein Wirkungsträger, weil es Zustandsveränderungen auslöst oder ermöglicht. Diese Zustandsveränderungen können positiv, negativ oder neutral sein. Positive Produktwirkung liegt vor, wenn ein Produkt auf SDGs, Agenda 2030 und SDG+ einzahlt. Negative Produktwirkung liegt vor, wenn es diese Rahmen schwächt, blockiert oder zerstört. Die Wirkungsökonomie unterscheidet dabei nicht zwischen „guten“ und „bösen“ Produkten im moralischen Sinn. Sie fragt: Welche realen Zustände werden verändert? Wer ist betroffen? Welche Wirkung entsteht direkt, indirekt, zeitverzögert oder kumulativ? Welche Wirkungsgrenzen dürfen nicht kompensiert werden?
Ein Produkt ist also kein isolierter Gegenstand, sondern ein Paket aus Wirkungspfaden. Ein T-Shirt enthält Baumwollanbau, Wasserverbrauch, Chemikalien, Arbeitsbedingungen, Transport, Nutzung, Waschverhalten, Haltbarkeit, Reparaturfähigkeit und Recyclingfähigkeit. Ein Apfel enthält Landwirtschaft, Wasser, Boden, Pestizide, Transport, Ernährung, Verpackung und regionale Wertschöpfung. Ein Elektrogerät enthält Rohstoffe, Energie, Reparaturfähigkeit, Datenrechte, Elektroschrott und Produktlebensdauer.
Lebenszykluslogik: vom Rohstoff bis zum Ende Die Lebenszykluslogik verhindert, dass Produktwirkung nur an der Verkaufsstelle betrachtet wird. Die Wirkung beginnt beim Rohstoff und endet nicht mit dem Kauf. Entscheidend sind Rohstoffgewinnung, Herstellung, Lieferkette, Verpackung, Transport, Nutzung, Wartung, Reparatur, Wiederverwendung, Recycling und Entsorgung.