WÖk · Onlinefassung · Abschnitt 5 von 22

Produktidentifikation: NACE, Warencode und Lebenszyklus#

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Der erste methodische Schritt ist die Produktidentifikation. Ein Apfel ist nicht nur ein Endprodukt im Regal, sondern das Ergebnis einer wirtschaftlichen Aktivität und einer Lebenszykluskette. Für die Wirkungsbewertung wird die Produktgruppe über NACE, Zoll-/Warencode, Produktpass und Lieferketten-ID identifiziert.

Die Zuordnung legt fest, welche Wirkungsfelder standardmäßig aktiviert werden. Beim Apfel sind insbesondere Ernährungssicherheit, Wasser, Arbeit, nachhaltige Produktion, Klima, Biodiversität, Gesundheit und Informationsqualität relevant. Die Methode verhindert, dass Politik oder Verwaltung jedes Produkt willkürlich einzeln bewerten müssen.

Der Lebenszyklus umfasst Anbau, Betriebsmittel, Bewässerung, Ernte, Lagerung, Packhaus, Transport, Handel, Nutzung und Abfall. Erst diese Kette macht die Produktwirkung sichtbar.

Ebene Apfelbeispiel Bedeutung Produktgruppe Kernobst / Apfel Ausgangspunkt der Standardindikatoren Lebenszyklus Anbau bis Entsorgung verhindert reine Regalbetrachtung Wirkungsfelder Wasser, Klima, Arbeit, Gesundheit,

bestimmt Scorecard-Bausteine Datenstatus Primärdaten + Sekundärdaten + Audit bestimmt Vertrauensniveau Ergebnis FinalScore und Steuerklasse wirkt auf Preis und Vorsteuerlogik Relevante SDGs und SDG+-Dimensionen Die SDGs sind im Apfelbeispiel kein dekorativer Bezug. Sie strukturieren die Frage, welche Zustandsveränderungen überhaupt relevant sind. SDG 2 betrifft Ernährung und Agrarsysteme, SDG 6 Wasser, SDG 8 menschenwürdige Arbeit, SDG 12 nachhaltige Produktion, SDG 13 Klima und SDG 15 Biodiversität und Boden.

SDG+ ergänzt die klassische SDG-Logik dort, wo Daten, Vertrauen und Informationsqualität für die Wirksamkeit entscheidend sind. Ein Produktpass oder Score ist nur dann wertvoll, wenn er transparent, prüfbar und nicht manipulierbar ist. Deshalb gehören Medien- und Informationsqualität, institutionelles Vertrauen und digitale Selbstbestimmung zum Rahmen. Referenz Apfelrelevanz WÖk-Übersetzung SDG 2 Nahrungsmittel und landwirtschaftliche Systeme Ernährungssicherheit und nachhaltiger Anbau SDG 6 Bewässerung und Wasserstress Wasserintensität und regionale Belastung SDG 8 Saisonarbeit und Lieferkettenarbeit Living Wage, Arbeitsschutz, Rechte SDG 12 Ressourcen, Verpackung, Food-Loss Kreislauf- und Abfallwirkung SDG 13 Anbau, Kühlung, Transport Produktlebenszyklus-Emissionen SDG 15 Boden, Pestizide, Biodiversität ökologische Regeneration oder Schädigung SDG+ Datenklarheit und Vertrauen Prüfbarkeit und Schutz vor Wirkungssimulation Datenarchitektur: vom Betrieb bis zum Produktpass Das Apfelmodell nutzt unterschiedliche Datenquellen. Primärdaten stammen vom Betrieb, Packhaus, Händler oder Logistiker. Sekundärdaten ergänzen dort, wo betriebsspezifische Daten fehlen, etwa bei Wasserstressregionen oder Transportemissionsfaktoren. Audits, Laboranalysen und Zertifizierungen erhöhen die Datenqualität, ersetzen aber nicht die Scorecardlogik. Fehlende Daten dürfen keinen Wettbewerbsvorteil erzeugen. Deshalb arbeitet die WÖk mit konservativer Bewertung, Nachreichungsfristen und Datenqualitätsklassen. Ein Produkt mit unklarer Lieferkette kann nicht dieselbe Einstufung erhalten wie ein Produkt mit geprüften Daten.

Der digitale Produktpass wird zum Produktgedächtnis. Er trägt Daten über Herkunft, Lebenszyklus, Material, Lagerung, Transport, Zertifikate, Prüfstatus und Score-Entscheidung.

Datenfeld Quelle Wirkungsfeld kg CO2e je kg Apfel Betrieb, Lagerung, Logistik, LCA/EPD

Wasserentnahme × Wasserstress Betrieb, regionale Wasserstressdaten