WÖk · Onlinefassung · Abschnitt 4 von 20
SDG 2 - Kein Hunger#
Offizieller Zielraum#
Hunger beenden, Ernährungssicherheit und bessere Ernährung erreichen und nachhaltige Landwirtschaft fördern.
Vertiefte Beschreibung#
SDG 2 verbindet Ernährung, Landwirtschaft, Biodiversität, Böden, Wasser, Lieferketten, Preise und Gesundheit. In der WÖk ist Hunger nicht nur Mangel an Kalorien, sondern ein Systemzustand, in dem Nahrung, Einkommen, Produktion, Klima und Handel nicht wirksam zusammenpassen.
Europa-/Deutschland-Bezug#
In Deutschland und Europa liegt der Fokus weniger auf akuter Hungersnot, sondern auf Ernährungssicherheit, gesunder Ernährung, Lebensmittelpreisen, Ernährungsarmut, Landwirtschaftsstruktur, Bodenfruchtbarkeit, Pestiziden, Nährstoffüberschüssen, Tierhaltung, regionalen Lieferketten und Food Waste.
Wirkungsökonomische Bedeutung#
Wirkungsökonomisch wird Nahrung als Produkt und Lebensgrundlage zugleich bewertet. Wirkung entsteht über Boden, Wasser, Biodiversität, Arbeitsbedingungen, Gesundheit und Preiszugang. Eine Lebensmittelpolitik ist nur positiv wirksam, wenn sie gesunde Ernährung, faire Landwirtschaft und planetare Grenzen zusammenhält.
Globale Unterziele und ihre WÖk-Übersetzung#
2.1 - Zugang zu ausreichender und sicherer Nahrung sichern. Europa/Deutschland: Ernährungsarmut, Tafelnutzung, Preiszugang und gesunde Schul-/Kitaernährung erfassen. Wirkungsökonomisch: Nahrung als Grundwirkung: Versorgung, Würde und Gesundheit.
2.2 - Mangelernährung in allen Formen beenden. Europa/Deutschland: Unter-, Fehl- und Überernährung, Kinderernährung und Seniorenversorgung betrachten. Wirkungsökonomisch: Gesundheitswirkung von Ernährung zählt systemisch.
2.3 - Produktivität und Einkommen kleiner Produzent:innen erhöhen. Europa/Deutschland: regionale Höfe, Erzeugerpreise, Marktmacht im Handel, Hofnachfolge und faire Lieferketten prüfen. Wirkungsökonomisch:
Landwirtschaftliche Wirkung darf nicht durch Preisdruck zerstört werden.
2.4 - nachhaltige und resiliente Landwirtschaft sicherstellen. Europa/Deutschland: Bodenfruchtbarkeit, Pestizide, Wasser, Biodiversität und Klimaanpassung messen. Wirkungsökonomisch: NACE-/Produkt-Scorecards übersetzen Agrardaten in Preis- und Steuerwirkung.
2.5 - genetische Vielfalt von Saatgut, Kulturpflanzen und Nutztieren erhalten. Europa/Deutschland:
Saatgutvielfalt, regionale Sorten und Abhängigkeiten von Konzernen berücksichtigen. Wirkungsökonomisch:
Resilienz entsteht durch Vielfalt, nicht Monokultur.
2.a - Investitionen in ländliche Infrastruktur und Agrarforschung stärken. Europa/Deutschland: Forschung, Beratung, Digitalisierung und Infrastruktur für nachhaltige Landwirtschaft fördern. Wirkungsökonomisch:
Wirkungsförderung statt Flächensubvention ohne Ergebnis.
2.b - Handelsverzerrungen korrigieren. Europa/Deutschland: EU-Agrarpolitik, Importstandards und Exportdumping wirkungsbezogen prüfen. Wirkungsökonomisch: Globale Wirkung zählt auch außerhalb Europas.
2.c - Lebensmittelmärkte und Preisinformation verbessern. Europa/Deutschland: Preisspitzen, Markttransparenz und Lager-/Lieferkettenrisiken beobachten. Wirkungsökonomisch: Frühwarnsysteme verhindern Versorgungskrisen.
Relevante Wirkungsfelder und WÖk-ID-Familien#
Relevante Portale: Produkte & Konsum, Klima, Energie & Ressourcen, Gesundheit & Pflege, Wirtschaft & Unternehmen.
© Natalie Weber | Wirkungsökonomie | SDG-/SDG+-Referenzrahmen v0.3 | öffentliche Publikationsfassung WÖk-ID-/Indikatorfamilien: WOK-E-101ff Nährstoffmanagement; WOK-E-104ff Pestizideinsatz; WOK-P-101ff Produkt- PCF Agrar; WOK-E-113ff Food Waste.
Politische Anschlussfähigkeit#
Dieses Ziel beschreibt keinen fertigen Parteibeschluss. Unterschiedliche Parteien können verschiedene Wege wählen: Regulierung, Förderung, Marktanreize, kommunale Umsetzung, öffentliche Infrastruktur, internationale Kooperation oder Pilotierung. Entscheidend ist, dass Zielwirkung sichtbar, überprüfbar, korrigierbar und
Offizielle Referenzen#
https://unstats.un.org/sdgs/indicators/indicators-list/ | Deutschlands SDG-Indikatoren: https://sdg-indikatoren.de/ |