SDG+ referenzrahmen wirkungsoeko… · Onlinefassung · Abschnitt 4 von 14
3. Warum die SDGs notwendig, aber nicht ausreichend sind#
Die SDGs sind notwendig, weil sie einen gemeinsamen, international anerkannten Zielraum schaffen. Eine Wirkungsökonomie, die Wirkung global, europäisch, national und kommunal anschlussfähig machen will, braucht Redaktion Redaktion
einen solchen Zielraum. CO2-Emissionen, Wasserstress, Arbeitsrechte, Biodiversität, Lieferketten und Desinformation enden nicht an nationalen Grenzen. Deshalb sind globale Referenzen wichtig.
Die SDGs sind aber nicht vollständig ausreichend, weil sie als Zielkatalog nicht automatisch zu Rückkopplung führen.
Ein Unternehmen kann SDG-Icons nutzen und zugleich negative Wirkungen verstecken. Ein Staat kann Fortschrittsberichte veröffentlichen und gleichzeitig Prävention, Bildung, Pflege oder Klimaanpassung unterfinanzieren. Ein digitales Produkt kann Bildung zugänglich machen und zugleich Überwachung, Abhängigkeit oder Manipulation verstärken. Die Wirkungsökonomie unterscheidet deshalb zwischen Zielbezug und Wirkungsbewertung. Ein SDG-Bezug zeigt, welche Zustandsräume betroffen sind. Die Bewertung erfolgt erst durch Daten, WÖk-IDs, Benchmarks, Scorecards, Nichtkompensation, demokratische Kontrolle und Rückkopplung in Entscheidungen.
Die SDGs sind breit und können symbolisch genutzt werden.
Die SDGs lösen Zielkonflikte nicht automatisch.
Die SDGs sind oft zu schwach in Preise, Steuern, Kapital und Haushalt rückgekoppelt.
Die SDGs behandeln digitale Öffentlichkeit, Plattformmacht, Medienqualität und algorithmische Manipulation nicht tief genug. Die SDGs brauchen für die WÖk eine Ergänzung um demokratische und digitale Wirkungsbedingungen.