WÖk · Onlinefassung · Abschnitt 58 von 118

4.6 Wohnen#

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Der Wohnungsmarkt zeigt, dass die Wellen-Tiefen-Logik nicht auf Kommunikation beschränkt ist. Der Auslöser ist hier nicht zwingend eine Aussage, sondern eine Mietsteigerung, eine Sanierung, ein Leerstand, ein Steueranreiz oder ein kommunales Wohnungsprogramm. Entscheidend ist, wie dieser Auslöser im jeweiligen Wirkungsraum verarbeitet wird. Erste Welle: Die soziale und ökologische Wirkung von Wohnraum wird sichtbar. Zweite Welle: Mieter:innen, Vermieter:innen, Kommunen und Investoren spüren Kosten, Sicherheit, Rendite oder Legitimität. Dritte Welle: Bewertet wird über Bezahlbarkeit, Energie, Gesundheit, Teilhabe und Quartierswirkung. Vierte Welle:

Investitionsentscheidungen, Baupraxis und kommunale Planung reagieren. Fünfte Welle: Wohnraum verliert oder gewinnt seine Funktion als Daseinsvorsorge statt Anlageklasse.

Die Tiefe liegt in diesem Feld vor allem in Bodenrecht, Kapitalflüsse, Baukosten, soziale Mischung, Energieinfrastruktur und kommunale Macht. Ohne diese Tiefe wäre die Analyse oberflächlich: Man sähe nur eine Reaktion, aber nicht die Bedingungen, die diese Reaktion wahrscheinlich, unwahrscheinlich oder verzerrt machen. Quellenbezug: [I16], [I20]