WÖk · Onlinefassung · Abschnitt 64 von 118
4.12 Krisen und Resilienz#
Krisen zeigt, dass die Wellen-Tiefen-Logik nicht auf Kommunikation beschränkt ist. Der Auslöser ist hier nicht zwingend eine Aussage, sondern ein Schock, eine Flut, eine Pandemie, ein Energiepreis, ein Cyberangriff oder eine Desinformationslage. Entscheidend ist, wie dieser Auslöser im jeweiligen Wirkungsraum verarbeitet wird. Erste Welle: Verwundbarkeiten werden sichtbar. Zweite Welle: Akteure spüren Betroffenheit durch Angst, Kosten, Ausfall, Knappheit oder Vertrauensbruch. Dritte Welle: Bewertet wird über Risiko, Prävention, Versorgung, Sicherheit, Freiheit und Solidarität. Vierte Welle: Staat, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Medien reagieren. Fünfte Welle: Resilienz entsteht, wenn Lehren in Infrastruktur, Regeln und Frühwarnsysteme zurückgeführt werden. Die Tiefe liegt in diesem Feld vor allem in Vorsorge, Redundanz, Daten, Institutionen, Vertrauen, soziale Ungleichheit und Zeitdruck. Ohne diese Tiefe wäre die Analyse oberflächlich: Man sähe nur eine Reaktion, aber nicht die Bedingungen, die diese Reaktion wahrscheinlich, unwahrscheinlich oder verzerrt machen.
Quellenbezug: [I13], [I18], [E7], [E11]