WÖk · Onlinefassung · Abschnitt 5 von 34
Ausgangsdiagnose#
Viele Nachhaltigkeitslogiken behandeln Demokratie, Medienqualität und digitale Selbstbestimmung nur indirekt. Dadurch können Maßnahmen ökologisch oder sozial plausibel wirken und zugleich demokratische Korrekturfähigkeit, öffentliche Wahrheit oder digitale Freiheit beschädigen.
Die Folge ist eine Maßstabskrise. Ein Projekt kann als nachhaltig, innovativ, effizient oder sozial gelten, ohne dass erkennbar ist, welche Zustände sich tatsächlich verbessern und welche Nebenwirkungen entstehen. Für Bürger:innen, Unternehmen, Verwaltung, Wissenschaft und Finanzmarkt entsteht dadurch ein Orientierungsproblem. Unterschiedliche Akteure können sich auf verschiedene Indikatoren berufen, ohne die gleiche Wirkungsfrage zu beantworten.
Die Wirkungsökonomie reagiert darauf nicht mit einem neuen Moralindex, sondern mit einer überprüfbaren Frage: Welche Zustandsveränderung wird erzeugt, wer ist betroffen, welche Zielräume werden gestärkt und welche werden geschwächt?