WÖk · Onlinefassung · Abschnitt 17 von 29
Anwendungsszenario: wenn ökologische Wirkung demokratische Risiken verdeckt#
Ein digitales Produkt verspricht Emissionen zu senken, weil es Mobilität optimiert, Lieferwege reduziert oder Energieverbrauch steuert. Nach klassischer Nachhaltigkeitskommunikation könnte diese Wirkung schnell positiv erscheinen. SDG+ fragt zusätzlich, ob das System demokratische, mediale, rechtsstaatliche oder digitale Voraussetzungen schwächt. Werden Bewegungsdaten dauerhaft gesammelt? Gibt es eine verständliche Einwilligung? Können Betroffene widersprechen? Sind Algorithmen prüfbar? Werden Informationen verzerrt? Entsteht Abhängigkeit von einer Plattform?
Dieses Szenario zeigt, warum SDG+ nötig ist. Eine Wirkung kann in einem Zielraum positiv und in einem anderen Zielraum negativ sein. Die Wirkungsökonomie darf diese Gleichzeitigkeit nicht glätten. Sie muss offenlegen, ob ökologische, soziale oder wirtschaftliche Vorteile mit demokratischen oder digitalen Schäden erkauft werden. Die Bewertung erfolgt über sieben Dimensionen. Demokratie fragt nach Teilhabe und Korrekturfähigkeit.
Medienqualität fragt nach Informationsklarheit und Desinformationsrisiken. Rechtsstaatlichkeit fragt nach Regeln, Grundrechten und Beschwerdewegen. Diskursfähigkeit fragt nach Konfliktbearbeitung.
Institutionelles Vertrauen fragt nach verlässlichen Verfahren. Zusammenhalt fragt nach sozialer Spaltung oder Zugehörigkeit. Digitale Selbstbestimmung fragt nach Datenrechten, Fairness und Manipulationsschutz.