WÖk · Onlinefassung · Abschnitt 17 von 28
Praxisfall: ein gemeinsamer Maßstab für mehrere Portale#
Das Dossier zeigt den Referenzrahmen an einer typischen Website- und Praxisfrage: Ein Produktportal, ein Bildungsportal, ein Wohnportal und eine Kapitalmarktseite sprechen alle von Wirkung. Ohne gemeinsamen Maßstab würden sie verschiedene Bewertungslogiken entwickeln. Das Produktportal würde Ressourceneffizienz betonen, das Bildungsportal Kompetenzen, das Wohnportal Mieten und Energie, das Kapitalportal Risiken. Alle Perspektiven sind berechtigt, aber sie bleiben schwer vergleichbar, wenn nicht sichtbar wird, welche SDGs und SDG+-Dimensionen berührt sind.
Der SDG-/SDG+-Referenzrahmen löst dieses Problem nicht durch Vereinheitlichung aller Inhalte, sondern durch eine gemeinsame Übersetzungsebene. Jede Seite behält ihre fachliche Eigenlogik. Gleichzeitig muss sie zeigen, welche Zustandsveränderungen auf Mensch, Planet und Demokratie einzahlen, welche Risiken entstehen, welche Datenquellen genutzt werden und welche politischen Entscheidungen offen bleiben. In der Praxis bedeutet das: Ein Portaltext darf nicht nur sagen, dass ein Thema nachhaltig, sozial oder demokratiestärkend sei. Er muss zeigen, auf welche Zielräume sich die Aussage bezieht. Bei Produkten können das SDG 12, SDG 8, SDG 13 und SDG+ Rechtsstaatlichkeit sein. Bei Bildung sind SDG 4, SDG 3, SDG 10 und SDG+ Demokratie zentral. Bei Wohnen kommen SDG 11, SDG 1, SDG 7, SDG 13 und SDG+ gesellschaftlicher Zusammenhalt hinzu.